Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Der Treffpunk fĂŒr Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Ansa 11. April 2013 07:54

Guten Morgen Ihr Lieben,

ich sehe, es wird irgendwie "unversöhnlich".... ich empfinde auch oft MitgefĂŒhl, wenn ich mitunter so lese, das manche ihr ganzes Leben mit den Scheidungen ihrer Eltern zu tun haben und das die GefĂŒhle aus der Kindheit das Heute weitgehend mitbestimmen und vieles ausbremsen. Da ist etwas schief gelaufen, da sind Kinder nicht beachtet und wahr genommen worden und das war nicht richtig.

Aber und das halte ich im Heute fĂŒr Lebensnotwendig, ein Kind darf nicht erleben, das alle möglichen Probleme auf die Trennung ausgerichtet werden - das ist ein Zuviel, ein "ich halt mich fest an vergangenen Tagen" - ich tu mich schwer, es auszudrĂŒcken, weil ich niemanden verletzen will. Jedes Kind hat Probleme damit, wenn ein Geschwister geboren wird, auch die aus intakten Familien. Jedes Kind muss sich seine Position neu verifizieren und hat damit Probleme und Fragen.

Trennungskinder haben da sicher die ein oder andere Position mehr zu klÀren, vor allem, weil ein Elternteil ja nun eine neue Familie hat. Aber, wenn diese Familie klug handelt, hat das Kind nicht nur eine, sondern 2 Familien und das ist eine ganz individuelle Sache und ein sehr individuelle Erleben.

Ich kenne Kinder, die sind von ihrer alleinerziehenden Mama zu Papa und seiner neuen Familie gezogen, weil es eben dort Geschwister gab und Mama war so klug, sie gehen zu lassen.... es gibt keine allegemeingĂŒltigen Aussagen, was richtig ist und was nicht.

Aber, Kinder lernen aus den Folgen, sie lernen aus dem Verhalten der Erwachsenen und sie reagieren darauf. Und sie sind keine handlungsunfĂ€higen Wesen, es sei denn, man hat sie dazu gemacht, sie ĂŒberhört und ĂŒbergangen. Das aber sehe ich hier bei Maxi nicht. Da wurde einbezogen, sich MĂŒhe gegeben, versucht etwas gemeinsam zu tun. Und, es liegt gar nicht in Maxis Hand das zu verĂ€ndern, wenn es ausgeschlagen wird. Ich mein, wenn ich mir alle MĂŒhe gebe und nur Schulterzucken ernte? Dann kann ich mir natĂŒrlich Gedanken machen - aber die können durchaus falsch sein?

Ich kenne ein junges MĂ€dchen, deren Stiefmutter (grĂ€ssliches Wort) sich alle MĂŒhe gegeben hat, ihr gerecht zu werden, GesprĂ€che, Miteinbeziehung, "ich bin immer fĂŒr Dich da", VerstĂ€ndnis fĂŒr viele unverstĂ€ndliche Dinge, Nachsicht - kurz, so wie man sich vorstellt, das ein Kind sich die Dinge wĂŒnscht. Das MĂ€dchen aber zuckte nur mit den Schultern, lĂ€chelte vielsagend und hielt sich raus..... jeder dachte nach, was da wohl falsch lief..... irgendetwas musste ja sein? Dann kam die Stiefmutter bei einem Unfall ums Leben und das MĂ€dchen fiel völlig in sich zusammen. Am Ende einer langen bitteren Zeit sagte sie folgendes "Sie hat alles richtig gemacht und ich habe sie geliebt, ich hab nur damals beschlossen, das ich sie einfach nicht mögen wĂŒrde und irgendwann bin ich ĂŒber dies "ich find Dich blöd" nicht mehr drĂŒber weg gekommen. Ich wĂŒnschte mir, ich hĂ€tte ihr ein einziges Mal sagen können, wieviel sie mir bedeutet hat, was hĂ€tten wir es schön haben können, wĂ€re ich nicht so unendlich blöd gewesen?" Und sie weinte......

Was ich damit sagen will ist, auch Kinder haben ihren Anteil an dem, was um sie herum passiert. Sie tragen und wir Eltern versuchen auch, ihnen das beizubringen, Verantwortung fĂŒr sich. Grade Teenager, die ĂŒber alles und jeden nachdenken, sind da durchaus aufgerufen die Hand zu nehmen, die sich ihnen bietet. Es darf nicht fĂŒr alles VerstĂ€ndnis geben. Wir mĂŒssen Hilflosigkeit erkennen und deuten, aber wir mĂŒssen nicht alles gut heißen, das macht uns unglaubwĂŒrdig.

Was hab ich gestern gehört? Ein MĂ€dchen, 14, hat den Konfirmandenunterricht verweigert und feiert am Konfirmationstag eine Nichtkonfimandenparty. Alle sind eingeladen und irgendwie findet es niemand gut, aber Geschenke fĂŒr die erste große Entscheidung ihres Lebens sind erwĂŒnscht. Ich glaub es hackt, was hat sie entschieden ohne sich mit dem Thema auseinander zu setzen? Nichts aber auch gar nichts wĂŒrd ich machen.... außer einen Brief schreiben und ihr mitteilen, wie ich das sehe. Meine Tochter zog gleich einen Vergleich "ich könnt ja eine -ich bin nicht schwanger- Party werfen, ich wĂŒnsch mir nen Thermomix?" :dampf: Hier sind Eltern wie Kind gefragt und eine erste große Lebensentscheidung beinhaltet auch Konflikte. Find ich. Aber es macht deutlich, das Kinder mitentscheiden.... was lernt sie, wenn alle ihre seltsame Party gut finden?

Ich verliere die Belange eines Scheidungskindes ganz sicher nicht aus den Augen, aber dies Erleben muss eingebettet sein ins Leben. Traumatische Erlebnisse mĂŒssen verarbeitet werden und eines Tages in den Alltag mĂŒnden. Ich hab meine Kinder stets liebevoll begleitet und doch eingefordert, das sie Papas Freundin gegenĂŒber höflich zu sein haben. Ich war da ganz klar, Kinder brauchen Halt und Erwartungen, man darf ihnen nicht erlauben, ganz in eine eigene Welt abzutauchen, sie verlieren sich.

Ich habe viele viele Male ein Problem, das auftauchte auf die Trennung geschoben, bis ich erkannte, das auch Probleme auch einfach dazu gehören, zum Leben, Manche Verhaltensweisen haben ĂŒberhaupt nichts mit der Trennung zu tun, etwa wenn Maxis Tochter sich weigert, mehr als ihren eigenen Teller vom Tisch zu rĂ€umen. Aber wenn ich glaube, es habe damit zu tun, werde ich unweigerlich falsche Signale setzen, etwas bestĂ€tigen das nicht der RealtitĂ€t entspricht und dann? Jedes kleine Kind muss erleben das in anderen Haushalten andere Regeln herrschen, bei Oma darf es Dinge tun, die zu Hause streng verboten sind - das gehört doch zum Leben dazu? Wie soll es sonst eines Tages wĂ€hlen dĂŒrfen, wie es selbst leben will? Geht es aber um Trennungsfamilien wird da sofort ein anderes Signal daraus? Ist das immer richtig?

Sie mĂŒssen etwas wichtiges und schweres lernen: Ich allein trage die Vaeratnwortung fĂŒr mein Leben und ich muss nach vorn schauen, wenn ich nach vorn gehen will. Man fĂ€llt auf die Nase, wenn man beim VorwĂ€rtsgehen rĂŒckwĂ€rts schaut.

Da sehe ich auch einen Teil Verantwortung, wenn wir hier einem Kind sagen "Sprich mit Deinen Eltern, sag Ihnen......" dann verlangen wir genau DAS. Wir verlangen nicht, lass Dich fallen, alle sind garstig zu Dir. Wie sagte neulich meine Große "ja, aber wenn Du verletzt bist, hat das einfach was mit Dir zu tun, das war ja nicht meine Absicht und deshalb kann ich nichts dafĂŒr." Oh, ich hab sie fĂŒr diesen Satz gehasst - einen Moment lang, ich weiß aber auch zu gut, das sie irgendwo Recht hat.... und das ist mein Part, den muss ich fĂŒr mich auflösen. Und dann können wir wieder miteinander reden.

Wichtig ist, das jedes Kind ganz individuell ist und individuell reagiert, das eine braucht unendliches VerstĂ€ndnis, das andere durchaus eine klare Ansage und dazwischen liegen alle Farben von grau. Wir sollten hier gemeinsam heraus finden wie wir helfen können und worum es speziell geht. Nicht pauschal, mein Empfinden ist ein ganz anderes als das von jedem Einzelnen und - es ist nicht besser oder schlechter, nur anders. Finden wir doch lieber eine Lösung, fĂŒr Maxi und ihre Tochter, nicht fĂŒr uns.

Alles Liebe
Ansa

P.S. doch doch Maxi, es verÀndert sich sehr viel durch ein weiteres Kind, das ist ein langsamer und normaler Prozess, auch wenn es nicht so aussieht, es ist doch alles in Bewegung. Aber das ist gut so und richtig.
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Muckelmaus 11. April 2013 09:57

Guten Morgen ihr Lieben!

Oh je - da bekommt MaxiÂŽs Threat eine ganz andere Richtung als ich wollte :(

Es liegt und lag mir mit meinem Post gestern fern, jemanden anzugreifen oder verletzten zu wollen. Das war ganz sicher nicht meine Absicht und sollte ich das getan haben, so tut es mir leid.

Ich wollte damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass ich es persönlich fĂŒr falsch halte, wenn ich mein Leben im Gestern verbringe und immer wieder neu hinterfrage, was geschehen ist. SelbstverstĂ€ndlich ist eine Trennung fĂŒr jedes Kind ein traumatisches, dramatisches Erlebnis. Aber ich kann nicht auf ewig daran festhalten. Nach vorn muss ich doch schauen, Lehren fĂŒr mich daraus ziehen, um es besser, anders machen zu können. Ich muss das Erlebte fĂŒr mich verarbeiten und meinen Weg suchen. Wenn ich aber stĂ€ndig an der Trennung festhalte, komme ich nicht voran in meinem Leben und auch mit und in mir selbst nicht.
NatĂŒrlich braucht jedes Kind dafĂŒr seinen eigenen, ganz individuellen Weg. Aber irgendwann muss der Punkt erreicht werden, an welchem damit abgeschlossen werden kann, damit das Leben in die eigenen HĂ€nde genommen werden kann.

Im weitestesten Sinne bin auch ich ein Trennungskind, wenn ich auch nicht im klassischen Sinne.
Mein Vater verließ meine Mutter, als sie mit mir schwanger war. Er kĂŒmmerte sich nie um mich und starb, als ich 4 Jahre alt war. Meine Mutter wurde alkoholabhĂ€ngig und diese AbhĂ€ngigkeit prĂ€gte meine gesamte Kindheit. FĂŒr mich gab es all die Freuden anderer Kinder oder Jugendlicher nicht. Mein Leben wurde durch den Alkoholismus meiner Mutter bestimmt.
Lange Zeit habe ich alles, was in meinem Leben falsch lief, nicht stimmig schien, auf meine Mutter und ihre Erkrankung geschoben. Das war die perfekte ErklĂ€rung fĂŒr alles und herrlich einfach. Jeder schien VerstĂ€ndnis fĂŒr mich zu haben.
Aber irgendwann - viele TrĂ€nen, GesprĂ€che und Therapiestunden spĂ€ter - musste ich erkennen, dass es mein Leben war ĂŒber das nur ich zu bestimmen hatte. Ich hatte die Wahl, weiterhin meine Mutter fĂŒr alles verantwortlich zu machen oder mein Leben und damit die Verantwortung fĂŒr mich selbst in die Hand zu nehmen. Ich habe mich fĂŒr den zweiten Weg entschieden, der sicherlich schwieriger zu gehen ist. Ich trage meiner Mutter ihre Alkoholsucht nicht nach. Es wird GrĂŒnde gegeben haben, die sie haben so krank werden lassen. Ich weiß auch, dass sie mich geliebt hat, auch wenn der Alkohol zunĂ€chst viel zerstört hat. Ich habe gelernt nach vorn zu schauen und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Auf diese Weise geht es mir besser und ich kann freier atmen.
Nichts anderes habe ich versucht, meinen MĂ€dels zu vermitteln. Sie haben keine alkoholkranke Mutter oder einen gewalttĂ€tigen Vater. Sie haben geschieden Eltern und mĂŒssen nun damit leben und ich glaube, das können sie beide sehr gut. Sie können das aber nur, weil wir sie ihren Weg haben finden lassen und im Hintergrund abgewartet haben, was sie brauchen.
Mir ist bewusst, dass es Eltern gibt, die ihren Kindern nicht die Hilfestellung geben, die sie benötigen und das der Weg dadurch ungleich schwerer wird. Aber auch mit dieser HĂŒrde ist er machbar. Es braucht den Willen und die Kraft ....

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel LĂ€rm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lĂ€sst das Haus stumm zurĂŒck, dass Du denkst, du wirst verrĂŒckt.
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Tamara22 11. April 2013 13:21

Wenn es ihr egal ist wie ich mich fĂŒhle, kann es eigentlich doch auch mir egal sein, wie sie sich fĂŒhlt?


Liebe Maxi, du bist erwachsen und weißt es besser...das ist der Unterschied und du stellst dich mit ihr auf eine Stufe, wie du mir so ich dir?

Ich fĂŒhre mein Leben nicht im Gestern, sondern in mir, mit mir und mit anderen aus mir heraus...immer im jetzt.
Und das Erleben in der Vergangenheit, damit meine ich die Gesamtheit meines Erlebens, nicht nur einzelne Situationen, haben mich bewegt und zu der werden lassen, die ich heute bin.
Das Blatt ist nicht weiß, ich bin kein unbeschriftetes Blatt und ich möchte gerne mit mir und dem was dort gezeichnet ist umgehen und leben können und da wird der Blick immer wieder hinfallen, wenn ich in mir suche, nach Erfahrungen und Antworten und ich werde nach Aussen schauen und suchen und ich werde von aussen drauf schauen lassen um Antworten zu finden...das alles sind Möglichkeiten, das Leben geht aber immer nach vorn.

Familie ist fĂŒr mich dann real und lebendig, wenn das dazugehören gefĂŒhlt und natĂŒrlich so ist, ganz egal wie ich mich verhalte. Meine Kinder mĂŒssen nicht erst etwas geben oder richtig machen oder so machen wie ich es möchte damit sie Teil von Familie sind, sonder sie sind es einfach, aus Ihnen und mir und noch anderen besteht unsere Familie.
Und um diesen Kern herum gibt es andere, die dazugehören dĂŒrfen, weil sie eingeladen sind, da haben wir eine Wahl, wer an unserem Leben Anteil nehemn darf und bei wem wir Anteil nehmen wollen...

Wie kommt es, dass ihr das GefĂŒhl habt, dass bei vielen Scheidungskindern die Vergangenheit eine "zu große" Rolle spielt? Woran macht ihr das fest, das wĂŒrde mich wirklich interessieren? Und wer setzt da den Maßstab?

Komme ich zurecht und benehme mich normal und passend darf ich ein bischen im Vergangenen wĂŒhlen aber wehe es macht was mit mir, das nicht angenehm fĂŒr die anderen ist, dann soll ich das doch bitte lassen und wirklich mal nach vorne schauen, nur so funktioniert das?
Ich heute als Erwachsene habe mein Leben in meinen HĂ€nden darĂŒber bin ich mir sehr bewußt, weil ich es fĂŒhle, mit allen Facetten, auch denen die sich weniger gut anfĂŒhlen, es ist real spĂŒrbar fĂŒr mich. Und dazu gehört alles, weit ĂŒber meine Lebensspanne hinaus...ich bin das Kind meiner Eltern und ein Teil von mir lebt in meinen Kindern weiter, ich exsitiere nicht unabhĂ€ngig davon, weil das alles verbunden ist und ich werde das nicht aussperren und verleugnen, weil nicht alles "gut" war...

Heute und das ist ein riesen Schritt fĂŒr mich in die fĂŒr mich richtige Richtung schaue ich hin, anstatt weg...und zwar wieder und wieder und gebe damit mir und dem Leben und den Menschen um mich herum immer wieder eine neue Chance sich zu zeigen und mich zu zeigen...das ist eine achtungsvolle Form von "das Blatt fĂŒr das jetzt, fĂŒr einen Augenblick, wieder weiß machen".
Also ist meine Frage wirklich als solche gemeint, wie ist das fĂŒr euch mit dem zuviel an Vergangenheit, woran macht ihr das fest?

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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Tamara22 11. April 2013 13:23

PS: @ Maxi
Du zweifelst ob deiner Stieftochter geholfen sein wird...wer soll das beurteilen, du oder sie...ob etwas hilft?
Weißt du da etwas aus deiner Sicht heraus oder hast du sie gefragt?
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Ansa 11. April 2013 14:19

Moin,

ich glaub, das ist ein ganz ganz schwieriges Thema, was der eine sich wĂŒnscht kann durchaus etwas ganz anderes sein, als der NĂ€chste?

Ich hab grade ĂŒber diesen Fall (ich nenn das jetzt mal so) mit meiner einen Tochter gesprochen und die sagte etwas ganz Spannendes, "wenn sie so zickt - (das waren nicht meine Worte) dann wĂŒrde ich sie ernst nehmen und ihr sagen "okay, wenn Du nicht mitmachen möchtest, kann ich das verstehen, ich mag nicht immer und immer fragen, ist das okay fĂŒr Dich?" Und dann wĂŒrde ich sie nicht mit einbeziehen, ich wĂŒrde sie und ihr Verhalten ernst nehmen - mit 14 ist sie nicht mehr klein. Sie meinte auch, das nicht beachtende Verhalten wĂ€re Unsicherheit, aber so manches anderes? Kein "wie geht`s Dir" oder "schön das es Dir gut geht" einfach unverschĂ€mt. Sie muss ja keine FreudensprĂŒnge los lassen, aber doch ein Mindestmass an Höflichkeit zeigen. Sagt mein Kind. Aber es sagt auch, "Vorsicht, man weiß ja nicht was die Mutter sagt, vielleicht so`n Mist wie "jetzt braucht der Papa Dich nicht mehr, er hat ja jetzt ein neues Kind." Das sollte man prĂŒfen. Und - da hat sie, glaub ich, gar nicht so unrecht? Und sie sagte auch "Der Vater sollte mal mit seiner Tochter ein ernstes Wort reden, aber husch..."

Ich frag öfter mal meine Töchter, weil ich es sehr spannend finde, wie sie das Ganze sehen, als Trennungskinder. Und wir wissen, das manche VĂ€ter das ernste Wort scheuen - aus Furcht, ihr Kind zu verlieren - aber am Ende verlieren sie es genau durch das nicht drĂŒber reden.... und die Partnerinnen können das nicht auffangen - leider.

Was soll man als Partnerin des Vaters denn noch tun, als immer da sein, die Hand reichen und schlucken? Jahrelang? Geb ich irgendwem das Recht mich jahrelang schlecht zu behandeln, das zu verstehen und zu akzeptieren? Was lernt so ein Kind, wenn ich das zulasse? Doch nicht, das ich ne Nette bin, sondern eher "ph, mit der kann ich`s machen....." Das ist ein ganz schmaler schwieriger Grad. Bei meinen Kids wĂŒrde sich jemand, der sich duckt ud schluckt weder Achtung noch Respekt erarbeiten sondern genau das Gegenteil.

Zudem, da hat eine Mutter grade ein Baby bekommen, eine, vielleicht, nicht so einfache Geburt, eine geteilte Familie, ich finde auch sie hat ein Recht auf Schonung und VerstĂ€ndnis. Es geht nicht nur um eine Seite. Und hier darf und muss auch Platz sein fĂŒr "oh mein Gott, ich bin so wĂŒtend" gell, besser hier, als daheim der Tochter gegenĂŒber? Sie darf verletzt sein, das ist okay, hier muss Raum dafĂŒr sein, wir sind doch nicht nur Trennungskinder sondern auch MĂŒtter? Welch großartiges Ereigniss, Leben zu schenken? Welch Rausch an GefĂŒhlen und dann so etwas? Das schmerzt doch.... wie wĂŒrde es denn uns gehen, damit? Ich wĂ€re verletzt, ich bin doch kein Übermensch.

NatĂŒrlich gibt es keinen Maßstab wer GefĂŒhle fest setzt, aber eindeutige Trends - in intakten Ehen wĂŒrde um ein zweites Kind gar kein Aufhebens gemacht, klar gĂ€be es da auch Probleme, aber die wĂŒrden vom Tisch gefegt "nun ist aber gut, Du bist schon groß, sei vernĂŒnftig." Nicht, das es besser ist, aber mitunter ist es Richtungsweisend und damit gut. Das Kind hat keine Wahl - die aber hat es in Trennungsfamilien, es hat zumindest die Wahl alles doof zu finden und ein Außen, das es durchaus darin bestĂ€rkt. In einer Intakten Familie wĂ€re das wohl doch anders? Nur mal drĂŒber nachdenken?

Und, warum manche Menschen daran so lange knabbern? Ich kann mir vorstellen, das ein Mitgrund auch ist, das die meisten Betroffenen genau da suchen.... und eine schnelle ErklĂ€rung zur Hand haben, die sich einfach anbietet? Da nehme ich mich nicht aus, ich hab so manches Problem meiner Kinder auf die Trennung geschoben - nur war`s die gar nicht und es ist meine Aufgabe, als Erwachsene, das zu erkennen, mein Kind kann das vielleicht erst Jahre spĂ€ter oder nie? Den Asperger Autismus mit all seinen emotionalen Problemen - der passte so schön als Trennungsfolge - ich bin nie darauf gekommen, zu ĂŒberlegen, ob wir DAS nicht auch ohne Trennung erlebt hĂ€tten? HĂ€tten wir und dann hĂ€tten wir an anderer Stelle gesucht.

Lasst uns miteinander reden, nur so kommen wir weiter und lernen von einander.

Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Yvaine 11. April 2013 22:53

Liebe Maxi, aber auch liebe Ansa, Muckel, TT und Tami,

Ist es zu spÀt, mich noch ins GesprÀch einzuklinken? Habe die letzten Tage still mitverfolgt und keine Zeit gehabt.
Ich finde diesen Thread jedoch unheimlich wichtig und gut, sozusagen fĂŒr die VölkerverstĂ€ndigung.

Lasst es mich wissen, wenn eine sechste Meinung (die etwas BrĂŒcken bildend sein kann) erwĂŒnscht ist.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Yvaine
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Ansa 12. April 2013 07:48

Liebe Yvaine,

fĂŒr mich ist eine solche Diskussion ganz wichtig.... von daher, her mit Deinen Gedanken ,) , wir mĂŒssen uns auch gar nicht einigen, find ich, sondern nur verstehen. Ich fand die Einsichten zu "was hĂ€tte ich mir gewĂŒnscht" z.B. sehr wertvoll und bin froh, das sie im Thread stehen.

Aber ich find auch das die absolute Hingabe an Trennungskinder, die ich oft beobachte, falsche Zeichen setzt, denn am Ende hindert sie ein Kind durchaus am nach vorn sehen und am verarbeiten.

Seh ich doch hier, wie oft hören meine Kinder aus ihrem Umfeld, "ach ja, ist auch besonders schwer, Scheidungskind......" sie erhalten so unendlich viel Nachsicht - die, ich bin ehrlich, oft ganz und gar unangebracht ist. Das ist egal ob sie ihre Hausaufgaben nicht machen oder alterstypischen Blödsinn anstellen. Zuviel Nachsicht ist ungesund.

Da fĂ€llt mir ein, ich hab meine JĂŒngste gefragt, "was wĂŒrdest Du tun, wenn da einer den Tisch fĂŒr Dich nicht mitdeckt?" Zuckt sie die Schultern und antwortet "ich wĂŒrd sagen, oh schön, das Du den Tisch fĂŒr Papa und mich gedeckt hast, magst Du Dir nicht auch nen Teller nehmen?" :D Die haben etwas gelernt...... glaub ich. Oder anders, den Satz hĂ€tte ich mich kaum getraut zu sagen. ,)

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Muckelmaus 12. April 2013 12:45

Hallo ihr Lieben und ein Hallo an Yvaine!

Maxi - du hast es in deinem letzten Post auf den Punkt gebracht.

Ganz liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Bolz 12. April 2013 13:45

Hallo Ihr,

auch ich habe mich in Eure Post eingelesen und finde fast alle haben irgendwo wichtige und richtige Dinge gesagt und ich fĂ€nde es schade, wenn hier jemand mit seiner Meinung hinter dem Berg hĂ€lt, nur weil das jemandem grade nicht passt. Ist doch viel besser wenn jemand was Krasses schreibt und darauf die heftige Reaktion eines anderen Schreiberlings direkt erfĂ€hrt, als wenn diese Gedanken gar nicht ausgesprochen werden. Ich finde auch eine krasse Meinung gehört dazu und man kann daraus viel lernen wie andere das Leben wahrnehmen, auch wenn man das fĂŒr sich nicht teilen kann oder will.

Ganz besonders wichtig finde ich aber immer, dass jeder als ein Teil des Ganzen wahrgenommen wird. NatĂŒrlich nur ihm Rahmen seiner ( echten ) Möglichkeiten, aber dort vollstĂ€ndig. Keiner kann immer nur Nachgeben, keiner kann immer nur eine Ausnahme beanspruchen und keiner muss seinen Kummer gegen den des anderen aufwiegen. Hier im Forum und auch in jeder Familie.

Zu Maxi: dass bei allem was ich ĂŒber Deine BemĂŒhungen gegenĂŒber Deiner Wochenendtochter gelesen habe empfinde ich echten Respekt und Hochachtung ĂŒber Deine immer wiederkehrenden BemĂŒhungen um dieses MĂ€dchen. SpĂ€testens bei den Reaktionen um Deine Fehlgeburt hĂ€tten sicher viele das Handtuch geschmissen. Das Du schlimm getroffen bist kann ich mehr als verstehen. Da die Tochter sich ja hier selbst nicht Ă€ußert kann man nur vermuten, was sie zu diesem anhaltenden Verhalten treibt und besonders den Satz von Ansas Tochter sollte man bedenken, wer weiß was sie alles zur Geburt des neuen Geschwisters gehört hat und von wem. Das kann nur sie beantworten. Trotz allem bin ich Deiner Meinung, dass jeder zu einer gelingenden Familie beizutragen hat und mit 14 kann das die Tochter auch wenn sie will. Ich glaube nicht, dass das zuviel verlangt ist und es gibt dazu ja auch keine Alternative oder zumindest wĂŒĂŸte ich nicht, wie diese aussehen sollte, außer, dass Du das Feld rĂ€umst. Gab es von Dir eigentlich schon mal die Option, dass Du die Reißleine ziehst und sagst "ich will so nicht mehr " ? Ich habe bei Deinen Beschreibungen manchmal das GefĂŒhl, dass die Tochter irgendwie gar nicht richtig mitbekommt, dass sie Dich verletzt, eher so was wie ein Wettkampf wann sie das Fass zum Überlaufen bringt. So als wenn sie Dich so lange trietzen will bis Du sie ablehnst weil sie sich sicher ist oder gesagt bekommen hat, dass Du sie ablehnst ? Das ist mein Gedanke dabei...

Ich wĂŒnsche Dir viel Kraft und alles Gute fĂŒr Euch 4
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Ansa 12. April 2013 18:39

Liebe Maxi,

Du bist mĂŒde und erschöpft und das zu Recht, vielleicht ist es eine gute Idee, zumindest den Urlaub als Thema ein wenig zu verschieben? Ich weiß nicht, wann bei Euch Ferien sind, aber solche Dinge kann man ja durchaus spĂ€ter entscheiden?

Ansonsten stelle ich mir in meinem Leben immer wieder die Frage "was lernt mein GegenĂŒber durch mein Verhalten?" Und Eure GegenĂŒber, Kindsmutter und auch Tochter lernen einfach die falschen Dinge - vielleicht aber drehen sie manches auch einfach so, das der Papa schlecht aussieht, weil es, zumindest Mama so besser gefĂ€llt? Eure Absichten, keinen Stress fĂŒr die Tochter zu erzeugen und alles ruhig angehen zu lassen sind ehrenhaft, richtig und gut, was aber davon ankommt, entscheidet in dem Fall die Mutter und sie trĂ€gt es an die Tochter weiter.

Bei mir war das ja nicht unĂ€hnlich, mein Exmann tanzte mir solange auf der Nase herum bis ich platzte, etwa "ich bringe die Kinder zwischen 14 und 19 Uhr nach Hause (Pfingstmontag)" "Könntest Du das ein bisschen einschrĂ€nken, weil wir auch etwas .........." weiter kam ich nicht, weil er mich schon anbrĂŒllte, was mir einfallen wĂŒrde, ĂŒber seine Zeit bestimmen zu wollen? Aha, er bestimmt nicht ĂŒber meine Zeit, ich also ĂŒber seine, interressant. Wie oft haben wir stundenlang gewartet und uns das gefallen lassen.... bis ich eines Tages, vor dem besagten Montag sagte "okay, ich sehe ein, das Du das nicht planen kannst, wir sind ab 18 Uhr zu Hause!" DafĂŒr gesorgt, das die Kinder keinen SchlĂŒssel haben und 5 Minuten vor 18 Uhr rollten wir auf den Hof. Er stand seit 15 Uhr mit den Kindern vor der TĂŒr, alle total gestresst (was mit auch wirklich leid getan hat) und er sauer "warum kommst Du erst jetzt?" und ich freundlich "ich bin doch sogar ein wenig eher hier, ich hab gesagt, wir sind um 18 Uhr zu Hause, schade, das Du mir nicht zugehört hast." Es war das letzte Mal, das er sich so benahm - leider lassen sich manche Dinge nicht ohne Streit lösen. Nachgeben jedenfalls hatt mir viele viele Tage vermiest und mir das GefĂŒhl gegeben, fremdbestimmt zu leben. Nur wenn Papa keinen Streit will - lĂ€sst sich manches nicht lösen.

Du kĂ€mpfst natĂŒrlich zu einem gewissen Teil genau deshalb auf verlorenem Posten, ich kann nicht mehr zĂ€hlen, wie oft ich schrieb "Papa mĂŒsste mit seiner Tochter mal reden" - wir können Papa, den ich auch verstehen kann in seiner Angst, seine Tochter zu verschrecken, nicht Ă€ndern und daher sind manche Dinge einfach so wie sie sind, leider.

Aber eines wĂŒrde ich in keinem Fall ausprobieren - das Papa allein mit ihr weg fĂ€hrt - was wĂŒrde sie daraus lernen? Willst Du, wollt Ihr das wirklich? Kann ich mir ĂŒberhaupt nicht vorstellen. :nein:

Und, auch mich beschlich schon der Gedanke, das es um einen Manchtkampf geht um "gemocht werden" um "ich bin einfach SO lange garstig zu Dir bis Du das tust, was..... " Tja, was auch immer sie erwartet aus welchen GrĂŒnden. Das kann man entschĂ€rfen, wenn Du wieder ein wenig erholt bist. Du kannst aus solche SĂ€tze sagen (ganz ruhig und sachlich) "weißte was, Du kannst Dich hier noch so eklig benehmen, es wird nichts daran Ă€ndern, das ich Dich gern hab und Du zu uns gehörst." Und ansonsten nichts mehr, raus gehen, stehen lassen.... Ob so etwas nĂŒtzen wĂŒrde, kannst wohl auch nur Du erkennen.

Das MĂ€dchen aus meinem Beispiel wo es zu dem tödlichen Unfall kam, das war genau so ein Fall.... aus dem niemand raus kam und leider ist es so, das die Aufgabe, jemanden da raus zu holen eben doch bei uns Großen liegt. :umarmen: Einen Machtkampf kann man nicht gewinnen, nur eine Entziehung daraus ist möglich - das ist schon so wie meine Tochter sagte "okay, wenn sie nur die Schultern zuckt, nimm sie ernst - sag ihr, "schade, ich mag nicht immer wieder fragen, ich möchte Dich respektieren, ich mach das jetzt alleine und wenn Du irgendwann magst, sag etwas und wir machen es wieder anders." Und das dann auch tun, aber hinsehen und wenn Du Unbehagen feststellst, anbieten, die Dinge zu besprechen...

Aber erst einmal brauchst Du Ruhe und Kraft - nimm Dir Zeit fĂŒr Dich und Deine SĂŒĂŸe - besinne Dich auf Dich und zieh Dich ruhig einfach zurĂŒck, wenn Du einen Ort dafĂŒr hast.

Alles Liebe
Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon sonnenschein2 12. April 2013 20:36

Hallo Ihr Lieben,
ich habe bislang nur still mitgelesen. Es gab viel AnsÀtze, jede Antwort spiegelt die Erfahrungen von euch alle wieder. Alle Meinungen und Antworten sind sehr wertvoll. Aber ich möchte auch zu Bedenken geben, dass es in Familien keine Patentlösungen gibt. Familie ist in Bewegung, so wie das Leben selbst. Wir können in unzÀhligen Erziehungsratgebern Tipps und Gedanken dazu nachlesen.
Ich habe mir eine eigene Meinung im Laufe der Jahre gebildet. Ich schreibe es hier ganz frei heraus, denn es sind meine Gedanken.
Wir leben ja auch in einer Patchwork Familie, wie ihr wisst. Zu Beginn habe ich auch sehr viele WĂŒnsche, Erwartungen und auch AnsprĂŒche gehabt. Es hat mich traurig gemacht, dass ich keinerlei WertschĂ€tzung von den Kindern meines Partners bekommen habe, und sie waren schon erheblich Ă€lter als die Tochter von Maxis Mann. Irgendwann habe ich dann aufgehört zu kĂ€mpfen und mir Gedanken zu machen und mich zu bemĂŒhen. Ich habe begonnen in einem gewissen Umfang mein Leben zu leben. So zu leben, dass es mir gut tut. Ich habe mich zurĂŒckgezogen, wenn die Kinder da waren und habe etwas mit meinen Kindern unternommen. Ich habe gedacht, das wars und wir stehen vor dem Aus.
Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich bekomme zurĂŒckgespiegelt, dass es genau richtig war Ihnen die Zeit zu geben, die sie brauchten. Jeder Mensch braucht die Zeit, die er braucht. Es gibt keinen Zeitrahmen, den man festlegen kann. Und ich kann auch nicht verallgemeinern, dass alle Pubertierenden aufmucken und Grenzen austesten möchten. Manche ziehen sich auch in sich selbst zurĂŒck und werden still....Es gibt so viele Varianten.
Ich haben gelernt, dass ich keinen Zwang ausĂŒben kann. Ich kann mit etwas wĂŒnschen, aber das ist auch schon alles. Ich kann Regeln aufstellen, zum Tischdecken, aufrĂ€umen ect. Aber ich kann keine Regeln aufstellen, ob jemand einen anderen Menschen mag oder nicht.
Ich könnte aber, und ich glaube, das wĂŒrde ich mittlerweile auch, mich mit einer 14jĂ€hrigen auseinander setzen. Ich wĂŒrde sie zum GesprĂ€ch bitten und ihr all das sagen, was du, liebe Maxi, hier geschrieben hast. Deine GefĂŒhle und wie sie auf dich wirkt. Denn es geht um dich und um dein KInd.
Ich möchte noch mehr zu den Gedanken von Tami und TT schreiben, ich kann euch sehr nachfĂŒhlen. Aber das kann ich nicht mehr heute...

FĂŒhlt euch alle ganz lieb bedacht
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Bolz 15. April 2013 11:09

Hi Maxi,

ich muss grade noch was aufschreiben. Ich habe nochmal ĂŒber das was Du geschrieben hast nachgedacht und dabei stellte sich fĂŒr mich die Frage die ich nicht beantworten konnte : Warum kommt sie zu Euch ?
Also ich meine plant Ihr die Wochenenden und dann ist sie einfach "da" ? Oder möchte sie zu Euch kommen, oder drĂ€ngt ihr sie und sie kommt weil sie "muss" ? Irgendwie liegt in der Antwort dazu fĂŒr mich dazu das VerstĂ€ndnis, warum sie sich so verhĂ€lt und auch die Möglichkeit, die Situation zu verbessern.

Also z.B. wenn sie nur kommt, weil sie muss und ihr sie drĂ€ngt die Termine einzuhalten, dann wĂŒrde ich mit ihr sprechen, dass ihr Verhalten mich sehr verletzt und ihr anbieten selbst zu entscheiden, ob sie noch kommen möchte. Wenn sie aber eigentlich erkennen lĂ€sst, dass sie sich selbst um die Treffen bemĂŒht, dann hĂ€tte mal einen guten Ansatzpunkt sie zu fragen, warum sie sich abweisend zeigt. Fast immer möchten einem andere mit trotzigem Verhalten etwas mitteilen, was sie so nicht zu sagen vermögen. Ich persönlich hab da so eine echte Macke mit, andere um Hilfe zu bitten. FĂŒr mich ist es irgendwie nicht mehr das Gleiche wenn andere was fĂŒr mich tun, wenn ich sie darum gebeten habe. Es fĂŒhlt sich dann fĂŒr mich an als tun sie das dann nur aus Verpflichtung und das mag ich dann auch nicht mehr. Frage ich aber nicht, dann weiß ja keiner dass ich Hilfe brauche und es klappt auch nicht. Ist immer eine ZwickmĂŒhle und obwohl ich es weiß das es doof ist, mache ich es immer wieder so und wundere mich dann, dass niemand meine "stummen Zeichen" deuten kann :rolleyes:
So in etwa stelle ich mir die Situation Deiner Wochenendtochter vor, eigentlich will sie ja gemocht werden, aber sich nett verhalten dass sie jemand mag kann sie auch nicht. Schwierig...

Und dann ist da ja auch noch die Frage ob und was Du eigentlich wilst. Wenn Du Deine wahre Meinung und WĂŒnsche im Bezug auf die Tochter Ă€ußern könntest, ganz egal was Du darfst alles frei wĂŒnschen und aussprechen, niemand erfĂ€hrt es und wĂ€re beleidigt. Was genau wĂŒrdest Du dann wollen ? Das könnte schon sehr weiter helfen...

Lg
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Muckelmaus 16. April 2013 12:47

Liebe Maxi!

Hat sich denn, seit das Baby da ist, irgendwas verÀndert, was das Kommen und Bleiben deiner Stieftochter betrifft? Ich meine, kommt sie seltener oder bleibt vielleicht nicht mehr so lange?
Wenn ja, hĂ€tte man da doch einen Ansatzpunkt fĂŒr ein GesprĂ€ch, in dem man sie fragt, warum sich da was verĂ€ndert hat. Evtl. rĂŒckt sie mit der Sprache raus und ihr könnte gemeinsam nach einer Lösung suchen.

FĂŒhl dich lieb gedrĂŒckt
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Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel LĂ€rm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lĂ€sst das Haus stumm zurĂŒck, dass Du denkst, du wirst verrĂŒckt.
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Berentson1300 18. April 2013 15:05

Liebe Maxi,
auch erstmal herzlichen GlĂŒckwunsch zum Baby!
Ich selbst habe vor ein paar Monaten eine kleine Schwester bekommen und habe mich von Anfang an darĂŒber gefreut. Ich bin aber auch in einem Alter, in dem Mann die Scheidung der Eltern vollkommen akzeptieren kann und auch dass neue Partnerschaften entstehen.
Kurz bevor meine Schwester auf die Welt kam, erlebte eine Freundin die gleiche Situation. Ihr Vater bekam mit seiner Freundin ein Baby. Die kleine Schwester meiner Freundin war zu dem Zeitpunkt 12 und sie fand das sehr schrecklich. Obwohl sie auch schon immer damit leben konnte, dass die Eltern getrennt sind und neue Partner haben. Erstmal hat sich ihre Haltung auch nicht verÀndert, als das Baby da war, mittlerweile, ein Jahr spÀter, mag sie das Baby auch. Sie beschÀftigt sich zwar nicht ausgiebig mit ihr aber dennoch hat sie die ganze Situation akzeptiert.
Vielleicht bekommt ihr eure ja auch dazu, wenn sie merkt wie toll so ein kleines Kind sein kann.
Viel Erfolg wĂŒnsche ich!
Berentson1300
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitragvon Yvaine 20. April 2013 00:24

Liebes Forum,

nun, da ich endlich zum Schreiben komme, ist schon vieles gesagt, dem ich zustimmen will. Vielleicht ist dieser Post ĂŒberflĂŒssig, vielleicht aber auch gut, weil er den einen oder anderen in seinen Gedanken bestĂ€tigt (brauchen wir das nicht alle immer wieder?) oder neue Impulse gibt.

Ich bin auch ein erwachsenes Scheidungskind (auch wenn ich mich an vielen Tag mehr wie ein Kind fĂŒhle). Und ich weiß, dass ich ein großes PĂ€ckchen mitbekommen habe, von damals. Dennoch denke ich, dass ich nicht immer davon ausgehen darf, dass alle immer und ĂŒberall darauf RĂŒcksicht nehmen, ihren Alltag darauf ausrichten oder meine Probleme vor ihre Routine stellen. Denn wenn jemand z.B. einen Alkoholiker als Vater hatte, lasst dann noch Misshandlungen im Spiel sein, dann hat er ein mindestens ebenso schweres PĂ€ckchen auf dem Buckel. Und ich kann es nicht nachempfinden - denn in meinem Alltag gibt es den Vater nicht. Same same, but different (aus der Sicht des PĂ€ckchens).

Wenn sich mein GegenĂŒber nun entscheidet, das immerzu zu BerĂŒcksichtigen und in den Vordergrund aller UmstĂ€nde und Entscheidungen zu stellen, fĂŒhle ich mich dann vielleicht geborgen (ist mir noch nicht passiert. Muss auch nicht.). Wenn sich jemand entscheidet, mir ins Gesicht zu sagen "Die Scheidung der Eltern ist keine Entschuldigung fĂŒr alles / BegrĂŒndung fĂŒr alle MissstĂ€nde oder CharakterschwĂ€chen", dann muss ich demjenigen (mit intakten Eltern und heiler Welt) zwar innerlich recht geben (und das tue ich aus tiefstem Herzen), dennoch muss diese Person dann damit leben, dass dieses Thema fĂŒr mich mit ihr gestorben ist. Da ist keine Vetrauensebene mehr da, wenn so mit der TĂŒr (auch wenn es die Wahrheit ist) ins Haus (in dem Falle das Kartenhaus meiner Emotionen) gefallen wird.

Ich finde, dass man Maxis Stieftochter nicht anhand des Alters beurteilen kann. Manche MĂ€dels hatte mit 14 schon 4 MĂ€nner, andere spielen noch mit der Barbie, sind mehr Kleinkind als erwachsen. Und zwischen diesem Schwarz und Weiß gibt es ungefĂ€hr 50.000 Schattierungen voller Grau.

So - das war jetzt alles sehr wirr. Ich nehme an, ich kann meinen Kopf nochmal irgendwann sortieren. Aber es war mir wichtig nochmal zu sagen, dass jeder sein PĂ€ckchen hat. Und fĂŒr jeden ist sein PĂ€ckchen immer mit eins der schwersten (abgesehen von "Die Freundin meiner Mutter hat Krebs, o.Ă€.") - und jeder will immer, dass die Anderen seine Welt im Hinblick auf das PĂ€ckchen sehen, hat ĂŒberspitzte Erwartungen und wird enttĂ€uscht. Maxi hat Erwartungen, die im Moment enttĂ€uscht werden. Und Conny hat auch Erwartungen, die EnttĂ€uscht werden. Das wichtigste, aber auch schwierigste ist mMn nun die Kommunikationsebene her zu stellen, auf der beide ihre Erwartungen darstellen können, ohne den anderen durch "unter Druck setzen" zu vergraulen. Das ist schwierig. Ich hoffe, mir fĂ€llt noch was dazu ein.

Liebe GrĂŒĂŸe, Yvaine
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