Ich wei├č nicht weiter.....

Der Treffpunk f├╝r Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier k├Ânnen Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon sonnenschein2 20. November 2009 10:36

Hallo liebe Ansa,
wie geht es dir heute?
ich wollte dir einfach nur mal schreiben, dass ich an dich denke und mental bei dir bin um dir etwas Kraft und Ruhe zu geben.

Ganz liebe Gr├╝├če
Sonnenschein2
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Ansa 21. November 2009 23:01

Guten Abend Ihr Lieben,

es ist viel passiert, trotzdem kurz zu Euren Anregungen.

Absprachen mit meinem Ex funktionieren einfach nicht. Wenn ich ihm sagen w├╝rde, Du kannst unserer Tochter das Geld leihen, aber nur ├╝ber mich, w├╝rde er sich k├Âstlich am├╝sieren und es schlicht nicht tun. Eine andere Handhabe habe ich da nicht wirklich. Ich protokolliere schon lange alle Vorf├Ąlle und schreibe auch die Reaktionen der Kinder dazu auf und was wir besprochen haben. Zum einen, weil ich nicht nachtragend bin und oft genug "vergesse" was los war, wenn es f├╝r mich soweit gekl├Ąrt ist und zum anderen, weil er im Nachhinein ja alles so verdreht, wie es ihm passt und ich, auch aufgrund meiner Geschichte, oft genug an meinen eigenen Wahrnehmungen gezweifelt habe und nun nachlesen kann "So war das und nicht anders."

Ja, ein Teil der Probleme sind sicher ganz schlicht pubert├Ątsbedingt, aber das kann ja keine ausreichende Entschuldigung sein. Wenn sie Reibung braucht, kann sie sie bekommen - aber das kostet Kraft, die momentan bei mir nicht unbedingt in vollerm Umfang da ist. Grad hab ich es meinem Liebsten gesagt, mein anderes Problem ist momentan, das ich unter der Woche grad kaum einen Erwachsenen um mich habe, der mir zuh├Âren mag und mich mal auff├Ąngt. Ablenkung als solche ist schon da, ich geh mit einer Freundin ins Kino und habe eben auch meine Vorlesungen, aber Ablenkung hilft nicht immer.

Und nein, je mehr ich an Fachwissen erfahre und lerne, desto gr├Â├čer wird meine eigene Hilflosigkeit. Bei emotionalem Missbrauch bzw. bei emotionaler Gewalt gibt es keine fachliche Hilfe. Sie ist so gut wie nicht nachweisbar, au├čer man zieht die Kinder in "gesicherte" Aussagen hineine und l├Ąsst Gutachten erstellen und rennt von Hinz zu Kunz. Mein damaliger Sachbearbeiter sagte mal "wenn er sie nur einmal schlagen w├╝rde" h├Ątten wir eine Handhabe. Aber mans agt seinem Kind ja nun nicht "lass Dich mal von Papa hauen......" Und eine Bekannte (Anw├Ąltin) meinte, sie habe einen ├Ąhnlichen Fall gehabt und es h├Ątte einfach keine "gesicherten Erkenntnisse gegeben und alle (Mutter, Kinder, JuA) w├Ąren schon verzweifelt gewesen, als der Vater dem Kind das Schl├╝sselbein brach, weil er es dann doch mal verpr├╝gelte. Sie sagte "Gott sein Dank, endlich k├Ânnen wir handeln........." Ich war und bin echt geschockt. Das scheint ein sehr wenig untersuchtes Themenfeld zu sein.

Ansonsten haben wir unser Krisengespr├Ąch bei und mit Christiane hinter uns gebracht und es war sehr intensiv, sehr ruhig und sehr reflektiert. Mir ist deutlicher geworden, unter welchem Druck mein Kind steht. Mein Liebster hat n├Ąmlich ein Mind Map gezeichnet und das was sie grad alles besch├Ąftigt, das ist SOOOO viel, das w├╝rde ich kaum schaffen..... sie kann gar nicht anders reagieren, als sie es tut, v├Âllig ├╝berfordert. Christiane hat auch deutlichere Worte gegen├╝ber ihrer Kirche gefunden, als wir sie uns je getraut h├Ątten, auszusprechen. "Wer von Dir Intoleranz fordert, ist Falsch! Punkt! Das ist ganz einfach." Dar├╝ber denkt sie, glaub ich, doch nach. Auch ├╝ber die Widerspr├╝che, die sie in meinem, doch sehr liberalen Lebensumfeld gelernt hat. Meine museumsgep├Ągte Erziehung, Steinzeitfest etc. Das alles gibt es ja laut ihrer Kirche nicht.... bzw. gab es nicht, und da zweifelt sie nat├╝rlich, sie m├Âchte glauben und kann nicht. Da kann ich ihr auch nicht helfen und sie muss "ihren" Kompromiss finden.

Wie gro├č ihre eigene Not ist, zeigte eine Aussage von ihr, "aber das was ich vor Wochen mal gesagt habe, das sehe ich doch heute ganz anders und ihr haltet immer daran fest!" "Okay," hab ich gesagt, "wenn Du Deine Ansicht ge├Ąndert hast, musst Du uns das mitteilen, denn ch gehe davon aus, dass das was Du sagst, Deine Meinung ist und ich nehme Dich ernst." "Aber das muss ich nicht sagen, das ist einfach so" sagte sie und ich hab gesagt "Doch, denn Du bist mir wichtig und wenn Du mir sagen willst, ich soll nicht ernst nehmen was Du sagst, dann w├╝rde ich Dir nicht zuh├Âren, mit den Schultern zucken uns sagen "ach wart mal ein paar Wochen" und das w├Ąre dann wirklich respektlos." Das sah dann auch Christiane so und erkl├Ąrte es ihr noch mal in einfachen Worten, Meinung ├Ąndern ist okay, aber dann m├╝sse man, wenn man sein Gegen├╝ber so verletzt, dies auch kundtun, das sei nur fair."

Heute waren noch zwei liebe Freunde bei mir und wir haben ein wenig dar├╝ber gesprochen, alle gemeinsam und einer sagte dann zu ihr "wei├čt Du, ich sag das mal bildich, Dein Welpenschutz ist abgelaufen und wenn der kleine Welpe meint, er k├Ânne die Gro├čen ins Bein zwicken, dann sch├╝tteln sie ihn ein wenig, aber wenn der gro├če, und Du bist gro├č, meint, er k├Ânne seinen Anf├╝hrer ins Bein zwicken, dann setzt es Hiebe, aber gewaltig. Bei├č nach au├čen, aber nicht nach innen....." ich hoffe sie denkt dar├╝ber nach, auch dar├╝ber, das er ihr ganz klar gemacht hat, sie sei f├╝r das was sie tut verantwortlich, sie habe Macht zu verletzen und es ist unfair diese auszunutzen und ebenso wie sie diese Macht habe, habe sie auch die F├Ąhigkeit, sich autonom zu verhalten und trotzdem den anderne zu sagen, das sie so, wie sie sind, richtig sind. Mal sehen.

Nun freue ich mich auf morgen, da besuche ich zum ersten Mal meine J├╝ngste...... heute war Papa da, ich hoffe, sie hatten einen guten Tag und ich w├╝nsche mit, das wir ebenso sch├Ânes Wetter haben, wie wir es heute hatten. Montag haben wir das erste Therapiegespr├Ąch und dann wei├č ich sicher ein wenig mehr und sehe hoffentlich klarer.

Danke f├╝r Eure lieben und guten W├╝nsche, sie tun mir gut......

Liebe Gr├╝├če
Ansa

P.S. alles andere erfolgt sp├Ąter...... auch Stellungnahmen zu den Regeln und so. Ich hab`s im Auge, dauert nur noch ein Weilchen. Bitte seid geduldig mit mir.
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Gerda 23. November 2009 13:44

Liebe Ansa,

das mit den Welpen und dem Welpenschutz, der aufgeh├Ârt hat, finde ich super! Das Beispiel bzw. den Vergleich k├Ânnen wir hier glaube ich ├Âfter brauchen!

Sch├Ân, dass das Gespr├Ąch mit Christiane gut war und was du davon berichtest. Auch interessant, dass die gro├če Tochter so viel zu bew├Ąltigen hat und dass die ├ťberforderung verst├Ąndlicher wird. ES ist so gut, was du und Ihr alles herausfindet!

Ja, das mit dem emotionalen Mi├čbrauch, das ist wirklich schwierig. Hier in Belgien gibt es beim Straftatbestand von Mi├čhandlung in der Familie beides: k├Ârperliche und seelische Gewalt. Aber das ist nat├╝rlich sehr heikel, wie man seelische Gewalt beweisen will. Und ich kann sehr gut verstehen, wie zerm├╝rbend es ist, immer oder h├Ąufig ohnm├Ąchtig zusehen zu m├╝ssen, was dein Exmann anrichtet und wie er dann noch dich daf├╝r verantwortlich macht.

Ich hoffe nur sehr, dass es niemandem gelingt, dich noch tiefer in deine Zweifel an dir selbst hineinzubringen. Du leistest so viel und machst deine Sache so gut! und nun darfst du nicht mi├čbraucht werden daf├╝r, dass dein Ex und m├Âglicherweise Therapeuten eine Schuldige brauchen f├╝r die Auff├Ąlligkeiten Eurer Tochter. Ich hoffe sehr, dass du dir immer alles gut vor Augen halten kannst, was dein Exmann tut und tat und das auch in den Gespr├Ąchen in der KLinik pr├Ąsent hast. Ich bin sehr gespannt darauf, ob diese therapeutische Arbeit n├╝tzen wird, denn dein Exmann wirkt so therapieunwillig, wie nur was und er wirkt so sehr auf eine Machtposition bedacht, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, dass er sich auf einen therapeutischen Prozess einlassen wird. Hoffentlich liege ich da falsch und mu├čt du nicht auch hier wieder ganz viel auffangen. Magst du erz├Ąhlen, wie es war beim Familiengespr├Ąch.

Wie war denn dein Besuch bei Eurer J├╝ngsten?

Viele liebe Gr├╝├če
Gerda
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Ansa 26. November 2009 10:56

Guten Morgen Ihr Lieben,

ja, die Sache mit dem emotionalen Missbrauch ist wohl ├╝berall schwer. Weil es eben keine sichtbaren Spuren gibt und weil Kinder Kinder sind. Sie kommen nicht heim und sagen "Stell Dir mal vor was heute passiert ist........" sondern sie schweigen und ver├Ąndern sich und irgendwann, manchmal erst ein halbes Jahr sp├Ąter kommen sie und erz├Ąhlen einem Dinge, da f├Ąllt man ins Koma.... aber es ist sp├Ąt, etwas zu tun. Weil man weder den Tag r├╝ckverfolgen kann, noch die Handlungen ansich. Schwierig.....

Meine Gro├če gibt sich momentan wirklich M├╝he, sie erz├Ąhlt auch wieder ein wenig mehr, Papa versucht wohl schon, mich schlecht da stehen zu lassen, aber sie ist aufmerksamer und schaut genauer hin, hinterfragt, spricht aber nicht mit ihm dar├╝ber, weil das, so sagt sie, eh keinen Sinn macht. Am Ende hat sie recht, sie vermutet ├╝brigens ein gest├Ârtes Bindungsverhalten bei ihn (da blickt die Erzieherausbildung durch und das ├╝berpr├╝fen der Personen auf Defizite in ihrem Umfeld anhand des Gelernten :D ) und meinte auch, er sei wohl irgendwie psychisch krank, normale Menschen w├╝rden sich SO nicht verhalten. Ich hab gesagt, das ich das auch glauber, aber sie eindringlich gebeten, ihm das auf keinen Fall zu sagen, weder ihre noch meine Meinung.

Meiner J├╝ngsten geht es wohl ziemlich gut, sie hat sich eingef├╝gt und f├╝hlt sich wohl, bekommt ein hohes Ma├č an Aufmerksamkeit und hat schon in der zweiten Woche alle "Motivationskugeln" bekommen, die es dort gibt und darf sich nun etwas w├╝nschen. Der Besuch war sch├Ân, sie wirkt ├Ąlter (ist auch schon wieder zwei Zentimeter gewachsen - ehrlich, sie ist dies Jahr ├╝ber 10 cm gewachsen, das kann man beinahe sehen, beim zuschauen) und sie hat dort keinerlei Probleme, obgleich ihr die j├╝ngeren M├Ądels auch auf die Nerven gehen. Das nutzte das Mittelchen aus und meinte "siehste mal, so ist das mit kleinen Schwestern manchmal." Stutzen, inne halten und "jaaaaa k├Ânnt ja durchaus manchmal vielleicht so sein." Sie sorgt sich um die Mitpatientin die eher schwerere Probleme hat (oder deutlich sichtbarere) und ber├Ąt sie "wenn das so ist kannst Du zum JuA gehen, die helfen Dir da - das darf Dein Stiefpapa n├Ąmlich nicht. Kannst einfach hingehen oder anrufen, Telefonnummer gibts im Internet...." h├Ârt sich kompetent an.... dachte ich mir.

Das anschlie├čende erste Therapiegespr├Ąch war dann eher unergiebig, weil die Probleme die sie hat, treten ja nur sehr sporadisch auf und sind nicht Bestandteil unseres Alltags. Von daher haben wir dann ├╝ber Kleinkram geredet, ├╝ber negatives Aufmerksamkeitsverhalten, aber wir sind eben nicht auf den Kern gekommen, weil der Kern f├╝r mich ja Papa ist. Da konnt ich nur einen Hinweis geben, ich glaube n├Ąmlich, dass sie so oft mit dem Liebsten zankt, weil sie f├╝r sich ├╝berpr├╝fen will, wie verl├Ąsslich ist er - er ist ja nur am Wochenende da und da gilt es dsa immer wieder zu pr├╝fen - es k├Ânnt ja wer anders kommen. Wenn es dann geknallt hat, ist n├Ąmlich gut. Und das hab ich so erkl├Ąrt, das sie das tut, weil die M├Ąnner in ihrem Umfeld eben immer anders sind und man nie w├╝sste, wer da auf einen zukommt. Sie wurde dann gefragt, wie das denn sei und sie sagte dann "Na ja, Opa nimmt mich ja auch nicht ernst." ├ťber Papa sprechen, will sie nicht. Aber sie zeigte dann auch ihre, sich selbst zur├╝ckstellende Art (die auch Thema ist). Wir durften n├Ąmlich dann spontan mit ihr Mittagessen gehen und da das f├╝r uns sehr ├╝berraschend kam und ich eine Vorlesung hatte und der Liebste seinen Zug erwischen musste, haben wir einen Moment gebraucht, um das zu kl├Ąren und da sagte sie spontan "ich kann auch hier bleiben und ihr k├Ânnt fahren, das was ihr vorhabt ist ja wichtig." Und da habe ich gesagt, das sie sich nicht um uns sorgen soll, das w├╝rden wir ganz gut allein k├Ânnen und nat├╝rlich w├╝rden wir gern mit ihr essen gehen, lieber jedenfalls, als nach Hause fahren......" Das haben wir dann auch getan, aber nur kurz - denn die R├╝ckfahrt ├╝ber den Ith ist lang und das Wetter war entsetzlich. Ein Kompromiss, ich hab nicht damit gerechnet, n├Ąchstes Mal planen wir da mehr Zeit ein. Am Wochenende kommt sie ds erste Mal nach Hause - Erprobungswochenende oder Belastungswochenende, nennen sie das in der Klinik, aber da bef├╝rchte ich eher nichts....

Da bef├╝rchte ich eher an anderer Stelle Unheil, denn Papa hat am Freitag ein Therapiegespr├Ąch. Und da er uns ja erkl├Ąrt hat, er habe mit dem Aufenthalt in der Klinik nichts zu tun und sei da nicht beteiligt, wird er sicher auf mich verweisen und ich denke, das wird das Team nicht zulassen wollen - sie wollen mit den Eltern ja ├╝ber ihre eigene Situation sprechen. Und erz├Ąhlen, wie sie ist, was sie macht, wie weit sie entwickelt ist, kann er auch nicht - denn seit Beginn der Sommerferien, das war bei uns Anfang Juli, war sie nur ein Wochenende bei ihm..... ich glaube, da f├╝rchte ich eher um mein Kind und hoffe sie ist dort in guten H├Ąnden.

Immerhin k├╝mmert er sich grade sehr aufmerksam um sie, ruft p├╝nktlich an (wir d├╝rfen einmal in der Woche telefonieren, ich, Papa und dann au├čerdem der Liebste, der ja in Amsterdam oder Waterloo ist und von daher nicht mit mir zusammen anrufen kann) und besorgt ihr alles was sie gern m├Âchte..... zeigt Pr├Ąsenz. Das er sie ansonsten gern mal vergisst bzw. vergessen hat, wei├č dort ja niemand. Momentan zeichnet er das Bild eines guten, liebevollen und besorgten Papas. Aber ich hoffe, das wird ihm nicht helfen.

Aber in den Augen meiner Gro├čen steht nun auch Oma im Blick. Die verh├Ąlt sich n├Ąmlich ├Ąu├čerst unklug und, da die Aufmerksamkeit der M├Ądel grad gesch├Ąrft ist, und sie mehr Kontakt haben (Mittelchen durch ihr Praktikum - sie war mit den Monteuren unterwegs und hat wirklich total fleissig gearbeitet und wurde sehr gelobt, mitdenkend, ordentlich und fleissig - Oma meinte, sie k├Ânne ja in den Ferien mal das Lager aufr├Ąumen und als sie z├Âgerte sagte sie wohl "na ja. bist ja eh zu faul."^Worauf mein Kind nat├╝rlich sagte "na dann eben nicht.") dadurch das Oma ja meinen Posten in der Firma ├╝bernommen hat. Meine Gro├če wollte gern stricken lernen und Oma wollte es ihr zeigen, jetzt gleich. Und da hab ich gesagt, "wei├čt, Du hast grad soviel zu tun, Fahrschule, Klausuren, Lernen, hier und da, Freundinnen, magst Du das nicht lieber in die Weihnachtsferien schieben, damit Du mehr Ruhe hast?" Das hat sie getan und Oma hat gesagt "alles faule Ausreden von Dir, keine Zeit phhhh." Aber nat├╝rlich, hier rundet sich das Bild, der Papa ist nicht von allein so geworden, wie er ist.

Insoweit sind die Dinge in Bewegung, mal sehen, wie sie sich entwickeln.

Liebe Gr├╝├če
Ansa
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Bine40 26. November 2009 11:00

Hallo Ansa!

Diese ganzen Zusammenh├Ąnge sind sehr komplex und ich kann dir gut nachf├╝hlen, dass du manchmal einfach nicht mehr
"kannst".
Ich kann es leider nicht nachvollziehen, wie dass ist, immer noch mit dem Ex-Partner kommunizier m├╝ssen, wir haben
das ja nicht in der Form - der Kindesvater meldet sich ja nur alle 3-4 Jahre- wenn ├╝berhaupt.
Aber eins kann ich gut verstehen - dass du leidest unter der Situation. Mit einer -etwas j├╝ngeren- Freundin habe
ich mal ├╝ber das Verhalten meiner Tochter -die auch sehr stressig ist- gesprochen und ├╝ber das Verh├Ąltnis zur
Mutter.
Auch sie konnte sich noch gut erinnern, ihre Mutter stets dann zu belasten, wenn es grad keine Zeit war oder sie etwas
angeschlagen. Diskussionen wurden nur gef├╝hrt, wenn Mutter auf "dem Sprung war" oder mit anderen Dingen besch├Ąftigt
war. Dann konnte man gut Vorw├╝rfe machen, sich gegen├╝ber der Mutter abgrenzen, die Konkurrenz herausfordern um die
Gunst des Vaters oder Geschwisters, die Belastungen austesten und die St├Ąrke herauszufinden.
Ich stelle bei meiner 15-j├Ąhrigen fest, dass sie immer wieder Grenzen braucht, um sich weiter zu entwickeln. Werden
die Grenzen locker, so fordert sie mich mit aller Macht heraus, das geht bis "ich bleibe eine Nacht weg". Viele Strategien
habe ich inzwischen entwickelt, so habe ich z.Bspl. die Schule dar├╝ber informiert, dass sie nicht nach Hause gekommen
ist und gebeten, mich zu informieren, wenn sie ankommt. Das war dann peinlich und wie konnte ich sowas machen, aber
so hatte sie gelernt - Mama ist nicht erpressbar. Wir k├Ąmpfen um jede 5 Minuten am WE, ich bin der Meinung, sie
geh├Ârt um 22.00 Uhr nach Hause - Ausnahmen m├Âglich bei privaten Feten - sie m├Âchte l├Ąnger drau├čen bleiben.
Dann habe ich ihr einmal alles verboten, jede Annehmlichkeit zur├╝ckgenommen, vom Taschengeld bis "ich hole dich ab"-
und ihr klar gemacht, so gut hattest du es vorher. Es ist super anstrengend, auch der Liebste ist manchmal schlicht ├╝ber-
fordert. Doch bis jetzt sind wir in der Kommunikation und das ist f├╝r mich wichtig.
Und bei dir ist noch jemand, der f├╝r Unfrieden sorgt - wie belastend. Ich glaube, du machst das schon gut und richtig,
wenn sich die M├Ądchen reflektieren und du sie so unterst├╝tzt.
Der Mi├čbrauch des Vaters ist nat├╝rlich schwer kontraproduktiv, diese Menschen scheinen unbelehrbar, egoistisch und
sich auch nicht bewu├čt, was sie da f├╝r einen Schaden anrichten - so jedenfalls ist unser Kindesvater. Vielleicht bringt
die Therapie eurer J├╝ngsten etwas zutage, was dich in Zukunft etwas entlastet und die M├Ądels st├Ąrkt.
Lass dich nicht abbringen von deinen Weg!

Ganz liebe Gr├╝├če und ein Kraftpaket schickt dir
Bine
Wenn Gott Dir eine T├╝r zuschl├Ągt, ├Âffnet er Dir ein Fenster.
Bine40
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Gerda 26. November 2009 12:21

Liebe Ansa,

dein Post f├╝hlt sich so an, als sei ales etwas stabiler in dir selbst, als habest du wieder mehr Fassung und nicht mehr so ganz im Auge der ├ťberforderung?

Ich freue mich, dass es deiner kleinen Tochter gut geht in der Klinik. Ist doch gut, dass erst mal ├╝ber Belanglosigkeiten gesprochen wurde. Es ist doch wichtig, einander erst mal kennenzulernen, auch das Setting zu erleben, bevor schwierige Themen zur Sprache kommen k├Ânnen. Und vielleicht geht es auch nicht, dass sie in deiner Gegenwart von Papa spricht, weil sie dann das Gef├╝hl hat, illoyal zu sein?

Mein Ex, den ich ja auch f├╝r einen Menschen mit narzistischer PS halte, hat es ├╝brigens auch immer geschafft, den lieben sorgenden Papa zu mimen und alle haben ihn ins Herz geschlossen damit. Selbst ich fing an zu zweifeln an meinen Wahrnehmungen, wenn cih mitbekam, wie gewinnend er zu allen Fachleuten sein konnte und wie er mich klein machen konnte, sodass ich es fast selbst glaubte, wie schlecht ich als Mutter sei. Dennoch bekamen die Psychologen irgendwann mit, wie voller Aversion er gegen mich war. Ich hoffe f├╝r dich, dass die Therapeuten dort auch etwas mitbekommen, sonst musst du vielleicht mal nachhelfen?

Dass die Kleine mit dem Liebsten streitet, der nur am Wochenende da ist - hei├čt es vielleicht auch, dass sie sich so verlassen f├╝hlt von den Vaterfiguren und sie eigentlich so dringend braucht und es nicht ertr├Ągt, dass er so selten nur da ist?

Interessant, dass die Gro├če jetzt einen anderen Blick auf Papa wirft, den fachlichen Blick, und da etwas sieht. Ach, es ist auf jeden Fall sch├Ân, zu lesen, dass sie sich mehr bem├╝ht. Da tut sich also etwas?

Alles LIebe w├╝nscht dir und Euch
Gerda
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon wilsons 27. November 2009 17:26

Liebe Ansa,

meine beiden Kinder sind jetzt 26 und 22 Jahre. Und mein Sohn - er ist der kleinere - war ein sehr schwieriges Kind. Deine Tochter erinnert mich mit ihren W├╝nsche Kirche und keine Verabredungen einhalten etc. sehr stark an ihn. Nach einigen harten Jahren mit ihm so von ca. 14 - 19 stabilisierte sich die Lage zusehends. Heute mit 22 ist er ausgeglichen und wirkt sehr gl├╝cklich. Er lebt alleine in seiner Wohnung und verdient sich die H├Ąlfte seines Lebensunterhalts
selbst, da er momentan noch studiert. Mein Ex, mein jetziger Mann ich zahlen die andere H├Ąlfte. Es gab Zeiten, da sah es aus, dass er die Schule nicht zu Ende bringt, geschweige denn, dass er studieren k├Ânnte.

Vielleicht passt es gar nicht auf deine Situation aber was ich dir damit sagen wollte ist, manchmal lohnt es sich durchzuhalten und stark zu bleiben auch wenn es unheimlich viel Kraft kostet, da Dinge sich auch ├Ąndern k├Ânnen.

liebe Gr├╝├če

Sabine
wilsons
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Ansa 1. Dezember 2009 11:01

Guten Morgen Ihr Lieben,

tja, bei uns tut sich so einiges.... unsere Gro├če hat sich wieder ein wenig beruhigt, sie tickt zwar ab und an noch schreiend aus, aber ich lasse sie dann stehen. Gestern kamen mir die beiden Gro├čen gleich aggressiv, als ich heim kam, da hab ich mich zur├╝ck gezogen und ihnen gesagt, das ich keine Lust h├Ątte mit jemandem gemeinsam zu essen, der mich anbr├╝llt. Sie entschuldigten sich dann zwar, aber ich hab sie trotzdem allein essen lassen. Da waren sie dann untereinander sauer und a├čen auch getrennt......... okay, das fanden sie dann so richtig doof und fragten beide, unabh├Ąngig voneinander, ob wir denn dann heute zusammen essen w├╝rden? Na klar, solange mich keiner anschreit gern.

Mein Mittelchen steht neben der Spur; das ist eine Nebenwirkung davon, das ihre Schwester nicht zu Hause ist. Sie kann n├Ąmlich weder ihre eingen Aggressionen (zu denen die die Schwester unbedingt brauchte) los werden, noch mit jemandem plaudern. Und wenn sie aus ihrem Zimmer st├╝rmt und ihre groe Schwester anherrscht, dann zuckt die die Schultern, dreht sich um und l├Ąsst sie stehen. Da kocht sie dann allein vor sich hin, sie ist sogar so von der Rolle, das ich dran bin.... abe so fix hab ich sie noch nie aus meinem Zimmer geworfen. Mit mir nicht.... also, auch wir als Familie lernen, quasi nebenbei, andere Verhaltensweisen. Mein Mittelchen muss ja jetzt...... zusehen, wie sie damit klar kommt.

Unser erstes Wochenende war sehr durchwachsen..... ich hatte Seminar und der Liebste hat meine Tochter abgeholt. Sie wollten dann zusammen einkaufen, Weihnachts├╝berraschungen..... und als sie so v├Âllig au├čerhalb des Kontextes eine "alte" Klassenkameradin mit ihren Eltern sah ist sie ziemlich ausgetickt. Diese Klassenkameradin hat mit Kindern damals Streit gesucht, sich bei Mama beklagt und die ist mit ihrem Lebensgef├Ąhrten (2 mtr. im Quadrat, T├╝rsteher) dann los gefahren und hat die anderen Kinder wirklich bel├Ąstigt. Gesch├╝ttelt, angebr├╝llt, bedroht - auch meine Tochter war davon betroffen und hat sich einmal weinend und zitternd in die Schultoilette gefl├╝chtet.... das ist etwa vier Jahre her.... hat sie aber tief getroffen. Der Liebste fand wohl nicht die rechten Worte und dann muss es f├╝rchterlich geknallt haben, "bl├Âder Stiefvater" "Du hast mir nichts zu sagen" "nenn mich nicht Dein Kind" "das ist gelogen" und dergleichen in dieser Richtung. So waren sie beide sauer, der Liebster, emotional wirklich angeschlagen und verletzt, meine Tochter betroffen, das es einen Streit gegeben hat, den sie SO nicht wollte. Sie kann aber mit Worten sehr verletzend sein und dies trifft dann besonders gern den Liebsten.

Ich rief dann in der Klinik an, weil ich mich so hilflos f├╝hlte.... ihre Betreuerin (ich wei├č noch nicht ob ich die so gern mag) meinte, meine Tochter w├╝rde die Dinge sehr bewusst tun und stellte sie so ein wenig (das habe ich so empfunden) als kleine intrigante Person dar, die die F├Ąden zieht und sich freut, wenn es kracht. Solche Momente mag es durchaus geben, aber ich denke, so ist sie nicht..... so war es grade jetzt auch nicht. Ich hab dann mit ihr geredet und ihr angeboten, sie zur├╝ck zu fahren, aber das wollte sie nicht. Gott sei Dank!

Jedenfalls bekam mein Kind sich wieder ein, und sagte beim folgenden Familienrat auch auf die Frage des Liebsten, wieviele Kinder er denn nun habe, 2 oder 2 1/2 oder xxx, wie soll ich jetzt damit umgehen?" Sie sah ihn an und sagte dann "Du hast drei Kinder!" "Da bin ich aber froh" sagte er und dann haben wir nicht mehr ├╝ber den Vorfall geredet.

Ansonsten war das Wochenende sehr harmonisch, sie gab sich M├╝he, schien sehr erwachsen. Am Sonntag war ihre Freundin da und dann kam es erneut zu einem Streit..... unsere Gro├če fauchte sie an, sehr ├╝berzogen, sehr gereizt und ungeduldig. Sie war eingeschnappt; der Liebste kam hinzu und wies die Gro├če zurecht und sagte dann zur Kleinen "hab Dich nicht so", da zischte sie an ihm vorbei, sagte noch leise was Garstiges zu ihm und dann eskalierte es eben doch. Ich nehme an, die Verletzungen von gestern kamen hinzu und die Sache wurde dann sowas von ├╝berbewertet...... meine Tochter meinte, sie wollte nur raus, Luft schnappen und sich beruhigen, da h├Ątte er nicht nachgehen d├╝rfen. Andererseits h├Ątte sie dann keine gartigen Schimpfworte nutzen d├╝rfen.....

Manchmal, so sagte sie mir sp├Ąter, w├╝nsche sie sich, es w├╝rde den Liebsten nicht geben..... das ist sicher legitim, aber es gibt W├╝nsche die werden und k├Ânnen erf├╝llt werden und andere nicht.

Nun ist sie wieder weg und sagte dazu auch "gut das ich wieder hier bin, hier muss ich mich nicht streiten.........." was die Klinik nicht so gern sieht, sie wollen sie streiten sehen..... und meinten auch "das pr├╝fen wir mal." Ich denke mir, das ist nicht der rechte Weg...... und ich hoffe, sie verliert nicht das Vertrauen in die Menschen dort, wenn sie "erprobt" wird?

Ihre Betreuerin hat dann Abends mit uns noch gesprochen und best├Ątigte meinen Liebsten, das er ├╝ber sowas auch gek├Ąnkt sein d├╝rfe. Ich hab trotzdem gesagt, er m├╝sse dar├╝ber nachdenken, warum ihn das SO angreift, ich w├╝rde meinen, das ist etwas ├älteres, das da hoch dr├Ąngt und habe eher wenig mit dem Kind zu tun. Aber das Gespr├Ąch war ansonsten unergiebig, wir sind im Grunde sehr reflektiert und sie meinte dann, es sei doch nett, die Dinge aus anderen Sichtweisen heraus betrachten zu k├Ânnen - bloss finde ich keine Sichtweise, die ich noch nicht hatte.

So glaube ich, das die Angriffe von meiner J├╝ngsten auf den Liebsten viele Ursachen haben, etwa ├╝berpr├╝ft sie seine Verl├Ąsslichkeit (sie hat ja ansonsten nur den Papa und der ist immer anders und nie berechenbar) wenn er heim kommt. Kann ich Dir vertrauen, reagierst Du immer gleich? Au├čerdem denke ich, das sie mit ihm Dinge ausk├Ąmpft, die eigentlich Papas w├Ąren, denn mit dem Liebsten kann sie zanken, mit Papa nicht, der taucht anschlie├čend verl├Ąsslich einige Wochen ab..... Liebesentzug. Und dann wird sie denken, w├Ąre der Liebste nicht da, g├Ąbe es keinen Zank - ihre Betreuerin aber meint, es ginge ihr nur um Macht? Sie ist 12.... (okay, fast 13) aber ich glaube nicht, das sie so denkt? Kann ich mich so t├Ąuschen? Ich glaube ihr Handeln hat so viele unbewusste Anteile, das mir die unterstellte Durchtriebenheit irgendwie aufst├Âsst.....

N├Ąchstes Wochenende geht sie zu Papa und dann haben wir keine weiteren Vater-Kind-Wochenende abgesprochen, au├čer ihr Geburtstagswochenende Anfang Januar; da mein Ex sich auch nicht an mich gewendet hat habe ich f├╝r mich beschlossen, das ich ihn von mir aus nicht ansprechen werde. Ich muss nicht f├╝r ihn sorgen, und wenn er Freitag kommt, dann wird es zu sp├Ąt sein, denn wir haben bereits geplant.

Ich finde ansonsten die Therapiegespr├Ąche sehr schwierig, wenn meine Tochter dabei ist. Ich mag nicht offen ├╝ber Papa reden, derweil sie vieles von dem was hier passiert, nicht wei├č. Mal sehen, wie wir das dann ansprechen k├Ânnen?

Erst einmal liebe, m├╝de und ersch├Âpfte Gr├╝├če
Ansa

P.S. mit dem stark sein ist das so eine Sache *schnief* da fehlt mir der Halt im Alltag, Erwachsene zum plaudern, der Liebste.... gut, er ist erst gestern Nachmittag gefahren, das war sch├Ân - aber eher aufgrund eigener Befindlichkeiten. Momentan f├╝hle ich mich schon sehr allein..... jedenfalls mit meinen Gedanken und Gef├╝hlen.
Sei z├Ąrtlich mit den Kindern, mitf├╝hlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftm├╝tig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Ansa 9. Dezember 2009 08:51

Guten Morgen,

nun haben wir auch das zweite Therapiegespr├Ąch hinter uns...einerseits sind diese Gespr├Ąche sehr spannend, andererseits sehr ersch├Âpfend. Unsere Tochter war ein wenig, ich sag mal, neben der Spur, was aber offensichtlich niemandem aufgefallen ist. Ihr Verhalten steigerte sich dann auch als wir anschlie├čend gemeinsam essen waren. Da habe ich f├╝r mich erkannt, das sie exakt in der Stimmung ist, in der sie zu Hause dann mit ihrer Schwester aneinander ger├Ąt und in der es dann so richtig knallt. "Verst├Ârt" sagte der Liebste dazu..... aber ich hab in der Klinik noch niemanden erreichen k├Ânnen, um das noch einmal anzusprechen.

Das mag von ihrem Wochenende her r├╝hren. Sie war bei Papa und kommt von dort sehr oft dieser Stimmung nach Hause. Er hat sie Samstag abgeholt, fuhr mit ihr in die Firma, dann in die Heide, zur├╝ck in die Firma, kurz zu uns, dann war er mit ihr shoppen und essen, nochmal bei uns, bevor er sie dann mit nach Hause nahm, seine Liebste hatte am n├Ąchsten Tag Geburtstag. Und sie waren Oma besuchen, die an Brustkrebs, der auf die Lymphe ├╝bergegangen ist, im Krankenhaus liegt. Unsere Gro├če hat sie am Samstag begleitet, am Sonntag war sie bei ihrer Kirche.

Die Erkrankung von Oma macht in zweifacher Hinsicht gro├če Sorgen. Vor zwei oder drei Jahren hatte sie das bereits schon einmal (ohne Lymphe) und damals hat sie den Kindern gesagt, das sei alles harmlos,kein Grund zur Besorgnis - und nun spricht sie von einer Wiedererkrankung und einer zweiten Krebsoperation. Auch wenn die Kinder sich nicht mehr exakt erinnern, ihnen ist klar, sie sind belogen worden, das macht sie traurig und sie sind gleichzeitig total w├╝tend, weil sie ihr nun kein Wort "das wird wieder" glauben. Und in der Klinik hat er davon nichts gesagt. Unsererm Mittelchen, das zu Hause war, ├╝brigens auch nicht.... worauf sie Sonntagabend beim Essen, als ich sie drauf ansprach, weinte..... und sich sehr schwer beruhigen lie├č. Auch der n├Ąchste Tag war ihr noch total verhagelt. Sie wollte nicht zur Schule, aber ich hab sie trotzdem geschickt, mit der Aussage "Ablenkung ist besser als gr├╝beln...... " sie kam relativ entspannt wieder, also war das eine gute Entscheidung. Und ich hab mich schlecht gef├╝hlt, weil ich nat├╝rlich dachte, sie wisse davon.........

Papa zeigt sich grade als liebevoller, besorgter Vater, der kein W├Ąsserchen tr├╝ben kann. Sie sei, so der Therapeut, in seiner Gegenwart genauso entspannt, wie in unserer. Wobei er auch erw├Ąhnte, es sei da durchaus m├Âglich, das es eben zwei xxx geben k├Ânnte. Und dem mag ich zustimmen. Sie wei├č was Papa erwartet und verh├Ąlt sich, weil sie da viel Verantwortung ├╝bernommen hat, auch entsprechend. Alle meine Kinder wissen, wie Papa sie haben will und wenn sie etwas wollen, dann geben sie sich bei ihm auch so, kommen heim und lassen ihre Wut ├╝ber sich an uns aus. Das allerdings ist etwas, das ich den beiden Gro├čen in Zukunft nicht mehr abnehmen werde.

Aber das es nicht weit her ist mit seiner Verantwortung zeigt sich eben darin, das er die Klinik nicht ├╝ber Oma informiert, mich als Mutter seiner Kinder auch nicht und auch nicht mit mir die kommenden Wochenenden abspricht. Da sagte n├Ąmlich unsere Tochter "was machen wir am 4. Advent? Weil, wenn nichts.... dann geh ich zu Papa, er hat gesagt, das sei sein Wochenende?!" Aha..... darauf fiel aber der Therapeut ein und meinte, das s├Ąhe ja so aus, als wolle sie sich hier irgendwelche Rosinen heraus suchen, worauf sie l├Ąchelte und nichts mher sagte. Sp├Ąter sagte sie dann allerdings, "ich geh zu Papa wenn es sein Wochenende ist, wenn nicht, bleibe ich bei Euch." Und da stehe ich nun und sehe ihre Zerrissenheit...... und wei├č nicht, was tun.

Einerseits ist es gut, wenn sie zu Papa geht und von dort eben "durcheinander" in die Klinik zur├╝ck kommt und die Klinik die Chance hat, das zu bemerken und andererseits m├Âchte ich sie lieber bei mir haben, als sie solchen "Experimenten" auszusetzen. Ich erinnere mich, bei den letzten Papawochenenden war es so, das sie sich im Vorfeld jedesmal eine Freundin einlud und dann absagte und wenn das nicht klappte, machte sie einen solchen Aufstand ums packen, das sich einem echt die Haare str├Ąuben konnten..... ist das nun ein Zeichen von "ich will nicht" oder eher ein Zeichen von "ich will Dir aber nicht weh tun, indem ich zu Papa gehe?" Da bin ich grad ├╝berfragt. Ich habe es immer als "ich will nicht zu Papa" gedeutet. Kann ich mich da irren?

Sie will es allen Recht machen und geht selbst dabei unter. So ist es auch ihr Ziel, an sich zu denken und die Dinge f├╝r sich zu kl├Ąren..... dabei kann man ihr helfen, hoffe ich.

Ein Gutes hat das Ganze aber ergeben, mein Liebster sieht die Dinge nun ein wenig anders und geht ein wenig konsequenter an die Dinge heran. War er oft noch immer der Meinung, es g├Ąbe ein Miteinander..... so glaubt er daran nun nicht mehr und ich f├╝hle mich da weitaus mehr unterst├╝tzt als vorher. Die ganze Konsequenz finde ich noch nicht, aber mehr als vorher. Es ist so schwierig...... weil das Verhalten meines Exmannes uns selbst sooooo fremd ist und es mir sehr schwer f├Ąllt, da im Voraus zu denken, weil dies verquere Denken nicht meines ist.

Mal sehen...... es ging dann, ohne meine Tochter, mehr um mich und wie ich f├╝r mich sorgen kann. Aber das f├Ąllt mir schwer, obgleich ich es versuche. Momentan gehe ich wenigstens mit meiner Freundin wieder regelm├Ąssig ins Kino und vorher etwas essen, gestern waren wir bei Ikea.... das tut auch mal gut..... und die beiden Gro├čen die kochen hin und wieder, was die Situation dann sehr entspannt.

M├╝de Gr├╝├če
Ansa
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Gerda 11. Dezember 2009 11:49

Liebe m├╝de Ansa,

ich verstehe so gut, dass du so m├╝de bist! Es ist so viel, was du immer auff├Ąngst und was du tust und was du zu sortieren hast!

Ich glaube, niemand kann sagen, ob die Kinder nicht zu den Papawochenenden wollen, weil sie dir nicht weh tun wollen oder weil sie einfach nicht wollen - au├čer den Kindern selbst. Eine klare Antwort wirst du von ihnen nicht bekommen k├Ânnen aber vielleicht jemand anderes. Vielleicht die Therapeuten in der Klinik. kann das denn mit den TherapeutInnen mal Thema sein, m├Âglicherweise mal im Gespr├Ąch mit allen drei Kindern, ohne Mama oder Papa? Und konntest du deine Beobachtungen und Erfahrungen mit Papawochenenden und Papas Verhalten thematisieren, wenigstens mal diese Beobachtungen mitteilen, dass er sie nicht holt, dass er sich immer wieder einmischt in dein und euer Leben, aber nicht konsequent seine Wochenendspflichten erf├╝llt?

Wenn er sich jetzt als s├╝├čer besorgter Vater zeigt, das ist ja AUCH eine positive Entwicklung. Das zeigt ja, dass diese Seite auch in ihm ist. Fraglich ist nur, wie es m├Âglich sein k├Ânnte, dass er diese besorgte SEite auch durchh├Ąlt, wenn es kein Publikum von TherapeutInnen gibt, die ihm auf die p├Ądagogischen Finger gucken. k├Ânnte man das mal thematisieren? "ich freue mich, dass der KV jetzt so f├╝rsorglich und besorgt ist. Diese Haltung ist mir seit der Trennung nicht ein einziges Mal begegnet. Es gab immer nur Schuldzuweisungen an mich und meine schlechten Eigenschaften und Erziehung. Ist das eine Haltung, die bleiben k├Ânnte oder wird sie nur vorgezeigt, um die Auseinandersetzung mit den eigenen Anteilen an dem schlechten Zustand unserer Tochter zu vermeiden und verschwindet diese Haltung dann wieder, so bald Therapeutinnen nicht mehr zugucken?"

Was ich mich auch frage, ist, ob es ├╝berhaupt eine Ver├Ąnderung geben kann, solange Papa in der Haltung bleibt, dass du f├╝r das alles alleine verantwortlich bist und ob diese Frage auch den TherapeutInnen klar ist.

Sch├Ân ist ja wirklich, dass das alles nicht mehr zu diesen Zweifeln bei deinem LIebsten f├╝hrt, sondern dass er jetzt mehr versteht, wo du die schwierigen Stellen siehst.

:umarmen: Gut, dass du anf├Ąngst, wieder etwas f├╝r dich zu tun! Das umusst Du unbedingt! Kino und Essen gehen mit Freundin ist super! Ich war gestern in "Zweiohrk├╝ken. Ich hab selten so gelacht. Der Film hat mir total viel Freude gemacht. Und er ist als Nachfolgewerk von "Keineohrhasen" so super, so enorm witzig gemacht. Er ist nicht so ein langweiliges Remake. Er ist richtig super, genauso gut und vielleicht sogar noch ein bisschen witziger, wie der erste Film.

Alles Liebe
Gerda
"Unser wahres Zuhause ist der gegenw├Ąrtige Augenblick. Wenn wir wirklich im gegenw├Ąrtigen Augenblick leben, verschwinden unsere Sorgen und N├Âte, und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern.ÔÇť

Sei selbst die Ver├Ąnderung, die du dir w├╝nschst.
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Ansa 11. Dezember 2009 18:50

Liebe Gerda,

es tut gut zu wissen, das ich mit meinen Gedanken nicht allein bin, f├╝r mich sind die Zeiten momentan soooo schwierig. Meine Gro├če irgendwie durch den Wind, mein Mittelchen neu verliebt und r├╝hrig, ich bremse sie grade ein wenig.... und meine Kleine nicht hier, in der Vorweihnachtszeit..... das ist irgendwie nicht richtig.

Und der Liebste hat grad wenig Zeit, sein Projekt ist schwierig.... meinen Schwiegereltern geht es auch nicht so gut, mein bester Freund Frank ist krank und meine Freundin steht selbst kurz vor der Scheidung und streitet sich mit ihrem Mann ums Sorgerecht. Was, meiner Ansicht nacht, nur Kraft kostet, denn ihre eine Tochter ist bereits 19 und die andere 16 1/2, da lohnt sich das im Grunde kaum. Aber gut..... was lange w├Ąhrt, wird vielleicht endlich gut?

Wenn mein Exmann sich als besorgter Vater verh├Ąlt, dann tut er das nicht um der Kinder willen, sondern einzig um in der Klinik ein positives Bild von sich zu zeichnen und zu zeigen, das er bestimmt nichts mit ihrem Verhalten zu tun hat. Er kann ausgesprochen mitrei├čend sein, charmant, ├╝berzeugend, zug├Ąnglich, hilfsbereit und umwerfend - aber das sind alles Verhaltensweisen um etwas zu erreichen, was sein Ziel ist. Da macht er vor seinen Kindern nicht halt, das ist ja grade das, was diese so verwirrt. Von heute auf gleich kann er ein anderer Mensch sein. Meine Gro├če sagte das neulich erst wieder "Papa ist immer so ganz anders, je nachdem mit wem er zusammen ist, w├Ąhrend Du immer irgendwie dieselbe bist." Also f├Ąllt sein Verhalten auch den Kindern auf und nun beginnen sie, jedenfalls die Gro├čen (die Kleine kann das aufgrund ihrer Entwicklung noch nicht einordnen) die Dinge in einen Zusammenhang zu bringen.

Ich glaube zwar auch, das er besorgt ist, aber eher weidet er sich an dem was hier schief geht und feiert, weil es so gut in sein Bild passt. Er tut ja auch das ein oder andere, um die Feuer zu entfachen oder wenigstens zu pflegen. Eben nicht mit mir reden, gemeinsame Gespr├Ąche verweigern, mich nicht ├╝ber die Krankheit seiner Mutter (die mir viele Jahre lang sehr nahe stand) zu informieren, damit ich den Kindern ein besserer Ansprechpartner bin, mir mal wieder ├╝ber meine Tochte mitteilen, das 4. Adventswochenende ist sein Wochenende - und ich habe dann den Konflikt, weil ich da stehe, wie angedonnert. So zieht er aus solchen Momenten etwas, das mir fremd ist. Und der Gedanke an ein Internat f├╝r meine J├╝ngste wird sicher ausreichend von ihm unterst├╝tzt und gef├Ârdert, denn sein Ziel ist es, sie nicht wieder nach Hause zu lassen - und daran m├Âchte er arbeiten. Ich hab sie kaputt gemacht, sagte er der Gro├čen, da sei es nur plausibel, das sie nicht wieder heim kommt. Und das schmerzt mich immer noch..... ich m├Âchte ihn am liebsten weder sehen noch h├Âren.

Und muss mich trotzdem wieder mit ihm auseinander setzen, Wochenendplanungen, am Montag habe ich ihm geschrieben, er soll mir bitte bis heute seinen Plan zukommen lassen, ansonsten w├╝rde ich einen erstellen. Er hat nicht einmal geantwortet....... mein Plan ist fertig, morgen fr├╝h schicke ich ihn ab, bevor ich meine J├╝ngste ins Wochenende hole.

Die Klinik, zumindest der Haupttherapeut, wei├č ├╝ber all das, was bei uns in den langen sieben Jahren nach der Trennung passiert ist, Bescheid. Ich habe meine Zusammenfassung (62 DINA4 Seiten) mitgegeben und er hat es, soweit ich wei├č, gelesen. Daher wohl auch das Hauptaugenmerk vom letzen Mal auf mich selbst. Dies deutlich machen, "wir k├Ânnen ihn nicht ├Ąndern - sie k├Ânnen ihn nicht ├Ąndern" und "welche M├Âglichkeiten gibt es" und da muss ich nun passen - weil, manches ist berechen- bzw. vorhersagbar, vieles aber nicht. Ich kann mich schwerlich auf diese Dinge einstellen und immer einen Plan B bereit halten, wenn ich nicht wei├č, was auf mich zukommt. Aber das behandelnde Team d├╝rfte dadurch einfach "mehr" sehen als das, was man ohne diese Informationen wahr nehmen kann. Vor allem glaube ich ja immer, das man vieles nicht wahr nimmt. So habe ich den Satz "wenn Du nun auch nicht mehr zu mir kommst, muss ich immer weinen und traurig sein" als Beispeil im Gespr├Ąch genutzt und mir anh├Âren m├╝ssen, das sei in erster Linie doch eine R├╝ckmeldung? Na, das sehe ich anders und auch der Liebste griff ein und sagte, es g├Ąbe einen gro├čen Unterschied zwischen einer R├╝ckmeldung und aktivem Handeln. Wei├čt, was ich da mein? Es f├Ąllt mir so unglaublich schwer, verst├Ąndlich zu machen, worum es geht, weil alles so graziel ist, so vorsichtig, so hintergr├╝ndig, so versteckt - emotionaler Missbrauch, ein Thema, das nach wie vor eben schwer zu fassen ist.

Ich hab ja die Sache mit dem Taschengeldangebot hinter unserem R├╝cken hier geschrieben, meine beiden j├╝ngeren T├Âchter wissen davon nichts - nun erz├Ąhlt meine Gro├če, Papa habe gesagt, sie solle uns um eine Erh├Âhung bitten und er wolle ihr dann die Differenz zwischen unserer Erh├Âhung und ihrem Wunsch dazu geben, um uns nicht in unsere Erziehung zu pfuschen. Aha? Wie nennt er das denn dann? Und was lernen meine Kinder daraus? Und ich selbst? Ich gestehe ihr nun 5,- ÔéČ mehr zu, weil den Rest bekommt sie eh von Papa? Wie soll ich mich da verhalten? Ich bin nahe dran, unser Gericht um Kl├Ąrung zu bitten. Wie sollen meine Kinder lernen, das Taschengeld begrenzt ist und man sparen muss, um sich etwas Ersehntes zu kaufen, wenn Papa mir so oft dazwischen funkt und nun, durch Taschengeld auch im Alltag?

Er will nur Rechte und das Sch├Âne, Vergn├╝gen mit seinen Kindern - sie beeindrucken - aber Alltag oder Pflichten, Auseinandersetzungen mit ihnen, Kl├Ąrungen - dem entzieht er sich. Sein beliebtstes Mittel - Liebesentzug "wenn Du nicht so willst, wie ich, dann habe ich so und so lange keine Zeit mehr f├╝r Dich" und am Ende kocht er damit alle ab, bis sie ihm zu F├╝ssen liegen und sich bem├╝hen, genau dies zu verhindern. Und ihre Wut ├╝ber sich selbst und das was er mit ihnen tut, die sp├╝ren sie, je nach Alter unterschiedlich intensiv und sie lassen sie hier.....

Und wenn er irgendwo gl├Ąnzen kann, dann ist er da, egal ob es um Zuarbeiten f├╝r Konfirmandenfahrten geht, um die Stellung als Schulelternratvorsitzender und Abgeordneter f├╝r den Kreisschulrat - w├Ąhrend der Alltag dann hinten runter f├Ąllt, vorn hat er gegl├Ąnzt und hinten gab es in den zwei Jahren seiner Amtzeit keinen einzigen Elternabend, von denen hatte er, was er wollte, den Vorsitz und nach zwei Jahren war es ihm langweilig...... da standen wir, na ja, nicht ich, eher die anderen.

Mir ist, glaub ich, ganz klar, es kann keine Ver├Ąnderung geben, das Einzige was uns bleibt, ist unsere Tochter zu st├Ąrken. Ihr deutlich zu machen, das sie f├╝r sich sorgen darf und muss; auch gegen uns - es reicht nicht, wenn ich sage, Du darfst das tun - denn Papa sagt "ich wei├č, das Deine Seele etwas anderes will", es braucht da eben Fachleute, die ihr zur Seite stehen. Sie muss au├čerdem andere Methoden in der Konfliktbew├Ąltigung lernen und das betrifft dann auch ihre Schwestern, die sich drau├čen musterg├╝ltig benehmen, aber hier daheim die Sau raus lassen. Da kann ich allein wenig bewirken.

Ich bin ja so mutig gewesen und habe ihn gefragt, was ich selbst tun m├╝sse, damit unser Verh├Ąltnis anders werden w├╝rde und es m├Âglich sei, zum Wohl der Kinder gemeinsam zu handeln. Da sagte er zu mir "Nichts, denn Du m├╝sstest Dinge tun, von denen ich wei├č, das Du sie nicht tun kannst." Aber mehr habe ich nicht erfahren, denn er meinte, es habe keinen Sinn mir etwas zu erkl├Ąren, was ich nicht verstehen w├╝rde. Insoweit sind meine Mittel am Ende. Und ich hoffe immer noch, auf ein gemeinsames Gespr├Ąch in der Klinik, wenn nicht mit mir, dann gemeinsam mit dem Liebsten.....

Aber das er nun das ein oder andere anders sieht und wahr nimmt, das ist wenigstens positiv, obgleich er auch von einer Verzweifelung seitens meines Exmannes spricht, der ihm n├Ąmlich unter dem Siegel der Vertrautheit erz├Ąhlt hat, das ich so manipulativ und geschickt bin, das er dauernd Dinge tun w├╝rde, die er nicht tun wolle und er das nicht bemerken k├Ânne. So gef├Ąhrlich w├Ąre ich. Is klar, wenn das nicht so abgrundtief traurig w├Ąre, k├Ânnt ich dar├╝ber lachen.

Na ja, so stehen die Dinge in mir, und so gehen sie mir durch den Kopf, mal das eine, mal das andere..... es wird so einige ├änderungen geben, zum Beispeil werde ich die Mittagsruhe einf├╝hren, die gibt es in der Klinik, Zimmerruhe, zwischen 13 und 15 Uhr, Stille Zeit f├╝r alle - und ein Wochenende f├╝r den Liebsten und mich werde ich von meinen Kindern einfordern, jedenfalls von den Gro├čen..... mal sehen. Aber auch erst, wenn die J├╝ngste wieder daheim ist.

Obgleich ich das Gef├╝hl habe, ich komme langsam wieder auf die Beind, schlafe ich momentan verdammt schlecht und bin soooo m├╝de..... aber vielleicht wird das ja auch wieder besser.

Dir und Euch liebe Gr├╝├če
Ansa
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Re: Ich wei├č nicht weiter.....

Beitragvon Ansa 13. Dezember 2009 12:24

Guten Morgen,

da schrieb ich noch, das ich ├╝ber das ein oder andere nachdenken w├╝rde - und nun eskalieren die Dinge hier von allein, oder sie sind zumindest in starke Bewegung geraten. Ich hatte meinen Exmann ja gebeten, das er mir eine Liste im Papa-Kind-Wochenenden macht und mcih darauf vorbereitet, das er keine schickt und ich deshalb eine erstelle. Freitagabend gegen 19 Uhr antwortete er dann per Fax und rief kurz darauf an, ob ich die Liste bekommen habe. Ich bejahte das und da es da einiges gab, was ich gern anders wollte oder zumindest anmerken wollte (zum Beispiel das er unsere J├╝ngste an ihrem Geburtstag gegen 22┬░┬░-23┬░┬░ nach Hause bringen wollte - und sie am n├Ąchsten Tag dann wieder um 18┬░┬░ in der Klinik sein muss und mir das zu sp├Ąt ist, weil sie ja komplett wechseln muss und grade im Augenblick regelm├Ąssigen Schlaf braucht) und da wurde er so ausfallend mir gegen├╝ber, das ich einfach nicht mehr wusste, wo links und rechst ist.

Er warf mir die b├Âsesten Dinge vor, ich w├╝rde ihn verfolgen, st├Ąndig irgendwelche Machtspiele spielen, ihm die Kinder entziehen und mich in der Klinik so verhalten, das ich alle t├Ąusche und ihn g├Ąngeln und dies und jenes, sein Leben lenken, er k├Ânne gar nie agieren - m├╝sse nur reagieren auf das was ich tun w├╝rde.... und dann knallte er, weil ich sehr k├╝hl und sachlich blieb und mich argumentativ gut wehren konnte (mal ehrlich, mir welcher Handlung habe ich ihn zu einer Reaktion gefordert, in der er unserer Gro├čen hinter unserem R├╝cken Geld anbietet?) mitten im Gespr├Ąch den H├Ârer auf, nicht ohne die Bemerkung, er habe heute schon in der Klinik gemerkt, in welchen Misskredit ich ihn bringe.....

Ich rief dann dort an und fragte, wie es meiner Tochter gehen w├╝rde? Mittlerweile, sagte man mir, wieder ganz gut...... und da man offensichtlich merkte, wie sehr ich jetzt neben der Spur war, holte man mir ihre Bezugsbetreuerin ans Telefon, die mir zuh├Ârte und mir sagte, das meine Tochter sich gut gegen ihn stellen k├Ânne - sie habe sich viel eher von ihm heimbringen lassen, als es n├Âtig gewesen w├Ąre..... und, diese Zankerei um die Wochenenden, ja, das w├Ąre Elternsache, keine Frage und viel besser f├╝r die Kinder, k├Ânnten wir das kl├Ąren - aber wenn einer so gar nicht wolle - sie w├╝rde unserer Tochter zutrauen, da eigene Entscheidungen zu treffen und ihr das zu ├╝berlassen. 12 hin 12 her - vielleicht w├Ąre das f├╝r alle Beteiligten eine L├Âsung?

Gestern hab ich dann meine Maus abgeholt und sie sprudelte nur so.... und erz├Ąhlte mir dann, das sie sich zwar mit Papa halbwegs wieder vertragen habe, aber das es schlimm gewesen sei und das sie das Therapiegespr├Ąch verlassen habe, beinahe weinend, weil er zum einen schlecht ├╝ber mich sprach und sie zum anderen der L├╝ge bezichtigt h├Ątte..... sie wollte dann nicht mit ihm essen gehen, habe aber gemusst, weil sie sonst eine ihrer Kugeln verloren h├Ątte (die gibt es dort f├╝r vern├╝nftiges und gefordertes Verhalten). Das wiederum hat mich ein wenig aufgeregt - weil ich das hinterfrage - wenn sie sich abgrenzt, warum muss sie dann? Ich m├Âchte jedenfalls unbedingt die Gr├╝nde daf├╝r erfahren um das f├╝r mich zu verstehen. Er sei wohl ihr Papa, aber ne - so nicht - sagte sie und sie ist immer noch w├╝tend auf ihn. Nun arbeiten wir daran, das Papa eben Papa ist und das man, einseitig nichts ver├Ąndern kann. Sie darf ihn lieben, aber sie muss nicht m├Âgen und auch nicht tragen, was er tut.

Und so haben wir im Familienkreis beschlossen, das es in Zukunft keine geplanten Papawochenenden mehr geben wird. Die Kinder d├╝rfen sich mit ihm verabreden, wenn sie m├Âchten; sich mit ihm treffen wann sie wollen (auch unter der Woche - da k├Ânnen sie ihn in der Firma besuchen - wann immer es ihnen passt), aber von unserer Seite (den Erwachsenen aus) seien all diese Vereinbarungen ab sofort hinf├Ąllig.

Ich hab das meinem Exmann per Mail geschrieben und auch, das es statt dessen in Zukunft ein Wochenende im Monat f├╝r den Liebsten und mich geben wird, an dem die Gro├čen Haus und Hunde h├╝ten werden und unabk├Âmmlich sind, bzw. Treffen an solchen Wochenenden nur eingeschr├Ąnkt m├Âglich sein werden, derweil die Hunde Vorrang haben. Und, das ich sehen w├╝rde, das es keine Einigungen geben k├Ânnte, nach seinen Vorw├╝rfen an mich, und das ich auf weitere Gespr├Ąche verzichten w├╝rde, er solle sich mit mir schriftlich austauschen.

Der Liebste m├Âchte gern noch ein Gespr├Ąch mit ihm in der Klinik f├╝hren - das kann er tun, ohne mich - nur dann will mein Exmann reden..... und ansonsten werde ich einfach so leben, als g├Ąbe es ihn nicht. Au├čer und das werde ich noch deutlich machen, es hat seine Finger und seine Meinungen aus meinem Alltag raus zuhalten, Taschengeld ist Alltagssache und wenn er es nicht l├Ąsst, werde ich das Gericht bem├╝hen..... wobei ich denke, das er jetzt auf die 14 Tage Regelung bestehen wird und die Chancen, das er zum Gericht geht, aufgrund meines Schreibens nicht so schlecht stehen - aber da wird er sehen, was er davon hat. Ich bin auf dem Kriegspfad...... und notfalls hole ich auch den Panzer aus der Garage...... :dampf:

Und der Liebste der so f├╝rsorglich ist und mir anbeitet, die Verabredungen und Vereinbarungen mit ihm zu treffen, wenn er doch mit mir nicht reden m├Âchte, muss auch sehen, das es nicht darum geht. Ich bin die Mutter seiner Kinder und entweder spricht er mit mir oder mit niemandem.... seien wir ehrlich, so sehr das schmerzt, Absprachen mit dem Liebsten haben keine Verbindlichkeit, weil er rein rechtlich nichts zu sagen hat...... *grmpf* Auf sowas lasse ich mich nicht ein.

Und meine J├╝ngste hat sich f├╝r n├Ąchstes Wochenende wieder mit ihrer Freundin verabredet und will nicht zu ihm..... Klinik hin - Klinik her, ich habe mich entschieden, das sie daheim bleiben darf und es dem Papa mitgeteilt. Ich denke, es wird m├Ąchtigen ├ärger geben, aber ich will nicht mehr.... ich hab solche Magenkr├Ąmpfe bekommen (das erste Mal f├╝r mich) das mir klar ist, meine Grenzen sind ausgesch├Âpft, ziehe ich jetzt nicht meine Notbremse, gehe ich ernsthaft unter.

Mal ehrlich, mein Ex ist nicht normal - ich rufe an, um Wochenenden zu verabreden und er schnauzt rum, ich w├╝rde ihm die Kinder entziehen - das ist mir einfach zu bl├Âd. Mit Irrationalit├Ąt konnte ich noch nie umgehen. Alle meine Vorschl├Ąge waren konstruktiv und offen, so ├╝bernachtet unsere Tochter an ihrem Geburtstag nun bei ihm und kommt morgens um 9 zum Fr├╝hst├╝ck zu uns, finde ich so herum viel kl├╝ger, aber er ist trotzdem der Meinung ich w├╝rde ihn g├Ąngeln.... Oder sein Bem├╝hen, sie seit der Trennung am Muttertag bei sich zu haben - seit 7 Jahren m├╝ssen sich die Kinder gegen ihn durchsetzen und ihm deutlich machen, das sie an diesem Tag zu Hause sein wollen, wie sagte die Betreuerin, da k├Ânnte ich sehen, das sie das k├Ânnen w├Ąhrend ich dann sagte, "ja stimmt, aber es sind nicht die Kinder die sich gegen ihren Vater durchsetzen sollten, es w├Ąre der Vater, der an das Wohl seiner Kinder denken sollte und diese Konflikte ├╝berfl├╝ssig machen m├╝sste." Da wusste sie auch nichts mehr zu sagen.......

Ersch├Âpfte Gr├╝├če an Euch und einen sch├Ânen 3. Advent
Ansa
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