Die Zeit arbeitet fĂĽr einen.........

Hier ist Platz fĂĽr alle kleinen und groĂźen Erfolge auf eurem Weg in ein neues Leben nach der Trennung / Scheidung

Die Zeit arbeitet fĂĽr einen.........

Beitragvon nanu-nana 16. September 2009 01:15

Hallo Leute, :blabla:
ich gehöre ebenfalls zum „Club der Alleinerziehenden“! Heute kann ich sagen..... die Zeit hat für mich gearbeitet!

Als meine Tochter 1 ½ Jahre alt war, sind wir ausgezogen. Anfänglich verlief der Kontakt zwischen dem Vater & unserer Tochter mehr schlecht als Recht.
Vermittlungsversuche, Gespräche, Motivierende Aufforderungen – dass er seiner „Elternschuld“ nachkommen „müsse“ zum Wohle des Kindes, schlugen oft fehl.

Es zerriss mir jedes Mal das Herz, zusehen zu müssen, wie traurig, enttäuscht & ungeliebt vom Vater sie sich fühlte. Die „Scherben immer wieder zusammen kehren“ zu müssen, wenn er wiedermal nicht (wie abgemacht) kam.

In einem Psychotherapeutischen Bericht las ich einmal, dass wenn man immer schlecht (vor dem Kind) von dem nichtvorhandenen Elternteil spricht, glauben Kinder oft, sie seien auch „schlecht“, da sie ja ein Teil auch vom anderen sind!! :lesen:

Meinen Frust, meine Wut und meinen Ärger über sein Verhalten behielt ich (kontrolliert), im beisein unserer Tochter, für mich. Auch meinen Eltern „verbot“ ich jedes böse Wort gegen ihn, erst dann auszusprechen, wenn wir wieder weg waren. (Alleine - mit Freunden sprach ich natürlich darüber)
Es war manchmal echt schwer (über "seinen eigenen Schatten zu springen" und) „locker“ in seiner Gegenwart zu bleiben... und ihm nicht mit Vorwürfen zuzutexten.

Er vergaĂź ihren 7. Geburtstag --> sie wartete
Er vergaĂź den gemeinsamen Kinobesuch -->sie wartete, etc..... :dampf:

Und wenn er denn doch kam, dann gab`s teure Geschenke (Preis blieb immer schön auf den Kartons drauf)

Aber Kinder sind nicht dumm, bald waren die Geschenke für unser Kind nicht das wichtigste, für unsere Tochter zählte nur eins: „Kommt er wie versprochen oder nicht?“ (Es gibt eben Dinge, die mit keinem Geld der Welt zu bezahlen sind)

Um unserer Tochter ein Ventil für Ihre Wutattacken geben zu können, zeigte ich ihr (mit viel geduld) das man Gefühle einfach auf ein Blatt mahlen kann! Suuperviel Krikelkrakel !! Am Anfang hat sie immer sehr dunkle Farben genommen – später hat sie oft ein Haus gemalt in dem sie wartete und noch später hat sie Texte dazu geschrieben (die Bilder haben sie & ich immer in gegenseitiger Absprache – von Zeit zu Zeit - zu ihrem Papa geschickt/ einige habe ich noch in einem Ordner im Keller)
Nicht um ihn zu ärgern, sondern um sich selber „Luft“ zu verschaffen und dem anderen seine Gefühle zu zeigen.

Nebenbei war ich immer berufstätig, erst Teilzeit --> später Vollzeit (an dieser Stelle muss ich meine Eltern erwähnen, mit Ihnen hatte ich immer eine „Stütze“ bei denen ich Kraft tanken konnte)

Als unsere Tochter 9 Jahre alt war, zog ich endgĂĽltig die Notbremse!!! SchluĂź! Aus!! Ende!! :dampf:
Lange genug hatte ich gesagt, regelmäßige Besuche oder gar nicht mehr! Mit 9 war Lara deshalb ein bischen "böse" auf mich, heute sagt sie, "Mama, das war richtig so"

Wir zogen an die Ostsee. :weg:
Endlich kehrte ruhe in unser Leben!!!
Lara wartete nicht mehr, sie wirkte gelöster, entspannter. Sie wusste nun, wenn es an der Tür klingelte, konnte es nicht ihr Papa sein.!!! :winken:

Heute.....
...In ein paar Monaten wir sie 14 Jahre alt. :kopftanz:
Im vergangenem Jahr wollte sie ihn unbedingt noch mal sehen, also sind wir in den Herbstferien `08 nach NRW gefahren (haben uns natürlich vorher angemeldet) Er & ich können freundschaftlich miteinander umgehen, unserer Tochter zuliebe.

Etwa 20 Minuten hat sie ihn gesehen & gesprochen (er ist nun verheiratet & hat jetzt „auch“ Kinder --> dass hat er ihr so telefonisch mitgeteilt, dass er jetzt „auch Papa ist“). :fluestern:
550 km für 20 Minuten puren Papa à so sind Teenies eben.................. & wir wohnen & (ich)arbeite an einem superschönen Ort, nur 5 Min. zum Strand....... :springen: ... :D .............................

AbschlieĂźend kann ich sagen, man trifft oft Entscheidungen fĂĽr ein Kind (ohne es zu fragen)
Ob Entscheidungen immer richtig sind, zeigt sich erst mit der Zeit, aber wenn man etwas "aus Liebe" entscheidet, um eine Situatution zu verbessern, kann das nur gut sein.......

P.S. Meine Tochter nennt mich manchmal "Kumpel-Mama", gibt es ein schöneres Kompliment!? :)
Lg nanu - nana :springen:
nanu-nana
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