Heimat wo ist das?

Allgemeines Scheidungskinder Forum - Dies ist eine virtuelle Selbsthilfegruppe fĂŒr Kinder und Eltern in allen Fragen rund um Trennung und deren Folgen.

Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-TĂ€nzerin 25. Dezember 2010 14:51

.....Heimat ist dort wo ich mich wohlfĂŒhle? Heimat ist dort wo ich aufgewachsen bin? Heimat ist dort wo ich geboren wurde? Wo ist meine Heimat?

Wo ist meine Heimat? Immer und immer wieder frage ich mich das. Ich denke eine geistige Heimat habe ich in vielem in Kunst, Literatur und Musik. Eine Heimat habe ich auch an der Seite meines Mannes und unsere Liebe hat eine Heimat in unseren Herzen. Aber einen Ort an dem ich mich zu Hause fĂŒhle den suche ich vergebens. Ich hab oft das GefĂŒhl getrieben zu sein von einem Vorsatz und seiner Umsetzung zum nĂ€chsten. Innerlich ruhelos voller neuer Ideen, Vorhaben, Aufgaben und voller unzĂ€hliger TrĂ€ume was ich im Leben noch alles vorhabe.

Freunde beschreiben mich als wissbegierig und immer auf der Suche nach Neuem. Das ist ein Kompliment, dessen bin ich mir bewusst. Ich stecke voller Lebenslust und trotzdem bin immer auf der Suche genau dieses Leben zu suchen. Und merke wieviel Kraft und Energie die damit verbundene innere Unruhe verbraucht.

Nina Hagen sagt in ihrem Webespot: "Ich habe mir ein neues Land zum Leben gesucht" Ich glaub das ich genau danach suche, wie ich dahin komme bin ich noch am erkunden...ich weiß ich werde es finden. Auch ist es möglich es irgendwo in Deutschland zu finden oder an sonst irgendeinem Ort unserer großen weiten Welt.

Ich stelle das in den direkten Zusammenhang zur Scheidung meines Vaters und meiner Mutter. Seit diesem Lebensereignis bin ich ruheloser geworden und seitdem verfolgt mich das GefĂŒhl das ich es schaffe, mich nicht unterkriegen lassen. Ich habe ein ewiges BedĂŒrfnis mich zu beweisen, es ihnen zu beweisen das ich es schaffe, wenn ich nur hart genug arbeite dafĂŒr. Vorallem aber geht es um den Beweis vor mir selber.

Ich habe in meinem Eltern, Mutter und Vater keine Heimat mehr. Ich habe kein Elternhaus in das man zurĂŒck kommt um an Kindertage zu denken. Ich habe habe aber auch keine zwei Heimaten, ich habe keine Heimat bei meinem Vater und ich habe keine Heimat bei meiner Mutter.
Eine gemeinsame geistige Heimat finde ich eher bei meinem Vater, auch wenn er emotial weiter weg zu sein scheint. Meine Mutter ist und war eine gute Mutter, die im zweifelfalle wie eine Löwin um und fĂŒr ihre Kinder kĂ€mpfte. Aber dennoch ist vieles was ihren Charakter ausmacht fĂŒr mich unverstĂ€ndlich.
Ich liebe beide Mutter und Vater gleichermassen. Ich habe nicht das Recht und auch nicht das BedĂŒrfnis zu klĂ€ren wer von Beiden den grĂ¶ĂŸen Schuldanteil dieses Lebensereignisses trĂ€gt.

Heimat, ist fĂŒr mich Innbegriff von Ruhe und innerem Frieden. Ich glaube Heimat ist ein GefĂŒhl tief in uns Menschen, es ist ein Ort der in uns etwas berĂŒhrt- unser Herz, unsere Seele?

TT
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Buecherfalke 25. Dezember 2010 16:43

Hallo TraumtÀnzerin.
Heimat... FĂŒr mich ist es das Haus, in dem ich groß geworden bin, zur einer Zeit, in der meine Eltern noch zusammen waren. SpĂ€ter waren es einfach die Orte, an denen meine Mutter und mein Vater gelebt hatten. Heimat ist einfach ein Ort an dem man sich wohlfĂŒhlt, an dem man sich zurĂŒckziehen und die Seele baumeln lassen kann.

Oh, und in meiner Signatur steht was Ă€hnliches. Ist ĂŒbrigens von mir selbst.

Gruß BĂŒcherfalke bzw. BĂŒcherfalkin ;)
Deine Heimat ist da,
wo deine Wurzeln sind.
Deine Liebe ist dort,
wo dein Herz ist.
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon SoulOnFire 26. Dezember 2010 02:01

Hallo Traum-TĂ€nzerin,

ich kenne dieses GefĂŒhl der Zerissenheit - zwischen Neugierde und Ruhe finden - sehr gut. Es ist auf der einen Seite die absolute StĂ€rke und der unerbitterliche Wille und auf der anderen die sensible empfindsame SchwĂ€che. Ich kenne es auch zu gut, dass andere die Neugier, die Wissbegierigkeit und den damit verbundenen Erfolg loben. Und ich fĂŒhle auch, wie leer ich mich oft empfinde, in genau den Momenten wo ich dafĂŒr gelobt werde. Denn eigentlich suche ich. Eigentlich will ich gesehen werden. ICH - damit meine ich nicht den Erfolg, sondern mich. Meine GefĂŒhle, meine Zerissenheit. Eigentlich bin ich verletzt worden. Ich weiß nicht genau, wie es bei dir ist. Vielleicht kennst du dieses GefĂŒhl in solchen Momenten auch? Dort fĂŒhle ich mich in der Regel zwar oberflĂ€chlich angenommen ("wow das könnte ich nicht, klasse wie du xyz gemacht hast"), aber nicht richtig gesehen und damit auch nicht wirklich zu hause. Denn dieses GefĂŒhl hat fĂŒr mich fast gar nichts mit meinen Gedanken, mit Schuldfragen, Verantwortung und so weiter zu tun, sondern ganz viel mit meinen eigenen GefĂŒhlen und meiner Trauer um die zerbrochene Familie, mit dem Verlust des Vertrauens in die angeblich stĂ€rksten Menschen, die Eltern.

Was heißt fĂŒr dich denn "Heimat" und "zu hause"? Woran wĂŒrdest du merken, dass du dort bist?


FĂŒr mich ist Heimat dort, wo ich aus vollem Herzen weinen kann und ich Trost finde.

DafĂŒr brauche ich viel Vertrauen von mir in die Welt, welches durch die Scheidung meiner Eltern erschĂŒttert wurde. Ich brauche viel Geborgenheit und Liebe um weinen zu können. Ich fĂŒhle mich geborgen und geliebt, wenn in einem GesprĂ€ch oder sonst wie traurigem Moment jemand sieht, dass ich weine und mich drĂŒckt ohne dagegen anzureden. Traurige Momente sind auch die, in denen ich mich stark versuche zu beweisen, indem ich mehr Arbeite als mir gut tut, ich mehr Verantwortung ĂŒbernehme als ich tragen kann und so weiter... . Wenn da jemand ist, der das mitbekommt... ("puh wenn du das erzĂ€hlst, merke ich wie anstrengend das ist. Wie geht es dir?") da fĂŒhle ich mich gesehen und sehr zu hause. Es ist fĂŒr mich annehmend und befreiend sowas zu hören: "Bist du traurig? Ich sehe wie verletzt du noch heute bist. Dein Körper ist ganz angespannt wenn du davon erzĂ€hlst... deine HĂ€nde sind nervös, dein Gesicht ist angespannt, deine Brust verkrampft, deine Augen glĂ€srig. Bist du traurig? Möchtest du weinen? Wo fĂŒhlst du den Schmerz? Hast du Angst? Ich bin jetzt da, sehe, fĂŒhle und verstehe."


Bei mir ist das punktuell bei meiner Schwester, ich kenne es auch aus (wenigen) Situationen mit meiner Ex-Freundin. Ich weiß, dass ich genau das (u.a.) in meiner neuen Familie brauche. :-) Und dort werde ich wirklich zuhause sein. Bis dahin ist leider vieles provisorisch. Aber ich bin mir - genau wie du - sicher, dass ich diesen "Ort" finden werde.

Viele warme tröstende GrĂŒĂŸe!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-TĂ€nzerin 4. Januar 2011 23:12

»Meine QualitĂ€t war sicherlich, aus so einem Haufen von kuriosen Individualisten, aus Kraut und RĂŒben etwas zusammenzubrauen. Es war sicher meine QualitĂ€t, ist es wahrscheinlich auch heute noch, etwas zusammenzufĂŒgen, ohne alle zu Kraut oder RĂŒben zu machen. Wer Kraut war, blieb Kraut, und wer RĂŒbe war, blieb RĂŒbe.
(Peter Zadek)

Ich hatte viele freie Tage, Zeit zum nachdenken und nachfĂŒhlen...ich glaube, eine Lösung könnte sein mir selber zu Erlauben eine Heimat zu haben genau da wo ich gerade bin. Und mir gleichzeitig den Freiraum zu lassen, mich nicht endgĂŒltig festzulegen. Mich zu sehe, in allem was ich bin. Meine IndividualitĂ€t als eine StĂ€rke anzuerkennen und zu begreifen das ich mich in z.B. einer Reihenhaussiedlung in der alle HĂ€user gleich sind, nicht wohlfĂŒhlen wĂŒrde. Die Unterschiedlichkeit meines Geschirrs spiegelt mich wieder, jedes Teil hat eine andere Farbe und zwischendrin findet man ChinaschĂ€lchen neben einer SchĂŒssel aus Marokko...aber genau das bin ich. Mein Leben hat viele bunte unterschiedliche Farben und das ist gut. Ich glaube ich finde grade ein bisschen mehr zu mir und damit zu meiner Heimat...

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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Regenwolke85 4. November 2011 03:32

Ich schreibe einfach mal darauf los ....

Vor 4 Wochen war ich auf den kapverdischen Inseln, es war ein Traum!!!! Ich habe im Urlaub noch nie so entspannt wie dort!

Aber 4 Tage vor Abflug ging es los! Ich wollte nicht zurĂŒck. Mein Freund freute sich endlich wieder nach Hause zu fliegen, in seine Wohnung, zu seiner Familie zu kommen.

Aber ich, wo fliege ich hin?????????????????? Nach Deutschland! Aber wohin genau!?!?! Nirgendwo in!!!

Es wurde mir mal wieder so richtig bewusst, dass ich kein Zuhause oder Heimat habe!!!! Ich bin ĂŒberall nur GAST! >:(

In dem Haus wo meine Mutter wohnt, habe ich nie gewohnt, da bin ich nur GAST!

In meiner Wohnung fĂŒhle ich mich ĂŒberhaupt nicht wohl, bekomme Panickattacken wennn ich da bin und mit geht es richtig schlecht.
Ich bin immer alleine, mein Freund war vor 3,5 Jahren das letzte mal da gewesen!
Bei meinem Freund fĂŒhle ich mich eigentlich sehr wohl, aber ich weiß, dass ich ewig nur GAst sein werde. Ich werde nie bei ihm wohnen können. Er will nie heiraten und auch nie Kinder bekommen. Ich kann erst zu ihm ziehen wenn er umgebaut hat. DafĂŒr benötigt er 100.000€ und die wird er nie haben !!! >:(

Am wohlsten fĂŒhle ich mich im Urlaub. Hier wird sich "gefreut" wenn ich hier bin (auch wenn es nur wegen dem Geld ist das ich im Voraus bezahle).
Bei jedem Urlaub wird es schlimmer. Aber das kann niemand verstehen. Naja, es können eben nicht viele nachvollziehen nicht willkommen zu sein!

Was wĂŒrde ich dafĂŒr geben, in einer Wohnung zu wohnen, kuschelig eingerichtet, mit meinem Freund zusammen, ... einfach ein kleines zuhause zu haben.
:springen: wo es sich lohnt, pĂŒnklich Feierabend zu machen und sich zu beeilen nach Hause zu kommen. Naja, aber meist bleiben TrĂ€ume TrĂ€ume!


Das musste ich einfach mal los werden. Ihr braucht nicht zu antorten, es reicht mir schon, wenn ihr es einfach nur mal liest.

DANKE!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 4. November 2011 07:40

Hallo Regenwolke,
herzlich willkommen zurĂŒck. Es ist ja lange her, dass du geschrieben hast...
Was ich höre ist, dass du dich heimatlos fĂŒhlst, nirgendwo ankommen kannst, dir ein Zuhause fehlt.
Das ist ein schlimmes GefĂŒhl, sicher eines der bedrohlichsten, denn es hat ja auch mit sich geborgen und sicher fĂŒhlen zu tun.
Und einen Platz zu haben an dem man Schutz suchen kann, hingehört.
Wa ich auch lese ist, dass du eine Beziehung fĂŒhrst in der du dich als Gast fĂŒhlst. nicht weißt ob das dein Platz ist, du willkommen bist?
Das ist ja etwas das du kennst, aus deiner Kindheit...oder?
Manchmal suchen wir uns genau die Menschen, die unsere Themen "bedienen", die das anbieten, was das innere Kind von frĂŒher kennt.
Damit kann es umgehen, dafĂŒr gibt es Strategien. Das heißt nicht, dass es glĂŒcklich ist, nein, denn es erlebt ja das schlimme GefĂŒhl immer wieder.
Du hattest damals die Idee eine Therapie machen zu wollen, was ist daraus geworden, magst du erzÀhlen?
Damals war deine Angst groß, dass dir die TrĂ€nen kommen, du weinen mußt. Ich glaube da will noch ganz vie betrauert werden, deine Trauer Raum bekommen, damit dann wenn du dich ihr geöffnet hast auch wieder Platz fĂŒr Freude ist und Leichtigkeit. Ich denke es ist ein Weg, sich da Hilfe zu suchen und es kann auch einer sein, sich mit Menschen zu verstĂ€ndigen, die da snachvollziehe können, wie du es hier ja getan hast.
Und das freut mich, dass du wieder hergefunden hast, schön, dass du da bist.
Tami
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon SoulOnFire 4. November 2011 17:51

was mir sofort in den Sinn kam:
LĂ€dst du andere Menschen in dein Leben ein? Zu dir, in deine Wohnung? Z.B. zum Kochen, essen, spielen, reden und so weiter?
Und warum war dein Freund so unglaublich lange nicht bei dir?

Liebe GrĂŒĂŸe :)
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-TĂ€nzerin 30. Dezember 2011 15:06

Heimat...Heimat ist fĂŒr mich eine andere Heimat als es deine Heimat ist...meine und deine Heimat sind unterschiedlich, sie fĂŒhlen sich wohl auch unterschiedlich an und sie werden verschieden gelebt.

Ich kann damit gut leben,dass unsere Heimaten unterschiedlich sind- das deine Heimat anders aussieht als meine. Ich habe nur eine Bitte, lass mir meine Heimat sowie sie ist und versuche nicht sie zu verÀndern, damit sie deine wird. Du hast eine Heimat!

Wir haben keine gemeinsam Heimt in vielen Ansichten, die braucht es meiner EinschÀtzung nach auch nicht- solang, ja solang es Liebe zwischen dir und mir gibt. Liebe zwischen Kind und Elternteil. Ich könnte jedem von Euch vorwerfen, was er falsch gemacht-versÀumt- kaputt und sonst was gemacht hat. Am Ende bleibt nur, wir können es gemeinsam besser machen in dem was kommt.

Wir können uns in unseren Heimaten treffen und mit lachendem Herzen in die eigene zurĂŒckkehre. Das wĂ€re schön!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 30. Dezember 2011 15:10

Liebe Traum-TĂ€nzerin,
danke fĂŒr deine Worte heute, sie berĂŒhren mich sehr und kamen im "richtigen" Moment.
Danke!!!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-TĂ€nzerin 19. MĂ€rz 2012 18:01

Wisst ihr, endlich weiß ich warum es "Scheidungskrieg" heißt eben weil es ein Krieg ist- ein kalter Krieg und die Folgen sind die eines Krieges...

Ihr habt meine kindliche Heimat ausgebombt und nicht gesehen,dass ich im Bunker unter dem Haus sahs und um mein Leben gezittert habe. Ich habe zwischen TrĂŒmmern gehockt und bin zusammengezuckt bei jedem Bombeneinschlag von dem ein Splitter meine Kinderseele durchbohrte, jedes Mal aufs Neue und jedes Mal an ein anderen Stelle meiner Kinderseele. Es hat geblitzt, gezischt und die schwarzen Wolken konnte ich aus meinem Bunker verdammt gut sehen...allein gelassen habt ihr mich, da unten in meinem Bunker- allein unter meiner Heimat, die dann keine mehr war und die mehr eine wurde, bis heute nicht.

Heute bin ich "groß" und heute ist mein Bunker- Bomben- Barometer voll und meine TrĂ€nen sind der Überlauf...meine TrĂ€nen die nicht aufhören wollen, egal wie sehr ich versuche sie zu stoppen...schwarze Wolken gibt es immer noch, vielleicht sind es mehr als jemals vorher waren...
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 19. MĂ€rz 2012 19:23

Hallo Du,

ich kann dich sehen versteckt, verĂ€ngstigt, auf Hilfe hoffend und ĂŒbersehen. Es schmerzt das zu lesen und es tut mir so leid um diese Kinderseele, die das hat ertragen mĂŒssen.
ich weiß um den Schmerz und ja die TrĂ€nen sind der Ausdruck dafĂŒr, damit kommt es an die OberflĂ€che, wird sichtbar...
Zu deinem Bild der Krieges...da gibt es auch immer wieder Bilder von Menschen, trĂ€nenĂŒberströmt, die verzweifelt sind, Verlust erlitten haben und ich finde diese TrĂ€nen sind zu weich, zu zart fĂŒr das Erlebte, da wird nicht der ganze Schmerz und die ganze Zerstörung sichtbar, nur ein Ausdruck dafĂŒr, der niemals so ganz zeigen kann was da passiert ist...der Überlauf sozusagen, drunter ist es dennoch voll und dann versiegen diese TrĂ€nen nicht, weil es voll ist, voll von Schmerz und Erinnerungen, die wie dunkle Wolken am Himmel festkleben...

Liebe Traum-TĂ€nzerin, ich finde den Namen so wunderbar, so voller Hoffnung, zart und leicht und verspielt und zum hinschauen...so wirkt er auf mich.
Ja du bist erwachsen und in dir wohnt immer noch diese Kinderseele, es ist gut, dass sie da ist, sie ist, soviel schmerzhaftes sie auch immer erlebt hat ein Schatz in dir, der dich wertvoll macht, der den Kern umhĂŒllt, der dein Wesen ausmacht.
Und ganz tief innen drin, ganz tief unter allem, unter den TrĂŒmmern und dem Schutt ist ein kleines StĂŒck heil, ich weiß das, es ist das StĂŒck, das das Leben ins sich trĂ€gt, das leben will, das dich atmen lĂ€ĂŸt und hoffen, das auf BerĂŒhrung reagiert und auf gesehen werden, das manchmal ganz zaghaft Hoffnung schöpft, das liebe spĂŒren kann, wenn sei da ist...es ist heil, hab' Vertrauen darauf. Ich glaube diesen innersten Kern kann niemand und nichts zerstören, sich den zu erhalten, zu erinnern, darum zu wissen, ich glaube das macht stark, da kann Leben beginnen, weil es da noch vorhanden ist...das ist wie wenn auf verbrannter Erde irgendwann ein kleines PflĂ€nzchen wĂ€chst, wenn unter den TrĂŒmmern, die Erde wieder grĂŒn wird, weil sie leben will...und solang sie das will, wird sie das auch schaffen....darin habe ich alles Vertrauen...

Von Herzen Tami,
der du mit deinem Ausdruck von Schmerz und dem Bild und deinem FĂŒhlen eben ein riesen Geschenk gemacht hast...mich erinnert an das was innen ist, es ist da, ich weiß das.
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-TĂ€nzerin 23. MĂ€rz 2012 21:38

Heimat: Ein Haus am Meer mit einer Werkstatt in der alte Möbel restauriert werden...(Fiktion)
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-TĂ€nzerin 1. Dezember 2012 13:29

Tamara22 hat geschrieben:Und ganz tief innen drin, ganz tief unter allem, unter den TrĂŒmmern und dem Schutt ist ein kleines StĂŒck heil, ich weiß das, es ist das StĂŒck, das das Leben ins sich trĂ€gt, das leben will, das dich atmen lĂ€ĂŸt und hoffen, das auf BerĂŒhrung reagiert und auf gesehen werden, das manchmal ganz zaghaft Hoffnung schöpft, das liebe spĂŒren kann, wenn sei da ist...es ist heil, hab' Vertrauen darauf. Ich glaube diesen innersten Kern kann niemand und nichts zerstören, sich den zu erhalten, zu erinnern, darum zu wissen, ich glaube das macht stark, da kann Leben beginnen, weil es da noch vorhanden ist...das ist wie wenn auf verbrannter Erde irgendwann ein kleines PflĂ€nzchen wĂ€chst, wenn unter den TrĂŒmmern, die Erde wieder grĂŒn wird, weil sie leben will...und solang sie das will, wird sie das auch schaffen....



Heimat? Heimatlosigkeit und AbbrĂŒche sind mir vertrauert als Erhaltung.....kann ich mich festlegen und vorallem will ich es? Ich finde es schwer nicht abzuhauen, dazu bleiben und es auszuhalten....hinzuschauen, nicht wegzuschauen...alles zerschlagen? Ist es das? Ich weiß es nicht, ich weiß noch nicht mal ob es in mir heil genug ist da zu bleiben und es mitzutragen...
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 2. Dezember 2012 12:49

Liebe Traum-TĂ€nzerin,
in den widerholten AbbrĂŒchen liegt auch eine Form von Vertrauheit etwas das bekannt ist und damit Sicherheit vermittelt und ich spĂŒre da viele Fragezeichen grade bei dir...
Es ist ein Kampf ein großer auf seine eigenen, wirklich die eigenen BedĂŒrfnisse zu achten, sie ĂŒberhaupt erst wahrzunehmen, wenn andere nie danach gefragt haben, das Kind das nicht gelernt hat. Ja was es aber gelernt hat ist, dass weggehen eine Option ist, dass es eine Wahl ist, die getroffen wird, es kennt das dableiben nicht, das um etwas kĂ€mpfen und die Fragezeichen aushalten, hinschauen und nachfragen immer wieder, was will ich wirklich, was brauche ich und was will ich nicht.

Ich kenne dieses zerrissen sein, das weggehen wollen, ich erklĂ€re mir das u a so...dass ich als Kind bleiben mußte, ich wurde nicht gefragt, ich blieb in einer schmerzhaften Situation hĂ€ngen, mußte das aushalten, hatte Fragezeichen und habe keine Antworten bekommen und es gab niemand, der mich gefragt hĂ€tte das ich brauche und was ich will. Ich mußte das aushalten und diese Spur, zu glauben ich mĂŒĂŸte etwas aushalten hat sich eingebrannt, damals mangels andere Optionen heute, weil es vertraut ist und Sicherheit bietet, zwar eine schmerzhafte, aber dennoch eine Sicherheit. Diese ĂŒberlaufenden nie versiegen wollenden TrĂ€nen kenne ich auch und auch da hatte ich keine andere Option, meine Wut, meine EnttĂ€uschung haben keinen Platz gefunden als Kind, und heute wĂ€hle ich die TrĂ€nen stattdessen...auch so ein Muster, eine eingebrannt Spur...

Meine Eltern hatten zuviel mit sich zu tun, sie konnten es nicht anders lösen, es war ihr bester weg, aber es war nicht mein bester Weg. Heute darf, nein heute muß ich dafĂŒr sorgen meinen besten Weg zu finden und ihn auch zu gehen und der darf alle Optionen beinhalten, das gehen UND das Bleiben, heute habe ich die Wahl, heute entscheide ich...


Das liebe Traum-TĂ€nzerin ist meins, das was grade beim Lesen deiner Zeilen in mir aufkam, ich schicke es mal so wie es ist...Ich.
Bin mit meinem und so wie ich bin fĂŒr diesen Moment an deiner Seite wenn du magst und weiß um deine Fragen, deine TrĂ€nen, die Sorge, dass da etwas nicht mehr heil ist und den Schmerz...
Ja...
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-TĂ€nzerin 2. Dezember 2012 13:11

Tamara22 hat geschrieben:Meine Eltern hatten zuviel mit sich zu tun, sie konnten es nicht anders lösen, es war ihr bester weg, aber es war nicht mein bester Weg.


Liebe Tami,

so ein wertvoller Satz, danke!

Es liegt wohl an mir, meiner inneren Zerissenheit...ich weiß nicht ob man die jemandem verstĂ€ndlich erklĂ€ren kann, der es selber nicht erlebt hat. Und da ist gleichzeitig soviel eigene Unsicherheit, gepaart mit dem Willen und der stillen Überzeugung so wie ich bin vollkommen in Ordnung zu sein.

Ja, ich habe verdammt nochmal ein Recht auf eine eigene Familie, wir haben doch da ein Recht drauf oder etwas nicht? Auf eine gemeinsame Heimat? Ach, ich fĂŒhle mich unvollstĂ€ndig und ich habe Angst das er mich auffrisst dieser Kampf um GlĂŒck und dieser gleichzeitigne Wut ob's nicht langsam mal reicht? Reicht es nicht, wenn uns einmal die Hoffnung genommen wurde? Ich meine schon...es reicht, hörst du lieber Gott, ich mag nicht mehr kĂ€mpfen mĂŒssen- jetzt nicht und spĂ€ter auch nicht- ich möchte bitte beschenkt werden, bitte!

FĂŒhl' dich gegrĂŒsst, liebe Tami!

LG TT
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