Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Der Treffpunk f├╝r Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier k├Ânnen Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Muckelmaus 29. Dezember 2009 15:47

Ihr Lieben!

Hattet ihr alle ein ruhiges und hoffentlich sch├Ânes Weihnachtsfest?

Unseres war ruhig, nachdenklich (Gedanken waren oft beim Opa unserer M├Ądels im Krankenhaus) und zum Schlu├č war es ├Ąrgerlich.
Ich sollte vorrausschicken, dass bis gestern die Tochter meines Mannes bei uns war. Wir hatten sie - mal wieder - ein Jahr lang nicht gesehen.
Nun ja - am 2. Weihnachtstag haben wir meine Freundin und mein Patenkind besucht. Der kleine Mann ist knapp 2 Jahre alt und der beste Kumpel von Klein-Felix. Es war ein sehr sch├Âner, harmonischer Tag.
Als wir schlie├člich gehen wollten, brach im Hausflur das ├╝bliche Chaos aus - Klein-Felix anziehen, alles zusammen suchen, was mit nach Hause sollte, noch schnell was erz├Ąhlen (ihr kennt das sicher). Jedenfalls steht meine Freundin neben mir, sagt noch etwas zu mir und ich h├Âre ihr zu. Von der anderen Seite kommt die Tochter meines Mannes auf mich zu, zieht mehrere Playmobil-Figuren aus ihrer Jackentasche und sagt zu mir, die habe sie dort zuf├Ąllig gefunden. Da ich nur mit halbem Ohr zuh├Ârte, bin ich gar nicht gro├č darauf eingegangen.
Wir waren noch nicht einmal zu Hause, als meine Freundin mich auf dem Handy anrief und fragte, ob wir zuf├Ąllig Playmobil-Figuren dabei h├Ątten. Sie ging davon aus, dass Klein-Felix sie in seinen Buggy gepackt h├Ątte und keiner von uns hat es bemerkt. Mir fiel gleich ein, dass mein Stieft├Âchterchen mir Figuren gezeigt hatte. Ich versprach meiner Freundin mich zu melden, sobald wir zu Hause w├Ąren.
Wieder daheim habe ich das Kind dann auf die Figuren in ihrer Jackentasche angesprochen und sie gab mir zur Antwort, sie wisse nicht, wie die dahin gekommen seien. Ich sagte ihr, dass ich das kaum glauben k├Ânne, schlie├člich hing die Jacke den ganzen Tag ├╝ber an der Garderobe und damit zumindest f├╝r die beiden Jungs unerreichbar. Sie wand sich mit immer neuen Ausreden, bis meinem Mann schlie├člich der Kragen platze und er ihr sagte, sie habe sie gestohlen. Sie gab das dann auch zu. Mein Mann war au├čer sich vor Wut. Er fragte sie, wie sie mit 10 Jahren auf die Idee k├Ąme, einem kleinen Jungen das Spielzeug zu klauen.Die Antwort war ein Schulterzucken und riesengro├če Augen, die ihn ansahen, als k├Ânnten sie nicht verstehen, was sie denn angestellt h├Ątte. Auch ich hatte das Gef├╝hl, dass dem Kind gar nicht bewu├čt war, dass man sich nicht einfach anderer Leute Dinge aneignen kann. Sie verstand gar nicht, warum mein Mann so w├╝tend war. In ihren Augen hatte sie nichts falsches getan und so benahm sie sich auch.
Mein Mann sagte ihr, sie solle ihre Mutter anrufen und ihr erz├Ąhlen, was vorgefallen war. Das tat das Kind dann auch und sie berichtete ihrer Mutter mit weinerlicher Stimme. Aber es flo├č nicht eine Tr├Ąne. Das machte meinen Mann nur noch w├╝tender. Er erkl├Ąrte seiner Tochter, dass er ma├člos entt├Ąuscht von ihr und ihrem Verhalten sei und dass er sie erst wieder bei uns haben wolle, wenn sie gelernt h├Ątte, dass man weder l├╝gt, noch stiehlt. Am Folgetag ging er dann mit ihr zu meiner Freundin, wo sie die Figuren zur├╝ck geben und sich entschuldigen musste. Als sie wieder zu Hause waren, wie├č er sie an, sich an den Esstisch zu setzen und sie durfte f├╝r den Rest des Tages nicht mehr aufstehen.
Ich habe versucht, ein wenig einzulenken, aber es war dar├╝ber kein Reden mit meinem Mann - bis heute noch nicht.

Was soll nun werden? Mein Mann wird diesen Vorfall bis zu den n├Ąchsten Ferien mit Sicherheit nicht vergessen haben.

Traurige Gr├╝├če
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel L├Ąrm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und l├Ąsst das Haus stumm zur├╝ck, dass Du denkst, du wirst verr├╝ckt.
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Ansa 29. Dezember 2009 17:18

Liebe Muckel,

eines vorab, alle Kinder, egal aus welcher Familie, egal aus welcher Schicht oder welchem Mileu tun dies irgendwann in ihrem Leben. Das ist eine "normale" kindliche bzw. jugendliche Entwicklungsphase. Man unterscheidet das jugendliche Stehlen (kleine Ladendiebst├Ąhle - meist irgendein unn├╝tzes Zeug) von den Diebst├Ąhlen der Kinder. W├Ąhrend Jugendliche eher Grenzen testen "was passiert jetzt" und den Gedanken "ich habe bewusst gegen die Normen der Gesellschaft versto├čen" miteinander verkn├╝pfen "halten die Gro├čen was sie reden" zeigen Kinder damit eher eine gro├če inner Not an.... "hilf mir" ich wei├č nicht weiter....

Das denke ich, ist Euch passiert. Keine Frage, das braucht ernste Worte ├╝ber "Dein" und "Mein" ├╝ber weg nehmen und Unrecht. ├ťber Folgen und Werte und Normen.... und es braucht vor allem ganz viel Liebe und Zuneigung. "Ich liebe Dich" und gleichzeitig "aber das was Du getan hast, das mag ich gar nicht!"

Ich finde, Dein Liebster hat v├Âllig ├╝ber reagiert. Egal was er f├╝r sich gesehen hat, es ist so - wie er es deutet und wahr nimmt - nicht vorhanden. Dr├╝ber Reden, Entschuldigen, zur├╝ck geben - alles gut und richtig, aber Strafe wie den ganzen Tag still sitzen und so deutliche Folgen zeigen dem Kind vermutlich nur, was es innerlich bef├╝rchtet "Papa hat mich nicht lieb" und schlimmer "ich bin so b├Âse das man mich nicht lieb haben kann." Die schlimmste Folge daraus k├Ânnte sein, "is eh egal was ich mache, mich mag keiner....." und das dazu geh├Ârige Verhalten.

Wenn Du es hinbekommst, zieh die Notbremse und rede mit ihm, lass ihn einlenken. Er darf sagen "ich bin so entt├Ąuscht" und er darf auch sagen "ich wei├č gar nicht, wie ich damit umgehen soll...." aber das muss dann gut sein. Wichtig ist, dass das Kind sp├╝rt, das es gelibet wird, als Person, als Mensch, als Kind, als Tochter. Und das es lernt, "ich darf Fehler machen, aber ich werde trotzdem geliebt." Kinder d├╝rfen Fehler machen, auch gro├če...... nur so k├Ânnen sie f├╝r sich erlernen, dass das, was wir Gro├čen sagen, auch seine Richtigkeit hat. Einlenken des Erwachsenen, und zwar z├╝gig ist hier ganz wichtig.

Durch solche Vorkommnisse, die wie gesagt, ganz normal sind, werden Kinder erst oft kriminalisiert - ganz besonders, wenn nach einem solchen Vorfall nicht Ruhe einkehrt und das Ganze als das behandelt wird, was es ist, ein Fehler.... aus dem man lernen kann. Ich habe das bei uns in unserem Umfeld beobachtet, da wurde dem Kind gesagt "Aus Dir wird mal ein Krimineller!" (es hatte drei Matchboxautos eingesteckt) und es war niemals Ruhe..... wenn etwas fehlte, wurde es angeschaut.... heute verb├╝├čt der Junge eine Jugerndstrafe und ich glaube, seine Eltern haben viel mehr damit zu tun, als diese glauben. Denn Kinder tun immer das, was Eltern ihnen sagen bzw. das, von dem sie glauben, das es ihre Eltern erwarten. Und hier wurde es ausgesprochen "Du wirst mal ein Krimineller!" Das Kind war brav und hat die Erwartungen seiner Eltern voll erf├╝llt.

Besser ist "ich wei├č das Du das nicht wieder machst" oder auch "ich verlasse mich auf Dich" und dann muss man mal sehen, ob da nicht ein Mangel an solchen Dingen herrscht? Und es einfach nur um Neid ging? Aber auch hierbei ist dr├╝ber reden und dann schweigen die allerbeste Variante. Frag mal Deinen Liebsten ob er wirklich niemals irgendwem etwas weg genommen hat? Ich kenne keinen Erwachsenen, der darauf, wenn er ehrlich ist, "nein" sagen kann.

Dir und Euch liebe Gr├╝├če und gute Gespr├Ąche
Ansa
Sei z├Ąrtlich mit den Kindern, mitf├╝hlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftm├╝tig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon rita 29. Dezember 2009 18:47

Ansa hat geschrieben: W├Ąhrend Jugendliche eher Grenzen testen "was passiert jetzt" und den Gedanken "ich habe bewusst gegen die Normen der Gesellschaft versto├čen" miteinander verkn├╝pfen "halten die Gro├čen was sie reden" zeigen Kinder damit eher eine gro├če inner Not an.... "hilf mir" ich wei├č nicht weiter....

...... Dr├╝ber Reden, Entschuldigen, zur├╝ck geben - alles gut und richtig, aber Strafe wie den ganzen Tag still sitzen und so deutliche Folgen zeigen dem Kind vermutlich nur, was es innerlich bef├╝rchtet "Papa hat mich nicht lieb" und schlimmer "ich bin so b├Âse das man mich nicht lieb haben kann." Die schlimmste Folge daraus k├Ânnte sein, "is eh egal was ich mache, mich mag keiner....." und das dazu geh├Ârige Verhalten.

....Durch solche Vorkommnisse, die wie gesagt, ganz normal sind, werden Kinder erst oft kriminalisiert - ganz besonders, wenn nach einem solchen Vorfall nicht Ruhe einkehrt und das Ganze als das behandelt wird, was es ist, ein Fehler.... aus dem man lernen kann. Ich habe das bei uns in unserem Umfeld beobachtet, da wurde dem Kind gesagt "Aus Dir wird mal ein Krimineller!" (es hatte drei Matchboxautos eingesteckt) und es war niemals Ruhe..... wenn etwas fehlte, wurde es angeschaut.... heute verb├╝├čt der Junge eine Jugerndstrafe und ich glaube, seine Eltern haben viel mehr damit zu tun, als diese glauben. Denn Kinder tun immer das, was Eltern ihnen sagen bzw. das, von dem sie glauben, das es ihre Eltern erwarten. Und hier wurde es ausgesprochen "Du wirst mal ein Krimineller!" Das Kind war brav und hat die Erwartungen seiner Eltern voll erf├╝llt.

....Besser ist "ich wei├č das Du das nicht wieder machst" oder auch "ich verlasse mich auf Dich" und dann muss man mal sehen, ob da nicht ein Mangel an solchen Dingen herrscht? Und es einfach nur um Neid ging? Aber auch hierbei ist dr├╝ber reden und dann schweigen die allerbeste Variante. Frag mal Deinen Liebsten ob er wirklich niemals irgendwem etwas weg genommen hat? Ich kenne keinen Erwachsenen, der darauf, wenn er ehrlich ist, "nein" sagen kann.


Hallo,

ich habe mal als Kind ( ich war etwa 5 oder 6 Jahre alt ) eine Barbiepuppe von meiner Cousine, die ich mit meinen Eltern besuchte, mitgenommen. Auf der R├╝ckreise spielte ich mit der Puppe, als meine Mutter dies bemerkte. Ich bekam einen f├╝rchterlichen An.... und mu├čte mich auch bei meiner Cousine entschuldigen und die Puppe zur├╝ckschicken.

Ich kann nur sagen, das war die Lehre meines Lebens, ich bin nie wieder auf die Idee gekommen, auch nur zuf├Ąllig etwas mitzunehmen. Mir wurde auf laute Art und Weise beigebracht, da├č man nicht l├╝gen und auch nicht stehlen darf. Dass ich das jedoch als Hilferuf genutzt haben soll ? Hm, vielleicht eher ein Hilferuf : Mama ich will auch ne Barbie, aber ansonsten eher nichts anderes. Ja, Neid....ich will auch soetwas.

Und ich denke nicht, da├č ein Kind genau das macht, was die Eltern sagen oder von ihm erwarten. Ich habe es auch einmal getan und ich wu├čte, weil mir gesagt wurde, ich d├╝rfe das nicht wieder tun, also tat ich es auch nie wieder. Ansa, meinst Du in Deinem Fall, da├č die Eltern des Kindes das nie gesagt h├Ątten, da├č das Kind nicht stehlen darf? Vermutlich fehlten eben entsprechende Konsequenzen auf die Matchboxauto-Sache.
Mit der Aussage "Aus dir wird mal ein Krimineller" sehe ich eher eine negative Bef├╝rchtung der Eltern, die das Kind vermutlich aus dem Erwachsenenmund nicht so verstanden hat, wie diese es meinten. Ich glaube nicht, da├č das Kind kriminell wurde, weil es die Erwartungen der Eltern erf├╝llen wollte, sondern eher, weil die Eltern in ihrer Erziehung ein wenig versagt haben.

Muckelmaus, auch wenn ihr der Meinung seid, Dein Mann h├Ątte ├╝berreagiert.....ich finde es okay, wenn er das Kind die Mutter anrufen l├Ą├čt, wenn es sich bei Deiner Freundin entschuldigt und das am Tisch sitzen lassen, naja, mu├č nicht sein. Er hat ihr die Konseuenzen aufgezeigt und sie sollte daraus gleich beim ersten Mal gelernt haben. Sie wei├č, was sie getan hat ( ..sie suchte immer neue Ausreden )aber sie konnte sicherlich die heftige Reaktion Deines Mannes nicht verstehen. Nat├╝rlich versucht ein Kind, so zu tun, als sei das nichts Schlimmes !!
Ich denke, sie wird sich nun in Eurer Gegenwart nie wieder etwas einstecken, man kann nur hoffen, da├č die eigene Mutter ihr auch noch einmal verdeutlicht, da├č man nicht stiehlt und l├╝gt.
Nat├╝rlich wird Dein Mann das nicht vergessen, aber wer sagt denn, da├č er ihr das immer wieder aufs Butterbrot schmiert ? Vielleicht will er die n├Ąchsten Ferien abwarten, in denen sie sich bew├Ąhren kann ? Wenn er sagt, da├č sie die n├Ąchsten Ferien zu Euch kommen soll, checkt das Kind das doch auch, da├č es willkommen ist.

Ich habe meine Kinder auch dazu angehalten, ehrlich zu sein, aber wei├č ich, ob nicht doch schonmal etwas war? Was ich aber unterschreiben kann, ist, da├č ich in manchen Dingen viel eher h├Ątte konsequent eine Strafe durchsetzen sollen statt nur zu reden, dann k├Ânnte ich mir heute die ein oder andere Diskussion dar├╝ber sparen. Ich finde nicht, da├č man sich jedesmal die Frage stellen mu├č, -wenn ich mein Kind sanktioniere-, ob es denkt, meine Liebe zu verlieren oder nicht. Die Kinder wissen, da├č ihre Eltern sie lieben, sie haben h├Âchstens Angst, da├č die Eltern w├╝tend auf es sind. Und das ist ein gro├čer Unterschied, denn ich habe als Erwachsener ein Recht, ├Ąrgerlich wegen des Verhaltens meines Kindes zu sein. Deswegen mu├č ich ihm aber nicht sagen: Dein Verhalten ist total doof, aber ich liebe Dich. Es hat a) das Urvertrauen und b) sage ich ihm bestimmt in anderen Situationen, wie lieb ich es habe.

Klar habe ich auch das ein oder andere mal nein gesagt, weil es eben sein mu├čte, und hinterher fragte ich mich:mu├čte das so sein, h├Ąttest Du auch ja sagen k├Ânnen oder eine andere Sanktion? Warum frage ich mich das eigentlich? Es meldete sich das schlechte Gewissen....meine schon als Scheidungskinder gebeutelten Kinder, und nun sage ich auch noch nein...Das ist doch quatsch, ich habe meinen Erziehungsstil und mu├č kein schlechtes Gewissen wegen der Scheidung haben, sondern meine Kinder gut erziehen mit den entsprechenden Konsequenzen. Und ich glaube, da├č meine Kinder nie daran gezweifelt haben, da├č ich sie liebe, genauso wenig hab ich das bei meinen Eltern getan.

VG, Rita
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Ansa 29. Dezember 2009 19:15

Liebe Rita,

die Eltern von denen ich berichte, haben niemals aufgeh├Ârt, diesen Vorfall zu den Akten zu legen..... sie hatten so gro├če Angst, ihr Kind k├Ânnte nicht begriffen haben, das sein Verhalten falsch gewesen sein k├Ânnte, das sie es ihm immer und immer wieder, zu passenden und zu unpassenden Gelegenheiten, vorgeworfen haben. Sei es, das sie seine Taschen kontrollierten (wenn sie irgendwo zu Besuch waren) oder das sie andere warnten.... im Grunde war es egal was das Kind anstellte, seine Eltern haben ihm nie wieder vertraut.

Heute arbeiten sie gemeinsam mit einer Therapeutin die Dinge auf, denn ihr Sohn hat, klugerweise, dar├╝ber gesprochen, ├╝ber sein Tun - das es doch egal sei, was er machen w├╝rde, seine Eltern w├╝rden meinen, er sei b├Âse - da k├Ânne er dann auch b├Âse sein, denn gut zu sein, nutze ihm eh nichts.... welch tiefe Entmutigung auf Seiten eines Kindes? Und wie gut, das es einem Sozialarbeiter gelungen ist, die Eltern zu erreichen. So k├Ânnen nun, hoffe ich, alle neu beginnen und andere Wege gehen. Rudolf Dreikurs sagt, der sicherste Weg, einem Kind das Nasebohren anzugew├Âhnen ist, ist es ihm zu verbieten. Wei├čt, was ich meine?

Ich schrieb ja, solches Verhalten muss Folgen habe, logische und konsequente Folgen. Entschuldigungen, Gespr├Ąche, R├╝ckgabe der geklauten Dinge - keine Frage. Aber damit sollte es genug sein. Die Mama anrufen? Ich finde, das w├Ąre in diesem Fall Sache des Papas gewesen, ein Gespr├Ąch unter und zwischen Eltern, ohne Vorw├╝rfe. So war es, weil ja jemand zu h├Ârte, eine Dem├╝tigung f├╝r das Kind und Kinder reagieren auf Dem├╝tigungen mit Trotz, da wird also nicht Einsicht erreicht (die notwenidg w├Ąre) sondern Gegenwehr und das nutzt grad niemandem mehr.

Meine Tochte wurde mit Freundinnen von der Polizei aufgegriffen, sie haben beim Rossman bargeldlos eingekauft. F├╝nd M├Ądels.... Taschen auf und rein das Zeug. Ich war damals total sprachlos..... ich wusste genau, mein Kind wei├č, dass das verboten ist und indiskutabel. Ich hab sie abgeholt und den Beamten noch gesagt, sie sollten die anderen Eltern darauf hinweisen, das Schlagen verboten ist (eines der M├Ądchen war da sehr gef├Ąhrdet) und dann zu meinem Kind gesagt "ich bin v├Âllig ├╝berfordert, ich wei├č, das Du wei├čt, das man das nicht tut und ich wei├č grad nicht, was ich mit Dir tun soll.....ich wei├č nicht mal, was ich dazu sagen soll, ich bin ganz sch├Ân entt├Ąuscht" damit habe ich sie einen langen Tag lang allein gelassen. Sp├Ąter musste sie als Folge dessen einen Selbstbehauptungskurs machen, weil sie in Gruppe gern mal mit l├Ąuft und nicht mehr selbst nach denkt.

Spannend aber war, was die anderen Eltern getan haben, ein M├Ądchen musste alles was ihm lieb war, f├╝r 6 Wochen abgeben, CD Player, Inliner und sonst was. Eines musste ein halbes Jahr im Haushalt helfen, vermehrt, eines wurde verhauen.... ein anderes musste den Eltern schw├Âren, das es nie wieder mit den Anderen sprechen wird (finde ich total spannend, denn alle M├Ądchen gingen in eine Klasse und waren/sind befreundet - also, haben die Eltern ihre eigene Tochter dazu gebracht, sie anzul├╝gen..... geile Nummer) und auch nicht mehr mit ihnen zusammen trifft. Eines der M├Ądchen ist r├╝ckf├Ąllig geworden..... Meine anderen Kinder wissen nichts davon.... und das eine Jahr Hausverbot, das war schwer genug. Aber etwas mitgenommen hat mein Kind nie wieder. Und wir haben nie mehr dar├╝ber gesprochen. Es war ihre Erfahrung.

Dir und Euch liebe Gr├╝├če
Ansa
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Muckelmaus 29. Dezember 2009 20:17

Liebe Ansa, liebe Rita!

Danke f├╝r eure Antworten.

Ich mu├č mal eine kleine Lanze f├╝r meinen Mann brechen, auch wenn ich es ein wenig ├Ąhnlich sehe, dass er ├╝berreagiert hat.
Allerdings liegt das sicherlich daran, dass es nicht das erste Mal ist, dass seine Tochter etwas tut, was man nun einmal nicht tun darf. Sie hat nicht zum ersten Mal gestohlen. Anfangs war es Kleingeld aus Mutters Geldb├Ârse, dann waren es Stifte anderer Kinder in der Schule usw. und jetzt war es das Spielzeug meines Patenkindes. Sie hat fremder Leute Autos mit Steinen zerkratzt und ist dabei gesehen worden. Ach - die Liste der Dinge ist lang.
Insofern denke ich, dass ein gro├čer Teil seiner Reaktion aus seiner eigenen Hilflosigkeit und Angst um das Kind heraus entstand und zugegeben, w├╝tend war ich selbst auch. Er sieht seine Tochter so selten, statt dessen h├Ârt er immer nur, dass sie hier wieder gelogen hat, da etwas hat mitgehen lassen usw. Sie kommt am Mittag von der Schule nicht heim, sondern sie kommt, wann sie will. Sie geht wann sie will und niemand gebietet ihr Einhalt. Die Mutter ist restlos ├╝berfordert und er hat keinerlei Mitspracherecht bei der Erziehung, weil die Mutter es nicht zul├Ąsst. Insofern w├╝rde ein gemeinsames Elterngespr├Ąch nichts bringen.

Aber ganz ehrlich - wenn ich das Kind so beobachte, dann ├╝berkommt mich auch das Gef├╝hl, dass sie Recht von Unrecht nicht unterscheidet und ich finde, das sollte ein 10j├Ąhriges Kind durchaus k├Ânnen. Mein Gef├╝hl sagt mir, sie hat das Spielzeug nicht genommen, als Hilfeschrei, sondern einfach nur, weil sie es haben wollte. Ich wei├č nicht recht, wie ich es erkl├Ąren soll. Aber ihr ganzes Verhalten erscheint mir nicht hilflos, allein, verst├Ârt usw., sondern sehr ich-bezogen. Allein dass sie von uns aus ihre Oma mehrere Male ├╝bers Handy anrief und fragte, ob sie gleich noch Montag ihre Weihnachtsgeschenke bei ihr abholen k├Ânne, regte mich im Stillen ein wenig auf. Ich habe sie in einer ruhigen Minute gefragt, ob es bei Oma denn nur um die Geschenke ginge. Zur Antwort bekam ich, dass sie ja w├╝├čte, dass Oma wieder jede Menge Geschenke f├╝r sie habe und die wolle sie nun endlich auch haben, schlie├člich sei Weihnachten vorbei. Ich hab sie gefragt, ob sie die Oma auch besuchen w├╝rde, wenn es dort keine Geschenke g├Ąbe. N├Â, dann sei es dort ja langweilig.

Ach, ich wei├č irgendwie auch grad nicht weiter.

Liebe Gr├╝├če
Muckel

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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon sonnenschein2 29. Dezember 2009 20:34

Liebe Muckelmaus,
ich kann dich verstehen in deiner Hilflosigkeit. Ich glaube, ich h├Ątte auch nicht selbstreflektiert sein k├Ânnen. Ich w├Ąre auch ganz doll w├╝tend gewesen und h├Ątte genauso ├╝berreagiert. Denn irgendwie ist es ja auch der Freundin gegen├╝ber peinlich. Ich denke, es ist bei einem 10j├Ąhrigen M├Ądel nicht versehentlich ein Playmobil Teil in der Jacke gelandet.
Wie geht die Maus denn mit ihren Dingen um? Wie ist es denn wenn ihr an ihre neuen Sachen von Weihnachten geht? Ist sie da spendabel und teilt, oder kann sie da schon mein und dein unterscheiden?
Aber ich sp├╝re auch, dass euch wieder mal die H├Ąnde gebunden sind. wenn dem Kind zu Hause von Mutter keine Grenzen gezeigt werden, wie soll sie diese lernen? Sie testet doch best├Ąndig aus und wartet auf die Reaktion. Ich kann das nicht so in Worte fassen, was ich meine. F├╝r mich liest es sich als suche sie wirklich nach ihrer Grenze. Wei├čt du wie ich es meine? Ich glaube, ich kann mir auch vorstellen, dass sprechen und reden nicht weiterf├╝hrt. Ich bin ├╝brigens oft der Auffassung, dass die Kinder viel zu sehr zugetextet werden und dann Mutter/VAter taub werden. Mir haben meine Kinder mal gesagt.. "diskutier nicht mit uns rum, sag klar an was Sache ist...ohne wenn und aber.

Es ist so schade, dass das Weihnachtsfest jetzt so unsch├Ân geendet ist. Hoffentlich k├Ânnt ihr die gemeinsame Zeit noch positiv beenden. Ich w├╝nsche es euch sehr.
F├╝hl dich ganz lieb bedacht
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Ansa 29. Dezember 2009 20:40

Liebe Muckel,

das liest sich dann wirklich schlimm. Aus meiner Erfahrung heraus w├╝rde ich meinen, wir haben hier ein stark entmutigtes Kind, um das sich am Ende niemand wirklich k├╝mmert - bzw. das glaubt, das sich niemand um es k├╝mmert. Es hat keine Grenzen und sucht diese, mehr oder weniger verzweifelt.....

Eine 10j├Ąhrige, die kommt und geht, wie sie m├Âchte lebt grenzenlos...... und ist damit heillos ├╝berfordert. Und ja, es ist durchaus m├Âglich, das sie Recht und Unrecht nicht voneinander unterscheiden kann oder das sie bereits andere Dinge gelernt hat, als sie sollte. Sie k├╝mmert sich um sich selbst, ausschlie├člich, aber ich glaube auch, sie ist innerlich zerrissen und ungl├╝cklich, m├Âglich, das sie das nciht zeigt. Aus vielerlei Gr├╝nden.

F├╝r mich w├Ąre das ein Fall von Kindeswohlgef├Ąhrdung, denn wenn sie nicht bald Grenzen bekommt und F├╝hrung, dann geht sie verloren..... ich denke, das sieht auch Dein Liebster so und er ist konfrontiert mit dem Gef├╝hl, nichts, aber auch gar nichts tun und machen zu k├Ânnen..... das macht mit Sicherheit w├╝tend und vermutlich auch unsagbar hilflos. Das Kind braucht Hilfe, richtige Hilfe, Das aber k├Ânnt ihr nicht leisten und wohl auch kaum ansprechen. Ich selbst w├╝rde da Handlungsbedarf sehen, dringend.

Die wenige Zeit die sie bei Euch verbringt wird da kaum helfen, klare Grenzen sind wichtig, klare Absprachen auch "ich erwarte von Dir........" Punkt, keine Diskussion. Aber ihr werdet nicht viel tun k├Ânnen und auch wenig ├Ąndern. Es ist bestimmt unsagbar schwer, bei so etwas zuzusehen.

Liebe Gr├╝├če
Ansa
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Muckelmaus 29. Dezember 2009 21:11

Liebe Sonnenschein. liebe Ansa!

Es tut gut, eure Meinungen zu h├Âren bzw. zu lesen.

@ Sonnenschein
Seit gestern ist die Maus wieder zu Hause bei ihrer Mama. Ich habe sie zur├╝ck gebracht (und auch geholt vor einer Woche), weil mein Mann das wegen seines Arbeitsunfalles im Sept. noch nicht schafft.
Daher kann ich leider nicht sagen, wie sich die Maus im Moment verh├Ąlt.
Bei uns war sie nach dem Vorfall sehr ruhig, sa├č still am Tisch und sprach nur noch, wenn sie angesprochen wurde. Aber ich hatte nie das Gef├╝hl, dass sie verstand, um was es eigentlich ging. Mir erschien es immer so, als w├╝rde sie gar nicht einsehen und verstehen, dass sie etwas falsch gemacht hatte.

Ich hatte gestern noch ein Gespr├Ąch mit der Mutter. Auch sie war entsetzt. Gleichzeitig sp├╝rte ich aber die Hilflosigkeit der Mutter. Mir scheint, dass die Maus sowohl Mama als auch Oma fest im Griff hat und die Richtung vorgibt. Mama und Oma sind da nur Marionetten, die nach Belieben eingesetzt werden. Die Mutter erz├Ąhlte mir, sie habe sich schon mit dem Jugendamt und einer Erziehungsberatung in Verbindung gesetzt. Alle raten ihr, den Kontakt zur Oma einzuschr├Ąnken, da diese sich angeblich permanent in die Erziehung des Kindes einmischt und die Mutter untergr├Ąbt. Wenn dem so ist, hat die Maus das schon lange heraus gefunden.

@ Ansa
Oh ja - es ist unendlich schwer, mit anzusehen, wie das Kind jeden Halt verliert. Diese Ohnmacht ist grenzenlos. Kindeswohlgef├Ąrdung - so w├╝rde ich es auch beschreiben. Aber wie wei├čt man das nach und was w├╝rde mit dem Kind geschehen, w├╝rde der Mutter das Sorgerecht tats├Ąchlich entzogen? W├Ąre es dann klug, sie zu uns zu holen, wo sie au├čer uns niemanden kennt? Sollte sie ihr gewohntes, soziales Umfeld wirklich verlassen? Ich wei├č, dass ist weit gedacht und wird wohl niemals Realit├Ąt. Die Mutter schl├Ągt das Kind nicht, sie trinkt nicht, wenn sie das Haus verl├Ąsst, ist jemand da, der aufs Kind aufpasst usw. Wie also soll man vorgehen?
Und du hast v├Âllig recht. Die kurze Zeit, die sie bei uns verbringt, f├Ąngt nicht auf, was sie an Halt braucht.

Liebe Gr├╝├če
Muckel

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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon rita 29. Dezember 2009 21:54

Da├č der Tochter deutliche Grenzen fehlen, liest man nun klar aus Deinem zweiten Beitrag, Muckel. Sie tut alles, um welche zu bekommen und wenn nicht bald etwas geschieht, dann wird es wom├Âglich noch schlimmer, auch strafrechtlich.

Ich habe eben ├╝berlegt, was ich in den F├Ąllen gemacht h├Ątte, wenn meine Tochter diese Dinge getan h├Ątte. Die Strafen, die Ansa vom Rossmann-Diebstahl schrieb, sind auch alle untauglich. Klar, Hausarrest.....aber mein Kind mu├č auch zur Schule, kann mich bel├╝gen mit dem Nachhauskommen, mit den Gespr├Ąchen mit den anderen,...das stimmt schon, mein Kind wird mich anl├╝gen, das habe ich dann damit erreicht.

Aber-und da widerspreche ich Dir, liebe Ansa, -da genau das alles nicht zum Ziel f├╝hrt, habe ich diese, in Deinen Augen Dem├╝tigungen, vollzogen.
Als meine Tochter heimlich Geld aus dem Portemonnaie meines damaligen LG nahm, habe ich sie in seinem Beisein angesprochen und ├╝berf├╝hrt. Und ihr gesagt, da├č Diebstahl unter Familienangeh├Ârigen viel schlimmer sei als ein "normaler" Diestahl, da das Vertrauen erstmal futsch sei. Und das ertapptwerden mit der Kenntnis und dem Beisein des LG war ihr grottenpeinlich.

Dazu mein eigenes Beispiel, kann ich nur sagen, da├č das wirksam war. Sie hat nie wieder etwas mitgehen lassen. Und ich habe nicht dauernd daruf herumgepocht wie die Eltern des Kindes, das Du beschrieben hast. Ein so ungesundes Verh├Ąltnis zwischen Vertrauen und MI├čtrauen oder auch dem ├╝bersteigerten Kontrollbed├╝rfnis der Eltern kann nat├╝rlich zu einem solchen Verhalten des Sohnes f├╝hren.

Und meinem Sohn, 15, habe ich gesagt, wenn seine Kumpels Mist bauen und er wird mit erwischt, wird er gleich eines T├Ąters bestraft. Und er m├Âge sich gar nicht erst vorzustellen versuchen, was passiert, wenn ich ihn von einer Polizeiwache abholen soll. Der eine mag es nun Drohung nennen, der andere logische Konsequenz. Ich kann zwar nicht allem vorbeugen, aber ich sagte beiden, was sie nicht tun sollten und sie wissen mittlerweile, was dann passiert. Und so ein Gang mit dem Kind zusammen zu dem Gesch├Ądigten ist ziemlich peinlich und unangenehm. Warum soll ich mein Kind denn derma├čen in Watte packen? Es mu├č f├╝r sein Handeln einstehen und dazu geh├Ârt nunmal eine pers├Ânliche Entschuldigung und Entsch├Ądigung des anderen. Und eine Beichte an das andere Elternteil, wenn es erforderlich ist. Und in Muckel Fall sehe ich das als dringend erforderlich aufgrund der Vielzahl der Vorf├Ąlle.

Und ich finde es schon deshalb richtig, da├č die Tochter Deines Mannes ihre Mutter selbst informieren mu├čte, denn dies schien ihr auch ein wenig unangenehm. Denn wenn Vater mit Mutter allein spricht, wird sie zwar informiert, aber es passiert weiter nichts seitens der Mutter. So lernt das Kind auf dem Fu├č, wie unangenehm es ist, f├╝r sein eigens Verhalten einzustehen. Ich sehe es als keine Dem├╝tigung, sondern eher als f├╝r sich selbst als unangenehm empfundene Folge, denn wer gibt schon gerne zu, da├č er etwas falsch gemacht hat? Das widerf├Ąhrt jedem im Leben bis zum Ende. Wann soll man anfangen ? Ich ertappe mich immer ├Âfter bei dem Gedanken, da├č die Zeit "damals" gar nicht schlecht war-da gab es keine Erziehungsratgeber, da haben die Eltern konsequent und geradlinig erzogen-da gab es nicht soviele Probleme und ihre Folgen wie in unserer heutigen Zeit.

Ansa- welche Nachteile hat ein Kind bei einer Dem├╝tigung bzw. der Weitergabe einer Information ├╝ber einen Fehler des Kindes in dessen Gegenwart? Trotzig haben weder ich damals noch meine Tochter gehandelt- es war einfach nur grottenpeinlich, da├č der andere informiert wurde und das hat mich veranla├čt, es nie wieder zu tun, ebenso meine Tochter. Und ich glaube, ich habe sp├Ątestens dadurch ein gesunde Distanz zum Eigentum anderer Menschen erworben...

wie gesagt, ich denke, bei Ansas beschriebenem Fall und Eurer Kleinen, Muckel, sind einfach die falschen Ans├Ątze seitens der Eltern bzw. der MUtter. Hier ist schon sehr viel vorgefallen und was Euch betrifft, so sehe ich unbedingten Handlungsbedarf, was die Mutter betrifft und ich kann Deinen Mann ( au├čer in der E├čecken-Sitz-Geschichte) voll verstehen.

Liebe Gr├╝├če, Rita
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Muckelmaus 30. Dezember 2009 09:43

Guten Morgen alle miteinander!

@ Rita
Falsche Ans├Ątze - ja, die sind da. Aber wir k├Ânnen von hier aus nichts tun, um etwas zu ver├Ąndern. Uns bzw. meinem Mann sind da v├Âllig die H├Ąnde gebunden. Die Mutter l├Ąsst von seiner Seite aus keine Hilfe oder Gespr├Ąche zu. Sie erz├Ąhlt ihm zwar immer, was bei ihr zu Hause los ist, aber wenn mein Mann dann seine Einsch├Ątzung abgibt oder aber einen Rat geben will, dann winkt sie ab. Sie sagt dann immer, dass er ja keine Ahnung habe, weil er halt nicht tagt├Ąglich mit dem Kind umgehen muss. Ihr Lieblingsspruch ist dann, dass ja niemand das Kind so gut kennen w├╝rde wie sie.

Nach wie vor m├Âchte mein Mann nicht ├╝ber den Vorfall sprechen. Ich denke, dass liegt wirklich an seiner Hilflosigkeit. Es macht ihn w├╝tend zu sehen, dass er nichts tun kann, um seinem Kind zu helfen. Vielleicht sch├╝tzt er sich mit dieser Gespr├Ąchsverweigerung selbst vor seinen Gef├╝hlen.
Ich habe mir ├╝berlegt, dass ich ein wenig Zeit vergehen lassen m├Âchte und dann noch mal versuche, mit ihm zu reden. Vielleicht ist er dann bereit dazu.

Liebe Gr├╝├če
Muckel

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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Ansa 30. Dezember 2009 14:36

Liebe Rita,

das was Du beschreibst, empfinde ich pers├Ânlich nicht als dem├╝tigend..... sondern das sind Folgen, logische Folgen, wenn man bei etwas Verbotenem ertappt worden ist. Scham ist ein nat├╝rliches Gef├╝hl und man kann, als kluger Erziehender, dieses an bestimmten Punkten nutzen. Darum geht es in der Kindererziehung ja auch. Jeder von uns empfindet eine gesunde Portion Scham, wenn er etwas getan hat, von dem er wei├č, er h├Ątte es nicht tun sollen.....

Dem├╝tigende Erziehungsmassnahmen gehen ├╝ber den nat├╝rlichen Vorfall hinaus. Also, wenn Deine Mama nun allen m├Âglichen Menschen erz├Ąhlt h├Ątte, "die Rita klaut Barbies, passt auf sie auf....." oder wie die Mutter von der ich schrieb "wenn mein Junge heute Abend nach Hause geht, kontrolliert bitte seine Taschen....." wenn man einem Kind den begangenen Faupax nicht nachsieht, sondern ihn immer wieder hervor zerrt und ihm aufs Tablett legt. "Auf Dich kann man sich ja nicht verlassen, wer wei├č schon, was Dir diesmal einf├Ąllt....."

Als Deine Tochter Geld aus Deinem Portemonnaie genommen hat, hat sie eine Tat begangen ├╝ber die man unbedingt reden muss, das es f├╝r sie dem├╝tigend war, als sie erwischt wurde, glaube ich eher weniger. Ich vermute, es war Scham, die sie empfand.... und die ist an dieser Stelle auch richtig. Und ja, das der Lebensgef├Ąhrte bei diese Sache dabei war, war ebenfalls gut und richtig. Dem├╝tigend w├Ąre es aber nun gewesen, h├Ąttest Du alle angerufen, Papa, Oma, Opa, Tanten, Onkel, M├╝tter von Freundinnen.... kannst Du den Unterschied sehen?

Entschuldigungen und Entsch├Ądigungen sind gut und richtig, darauf habe ich auch bestanden, sofern ich das konnte. Aber auch das ist besch├Ąmend, nicht dem├╝tigend, denn zu einer Dem├╝tigung geh├Ârt ja in erster Linie, das man den anderen herab setzt, klein macht und willk├╝rlich schlecht behandelt. Konsequnez f├Ąllt nicht darunter. Und den Kindern sagen, was man von ihnen erwartet - da haben wir es wieder - das ist das Beste ├╝berhaupt. Ihnen klar machen, was sie tun sollen anstatt dar├╝bver zu reden, was sie nicht tun sollen.

Liebe Gr├╝├če
Ansa
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon rita 30. Dezember 2009 15:47

Hall├Âchen,

@ Ansa
wir sprechen ├╝ber den Unterschied Dem├╝tigung-Schamgef├╝hl.
Als Beispiele f├╝r dem├╝tigend nanntest Du zum einen, da├č das Kind die Mama anrufen mu├čte, um zu "beichten". Nur der Papa und Muckel waren dabei, nehme ich an.
Im letzten Beitrag schriebst Du, es sei dem├╝tigend, wenn meine Mutter, ebenso die Mutter des Jungen, es allen m├Âglichen Leuten erz├Ąhlt h├Ątte....

Ich sehe da schon einen Unterschied.

Letzteres w├╝rde ich genauso sehen wie Du, wenn immer und immer alle mit der Nase darauf gesto├čen werden, da├č ein Kind etwas falsch gemacht hat. Das ist in der Tat dem├╝tigend und es geht Unbeteiligte nichts an.
Wenn jedoch die Mama im Beisein der/aller beteiligten Familienmitglieder( Muckel und der Papa ) vom Kind angerufen wird, so sehe ich das nicht als dem├╝tigend. Es handelt sich um Tatsachen, die geradeger├╝ckt werden m├╝ssen, f├╝r die das Kind einzustehen hat. Ich wei├č auch aus eigener Erfahrung, da├č meine Tochter ihrem Vater von der gleichen Sache allein v├Âllig anders berichtet hat als sie es mir erz├Ąhlt hat. Und ich nur froh war, da├č ich zu ihrem Vater ein gutes Verh├Ąltnis habe und sie uns nicht gegeneinander ausspielen konnte. Ich denke hier auch nur Mama-Papa-neue Lebenspartner.
Die Kinder drehen sich das so hin, wie sie meinen, am wenigsten ├ärger zu bekommen-ich denke, die Mutter h├Ątte, wenn ├╝berhaupt, nur die H├Ąlfte des Vorfalls erz├Ąhlt bekommen von der Tochter und, wie schon bei Muckel selbst, tausend Ausreden gehabt. Sie h├Ątte der Tochter gegleubt, und diese h├Ątte bei den Muckels ,) so erz├Ąhlt und bei der Mama anders und halb so schlimm. So wurde und wird es in die Enge und somit zur Wahrheit gedr├╝ckt. Das finde ich peinlich f├╝r das Kind und somit lehrreich, aber auf keinen Fall dem├╝tigend.

@ Muckel
Ich denke, es liegt eine sehr gro├če Verletzung bei der Mutter vor, wenn sie sich von Deinem Mann keine Ratschl├Ąge geben l├Ą├čt ? Auch ich habe mal so gedacht, da war viel verletzte Eitelkeit und Stolz im Spiel....aber irgendwann hab ich von selbst kapiert, da├č ich zum Wohl des Kindes handeln mu├č und nicht gegen ihn. Also habe ich Vieles wieder zugelassen und auch mit ihm ├╝ber die Kinder geredet, wenn es bei mir Probleme gab und ihn um Mitarbeit gebeten.
So entspannte sich unser Verh├Ąltnis wieder.
Vielleicht kann man das, so es denn so sein sollte, die Mutter auch irgendwie dahin lenken. Das sie bei so wenig Kooperation nichts Gutes f├╝r ihr Kind tut und zudem kommt noch hinzu, da├č sie das Kind vielleicht auch in Watte wickelt, da Scheidungskind ?? Klar ├╝bersieht man viele Dinge, wenn man tagt├Ąglich mit seinem Kind zusammen ist, umso dankbarer bin ich Dritten gegen├╝ber, wenn sie mir mal ihre unabh├Ąngige Meinung sagen, wenn ich merke, da├č ich mich da in irgendetwas verrenne. Das vom Papa anzunehmen ist nat├╝rlich so ne Sache.....

Ich denke auch, Du tust gut daran, ihn erstmal mit diesem Thema in Ruhe zu lassen....man kann manche Dinge eben nicht von einer Sekunde zur n├Ąchsten ├╝berdenken, manche Sachen brauchen Zeit und m├╝ssen reifen. Vielleicht war er damit erstmal total ├╝berfordert und mu├č sich nun auch ├╝berlegen, wie er handeln soll, um dem Kind zu helfen.Du wei├čt doch, M├Ąnner machen (erstmal) vieles mit sich selber aus :(

Ich w├╝nsche Euch allen auf jeden Fall einen guten Rutsch ins Neue Jahr und da├č es bei Euch wieder berauf geht, die Nerven st├Ąrker und die Probleme weniger werden !!!

Liebe Gr├╝├če, Rita :winken:
rita
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Muckelmaus 31. Dezember 2009 09:18

Guten Morgen ihr Lieben!

@ Rita
Ich denke nicht, dass bei der Mutter eine Verletztung vorliegt, die mit der Trennung zusammenh├Ąngt. Sie war diejenige, die sich trennte, kaum dass das Kind geboren war. Sie hat mir selbst einmal erz├Ąhlt, dass es ihr weniger um eine Beziehung mit meinem Mann oder sonst irgendeinem Mann ging. Es ging ihr darum, ein Kind zu bekommen und nicht mehr arbeiten zu m├╝ssen. Sie suchte lediglich jemanden, der sie dann finanziell versorgt. An eine dauerhafte Beziehung oder gar Ehe hatte sie nie gedacht.
Wenn dem so ist, hat mein Mann wesentlich mehr Grund verletzt zu sein.
Daher denke ich, dass ihr Ansatz ein ganz anderer ist. Sie wollte ein Kind und hat ihr "Ziel" erreicht. Das einzige, was sie vom Vater will, ist Geld. Daf├╝r nimmt sie den Umgang z├Ąhneknirschend in Kauf, sonst aber nichts. Sie l├Ąsst keine gemeinsame Ebene in der Erziehung dieses Kindes zu, keine Ratschl├Ąge usw. Nun sieht sie, dass Fehler gemacht wurden, dass sie nicht mehr weiter wei├č - ist gleichzeitig aber zu stolz, sich nun helfen zu lassen und mit meinem Mann zusammen zu arbeiten f├╝r das Kind.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr euch allen
Muckel

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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon r├Âschen 31. Dezember 2009 14:19

Liebe Muckel, ein liebes "Hallo" an alle hier,

auch wir haben seit Monaten hier in unserer Verwandschaft ein ├Ąhnliches Problem.
Unsere Nichte (11 Jahre, Scheidungskind) lie├č hier immer wieder Dinge mitgehen - Bargeld bei meiner Tochter, einen Halskettenanh├Ąnger und diverse Kleinigkeiten bei unserem J├╝ngsten. Zuallerletzt seinen Nintendo.
Als ich die Konsole bei ihr abholte (die sie angeblich nur w├Ąhrend eines Spieles, von dem meine Kinder nichts wussten :( , in ihrer Tasche versteckt hatte und verga├č sie wieder rauszutun) und sie darauf ansprach, stritt sie nat├╝rlich alles ab. Ihre Mutter sa├č dabei und sagte zu all dem gar nichts.
Kurze Zeit sp├Ąter erfuhr ich, da├č dies auch bei vielen anderen schon vorgefallen war und jeder versuchte die Mutter darauf aufmerksam zu machen, da├č ihre Tochter dringend Hilfe br├Ąuchte. Die sieht das leider bis heute nicht so.
Ich bin allerdings der Meinung sie hat lediglich keine Lust sich damit auseinanderzusetzen, denn eventuelle Therapien oder Beratungen w├╝rde sie ja in ihrer eigenen Zeit einschr├Ąnken.
Das Resultat ist, da├č sobald das M├Ądchen hier ist, meine Kinder sie "bewachen" wie die Schiesshunde. Au├čerdem f├Ąllt nat├╝rlich bei jeder Kleinigkeit die anschlie├čend verschwunden ist, der Verdacht auf sie, auch wenn es von ihnen selbst einfach nur verlegt wurde und sp├Ąter wieder auftaucht.

Mir tut die Kleine schrecklich leid, denn sie wird immer unbeliebter, aber wenn die Mutter nichts unternimmt, sind wir nunmal machtlos.

Und da kommt nun auch dein Mann ins Spiel - es gibt nicht schmerzvolleres f├╝r einen Vater von "Wochenendkindern", als erkennen zu m├╝ssen, da├č sie in vielen Dingen die ihre Kinder betreffen weitestgehend machtlos sind, sie eine negative Entwicklung ihres eigenen Kindes hinnehmen m├╝ssen, weil der Einfluss leider nicht ausreicht.
Ich glaube ich habs hier schonmal geschrieben, da├č unser Gro├čer in der Schule nicht gerade gegl├Ąnzt hat. Als er in der Realschule zweimal sitzenblieb, musste er auf die Hauptschule wechseln. Wir waren der ├ťberzeugung, da├č dies in seinem nicht altersgerechten Lebenswandel begr├╝ndet lag.
Er ging viel zu sp├Ąt zu Bett, schaute fern bis tief in die Nacht und alles andere stand im Vordergrund, blo├č die Schule nicht. Der Junge war immer unausgeschlafen und uns war klar, da├č an Konzentration im Unterricht oder gar nachmittags zum lernen, nicht zu denken war.
Die Mutter sah das nicht so oder ihr war der Aufwand zu gro├č, sich konsequent darum zu k├╝mmern ("Sie habe keine Lust, nachts st├Ąndig nach oben zu laufen, um nachzusehen, wann er den Fernseher ausmachte")
Dies und viele andere Unterschiede in der Erziehung zu unseren beiden Kindern hier, st├Ârten ihn. So ist z.B. auch die Einstellung zu den finanziellen Dingen im Leben eine ganz andere.
Nach vielen, endlosen Gespr├Ąchen wurde ihm allerdings bewusst, da├č sein Einfluss nur am WE (bei deinem Mann ja noch viel seltener), einfach nicht ausreicht und er die Entwicklung seines Kindes hinnehmen mu├č. Dies zu erkennen und hinzunehmen ist ein sehr schmerzhafter Entwicklungsprozess. Es ist eine gewisse Art der "Loslassens", was einfach fr├╝her eintritt, als bei den Kindern, die t├Ąglich bei uns sind.

Das sein Gro├čer trotzdem gerne hierher kommt und sich hier auch ohne mucken an unsere Regeln, die viel konsequenter eingehalten werden m├╝ssen als zu Hause, h├Ąlt, ist denke ich einzig alleine eine Charakterfrage. Meiner Meinung nach hatten wir da einfach Gl├╝ck, denn ich habe auch schon oft genug erlebt, da├č es anders ausgehen kann. Dieser Gedanke sitzt den V├Ątern ja bei all den Problemen auch immer im Nacken. Ein weiterer Punkt, welcher es den V├Ątern schwer macht.

Dir und deinen Lieben und nat├╝rlich allen anderen, die dies lesen einen guten Rutsch ins Jahr 2010!

Liebe Gr├╝├če
r├Âschen
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Re: Mein Mann ist so entt├Ąuscht

Beitragvon Muckelmaus 4. Januar 2010 18:35

Liebe r├Âschen!

Endlich komme ich dazu, dir zu antworten und mich f├╝r deine Zeilen zu bedanken.

Du hast mir aus der Seele gesprochen.
Es ist wohl wirklich ein Prozess des Loslassens und des gleichzeitigen Nicht-K├Ânnen oder Noch-Nicht-Losslassen-Wollen.

Auch jetzt - eine Woche nach dem die Maus wieder zu Hause ist - will mein Mann noch nicht dar├╝ber sprechen.
Mir scheint er ficht einen inneren Kampf mit sich aus. Er sucht nach einem Weg, die zerissene Verbindung zu seinem Kind wieder herzustellen und wei├č gleichzeitig, dass sie mit ihm z. B. nicht sprechen w├╝rde, wenn er anruft. Das war ja die letzten Monate, ach Jahre, schon so. Briefe oder E-Mails beantwortet sie auch nicht. Insofern hat er im Moment keine M├Âglichkeit, ihr zu sagen, dass er sie liebt und vermisst.
Gleichzeitig sucht er nach einer M├Âglichkeit, dem Kind eine Hand auf seinem Weg zu reichen, damit es nicht mehr zu solchen Vorf├Ąllen kommt und auch hier sind ihm die H├Ąnde gebunden.
Was soll er also tun? So gesehen bleibt ihm nur das Zuschauen und das Hoffen.

Liebe Gr├╝├če und ein frohes, neues Jahr f├╝r dich und alle hier im Forum
Muckel

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