Mein Mann ist so enttÀuscht

Der Treffpunk fĂŒr Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 18. MĂ€rz 2010 12:36

Hallo alle miteinander!

Seit den Weihnachtsferien und dem Vorfall, den ich in diesem Threat geschildert habe, ist nun eine Weile vergangen.
Noch immer spricht mein Mann nicht mit mir oder sonst jemandem ĂŒber seine Tochter oder ĂŒber das Geschehen in den Weihnachtsferien.
Die Osterferien stehen vor der TĂŒr und seine Tochter wird definitiv nicht zu uns kommen.
Seine Ex hat natĂŒrlich vor einiger Zeit angefragt, wann die Maus denn in den Osterferien zu uns kĂ€me und er sagte ihr den Besuch mit der Reha ab, in der er sich wegen seines Arbeitsunfalles letzten September befindet. Was er seiner Ex aber nicht gesagt hat ist, dass es sich um eine ambulante Reha handelt. Er kommt also am spĂ€teren Nachmittag nach Hause. Sie ist selbstverstĂ€ndlich der Meinung, dass mein Mann sich nun irgendwo fĂŒr mehrere Wochen in einer Reha-Klinik aufhĂ€lt und aktzeptiert das auch so.
Nun hat sie mich schon mehrfach angeschrieben per E-Mail und gefragt, wie es meinem Mann denn ginge und wo er denn eigentlich in der Reha sei.
Ich befinde mich da immer in einer ZwickmĂŒhle, weil ich gar nicht recht weiß, wie ich darauf antworten soll.
Sage ich die Wahrheit, dann habe ich das Kind enorm vor den Kopf gestossen und sie fĂŒhlt sich zurecht von ihrem Vater zurĂŒckgewiesen und ungeliebt. Das wĂŒrde ich der Maus allerdings gern ersparen.
Schweige ich dazu, trage ich diese "LĂŒge" ja mit und dabei fĂŒhle ich mich auch nicht wohl.

Ich habe meinem Mann zu verstehen gegeben, dass ich sein Verhalten schlicht weg sche....e finde. Jedes Kind macht Fehler und jedem Kind stehen Fehler zu. Aber wir Erwachsenen können ihnen diese Fehler nicht fĂŒr den Rest des Lebens vorhalten. Wie soll ein Kind verzeihen lernen, wenn wir Erwachsenen es ihnen nicht vorleben?
Was soll denn z. B. seine Ex tun? Sie Ă€rgert sich sicher sehr oft ĂŒber die Maus. Setzt sie sie deshalb vor die TĂŒr oder straft sie ĂŒber ewige Zeiten mit Nichtbeachtung? Nein, das tut sie ganz sicher nicht.
Aber mein Mann macht es sich da anscheinend recht einfach.
Ich habe ihm gesagt, was ich davon halte und auch, dass ich Angst habe, dass er sich unserem Sohn gegenĂŒber einmal Ă€hnlich verhĂ€lt, wenn er mal grĂ¶ĂŸer ist und Mist baut und das wird er mit Sicherheit in irgendeiner Form einmal tun. Welcher Mensch ist schon fehlerfrei.
Als Antwort bekam ich, darĂŒber solle ich mir keine Sorgen machen, schließlich sei unser Sohn nicht mit seiner Tochter zu vergleichen.

Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Es widerstrebt mir, hier zu sitzen und tatenlos zuzuschauen, wie er wissentlich das VerhĂ€ltnis zu seiner Tochter kaputt macht. Gleichzeitig mache ich mir Gedanken um unseren Sohn.
Sogar der Gedanke an Trennung von meinem Mann kam mir schon.

Traurige GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Ansa 18. MĂ€rz 2010 19:41

Liebe Muckel,

ich stelle mir so eine Situation ungeheuer schwer vor, fĂŒr alle Beteiligten.....

Spontan schoß mir jedoch beim lesen etwas durch den Kopf, um Euren Sohn musst Du Dich nicht sorgen..... denn, im Gegensatz zu seiner Tochter, hat Dein Mann hier immer Mitspracherecht und Handlungsalternativen. Er ist direkt dran.... ich glaube das ist ein himmelweiter Unterschied, im FĂŒhlen, Wahrnehmen und Handeln.

Und genau das ist wohl der Punkt um den es auch gehen mag? Genau diese Möglichkeiten hat er bei seiner Tochter nicht, er kann nichts tun, weder erziehen, noch eingreifen, noch sorgen - er muss nehmen was kommt und, je Ă€lter Kinder werden, desto fremder können sie einem erscheinen, um so mehr, wenn sie VerhaltĂ©nsweisen zeigen, die man selbst zutiefst ablehnt und von denen man vielleicht auch weiß "ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll".

RĂŒckzug scheint mir da eine Alternative - besonders wenn man selbst sehr mit sich beschĂ€ftigt ist - und ich denke, das ist Dein Liebster aufgrund seines Unfalles und der langanhaltenden Folgen? In solchen Situationen denkt man ĂŒber ganz vieles nach.... das ging mir, damals 1990 nach einem Unfall mit zwei gebrochenen Beinen und einem langen "kranken" Sommer auch so? Ich will keine Parallele ziehen, kann mir aber vorstellen, das in solchen Situationen manches umgerĂŒckt wird. Und das braucht seine Zeit und Kraft, die man fĂŒr sich selbst braucht.

Dir bleibt wohl nur, ein GesprĂ€ch zu suchen und Deine Position aufzuzeigen, klĂ€re, dass Du Dich unwohl fĂŒhlst, wenn Du gefragt und angesprochen wirst. Und schau, wie ihr damit umgehen könnt. Wie Du damit umgehen willst, wenn er es nicht kann?

Ich glaube nicht, das Dein Liebster es sich so einfach macht...... magst Du noch einmal hinsehen?

Liebe GrĂŒĂŸe und viel Kraft
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 18. MĂ€rz 2010 20:30

Liebe Ansa!

Danke fĂŒr deine Antwort :)

Eigentlich kann ich gar nicht genau beschreiben, wie es hier zu Hause im Moment aussieht.
Mein Mann sorgt sich um seine Gesundheit, um seine berufliche Zukunft usw. Das ist verstÀndlich. Momentan befindet er sich in einer Phase, in der er denkt, dass ihm die Reha nicht wirklich weiterhilft. Er hat die HÀlfte der Reha nun fast geschafft und eine Besserung ist bisher nicht in Sicht. Insofern ist in dieser Richtung alles offen.
Ich kann da schon verstehen, dass er Ruhe möchte, um seine Gedanken zu ordnen.

Nur - warum sagt er das seiner Ex nicht? Warum sucht er nicht ein offenes GesprÀch und stellt ihr dar, wie es ihm selbst im Moment geht?
Sicher, das VerhÀltnis zwischen beiden ist oftmals schwierig. Aber auch seine Ex ist kein verstÀndnisloser Unmensch.
Meiner Meinung nach, wÀre ein solches Verhalten von seiner Seite aus ehrlicher gewesen und sein MÀdchen hÀtte das sicher auch verstanden, wenn man es ihr altersgerecht erklÀrt hÀtte.
So aber zwingt er mich ja irgendwie schon zu einer LĂŒge, um das Kind nicht zu verletzten und er weiß genau, dass dies das letzte ist, was ich möchte.

Mir ist bewußt, dass es einen Unterschied gibt zwischen unserem Sohn und seiner Tochter. Aber kann man das eine Kind so dem anderen vorziehen, nur weil man es nicht regelmĂ€ssig sieht?

Ach - ich weiß irgendwie nicht weiter.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon röschen 18. MÀrz 2010 23:17

Liebe Muckel,

das eine dem anderen Kind vorziehen - sollte man vielleicht nicht, aber unbewußt passiert es in manchen Situationen vielleicht doch. Ganz einfach weil es aus der Distanz nicht so schwer fĂ€llt "nein" zu sagen.

Ich wills dir mal an einem Beispiel, wie ich es bei meinem Mann ab und an erlebe, versuchen zu erklÀren:
Beide seiner Jungs spielen Fußball. WĂ€hrend er bei unserem Kleinen, egal wie abgekĂ€mpft er von der Arbeit ist, sobald er es beruflich ermöglichen kann, manchmal sogar nur fĂŒr die letzten Minuten auf den Spielen erscheint, sagt er seinem Großen immer öfter ab.
Ihm steht er allerdings in diesem Moment nicht persönlich gegenĂŒber. Unser Kleiner wĂŒrde ihm nach einem versĂ€umten Spiel, seine EnttĂ€uschung zuhause viel deutlicher vor Augen fĂŒhren. Weißt du was ich mein?

Kannst du wenigstens mit deinem Mann darĂŒber reden, in welcher ZwickmĂŒhle du dich befindest und wie schlecht es dir dabei geht?

:umarmen: Liebe GrĂŒĂŸe
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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 19. MĂ€rz 2010 08:14

Guten Morgen röschen und Guten Morgen miteinander!

Danke auch dir fĂŒr deine Antwort.

röschen hat geschrieben:
Kannst du wenigstens mit deinem Mann darĂŒber reden, in welcher ZwickmĂŒhle du dich befindest und wie schlecht es dir dabei geht?
röschen


Ich habe meinem Mann gesagt, wie ich mich mit dieser Situation fĂŒhle und dass es mir gar nicht gut damit geht, zumal ich nicht weiß, wie ich auf die E-Mails, seiner Ex reagieren soll.
Als Antwort bekam ich, dass mir da sicher schon das richtige einfallen wĂŒrde.

Toll - damit fĂŒhle ich mich im Stich gelassen.
Es ist nicht mein Kind, von dem wir hier sprechen und es ist auch nicht mein LĂŒgengebilde, dass ich nun anscheinend aufrecht erhalten soll.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Ansa 19. MĂ€rz 2010 12:43

Liebe Muckel,

mit so einer Antwort wĂŒrde ich mich auch allein gelassen fĂŒhlen..... und vermutlich wĂŒrde ich auf den Boden stampfen und sagen "so aber nicht".

MĂ€nner sind anders, fĂ€llt mir dazu ein und wenn vieles plaktaiv ist, bis sie sagen "ich weiß nicht mehr weiter" das kann dauern..... ich glaube, er kann nicht sagen, das er nicht mehr weiter weiß, das er an seinen Grenzen ist, weil er das vielleicht spĂŒrt, irgendwie - aber nicht so wahr nimmt, wie an das von außern her tun kann? Existenz- und ZukunftsĂ€ngste können ganz schön lĂ€hmen. Und fĂŒr ihn wirkt das alles zusammen vielleicht bedrohlich?

Ich kenne Deinen Liebsten ja nicht und weiß daher nicht, wie er in Notsituationen reagiert, zumal in solchen, die auch so lange dauern? Das weißt vielleicht auch Du nicht wirklich? Könnt ihr darĂŒber sprechen? Oder kannst Du mit jemandem sprechen? Einem Freund vielleicht? FĂŒr mich sieht es so aus, als könne er nicht reden? Und mit der Ex schon ĂŒberhaupt nicht? In Notzeiten kommen so oft alte GefĂŒhle und Verletzungen wieder hoch und tun ein Übriges, des Gesamtzustand nicht unbedingt zu verbessern.

Das es in der Reha nicht vorwĂ€rts geht, kann durchaus ein Zeichen sein, das irgendwo eine Blockade ist, die das verhindert? Weißt was ich meine?

Und ja, man liebt seine Kinder zwar alle, aber jedes unterschiedlich..... ich glaube durchaus, das einem das eine nĂ€her sein kann als das andere..... und das Kinder einen dadurch auch unterschiedlich verletzen können. Vielleicht hat er auh einfach Angst vor weiteren solchen VorfĂ€llen und fĂŒhlt sich so etwas momentan nicht gewachsen - eher als diffuses GefĂŒhl, als durch eine klare Erkenntnis?

Das Einzige was Du tun kannst, ist, scheint mir, fĂŒr Dich zu sorgen. Du musst ja nicht mit seiner Ex schreiben, ĂŒbergib ihm die Dinge oder entscheide Dich dafĂŒr, ihm den RĂŒcken frei zu halten (eventuell durch einen Deal, dass das Kind anstatt jetzt eben in den Herbstferien zu Euch kommt?), aber dann ist es Deine Entscheidung. Und sei geduldig, es könnte sein, dass Dein Liebster das jetzt am meisten braucht, Ruhe und Geduld und Zeit.

FĂŒhl Dich gedrĂŒckt
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 19. MĂ€rz 2010 15:50

Liebe Ansa!

Mein Mann ist ein Mensch, der nicht redet - egal, wie sehr ihn etwas bedrĂŒckt. Er versucht alles mit sich selbst auszumachen und die Dinge fĂŒr sich allein zu ordnen. Selbst dann, wenn ich ihm ein GesprĂ€ch anbiete bzw. eines beginne, dann hört er zu, schweigt aber eigentlich zum großen Teil. Sicherlich nimmt er viel von dem auf bzw. an, was ich sage. Aber ich weiß dann immer noch nicht, wie es in ihm aussieht. Ich kann da nur Vermutungen anstellen und die gehen in die Richtung, die du beschrieben hast.

Ja - ich fĂŒhle mich allein gelassen, was seine Tochter bzw. die Ex betrifft. Aber er schiebt das weg. Er vertraut darauf, dass ich schon das Richtige tue und so die Situation sowohl fĂŒr sein Kind, als auch fĂŒr ihn ins Lot bringe.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Ansa 22. MĂ€rz 2010 09:31

Liebe Muckelmaus,

ich ĂŒberlege schon lange, was ich dazu schreiben könnte.... es muss sehr schwer sein, fĂŒr Euch alle. Menschen, die dazu neigen, ihre Dinge fĂŒr sich zu behalten und mit sich auszumachen, ziehen sich noch mehr zurĂŒck, wenn sie von einer persönlichen Katastrophe betroffen sind und den Angehörigen fĂ€llt es zunehmend schwerer, das auszuhalten.

VerĂ€ndern kann man so etwas eher nicht, oder wenn, dann braucht es lange Zeit und das Verstehen des Betroffenen, das es fĂŒr den Partner wichtig ist, zu wissen, worum es geht und selbst wenn man soweit gekommen ist, ist es immer noch fĂŒr alle schwer.

Du kannst, denke ich, nur auf Dich achten. Also sagen "ich bin raus - weil ich kann das einfach nicht mehr" und Dich auch heraus nehmen..... was schwer ist, weil Dir die Kleine auch leid tut. So schön es wĂ€re, wenn der Kontakt nĂ€her wĂ€re und eng, sie werden einen Weg finden, damit umzugehen und wenn der erst einmal auseinander fĂŒhrt, wird man sehen, wofĂŒr das vielleiht gut war? Solange das Ganze nicht als Strafe deklariert wird oder als Liebesentzug. Momentan ist die Reha ein guter Grund fĂŒr ein Nichttreffen, das kann man akzeptieren und wie es weiter geht, wird man sehen, die nĂ€chsten Ferien sind ja nicht ganz so unendlich weg....

Ich habe immer darauf geachtet, das ich die Dinge mit dem Vater meiner Kinder selbst regle, weil ich mich aus den Unanehmlichkeiten nicht heraus nehmen lassen wollte - mein Liebster hat mir sehr oft angeboten, manches GesprĂ€ch zu ĂŒbernehmen, aber ich hab das einfach als meine ureigenste Aufgabe gesehen...... jetzt habe ich zum allerersten Mal ihn vortreten lassen (er hat die Mail betreffend Pferd und Elternkommunikation geschrieben) und es fĂŒhlt sich komisch an, so als hĂ€tte ich meine Pflicht versĂ€umt...... und auch irgendwie richtig, weil es natĂŒrlich immer unsere Familie insgesamt betroffen hat und dann auch ein wenig erleichternd, weil ich diese Worte nicht finden musste - kannst Du da zurĂŒck gehen und ihm sagen "ich bin mit der Vorgehensweise nicht einverstanden, bitte regle das selbst!" Und eventuell dies auch der Ex mitteilen? Sie wird ja beide Telefonnummern bzw. Mailanschriften haben? Ganz deutlich machen, das Deine Grenze errreicht ist, aber das auch sehr liebevoll, es geht ja nicht um ihn in seiner Person sondern um sein Verhalten.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 22. MĂ€rz 2010 10:59

Guten Morgen liebe Ansa!

Deine Worte sind Balsam fĂŒr mich im Moment, weil ich fĂŒhle, wie ich an meine Grenzen stoße und doch irgendwie weiter muss.

Wenn ich meinem Mann sage, er solle alles regeln, was seine Tochter betrifft, dann wird alles im Sand verlaufen. Er wird sich weder um die nĂ€chsten Ferien bemĂŒhen, noch um irgendeine Art von weiterem Kontakt. Es wĂŒrde keine Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke mehr geben.
Seine Ex hat das ja auch schon begriffen. Daher schreibt sie ja mich an, weil sie merkt, dass von seiner Seite aus nichts kommt, was auch vor dem Arbeitsunfall schon so war.
Ich war die treibende Kraft, als es darum ging, den Umgang einzuklagen. Ich war diejenige, die ihn immer wieder dazu ermunterte, anzurufen. Von mir aus ging meist der Gedanke, dass bald schon wieder Ferien sind. Ich erinnere ihn daran, dass die Maus Geburtstag hat und erfrage die evtl. WĂŒnsche.
Von sich aus tut er nichts und tat es auch nie.
Ich habe schon ĂŒberlegt, ob es an mir bzw. meinem Verhalten liegt. Vielleicht "treibe" ich ihn da zu sehr an und er fĂŒhlt sich ĂŒberfordert. Es kann aber auch sein, dass es ja fĂŒr ihn bequem und einfach ist, wenn nicht er sich mit seiner Ex auseinandersetzt, sondern ich. Mag sein, ich habe ihm da zuviel Verantwortung abgenommen, anstatt den Dingen ihren Lauf zu lassen.
Einzig, was ich ganz sicher weiß ist, dass es so nicht mehr weiter gehen kann und darf. Ich bin nicht die Mutter dieses Kindes und trage insofern keine Verantwortung. Sie ist mir ans Herz gewachsen, schon allein, weil sie ein Teil meines Mannes ist. Aber so kann ich nicht mehr.

Im Moment habe ich das GefĂŒhl, ĂŒber uns bricht das Chaos herein und ich kann es nicht aufhalten.
Zu der Problematik mit seiner Tochter kommen auch bei mir die Sorgen um seine Gesundheit, seine berufliche Zukunft und unsere finanzielle Situation, die durch die fortdauernde Zahlung des Verletztengeldes nicht wirklich einfach ist.
Unser Sohn hat momentan eine extreme Mama-Phase und niemand - außer mir - darf trösten, wickeln, anziehen, helfen usw. Er fordert mich in einem Maße, dass es mir teilweise schon fast zuviel ist.

Meine Freude sind im Moment meine MĂ€dchen. Die Große beendet zum Sommer die Realschule und hat bereits einen Platz an ihrem Wunsch-Berufskolleg gefunden. Sie weiß also, wie es fĂŒr sie nach dem Sommer weitergehen wird und sie weiß, wo sie hin möchte.
Mein Mittelchen ist mein großer Stolz im Moment. Nach dem langen und schweren, trĂ€nenreichen Klinikaufenthalt ist sie wie ausgewechselt und ich erkenne sie kaum wieder. Sie ist offen, fröhlich, ausgeglichen. Der Gang zur Schule ist kein Thema mehr und innerhalb kĂŒrzester Zeit hatte sie alles VersĂ€umte aufgeholt und bringt nun Noten mit nach Hause, dass ich nur noch stolz auf sie sein kann. Sie hat sich ihren Praktikumsplatz fĂŒr den kommenden September gesichert und auch bei ihr deutet sich so langsam an, wohin der Weg einmal gehen soll.

Du siehst, es ist so einiges im Gange hier bei uns.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Ansa 1. April 2010 19:51

Liebe Muckel,

bei uns ĂŒberschlagen sich die Ereignisse..... spĂ€ter dazu vielleicht mehr. Ansonsten, wie geht es Dir und Euch momentan? Haben sich die Wogen etwas geglĂ€ttet? Konntest Du mit Deinem Mann ĂŒber Dich und Deine GefĂŒhle sprechen?

Ich freue mich sehr, das es bei Euch ansonsten gut ausschaut..... vor allem, das es Deinen Töchtern so gut geht und das die Therapie so erfolgreich gewesen ist. Das ist bei uns Ă€hnlich, obgleich ich merke, das es unter Stress auch RĂŒckschlĂ€ge gibt. :(

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 4. April 2010 23:33

Liebe Ansa!

Bitte entschuldige, dass ich erst heute antworte. Aber irgendwie fand ich in den letzten Tagen nicht die Zeit.

Mit meinem Mann habe ich leider bisher nicht reden können, da hier einiges anderes dazwischen kam und ich möchte ein solches GesprĂ€ch nicht zwischen TĂŒr und Angel fĂŒhren. Dazu liegt es mir zu sehr am Herzen.

Ich weiß nicht, ob es richtig war, aber ich habe ihn jetzt vor Ostern nicht daran erinnert, dass er sich mal Gedanken ĂŒber eine kleine OsterĂŒberraschung fĂŒr seine Tochter machen soll und so kam es, dass sie bisher noch nicht einmal einen Anruf von ihm bekommen hat. Ich konnte es irgendwie einfach nicht. Mir erschien es fĂŒr mich ganz persönlich falsch, weil ich Abstand zu alldem brauche. Im Moment kann ich es nicht anders beschreiben. Aber ich möchte mich um nichts kĂŒmmern, was auch nur im Ansatz mit dem VerhĂ€ltnis meines Mannes mit seiner Tochter zu tun hat.
Er selbst scheint gar nicht zu bemerken, dass er seine Tochter zu Ostern wohl vergessen hat. Allerdings kann ich nicht sagen, ob er nicht daran denken wollte oder ob er zuviele andere Dinge im Kopf hat.

Nun wĂŒnsche ich dir, deinen Lieben und allen anderen hier im Forum noch ein frohes und gesegnetes Osterfest
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon sonnenschein2 6. April 2010 08:39

Liebe Muckel,

lieben DAnk fĂŒr deine OsterwĂŒnsche hier an uns.
Weißt du, ich bewundere dich dafĂŒr, dass du dir so viele Gedanken um die Tochter deines Mannes und seiner Exfrau/LG machst. Es ist nicht dein/euer Kind, vondaher könntest du dich eigentlich ganz entspannt zurĂŒcklehnen und dich raushalten. Genau das tust du zurzeit. Ich finde es ist legitim. Es ist Aufgabe der Eltern sich zu kĂŒmmern. Sprich hier, die Aufgabe deines Mannes. Irgendwann wird er sich dem stellen. In meinen Augen ist es absolut richtig und auch notwendig, dass du dich zurĂŒckziehst und ihn machen lĂ€sst. Du kannst ihm diese Aufgabe nicht abnehmen. Ich glaube, ich wĂŒrde mich auch zurĂŒcknehmen und wĂŒrde auch mit der Mutter der Kleinen keinen Kontakt haben, den das Kind und damit die Aufgaben von Mutter und Vater betrifft. Die beiden mĂŒssen als Eltern handeln. Du kannst zwar unterstĂŒtzen, aber auch das ist vielleicht im Moment nicht angeraten.
Lass deinem Mann die Zeit und die Reaktionen, die er braucht. Jeder Mensch geht anders mit Schwierigkeiten um. Du hast versucht zu sprechen, es geht aber nicht. Also lass ihn kommen und regeln. Und wenn nichts passiert, es ist seine Sache und auch sein Leben sowie sein Kind.
Ich weiß es ist unendlich schwer, weil du könntest ja lösen und ein Geschenk fĂŒr die Maus besorgen, oder mit der Mutter sprechen. Aber es ist nicht deine Aufgabe. Es ist manchmal schlimm, Patch work zu leben, wenn einem die HĂ€nde gebunden sind. Aber die Rollen und Aufgaben sind eigentlich ganz klar verteilt..Doch dies anzunehmen braucht Zeit und viel Nachdenken.

Ich weiß, du möchtest nur das Beste. Ich wĂŒnsche dir einen gehbaren Weg gemeinsam mit deinem Mann. Ihr habt so schwere Zeiten hinter euch. Ein klein wenig Freude und Lachen mögen sich breit machen bei euch.
Alles Liebe
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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 6. April 2010 11:33

Liebe Sonnenschein!

Vielen Dank fĂŒr deine Worte. Sie tun mir gut, weil ich mich grad im Moment so richtig elend und am Ende meiner KrĂ€fte fĂŒhle - was ganz sicher nicht nur an der Situation zwischen meinem Mann und seiner Tochter liegt.
Irgendwie kommt hier eines zum anderen und ich habe das GefĂŒhl, die Problemberge werden grĂ¶ĂŸer, je mehr ich versuche, sie zu verkleinern. Aber all das ist ein anderes Thema.

Es fĂ€llt mir sehr schwer, mich sozusagen zurĂŒckzulehnen und meinen Mann einfach machen zu lassen. Habe ich doch immer seine Tochter vor Augen, die doch fĂŒr all das was zwischen ihren Eltern vorgefallen ist, gar nichts kann. Gleichzeitig lebe ich ein komplett anderes VerhĂ€ltnis zu meinem Exmann, mit dem ich die Sorgen um die unsere MĂ€dels teile und an dessen Privatleben ich zumindest in kleinen Teilen immer noch teilhabe, z. B. dass sein Vater seit Dezember schon im Krankenhaus liegt und nun erst langsam auf dem Wege der Besserung ist. Da ist es fĂŒr mich keine Frage, dass ich unterstĂŒtze wo ich kann, denn auch ich habe meinen Ex-Schwiegereltern vieles zu verdanken und sehe sie immer noch als meine Schwiegereltern an.
Auch sehe ich unsere MĂ€dels und wie entspannt sie sind im Umgang mit uns Eltern, obwohl wir geschieden sind.
Gegen all das steht die Tochter meines Mannes, wo alles so anders ist - so fremd, so distanziert.

Nachdenkliche GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon sonnenschein2 6. April 2010 12:11

Liebe Muckel,

weißt du genau das ist es, anzunehmen dass es anders ist. Du kannst hier ja unter anderen Themen lesen, dass ich so lange Schwierigkeiten hatte, das gute VerhĂ€ltnis, das mein Partner zu seiner Frau hat anzunehmen. Ich habe gar kein gutes VerhĂ€ltnis mehr zu meinem Exmann, eigentlich ist gibt es gar keine schönen Momente mehr mit uns. Aber ich lerne damit zu leben. Du kannst es nicht Ă€ndern. Das VerhĂ€ltnis deines Mannes zu seinem Kind ist alleine seine SAche. Du hast unterstĂŒtzt und Halt gegeben, aber mehr ist nicht drin. Ich fĂ€nde es sogar falsch, denn es ist seine Aufgabe. Wenn er dich um Rat fragt oder um Hilfe bittet, dann klar bist du da. Das ist auch gut und richtig so. Aber die Initiative muß von ihm kommen.
Lenke dich ab und versuche dich um deine Baustellen zu kĂŒmmern. Magst du erzĂ€hlen was sich bei euch dreht?

FĂŒhl dich lieb bedacht
Sonnenschein2
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Re: Mein Mann ist so enttÀuscht

Beitragvon Muckelmaus 6. April 2010 20:58

Liebe Sonnenschein!

sonnenschein2 hat geschrieben: Magst du erzÀhlen was sich bei euch dreht?


Tja - was ist hier im Moment so alles los? Wie ich finde, eine Menge.
Da wĂ€re zunĂ€chst der Arbeitsunfall meines Mannes, der ja immer noch nicht ĂŒberstanden ist. DarĂŒber hab ich ja schon berichtet, oder? Daraus resultierte, dass er seinen Job verlor und wir wohl demnĂ€chst im kompletten ALG II-Bezug stehen werden. Die finanziellen Auswirkungen kann ich mir jetzt schon ausmalen, da ich ja jetzt schon spĂŒre, was es heißt, mit weniger Geld auskommen zu mĂŒssen. Zur Zeit bezieht mein Mann ja Verletztengeld, was natĂŒrlich weniger ist, als sein Gehalt.
Ob wir - wenn es zum ALG II-Bezug kommt - unsere Wohnung behalten können, bleibt abzuwarten. Sie liegt sehr wahrscheinlich nĂ€mlich nicht in der Angemessenheitsgrenze der ARGE. Das wĂŒrde also Umzug in eine kleinere, preiswerte Wohnung bedeuten.
Finanziell wird unsere Lage allmĂ€hlich immer enger, weil uns im Monat doch einiges an Geld fehlt und die RĂŒcklagen natĂŒrlich auch schrumpfen. Das belastet mich schon sehr.
Dazu kommen natĂŒrlich die Sorgen um die gesundheitlichen Folgen fĂŒr meinen Mann. Bisher ist noch nicht abzusehen, ob er je wieder zu 100% gesund werden kann. Sein behandelnder Arzt spricht schon von einer befristeten BerufsunfĂ€higkeitsrente. Ob mein Mann damit klar kommt, bleibt abzuwarten.

Dann wĂ€re da noch mein Ex-Schwiegervater. Auch seine Genesung schreitet nur sehr langsam voran und es zermĂŒrbt ihn und uns alle.

Zum guten Schluß ĂŒberraschte mich meine Große (sie wird im nĂ€chsten Januar 18) vor einiger Zeit damit, dass sie ĂŒberlegt und mit Papa und Oma schon besprochen habe, ob es nicht sinnvoll wĂ€re, wenn sie im August bei uns auszieht und stattdessen zu Oma und Opa zieht. Sie hat mir erklĂ€rt, dass Papa dieser Idee positiv gegenĂŒbersteht und auch Oma hat sich nicht dagegen ausgesprochen. Die Oma möchte das allerdings noch mit Opa besprechen.
NatĂŒrlich begrĂŒndet sie mir ihre Entscheidung auch so, dass es nachvollziehbar klingt. Sie wird ab September in der NĂ€he der Großeltern ein Berufskolleg besuchen und damit wĂ€re der Schulweg wesentlich kĂŒrzer. Außerdem könne sie den Großeltern zur Hand gehen. Weiterhin erklĂ€rt sie mir, dass sich ja mit einem Auszug ihrerseits, die Situation hier zu Hause entspannen wĂŒrde, da sie sich mit ihrer Schwester ja nicht mehr streiten wĂŒrde. Das kĂ€me uns sicher allen zu Gute und mehr Platz hĂ€tten wir dann auch.
Was soll ich sagen? Irgendwie fĂŒhle ich mich da ein wenig außen vor bzw. ĂŒbergangen. Meiner Meinung nach hĂ€tte sie das zunĂ€chst einmal mit uns hier besprechen sollen, da sie hier lebt. Das habe ich ihr gesagt und auch ihrem Vater, der sich bei mir zumindest entschuldigte.
Sie selbst hat schon alles bis ins kleinste Detail geplant und auch mein Hinweis darauf, dass es den Großeltern vielleicht doch zuviel sein könnte (was sie aber niemals sagen wĂŒrden), wischte sie vom Tisch. Sie meinte, auch darĂŒber habe sie bereits mit der Oma gesprochen und es sei alles abgeklĂ€rt.
Wie mein Herz sich dabei fĂŒhlt, brauche ich ja wohl nicht weiter zu erwĂ€hnen.

Du siehst, es ist jede Menge los hier bei uns.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel LĂ€rm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lĂ€sst das Haus stumm zurĂŒck, dass Du denkst, du wirst verrĂŒckt.
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