Update

Der Treffpunk f├╝r Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier k├Ânnen Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Update

Beitragvon Ansa 2. Februar 2010 10:05

Guten Morgen Ihr Lieben,

so viele haben mich gefragt, wie es mir wohl geht..... es war eine sehr bewegte Zeit bei uns zu Hause. Die Therapie meiner J├╝ngsten neigt sich dem Ende entgegen, MItte Februar kommt sie wieder nach Hause.

Einhergehend damit haben sich nat├╝rlich viele Dinge ver├Ąndert. Jedes meiner Kinder hat diese Zeit unterschiedlich waht genommen und genutzt. Am Schwersten hatte es mein Mittelchen, sie lief eine ganze Weile durch die Gegend und wusste nichts mit sich anzufangen. Lie├č sie bislang ihre Frustrationen an ihrer kleinen Schwester aus, stand diese nicht mehr zur Verf├╝gung. Sie versuchte es bei mir und lief ins Leere..... dann griff sie unsere Gro├če an, das endete in einem handfesten b├Âsen Streit. Jedenfalls erreichte sie ihr Ziel nicht und mir wurde klar, das an den "Zusammenbr├╝chen" meiner J├╝ngsten das Mittelchen ├╝berdurchschnittlich beteiligt war..... nat├╝rlich, die J├╝ngste machte mit, aber das sind auch Kreisl├Ąufe die man, wenn man darinnen steckt, kaum durchschaut.

Unsere Gro├če nahm das alles ganz gelassen, es war ihr eher drau├čen peinlich "was soll ich bloss meiner Gemeinde sagen, wo meine kleine Schwester ist" als das es sie in irgendeiner Form bewegte. Im Gegenteil, sie nutzte die Zeit ├╝berdurchschnittlich f├╝r "ich besetze mal meine Eltern" und sie hat uns in dieser Zeit mehr Nerven und Kraft gekostet als meine J├╝ngste. Dazu aber sp├Ąter.

Mein Exmann verweigerte in der ganzen Zeit gemeinsame Gespr├Ąche. Was mein Liebster und ich sehr bedauern. Andererseits und dar├╝ber bin ich froh, hat er seine Gespr├Ąche alle in Anspruch genommen. Bei mir selbst ist angekommen, das er sehr gern Kontakt zu den Kindern m├Âchte, aber es ihm am liebsten w├Ąre, ich w├╝rde nicht existieren. Nun sagt der Therapeut, beide W├╝nsche sind da gleichberechtigt..... und wieder mal (das tun sie irgendwie gern, die Therapeuten) nicht auf das sehen was war (aha, deswegen sind wir hier, oder?) sondern auf das sehen, was sein wird (und mir f├Ąllt ein kluger Spruch einer sehr lieben alten Dame ein "um zu wissen was sein wird, muss man wissen, was gewesen ist" - ganz so einfach ist das eben dann doch nicht. Jedenfalls ist sein Wunsch vielleicht legitim, aber in meinen Augen reichlich naiv. Es gibt mich und alles W├╝nschen wird nicht helfen...... von daher kann ich ihm weder aus dem Weg gehen, noch ihm die Dinge erf├╝llen, die er m├Âchte. Mit den Kindern tun und lassen was er will..... ohne Einschr├Ąnkung, so als w├╝rde es mich und die Familie die wir leben, nicht geben - das kann man w├╝nschen, aber f├╝r mich geh├Ârt es zu den unerf├╝llbaren W├╝nschen.

Wenn nun Entscheidungen anstehen, setze ich Fristen, innerhalb derer ich eine Antwort erwarte. Und erhalte ich keine, gehe ich davon aus, das ich entscheiden kann, wie es mir gut erscheint. Durch einen b├Âsen Streit Anfang Januar, habe ich mir ja eh schriftliche Auseinandersetzungen erbeten und ihm mitgeteilt, das ich nicht mehr mit ihm reden werde, ich nicht mehr mit ihm.... mal sehen. Momentan ist alles sehr friedlich, aber ich glaube nicht, dass das so bleibt. Die Klinik jedenfalls arbeitet auch darauf hin, das ihm deutlich wird, das sie die Dinge steuern und bewegen kann. Das sie kein Opfer ist und hier nicht leidet. Das die Kinder unter uns leiden, ist etwas, das er zwingend glaubt..... sie werden hier untergebuttert und gezwungen Dinge zu tun, die sie nicht tun wollen. Wie sagte er zu unserer Gro├čen "wenn es Dich gl├╝cklich macht, tue ich alles f├╝r Dich was Du m├Âchtest." Klingt f├╝r mich eher unerwachsen, f├╝r die Kinder aber berauschend sch├Ân....... und so handelt er auch.... un├╝berlegt und unreflektiert. Gut, das sie ein stabiles zu Hause haben. Denn allen W├╝nschen nachgehen, das merken zumindest die beiden Gro├čen mittlerweile selbst, ist am Ende nicht das, was gl├╝cklich macht. Konfliktfreie Zonen m├Âgen sch├Ân scheinen, aber sie sind am Ende ein Zeichen von einer gewissen Gleichg├╝ltigkeit.

Es hat ├änderungen gegeben, wir Erwachsenen, der Liebste und ich, haben s├Ąmtliche Papawochenenden gekippt und meinem Exmann mitgeteilt, das s├Ąmtliche Absprachen f├╝r uns keine G├╝ltigkeit mehr haben, was die Wochenenden anbelangt. Das solle er (ich denke, sie sind alle alt genug) mit den Kindern besprechen und planen. Wir halten uns da raus, ob sie mit einer Freundin verabredet sind oder mit Papa ist f├╝r uns in Zukunft das Gleiche. Zu oft hat er Vereinbarungen gekippt und boykottiert, ich kann mich bei ihm auf absolut nichts verlassen, also hab ich beschlossen, ich lasse das gleich ganz. Daf├╝r wird es aber in Zukunft ein Elternwochenende im Monat f├╝r den Liebsten und mich geben. An dem werden wir ausgehen, Freunde besuchen und einfach die Zeit genie├čen und die Kinder bleiben zu Hause und k├╝mmern sich verbindlich um unsere Hunde. Papabesuch in dieser Zeit muss und wird eingeschr├Ąnkt bleiben. Wir versuchen um seine Wochenenden zu planen, geben aber der wenigen Zeit unserer weit verteilten Freunde Vorrang.

Das haben wir im Januar auch bereits in Anspruch genommen, wir waren in Oberhausen bei Excalibur..... *schw├Ąrm*......... das war sch├Ân.... und ├╝bern├Ąchstes Wochenende fahen wir nach W├╝rzburg. Da freue ich mich schon sehr drauf.

Meine J├╝ngste ist nun Teenager und hat dort viele Erfahrungen machen k├Ânnen, die ihr deutlich machen, das sie beteiligt ist und das sie die Dinge ebenfalls ver├Ąndern kann. Sie war dort eine der ├ältesten, musste sich ein Zimmer teilen, hatte zeitweilig ein Durchgangszimmer (was ihre Sicht doch sehr ver├Ąndert hat) und ist Regelk├Ânigin geworden...... keine Fehltritte..... also, um Regeln (wie bei so vielen anderen Kindern ) geht es gar nicht. Was ja gut ist. ,) Sie ist ausgeglichener und scheint zufriedener zu sein. Nicht mehr so angespannt..... sie f├╝hlt sich dort ausgesprochen wohl..... und uns ist es gelungen, ihre Freundschaft zu ihrer Freundin ├╝ber die Zeit hinweg zu erhalten. Die beiden waren oft an den Wochenenden verabredet. Tja und auch in der Schule haben wir mehr Gl├╝ck als Verstand gehabt, zeitgleich mit Beginn der Therapie wurde ihre Klassenlehrerin krank und ist erst Ende Januar wieder gekommen. Das gab ne Menge Unterrichtsausfall..... was mich in dem Fall freut, weil mir das Erreichen des gesetzten Zieles (in der Klasse bleiben zu k├Ânnen) doch leichter erscheinen l├Ąsst.

Papa und seine Familie sind nach wie vor schwierig, so spricht sie dort niemand auf die Klinik an, niemand fragt dannach..... alle schweigen.... und wenn sie erz├Ąhlen m├Âchte, dann wird das Thema gewechselt. Was sie merkt und bedauert, aber wir reden dar├╝ber. F├╝r mich schlie├čt sich das Familienbild immer mehr und ich sehe Beteiligungen meiner Exschwiegereltern aus einer anderen Perspektive. Sie werden unbedrohlicher..... Oma ist, zum zweiten Mal an Krebs erkrankt, diesmal hat er gestreut und doch erz├Ąhlt sie allen Enkelkindern, das sie wieder gesund wird und dass das alles nicht so schlimm ist. Die Kinder, ein wenig sauer, derweil sie ihre erste OP damals als "ne, ist nichts ernstes" hat laufen lassen, wissen nun alle, sie hat damals gelogen und keiner glaubt ihr so wirklich.... ich entzieh mich und sag immer "ich w├╝nsche es ihr ganz doll, das sie wieder gesund wird. Die Medizin ist ja schon viel weiter als vor einigen Jahren und ihr fester Glaube daran ist das Wichtigste." F├╝r alles andere ist Zeit, wenn es soweit ist. Immerhin werde ich da mehr und mehr Expertin. (ich schreib zwei Hausarbeiten ├╝ber das Thema).

Mein Liebster hat seine Einstellung der Situation gegen├╝ber verdeutlicht und mir ist es gelungen, mit ihm ├╝ber meine Zweifel und meien Verletzungen zu sprechen, ich f├╝hle mich verletzt wenn er sagt "Eure Kommunikation ist total im Eimer" weil ich h├Âre "das kannst Du besser!" Und nat├╝rlich so waren meine Erfahrungen, war ich an dem Punkt, an dem ich sagte "SO nicht mehr, alles nur noch schriftlich und kein Miteinander...." kam immer wieder jemand und sagte, "aber das ist f├╝r die Kinder nicht gut......... wollen sie das wirklich?" Der Therapeut in der Klinik ist der Erste der sagte "Manchmal ist das eine gute Entscheidung und richtig." Das hat mich gest├Ąrkt. Der Liebste und ich sind Teammenschen, die am allerliebsten alles gemeinsam und zusammen kl├Ąren w├╝rdem. nur geht das nicht mit jemandem, de rnicht will. Und mal ja, mal nein, ist f├╝r mich keine Alternative. Das aber war ein langer Lernschritt f├╝r uns als Paar.

Nun steht also die R├╝ckkehr unserer J├╝ngsten an. Unsere Gro├če hat freiwillig (mehr oder weniger, aber total entschlossen) vorgeschlagen, das ihr Zimmer Durchgangszimmer wird, das Mittelchen ist hocherfreut, die J├╝ngste nimmt`s gelassen, die Klinik findet, das ist ein guter Neuanfang. Schauen mir mal..... sie selbst f├╝rchtet sich ein wenig vor der R├╝ckkehr. Wie wird das alles werden, mit Schule, Klassenkameraden und Freundinnen? Aber einen Schulwechsel lehnt sie ab, das w├Ąre ja auch eine Idee gewesen. Wir schaffen das schon.

Und in der Zwischenzeit hatte ich noch m├╝ndliche Pr├╝fungen und dies und jenes.... aber auch ich habe mich erholt und viel f├╝r mich getan. Wir alle waren krank, so richtig, der Liebste sucht grad einen neuen Job, alles ist also wie immer, in Ver├Ąnderung. Mal sehen.... jetzt stehen ein paar Hausarbeiten an und dann geht`s weiter.

Euch liebe Gr├╝├če
Ansa
Sei z├Ąrtlich mit den Kindern, mitf├╝hlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftm├╝tig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
Benutzeravatar
Ansa
Administrator
Administrator
 
Beitr├Ąge: 2601
Registriert: 14. August 2006 11:52

Re: Update

Beitragvon Gerda 2. Februar 2010 12:42

Liebe Ansa,

sch├Ân, dass du mal wieder ein Update geschrieben hast.

F├╝r mich klingt es so, als habest du sehr viel gearbeitet und als habest du auch sehr viel bewegt auf allen m├Âglichen Ebenen. So, als sei die Zeit des Klinikaufenthaltes der J├╝ngsten eine Zeit gewesen, ganz viele Beziehungen im Einzelnen zu kl├Ąren: mit deinem Liebsten, mit den T├Âchtern und mit dem Exmann und vielleicht auch mit dir selbst - was brauche ich denn eigentlich? und dann auch daf├╝r zu sorgen, s. Paarwochenende.

Die Haltung dem Exmann gegen├╝ber, dass er die Wochenenden mit den Kids selbst plant und die Haltung den Kids gegen├╝ber, dass Ihr Euch ein Paarwochenende pro Monat gesichert habt, finde ich sehr gut! So bist du nicht mehr in dieser ohnm├Ąchtigen Position, in die er dich immer wieder gebracht hat, indem er Wochenenden oder Urlaube plante und dann nicht einhielt.

Es kommt mir auch so vor, als habest du einen Energiezuwachs? Es klingt jedenfalls so, als seiest du nicht mehr so enorm ersch├Âpft, wie du warst.

Liebe Gr├╝├če
Gerda
"Unser wahres Zuhause ist der gegenw├Ąrtige Augenblick. Wenn wir wirklich im gegenw├Ąrtigen Augenblick leben, verschwinden unsere Sorgen und N├Âte, und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern.ÔÇť

Sei selbst die Ver├Ąnderung, die du dir w├╝nschst.
Benutzeravatar
Gerda
Moderator
Moderator
 
Beitr├Ąge: 3315
Registriert: 7. Juni 2005 22:06

Re: Update

Beitragvon Ansa 2. Februar 2010 18:52

Liebe Gerda,

das stimmt, ich bin lange nicht mehr so ersch├Âpft wie ich es war..... zwar bin ich noch angeschlagen, mein Fu├č ist immer noch nicht wieder okay, aber das geht schon irgendwie. Der Liebste hat grad Projektwechsel, das bedeutet, er hat ein paar Tage zu Hause und wir gehen das Kommende ruhig an. Ich schlafe viel und zusammen mit den Gro├čen kann man einfach mal alle f├╝nf grade sein lassen. Sie regeln ihren Tagesablauf im Gro├čen und Ganzen selbst und ja, die Zeit spielt eine Rolle, langsam werden eben alle gro├č und erwachsener und ich muss nur darauf aufpassen, diesen Sprung bei der J├╝ngsten nicht zu verpassen.

Mehr Verantwortung abzugeben, auch die der Kinder mit ihrem Papa. Ich bin nicht daf├╝r verantwortlich, wenn sie zanken.... sie d├╝rfen mir das erz├Ąhlen, ich bin f├╝r sie da und dann muss es f├╝r mich gut sein. Sie m├╝ssen mit ihm zurecht kommen, allein, ohne mich. Das ist eine gro├če Erleichterung. Unsere J├╝ngste will das letzte Wochenende ind er Klinik auch dort verbringen, das muss sie sehr gut begr├╝nden, denn die Belastungswochenenden sind Pflicht, es ist Papawochenende und sie will nicht zu ihm..... mir scheint, sie testet da etwas aus? Jedenfalls habe ich ihr angeboten, sie k├Ânne, da diese Wochenenden eben nun Verabredungssache zwischen ihr und Papa sind, selbstverst├Ąndlich auch zu uns nach Hause kommen, das aber will sie gar nicht. ,)

Und ja, alles ist in Bewegung, wenn einer aus der Familie fehlt, dann ver├Ąndert sich das Gesamtgef├╝ge.... und es geht ja hier um Verhaltensmuster├Ąnderungen, das braucht seine Zeit. Bei den Kindern ebenso wie bei mir. Und das sie alle langsam erwachsener werden, da braucht es auch seine Zeit der Umstellung.... so wie wir hier im Forum immer unterscheiden m├╝ssen zwischen Trennungsproblemen und "normalen Entwicklungsstufen" so muss ich das grad lernen, abgrenzen, nicht immer voll da sein und mich raus halten bzw. darauf bestehen, drau├čen zu bleiben. Es ist an der Zeit, das sie lernen "Papa ist so" und ihre eigenen, von mir unabh├Ąngigen Wege zu ihm finden, alle drei.

Nun m├╝ssen wir mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Manches bessert sich grade enorm, manches eher nicht.... aber das ist ein anderer Thread.

Dir und Euch liebe Gr├╝├če
Ansa
Sei z├Ąrtlich mit den Kindern, mitf├╝hlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftm├╝tig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
Benutzeravatar
Ansa
Administrator
Administrator
 
Beitr├Ąge: 2601
Registriert: 14. August 2006 11:52


Zur├╝ck zu Alleinerziehend & Patchworkfamilien

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 G├Ąste

cron