Kleiner Sohn 2 Familien

Der Treffpunk fĂŒr Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Lysanne 12. April 2013 12:03

Hallo zusammen,

ich bin ganz neu hier und hoffe, dass Ihr mir hier ein wenig helfen könnt.

Im Moment herrscht bei uns folgender Stand / sehr gekĂŒrzte Fassung:
Mein Ex-Mann verließ mich wegen meiner damals besten Freundin (die auch Patentante meines Sohnes ist) als unser Sohn gerade 8 Monate alt war. Das ganze lief aber wohl schon etwas lĂ€nger.
Mittlerweile sind die beiden verheiratet. Mein Sohn hatte von Anfang an Kontakt zu seinem Vater. Sehr regemlĂ€ĂŸig (mind. 1 x die Woche einen ganzen Tag).
Ich versuchte damals meinen Mann zurĂŒckzugewinnen und ĂŒber ein Programm (wie kriege ich meinen Mann zurĂŒck) habe ich dann meinen jetzigen Mann kennengelernt. Er liebt meinen Sohn, als wĂ€re er selber der Vater und mein Sohn liebt ihn auch. Zumindest habe ich das bisher immer so gefĂŒhlt und es wurde mir auch immer bestĂ€tigt. Wir haben ihm von Klein auf gesagt, dass er 2 VĂ€ter hat, aber wir haben nie ein Thema daraus gemacht, wer denn der "echte" Vater ist. Das war auch mit meinem Ex-Mann so abgesprochen (auch, dass mein Sohn meinen neuen Partner Papa nennen darf). Die Tage kam der Knirps nach Hause und sein Verhalten gegenĂŒber meines Mannes hatte sich schlagartig verĂ€ndert. Er sagte, er sei nicht sein echter Vater und er solle weggehen.
Wir vermuteten, dass mein Ex das zum Thema gemacht hat, auch im Wissen, dass er sehr viel Angst davor hat, dass sein Sohn den "Bonuspapa" vorziehen könne, da er ihn ja tÀglich erlebe.
Wir haben ihn darauf angesprochen, aber er stritt das ab. Er habe das nie zum Thema gemacht, weil er meinem Sohn ja damit schaden könne. Ich bin der Meinung, dass mein Sohn darauf sicher nicht allein gekommen sei. Desweiteren erzÀhlt er öfter von "Mama" Kathi. Also die neue Frau an der Seite meines Ex-Manns und meine ehem. Freundin. Auch hier war vereinbart, dass sie nicht mit "Mama" angesprochen werden soll. Aber jetzt mal ehrlich: da kommt doch so ein Knirps nicht alleine drauf?! Thema angesprochen und wieder wurde alles abgestritten. (Das sind nur 2 Beispiele, die uns sehr verwundert haben).
Ich habe das GefĂŒhl, dass mein Ex-Mann uns gegenĂŒber nicht ehrlich ist und den Kleinen mit Bemerkungen oder Verhalten beeinflusst und ihm Dinge erzĂ€hlt, die eben nicht in Ornung sind.
Ich weiß, dass Kinder in dem Alter meines Sohnes anfangen Menschen gegeneinander auszuspielen, aber so viel Backgroundwissen kann er eigentlich nicht haben, denn wir reden nie darĂŒber, wenn der Kleine es auch nur im Ansatz mitbekommen könnte.
Was haltet Ihr davon? Wie wĂŒrdet ihr reagieren? Habt ihr damit auch schon Erfahrung gemacht? Oder ist es die unbegrĂŒndete Angst einer Mutter, die dem Ex nicht mehr ĂŒber den Weg traut?!
Mir wurde bereits geraten, ich solle den Kleinen eben auch anfangen zu beeinflussen und die 2. Familie nicht so neutral oder gar positiv darstellen. Aber ich habe ein ganz blödes GefĂŒhl dabei, weil es nicht ehrlich ist und ich eigentlich der Meinung bin, dass mein Sohn die beiden ohne Vorebehalte kennenlernen soll. Auch wenn ich mich dabei als stĂ€ndige Verliererin fĂŒhle, weil ich einfach ohnmĂ€chtig bin, wenn ihr versteht, was ich meine. In diesem Alter sind kleine Kinder nunmal sehr schnell zu beeinflussen und wenn er "falsche" Dinge gesagt bekommt, die sich in ihm einnisten, dann glaubt er das spĂ€ter, verinnerlicht das, und dann kann man es nicht mehr richtig stellen. Oder?
Mein Sohn wird jetzt im Juni 4, ich denke mal, dass das nur der Anfang ist...

Vielen lieben Dank im Voraus.
Lysanne
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Bolz 12. April 2013 12:40

Hallo Du,

bei mir kommt Dein Post so an, als wĂ€rst Du sehr misstrauisch und verletzt, das kann man Dir auch nicht verdenken. Aber Du ( und Dein Ex ) bist erwachsen und Dein kleiner ist erst 4, das wĂ€re es wahrscheinlich besser, wenn man ganz ehrlich ĂŒberlegt, was zu echten Problemen fĂŒr das Kind werden kann und was eigentlich Deine ganz persönlichen Verletzungen und Verbitterungen sind. Wenn Du das erkennen kannst, dann schaffst Du es auch zu trennen, was belanglos ist und was Du wirklich angehen musst.

So finde ich es z.B. ok wenn der Kleine weiß, dass es einen Unterschied zwischen seinen "beiden" VĂ€tern gibt. Aber deshalb muss er ja niemanden weniger gern haben, es sei denn einer der Erwachsenen suggieriert ihm , dass das erwĂŒnscht ist. Dein Sohn wird in seinem Leben so viele Personen kennen lernen die er zeitweise mehr mag als jemanden anderen ( irgendwann auch mehr als seine Eltern ), da wirst Du bestimmt noch oft eifersĂŒchtig sein, aber trotzdem wird ihm niemand seine Mama oder seinen Papa nehmen können. Diesen Platz haben nur Eltern.

Ich selbst bin eine "Zweitfrau" und erlebe seit Jahren eine Kindsmutter ( der Tochter meines Mannes ) die fĂŒr sich selbst andere Regeln aufstellt als fĂŒr meinen Mann. Ein kleines bisschen meine ich auch in Deinen Zeilen zu lesen indem Du andeutest, dass Du Dir viele gute Gedanken machst, dies aber Deinem Ex nicht zutraust oder dann eben HinterhĂ€ltigkeiten. So sagst Du auch, dass Dein Sohn Deinen neuen Partner Papa nennen darf, er die Neue Deines Ex aber nicht Mama nennen darf. Verstehst Du was ich meine ? Dass Du Deinen Ex zum k...findest oder ihm nicht traust ist völlig ok, aber fĂŒr Deinen Sohn ist er der Papa, er will muss und darf ihm trauen. In einem Kampf ums Kind werdet Ihr alle sehr viel verlieren, daher ist mein Rat, dass Du Dich nicht anstacheln lĂ€sst und vielleicht so reagierst, dass es nicht zu einer Eskalation kommt. Wenn Dein Sohn etwas behauptet, was er Deiner Meinung nach von irgendjemandem falsch gesagt bekommt, dann bleibst Dir ja immer noch ohne Anschuldigung an irgendjemanden zu reagieren und zu sagen : " also ich habe die Meinung das ist so und so". Es gibt ja fĂŒr viele Dinge unterschiedliche Standpunkte und Du wirst auch nicht immer mit jedem Freund / Lehrer / Nachbarn gleicher Meinung sein.

Viele GrĂŒĂŸe
Bolz
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Muckelmaus 12. April 2013 12:56

Hallo Lysanne!

Herzlich willkommen in unserem kleinen Forum. Ich hoffe, du wirst dich hier wohl fĂŒhlen.

Nun aber zu deinem Problem, zu dem ich meine Gedanken mal grad so aufschreibe, wie sie mir in den Sinn kamen.
Es verwundert mich, dass deinem kleinen Mann nicht klar gemacht wurde, dass der Papa eben der Papa ist und dein LebensgefĂ€hrte ein Freund/Wegbegleiter ... wie immer man es nennen möchte. Ich halte es fĂŒr wichtig, dass ein Kind ganz genau weiß, wo seine Wurzeln sind. Gleichzeitig regt es dich auf, dass der die neue Frau deines Exmannes Mama nennt. FĂŒr dein Söhnchen ist das aber doch ganz logisch. Wenn er zwei Papas hat, dann hat er auch zwei Mamas. Wieso sollte er da einen Unterschied fĂŒr sich ziehen?

Noch so ein Gedanke, der in mir aufkam:
Muss es wirklich dein Exmann gewesen sein, der ihm diese neuen Gedanken eingepflanzt hat?
Ich gehe mal davon aus, dass dein Sohn in den Kindergarten geht und von da nehmen kleine Leute so einiges mit nach Hause, was verarbeitet werden muss. Es könnte also sein, dass er von einem anderen Kindergartenkind darauf angesprochen wurde, warum er zwei Papas hat und hat fĂŒr sich ĂŒberlegt, dass andere Kinder ja nur einen Papa haben. Das erlebt er ja tagtĂ€glich.
Vielleicht solltest du deinen Exmann da nicht unter Generalverdacht stellen, sondern erst mal weiter forschen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel LĂ€rm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lĂ€sst das Haus stumm zurĂŒck, dass Du denkst, du wirst verrĂŒckt.
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Ansa 12. April 2013 13:25

Moin,

und herzlich willkommen bei uns... schwierig, ich mag mich da meinen Vorschreiberinnen anschließen, besonders auch, weil Kinder mit 4 Jahren schon eine ganze Menge aus der Umwelt heraus aufnehmen und hören und mitnehmen und fĂŒr sich (natĂŒrlich unbewusst) bewerten und mit 4 erkennt er durchaus, das andere Kinder nur einen Papa haben und macht sich seine Gedanken.... und bekommt vielleicht auch ErklĂ€rungen die ihn eher verwirren als ihn verstehen lassen?

Beeinflussen aber ist in keinem Fall etwas, das Du tun solltest, das bringt Unfrieden, Konflikte und hilft ĂŒberhaupt nicht.

So ganz den Unterschied zwischen dem Papa an Deinen Liebsten und der Mama fĂŒr Papas Liebste kann ich nicht verstehen, besser wĂ€re es gewesen, es anders zu handhaben, das das ist ja nun auch schon geschehen. Kinder haben einen Papa und eine Mama und vielleicht supergute liebe Freunde - nun gibt`s bei Euch zwei Mamas und zwei Papas und das wĂŒrde ich auch vorerst so lassen. Es sei denn, der Kleine möchte etwas verĂ€ndern?

Und, vergessen wir nicht die GefĂŒhle die im Spiel sind, vielleicht fĂŒhlt sich Dein Exmann zurĂŒck gesetzt, wenn sein Sohn vom Papa schwĂ€rmt? Da wĂ€re es einfacher, wenn er von Michael schwĂ€rmen wĂŒrde.... weißt, ich rate immer einem Kind zu sagen "egal was immer auch passiert, ich bin und bleibe Dein Papa" Papa und Mama das sind Ehrentitel.... fĂŒr alle Beteiligten. Vielleicht hatte er einen schlechten Tag und hat Angst sein Kind zu verlieren und wollte einfach nur erklĂ€ren, das er aber ein richtigerer Papa ist? Menschlich, oder?

Es wird ihm nicht anders ergehen als Dir, emotional, wenn Dein Sohn die Kathi "Mama" nennt....

Erst einmal liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Lysanne 12. April 2013 13:44

Hallo Ihr Lieben,

jetzt hab ich die Antwort so lange geschrieben, dass ich die anderen Antworten noch gar nicht gelesen habe. Ich schicke es trotzdem mal ab:

zunĂ€chst mal: ja, ich bin immernoch tief verletzt von dem was ich erlebt habe. Entgegen aller Lieben um mich herum, habe ich aber meine "ich will den Typen zum Mond schicken und die Tusse gleich mit"-Gedanken meinem Sohn gegenĂŒber niemals geĂ€ußert und auch nicht danach gehandelt. Was nicht heißt, dass er nicht trotzdem mit seinen "Antennen" etwas gemerkt hat. Gerade in der Zeit der Scheidung, in der mich mein Ex-Mann einmal zum Jugendamt vorgeladen hat und einmal zu einer Psychologin, damit er noch mehr Zeiten mit dem Kleinen bekommt und noch mehr seinen Willen durchsetzen kann. Zum GlĂŒck waren die "Offiziellen" unabhĂ€ngig der Meinung, dass die Regelung, so wie sie war (1 vollen Tag pro Woche) fĂŒr den Kleinen völlig i.O. war und nicht noch mehr Zeit beim Vater verbracht werden sollte. Wir gehen jetzt seit MĂ€rz dazu ĂŒber beim Vater das Übernachten zu ĂŒben. In kleinen Schritten, nie ein muss und der Kleine kann jederzeit sagen, wenn er doch lieber nach Hause will. Das klappt ganz gut und so gehen wir jetzt im Mai dazu ĂŒber die 2 Wochen-Termine zu machen. So, dass der Kleine das ganze Wo-Ende beim Vater ist.
Ich will damit nur sagen, dass ich es schaffe die Emotionsebene von der Elternebene ganz gut zu trennen und dem Ex wie auch meinem Sohn die Vater-Sohn Zeiten von Herzen gönne.

Zu dem "Papa"/"Mama"-Thema: der Kleine lebt quasi seit seinem ersten Lebensjahr mit meinem neuen Partner zusammen. Als die Frage aufkam, wie er ihn denn letztendlich rufen sollte, also quasie wie wir ihn vor dem Kleinen benennen, habe ich mir schon gewĂŒnscht, dass er zu ihm Papa sagt. Sein Vater kam in dieser Zeit auf uns zu und sagte, er habe nichts dagegen, wenn der Kleine meinen Partner Papa nennt, aber er wolle eben auch Papa sein. Also sagt er zu beiden Papa.
Umgekehrt, das merke ich, habe ich persönlich ein riesiges Problem damit. Und ich denke da spielt ganz bestimmt noch das EnttĂ€uscht-Sein, Verletzt-Sein und auch ne Menge Wut/Hass eine große Rolle. Aber hier kann ich nicht ĂŒber meinen Schatten springen. Ich habe schon so viele Schatten hinter mir gelassen. Es gibt einfach Sachen, die dann nicht gehen. Ich denke, weil ich emotional mit dieser Person so sehr verbunden bin. Aber die GrĂŒnde sind eigentlich zweitrangig. Fakt ist ja, dass wir, also mein Ex und ich darĂŒber gesprochen haben und er sagte, sie hĂ€tten meinem Sohn gegenĂŒber von Anfang an nur von "Kathi" geredet und das wĂŒrden sie auch so beibehalten.
Aber nun sind sie verheiratet. Sie hat nun auch seinen Nachnamen und wie schön ist es da als "normale" Familie aufzutreten? Plötzlich nannte mein Sohn sie jedenfalls Mama.
Ja, es geht hier ein StĂŒckweit um mich. Um die Vergangenheit und wie sie auf die Gegenwart wirkt.
Wenn Du sagst es ist belanglos, wenn er sie Mama nennt. WĂ€re es dann nicht genauso belanglos, wenn er sie beim Vornamen nennt? Warum also wird dann etwas gesagt/getan, was dazu fĂŒhrt, die gerade aufgebaute "Beziehung" zwischen den Familien wieder zu stören?
Ja, ich bin erwachsen, aber erwachsen sein bedeutet noch lange nicht, sich alles gefallen zu lassen und lieb zu lÀcheln.

Wenn ich also durch solche Sachen das GefĂŒhl erhalten, dass die zuvor besprochenen Vereinbarungen nicht eingehalten werden, wie soll ich dann vertrauen können?
Und wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, was besprochen wird (und nur ich diejenige bin, die sich an das Besprochene hÀlt), dann belastet das die Beziehung und damit wird es zu einem echten Problem werden können, was hier im Kleinen beginnt.

Mein Sohn wußte von Anfang an, wer sein "echter" Papa ist und dass mein Mann ein "Bonus-Papa" ist. Aber gewertet wurde es nie. Wir haben nie gesagt dieser oder jener ist besser oder schlechter.
Die plötzliche Wertung: das ist mein echter Papa also musst du gehen. Kann er daraus also nicht bezogen haben. Genau diese Suggestion, die Du nennst, vermute ich eben aus dieser plötzlichen Reaktion und das finde ich nicht in Ordnung, kann es aber auch niemals Ă€ndern. Was also bedeutet: etwas wird dort suggeriert, bei uns aber nicht. Und damit stehen wir schlechter dar und mĂŒssen es hinnehmen.
Ja, richtig, mein Sohn muss und soll seinen leiblichen Vater kennenlernen und natĂŒrlich lieben und auch trauen. Keine Frage. Daran habe ich, entgegen meiner Emotionen immer gearbeitet und bin allem möglichen entgegengekommen und tue das auch immernoch.
Aber da muss der Ex dann mit dieser Verantwortung auch umgehen und nicht Dinge thematisieren und Einstellungen weitergeben dĂŒrfen, die ich mir untersage, und die ja auch besprochen wurden, oder?

Ich will nicht um mein Kind kĂ€mpfen, ich will mich auf Vereinbarungen verlassen dĂŒrfen und ein in sofern geregeltes Leben fĂŒhren. Aber solche Sachen lassen mich dann Zweifeln, ob ich es richtig angegangen bin.
Ich will mich auch nicht anstacheln lassen und auf Kosten meines Sohnes irgendwelche Sachen suggerieren. Davon hielt und halte ich nichts.
Ich fĂŒhle mich aber hilflos, gegenĂŒber denjenigen, die das eben fĂŒr sich doch machen und weiß nicht wie ich das aus der Welt schaffen kann, wenn bei einem offenen GesprĂ€ch alles abgestritten wird.

Hoffe, es ist etwas klarer geworden. :/:
Lysanne
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Ansa 12. April 2013 14:06

Hallo Lysanne,

sicher ist es ganz besonders schwer, wenn eine Trennung passiert, wenn das Kidn noch so klein ist, ich kann mir vorstellen, wie sehr Du verletzt worden bist. Und doch ist es Dir gelungen, das Ganze supergut hinzubekommen....

So kleine Trennungskinder haben einen ganz großen Vorteil - sie vermissen nicht so schrecklich viel, wie Kinder, die Familie und Papa und Mama schon erlebt haben,sie haben die FĂ€higkeite, solche Situiationen mit zwei Familien viel gelassener und normaler anzusehen, als all diejenigen, die etwas Bekanntes verlieren. Das kann so hilfreich sein.

Beeinflussungen und Unterstellungen aber können das kaputt machen..... pass auf Dich aus. Auch wenn es schwer ist, trenne zwischen blödem Exmann und Mistkerl und Papa.... ein blöder Ex kann ein toller Vater sein. Das was Du erzĂ€hlst klingt bisher richtig und gut, ein Vater der mitarbeitet, der sein Kind nicht zwingt, zum ĂŒbernachten..... das ist so viel und soviel Gutes.

Oh ja, auch wenn Du zu Deinem Kind nicht von der Tusse sprichst, Du strahlst es aus..... Kinder lesen Körpersprache noch viel besser als wir Großen und Du kannst noch so nett reden, er wird die Diskrepanz wahr nehmen und unsicher reagieren. Schau, die Frau ist offensichtlich nett zu Deinem Sohn, um ihn bemĂŒht, sie mag ihn - er mag sie... meine Kinder mochten die Liebste von Papa nie, fĂŒr mich waren die Wochenenden, an denen sie dort waren, purer Stress - ich musste meine Kinder an einen Ort geben, an dem sie sich nicht wohl fĂŒhlten. Wenn alle sich mögen ist das ein Geschenk.

Vielleicht hat er von ganz allein begonnen sie Mama zu nennen,so junge Kinder tun das mitunter und sie hat sich vielleicht gefreut und er mag sie gern und erfreut sie vielleicht auch gern? Er sieht keinen Unterschied zwischen Papa und Papa - da scheint es logisch, das er auch keinen wahr nehmen kann zwischen Mama und Mama. So wird er das erleben.

Ach, meine Kinder haben meinen Liebsten auch mal angeschrieen "Du bist nicht mein Vater - Du hast mir gar nichts zu sagen....." auf so etwas antwortet man besser gelassen. "Also Du musst hier weg gehen!" "Öh, ich wohne hier......" da wird schon klar, das solche SprĂŒche irgendwie fern der RealitĂ€t sind. Mein Liebster hat gesagt "oh, schade, find ich zwar blöd, aber gut, dann sag ich nichts mehr." 10 Minuten spĂ€ter :D (glaub mir, das geht immer so schnell) kommt das Kind und fragt "sag mal, kannst Du mir sagen....." und er zuckt die Schultern und sagt "öh, nö - sollte ich doch nicht mehr, das tut mir jetzt leid." Na - den Blick, den hĂ€ttet Ihr sehen sollen, der war göttlich und dann fragte er (weil Eltern ja klug sind, gell) "Findste jetzt blöd, wollen wir nicht doch besser aufeinander hören, also ich höre schon gern auf Dich." Und das Kind durfte nicken und das Ganze kam nie wieder vor.....

Du wirst nicht klĂ€ren können, woher die Gedanken Deines Kindes kommen, vielleicht hat er auch etwas gehört, das er gar nicht hören sollte, die Großen haben sich unterhalten, er hat gespielt und jeder hat gedacht, er hört eh nicht zu. Ich wĂŒrde erst einmal davon ausgehen, das keine Absicht hinter dem Ganzen steckt.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ansa
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Lysanne 13. April 2013 03:10

Vielen Dank fĂŒr die ehrlichen Antworten.

Ich werde weiterhin meinem Weg folgen und die Zweifel beiseite rĂ€umen. Werde weiter versuchen, sobald ich ein Problem entdecke, dass in die Richtung lĂ€uft, offene GesprĂ€che zu fĂŒhren, auch wenn ich nicht das GefĂŒhl habe, dass sie bisher viel gebracht haben.

Da ich durch das Erlebte kein Vertrauen mehr habe, lege ich vieles auf die Goldwaage und es nistet sich eine gewisse Angst ein: FĂŒhlt er sich dort vielleicht wohler als hier? Warum sagt er zu ihr Mama, lehnt aber plötzlich hier seinen Papa ab und will ihn wegschicken? Vielleicht Dinge, die in konventionellen Familien auf die ein oder andere Weise (in anderen Variationen) auch auftauchen, aber dort lockerer genommen werden können, weil eben keine Zweifel oder Ängste dort sind. Denn dort gibt es eben nur ein Zuhause.

Danke fĂŒr Euer VerstĂ€ndnis. Ich werde mich gerne weiterhin an Euch wenden, wenn ich wieder am Zweifeln bin. :)

Ansa, ich denke auch, dass eine Trennung, wenn das Kind noch so klein ist, vielleicht nicht so viele Probleme im Nachhinein fĂŒr das Kind mit sich bringt. Vielleicht hoffe ich das auch nur, das wird die Zukunft bringen.
Aber mein Sohn hat merklich etwas davon mitbekommen. Ich schĂ€tze durch die ganzen Emotionen, die dort freiwurden, als er noch so klein war, wurde er auch geprĂ€gt. Er spĂŒrte, dass ich unglĂŒcklich war, verzweifelt. Dann wieder wĂŒtend und ausser mir. Ich weinte viel. Mein kleines Kind zwang mich nach vorne zu blicken. Er sorgte dafĂŒr, dass ich selbstbewußter und krĂ€ftiger daraus hervorging und nicht allzulange wie ein HĂ€uflein Elend in der Ecke saß und an Selbstzweifeln und Selbstmitleid zerbrach. Denn da war jemand, der mich brauchte und ich wĂŒrde sagen, dass es ein Geben und Nehmen war. Ich brauchte ihn genauso sehr. Und jetzt hat er manchmal Verlangen nach mir, mich ganz allein zu haben und dann glaubt er, dass der Bonus-Papa dazwischen steht, weil wir uns eben auch lieben und uns das auch gerne zeigen. Vielleicht ist es auch einfach das. Dann wĂ€re es ein ganz normales Verhalten, bis er gelernt hat, dass Liebe das einzige Gut ist, das immer grĂ¶ĂŸer wird, je mehr man davon verschenkt.

So, ich weiß schon nicht mehr, ob ich so spĂ€t ĂŒberhaupt noch verstĂ€ndliche SĂ€tze hinbekomme. Ich wĂŒnsch Euch eine gute N8 und vielen Dank fĂŒr die nette Aufnahme. :)
Lysanne
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