Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Hier wollen wir zusammen nach Lösungen suchen, die sich bei der Erziehung von Kindern oder der Suche nach Richtlinien fĂŒr Teenager ergeben

Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Muckelmaus 7. November 2010 10:23

Guten Morgen alle miteinander :)

Dann will ich doch gleich mal die erste Frage in den Raum stellen und Ansa danken, dass sie diese zwei neuen Unterforen geschaffen hat :)

Nun aber mal zu meiner Frage:
Unser Söhnchen geht nun seit Ende August in den Kindergarten.
Diesen Kindergarten haben wir bewußt ausgesucht, weil er nur zwei Gruppen hat, familiĂ€r gefĂŒhrt wird und ĂŒberschaubar ist.

Nach ĂŒber 2 Monaten Kindergartenbesuch geht er nach wie vor nur 2,5 Stunden tĂ€glich. Seine Gruppenleiterin begrĂŒndet das damit, dass er ĂŒberfordert sei mit der ganzen Situation und mehr als diese 2,5 Stunden wĂŒrde er einfach nicht schaffen. Wenn ich ihn abhole und das Wetter ist dementsprechend, ziehen sich die Kinder meist gerade an, um nach draußen zu gehen. Das fĂŒhrt natĂŒrlich bei Söhnchen immer zu TrĂ€nen, weil er lieber mit den anderen Kindern spielen möchte, als mit mir nach Hause zu gehen.

'Es gab auch bereits (knapp 2 Wochen nach Beginn der Kindergartenzeit) ein ElterngesprÀch zwischen der Gruppenleiterin, der Kindergartenleiterin und uns Eltern.
Bei diesem GesprĂ€ch wurde uns geraten, wir sollten Söhnchen engere Grenzen setzen und ihn konsequenter erziehen. Uns wurde erklĂ€rt, wir hĂ€tten anscheinend bisher die Grenzen nicht eng genug gesteckt, was nicht verwunderlich sei. Immerhin sei er ein kleiner NachzĂŒgler und da seien die meisten Eltern nachgiebiger.
Lange haben wir Eltern ĂŒber dieses GesprĂ€ch nachgedacht und nachgeforscht, ob wir wirklich zu "locker" mit ihm waren. Wir kamen zu dem Ergebniss, dass wir wohl wirklich in manchen Situationen nicht konsequent genug sind und beschlossen daran zu arbeiten.
Das Ergebnis ist, dass mein Mann nur noch Augen fĂŒr Söhnchen hat und - nach meinem Empfinden - fast zu streng mit ihm wurde, wĂ€hrend ich versuche, dies aufzufangen, was wohl auch nicht Sinn der Sache sein kann und ist.

Auch das Thema Toilettengang kam wÀhrend des ElterngesprÀchs auf den Tisch.
Wir erzÀhlten, dass Söhnchen ab Pfingsten in diesem Jahr begann auf die Toilette zu gehen, dies aber nach einigen Wochen von jetzt auf gleich wieder einstellte.
Wir bekamen den Rat, ihn ab sofort ohne Windel in den Kindergarten zu bringen und ihm auch zu Hause und unterwegs keine mehr anzuziehen. Schließlich habe er gezeigt, dass er eigentlich weiß, was zu tun ist und es wĂŒrde sich um ein reines Machtspiel seinerseits handeln.
Auch darauf haben wir gehört und das Ergebnis ist, dass wir Söhnchen mehrmals am Tag umziehen und ich das GefĂŒhl habe, dass die Waschmaschine sich langsam ĂŒberfordert fĂŒhlt.
Der erfolgreiche Toilettengang klappt nur, wenn wir ihn regelmĂ€ssig auf die Toilette zwingen und das geht ja oftmals nur mit TĂ€nen von Söhnchen. Wenn er sich aber derart "verweigert", dann kommt auch nichts. Mein GefĂŒhl sagt mir auch, dass das nicht richtig sein kann.

Kurz und gut, alle RatschlÀge, die man uns im Kindergarten bisher gab, haben keinerlei VerÀnderung gebracht.

Dazu kommt, dass wir ALG II beziehen seit dem Arbeitsunfall meines Mannes und die ARGE wenig begeistert davon war, dass Söhnchen bisher nur eine solch kurze Zeit in den Kindergarten geht. Der Kindergarten hat mir sogar schriftlich bescheinigt, dass sich das vorlÀufig auch nicht Àndern wird.

Nun frage ich mich, ob ein Kindergartenwechsel nicht die beste Lösung wÀre.
Was meint ihr dazu?

Liebe, grĂŒbelnde GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Tamara22 7. November 2010 18:09

Hi Muckel,

habt ihr dem Kindergarten ein Feedback zu euren umgesetzten ErziehungsĂ€nderungen gegeben und darĂŒber, dass es scheinbar nicht klappt?
Ich bin der Meinung, dass letzlich die Eltern ihr Kind am besten kennen. Die zeitliche Begrenzung halte ich fĂŒr ĂŒbertrieben, denn er wird sich nur dann daran gewöhnen wenn es auch die Möglichkeit gibt. Klar ist er anfangs vielleicht ĂŒberfordert jede VerĂ€nderung fĂŒr ein Kind birgt auch die Möglichkeit dass es ĂŒberfordert ist. Ich wĂŒrde das mal umformulieren, es ist GE-fordert und wird Strategien entwickeln damit umzugehen. Mein Sohn z.B. hat immer einen Vormittagsschlaf gemacht, der im Kindi nicht möglich war, nun legt er sich selbst mittags ins Bett oder auf's Sofa und ruht sich aus. Seine Lösung war recht simpel ohne dass ich dafĂŒr etwas tun mußte.

Zum Wechsel, ich selbst habe meine Tochter auch schon aus dem Kindi genommen, nach genau 5 Tagen, weil ich gemerkt habe, dass mir der Umgang dort nicht zusagt. Mal abgesehen davon dass meine Tochter auffĂ€llig wurde vertraue ich da auf mein GefĂŒhl. Wenn der Kindergarten nicht in der Lage ist mit euch gemeinsam eine Lösung zu finden, dann ist die Überlegung vielleicht die Richtige.

Du der EinschĂ€tzung, dass ihr keine Grenzen setzt, woran sehen sie das??? Das wĂŒrde mich mal interessieren, denn mein Kids z.B. verhalten sich in der Umgebung des Kindis völlig anders als zu Hause...hm...

Viele GrĂŒĂŸe Tami
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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Bolz 8. November 2010 09:16

Hallo Du,

zu Deiner Sorge mit dem "aufs Klo gehen" fĂ€llt mir die Geschichte meines Cousins ein. Der musste als Kiddie auch irgendwann ab sofort aufs Klo gehen, weil er lt. seiner Mutter groß genug war. Das ging so weit, dass er sogar in der Nacht geweckt wurde, damit er nicht ins Bett macht.

Das Ergebnis war, dass er irgendwann 3 Tage im Krankenhaus verbracht hat, weil er so lange eingehalten hat, dass er eine Verstopfung hatte, die im Krankenhaus behandelt werden musste. Er hatte sich immer stÀrker geweigert, weil ihn dieses auf den Topf zwingen so geÀngstigt hatte.

Wie wĂ€re es, wenn Du es mit Stoffwindeln versuchst ? Dann hat er ein nasses GefĂŒhl in der Hose wenn er in die Hose macht und kommt gang von allein darauf, dass er das vermeiden möchte. Vielleicht ist es ihm nur nicht unangenehm genug, denn die neuen Windeln halten so trocken, dass er vielleicht gar nicht merkt, wenn er in die Hose macht ?

Gruß
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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Ansa 8. November 2010 11:16

Liebe Muckel,

das sind ja gleich einige Probleme, um die es da geht.... ich erlebe es auch oft, das die JĂŒngsten mehr Freiheiten bekommen, nachsichtiger behandelt werden und weitaus eher ĂŒber die Grenzen anderer treten dĂŒrfen, als die Kiner vorher. Manchmal ist es so, als fehle die Kraft oder aber, so denk ich es mir oft eher, man wird nachsichtiger..... so schlimm ist das ein oder andere gar nicht mehr, wenn man Ă€lter wird.

Wenn Ihr diese Kritik ĂŒberprĂŒft habt und das ein oder andere verĂ€ndert habt, dann ist das schon sehr sehr viel...... aber bleibt bei Euch und bei dem, was Euch ausmacht.... ihr erzieht Euren Sohn erst einmal fĂŒr Euch und dann fĂŒr`s Leben. Überlegt einfach, welche Ziele sind Euch wichtig und, was mir immer geholfen hat, in beinahe jeder Situation, fragt Euch "Was lernt mein Kind (mein GegenĂŒber - das klappt bei allen Menschen) aus meinem Verhalten". Leider eben nicht immer das, was wir uns erhoffen, sondern oft genug, etwas Anders. Was so leicht klingt, ist ganz schön schwer, denn man muss sich neben sich stellen und sich fragen, "was wĂŒrde ich lernen, ginge jemand mit mir so um." Klassisches Beispiel, Kind schmeißt sich auf den Boden, weint und schreit, weil es eine Schoki haben will" Mama ist entnervt, alle im Supermarkt schauen sie an, sie erlebt Unwillen bis hin zu garstigen Bemerkungen, ist nass geschwitzt.... und gibt nach. Was lernt nun das Kind? Eben nicht, das Mama ne Ausnahme macht oder lieb ist.... sondern einfach ganz schlicht "wenn ich mich auf den Boden werfe und schreie, dann bekomme ich was ich will!" Beim nĂ€chsten Einkauf wird es sich, wenn es klug ist, gleich hinwerfen und schreien......... Und diese Erkenntnis kann man dann auf alle erziehreischen TĂ€tigkeiten oder den Umgang mit Menschen ĂŒbertragen.

Die Sache mit dem Trockenwerden....... ich gehe ja auch noch in Erziehungstreffen, bei denen oft jĂŒngere Kinder sind, die das zum Thema haben und erlebe dort die wildesten Dinge, von Klingelhosen bis ĂŒber Abends nichts mehr zu trinken geben bis hin zu statischen Sitzungen auf dem Töpfchen mit beiliegender Bestechung durch Gameboys........ und je mehr Druck oder Zwang die Eltern nutzen, desto mehr bekommen die Kinder Macht und nutzen dies auch aus. Tröstlich dabei ist, am Ende werden sie alle trocken........... ich jedenfalls kenne keinen gesunden 10jĂ€hrigen, der in die Hosen macht.

Bei Jungs, so sagt man jedoch allgemein, dauert das Trocken werden etwas lĂ€nger als bei MĂ€dchen.... und, ein Kind kann seine Schließmuskeln erst vollstĂ€ndig beherrschen wenn es etwa 3 Jahre alt ist. Es gibt frĂŒhere und spĂ€tere.... ist wie beim Krabbeln.... manche krabbel mit 6 Monaten andere erst mit 8 oder so...... Nichts zum Verzweifeln, solange IHR damit klar kommt. Was die Außenwelt meint, vergiß es...... Gebt Euch Zeit und Ruhe, das wird von allein und dann meist von jetzt auf gleich ĂŒber Nacht.

Wenn Ihr aktiv helfen wollt, es gibt doch diese Höschen von Pampers oder so, die man runter ziehen kann..... das erleichtert ÜbergĂ€nge, weil sie keine richtigen Windeln mehr sind. Kein Schimpfen, keine EnttĂ€uschung, sondern vielleicht die Aussage "Wenn Du willst, dann schaffst Du das, ich glaub an Dich." Ich hab meine damals auch gefragt, wenn wir ausgegangen sind, "möchteste Du so gehen oder lieber mit Trockenhöschen" und sie haben das immer geschafft.

Und dann kommen wir zum KiGa, ich denke, ein Wechsel könnte hilfreich sein..... wenn es nicht passt, wird es auch nicht besser, wenn das Vertrauen hin ist.

Liebe GrĂŒĂŸe an Dich und Euch
Ansa

P.S. Es tut mir leid, das es durch den Unfall Deines Liebsten so gekommen ist und wĂŒnsche Euch alles Liebe und Gute dafĂŒr, das es auch wieder aufwĂ€rts geht. Ganz fest.
Sei zĂ€rtlich mit den Kindern, mitfĂŒhlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmĂŒtig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Muckelmaus 8. November 2010 13:24

Hallo alle miteinander :)

Danke fĂŒr eure Antworten. Sie helfen mir schon weiter ....

Ja, wir sind sicher nachsichtiger mit Söhnchen, als wir es mit den MÀdels waren. Unsere Sicht der Dinge hat sich in vielem verÀndert und wir sind gelassener und ruhiger. Wir wissen, dass wir nicht alles zu 100% richtig machen können.

Zum Thema Toilette:
Die Windelhöschen trĂ€gt er schon lĂ€nger und er findet sie toll. Mir scheint, er fĂŒhlt sich damit "erwachsener", wenn ihr wißt, was ich meine ,)
Druck ĂŒben wir eigentlich keinen auf ihn aus, auch wenn das stĂ€ndige Umziehen schon manchmal nervt. Gehts daneben, dann ist es eben so und wird kommentarlos hingenommen.
Auch die Idee, ihn mal in einer nassen Hose zu lassen, hatten wir schon. Aber das interessiert ihn herzlich wenig. Er ist mit, fĂŒr ihn, wichtigeren Dingen beschĂ€ftigt und Umziehen stört da nur. So ist wohl seine Sicht der Dinge.

Dazu kommt fĂŒr mich aber noch etwas ganz anderes.
Es ist ja nun nichts neues mehr, dass Kinder sich immer nur auf eine Sache richtig konzentrieren können - laufen oder sprechen lernen z. B.
Bei Söhnchen ist es nun so, dass er in seiner sprachlichen Entwicklung verzögert ist und nun erst so richtig anfĂ€ngt, zu sprechen. Dank logopĂ€discher Behandlung, um die ich schwer habe kĂ€mpfen mĂŒssen, geht es da auch gut voran.
Wenn er also mit dem Sprechen beschÀftigt ist, wie soll er sich dann auf andere Dinge, wie den Gang zur Toilette, konzentrieren?

Ich hatte heute frĂŒh ein GesprĂ€ch mit seiner Gruppenleiterin.
Sie fragte mich, ob ich in absehbarer Zeit denn wieder arbeiten gehen wolle, was ich bejaht habe und habe ihr gleichzeitig gesagt, dass ich ab ĂŒbernĂ€chste Woche fĂŒr einen Monat ein Seminar besuchen werde. Daraufhin meinte sie, wir sollten dann mal gucken, dass Söhnchen langsam an lĂ€ngere Zeiten gewöhnt werden solle, schließlich wĂŒrden wir ja mehr als nur 2,5 Stunden pro Tag zahlen.
Ich habe ihr auch gesagt, dass die RatschlÀge, die sie mir gab bisher alle nicht so gewirkt hÀtten, wie gedacht. Sie meinte, solche Dinge brauchen halt ihre Zeit und ich solle geduldig bleiben und abwarten.

@ Tami
Woran sieht der Kindergarten, dass wir keine bzw. zu wenige Grenzen setzen?
Ich denke mal, sie sehen das daran, dass er im Kindergarten unschlĂŒssig ist, wie er sich beschĂ€ftigen soll. Er nimmt z. B. ein Puzzle aus dem Regal, sieht in dem Moment etwas anders, lĂ€sst das Puzzle liegen und wendet sich dem nĂ€chsten zu. Wenn er dann aufgefordert wird, zunĂ€chst das Puzzle wieder ins Regal zu legen, verweigert er sich und ist nur mit Anleitung dazu bereit. Das ist jetzt nur ein Beispiel. Aber an solchen und Ă€hnlichen Dingen machen sie das fest.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Tamara22 8. November 2010 15:24

Liebe Muckel,

ich kann dich so gut verstehen und ich finde den Druck den Eltern manchmal bekommen enorm, alles muß in geregelten Bahnen verlaufen, Struktur haben und kontrolliert werden, ansonsten ist es nicht die Norm und muß angpasst werden. Das ĂŒberspitze ich jetzt absichtlich. Ein Kind ist keine Maschine muß nicht funktionieren und geht in der Regel auch nicht kaputt. Ich bin grade auch in so einem Elternkurs und alle 12 haben gesagt, sie wĂŒnschen es sich anders, wollen dass es besser lĂ€uft, weniger so wie es ist...etc. Ist das nicht erschreckend. Nicht einer hat gesagt, es ist gut so, ich möchte diesen Kurs fĂŒr mich machen um Wahlmöglichkeiten und Ideen zu bekommen. Nein es muß mit aller Macht verĂ€ndert und angepasst werden. Mein Sohn nimmt auch Dinge und legt sie nicht weg, er sucht noch nach dem was ihn interssiert und was er sich nicht von der großen Schwester abgeschaut hat, weil sie es gut findet. Er braucht auch Anleitung und Ideen, die er ablehnen kann oder annehmen oder keins davon. Wenn ich ihn frage warum er schreit, schimpft oder traurig ist, sagt er meist "ich eiß es nich". Und das ist eben das kindliche das noch nicht fertige und das Besondere.
Ich hatte mir ihm eine schwere Eingewöhung, weil es nicht nach Schema laufen konnte, aber sie haben sich ihm angepasst und zu keinen Zeitpunkt gesagt da mĂŒĂŸte ich was Ă€ndern oder das Kind. Das Kind erlebt seine Welt ganz, ist ĂŒberfordert von allen Möglichkeiten und kann noch nicht so schnell entscheiden wie es etwas findet...und daran ist nicht die Erziehung Schuld sondern die Bewertung, dass das nicht in Ordnung ist macht es so schwer.
...So bevor ich zuviel philosophiere, ich habe nĂ€mlich grade denn"flow" *g*...halt dich an dein BauchgefĂŒhl und schau dein Kind an , was da passt und sich richtige anfĂŒhlt.

Lieben gruß Tami
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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Muckelmaus 8. November 2010 23:10

Hallo Tami und natĂŒrlich alle anderen :)

Ja - ich fĂŒhle mich unter Druck.
Bisher war ich fest davon ĂŒberzeugt, ein ganz normal entwickeltes Kind zu haben, von seiner sprachlichen Entwicklung mal abgesehen. Nichts deutete fĂŒr mich darauf hin, dass er "aus dem Rahmen fĂ€llt", um es mal so auszudrĂŒcken.

Nun stehe ich da, schaue mein Kind an und frage mich, wo ist er "anders". Mir fÀllt da nÀmlich nichts auf. Er ist lebhaft, neugierig auf die Welt, lacht viel und gern, verschmust, aufbrausend - kurz, ein ganz normaler kleiner Kerl.
Dann kommt er in den Kindergarten und plötzlich ist alles anders. Er sei ĂŒberfordert, hielte sich nicht an Regeln, er braucht engere Grenzen, eine "festere" Hand, die ihn fĂŒhrt (nicht im Sinne von SchlĂ€gen zu verstehen).

Ich gebe zu, er reagiert in vielen Dingen anders, als ich von den MĂ€dels her kenne und in vielen Dingen muss ich anders agieren. Aber ist er deshalb nicht der Norm entsprechend? Ja, er fordert mich anders, als es die MĂ€dels im selben Alter taten, aber das ist fĂŒr mich nicht ungewöhnlich.

Im Moment habe ich einfach das GefĂŒhl nicht wirklich auf mich selbst und mein BauchgefĂŒhl hören zu können, weil ich nicht sehen kann, was richtig und was falsch ist.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Tamara22 9. November 2010 15:41

Liebe Muckel,
dein BauchgefĂŒhl macht diese Unterscheidung nicht zwischen richtig und falsch. Deswegen weißt du es auch nicht. Dein Wissen ist im Kopf, dein BauchgefĂŒhl, naja eben nicht dort oben.
Es geht nicht drum was richtig oder falsch ist und darum das zu wissen, sondern um ein hinschauen und wahrnehmen.
Verunsicherung findet im Kopf statt, dann fĂ€ngst du an zu ĂŒberlegen, versuchst zu verstehen, willst Lösungen haben.
Was fĂŒhlst du, wenn du dir diesen kleinen Kerl ansiehst, das ist die Frage. Jeden Menschen den du fragst, der deinen Sohn sieht wird etwas anderes sagen. Und wieder geht es darum was du fĂŒhlst, die Verbidung zwischen dir und deinem Kind ist stark und auf die kannst du dich verlassen. Schubladen voll Problemsammlungen, Kategorien und NormalitĂ€ten haben immer noch nichts mit deinem Kind zu tun. Sei mutig, ich möchte dich dazu so gern ermutigen...
Richtig und Falsch sind keine Möglichkeiten sondern schrĂ€nken ein, möglicherweise ist beiden wahr, vielleicht auch nicht und wenn , was wĂŒrde es Ă€ndern an deinem Kind?
Es bleibt dein Sohn. Wie bei einem Prisma, kennst du die, je nachdem wie man es dreht oder hineinschaut es verĂ€ndert sich das Bild, aber das was du dir damit anschaust bleibt gleich...Genieß diese Facetten, das was immer wieder neu auftaucht und was auch deinen Blick immer wieder neu auf dein Kind fallen lĂ€ĂŸt...und sei mutig auf richtig oder falsch zu verzeichten, normal oder unnormal...es ermöglicht nichts...
Lieben Gruß Tami
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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon röschen 9. November 2010 16:39

Liebe Muckel,

genau wie du, habe ich festgestellt, daß viele Dinge bei meinem Kleinen (mittlerweile ist er 10) anders liefen, als bei meiner Tochter.

Mal abgesehen davon, das diese wesentlich frĂŒher trocken war, als mein Kleiner (er hat es mit dem ein oder anderen Mißgeschick gerade mal kurz vor der Kindergartenzeit hingekriegt), war ihre Zeit im Kindergarten viel unproblematischer.

Dennoch solltest du an deinem Jungen nicht zweifeln oder dich verunsichern lassen.
Im letzten Kindergartenjahr, also kurz vor den Einschulungsempfehlungen, hatte mich die (neue) Erzieherin meines Sohnes auf die Seite genommen, um mich darauf hinzuweisen, daß ich abklĂ€ren lassen sollte, ob er nicht eventuell hyperaktiv sei :oah:
Ich war völlig perplex - mein Kind, daß zuhause stundenlang saß und mit Hingabe seine VorschulbĂŒcher ausfĂŒllte? Dessen Entwicklung und Wissen wenige Tage zuvor der Kinderarzt bei der Vorsorgeuntersuchung noch in höchsten Tönen gelobt hatte?
Mir ging es wie dir - ich war erstmal völlig verunsichert. Ob ich als liebende Mutter da etwas ĂŒbersehe? Ob sich mein Umfeld bisher bloß noch nicht traute mich darauf hinzuweisen, denn man beurteilte meinen Sohn eher als schĂŒchtern und zurĂŒckhaltend?

Auch ich habe damals ĂŒber einen Kindergartenwechsel nachgedacht, einfach weil ich mich ĂŒber die Art und Weise der Erzieherin ein solch gravierendes Urteil ĂŒber meinen Sohn zu fĂ€llen und mir dieses mal eben zwischen TĂŒr und Angel an den Kopf zu schmeißen, sehr geĂ€rgert habe.
Meinem Kind zuliebe habe ich es nicht getan. Es war sein letztes Jahr und er hatte all seine Freunde dort.

Wenige Wochen spĂ€ter hat sich die Dame bei mir entschuldigt. "Sie hĂ€tte völlig falsch gelegen". Einer seiner Freunde sei nun schon seit einigen Tagen krank und meiner plötzlich sooo ein Lieber und ruhiger Junge. Er ließe sich wohl einfach nur zu schnell mitreißen beim Unfugmachen. Das sollte ich im Auge haben.

Im ĂŒbrigen kann ich dir bis ins jetzige Alter meiner Beiden, Unterschiede ĂŒber Jungen und MĂ€dchen aufzĂ€hlen. Allerdings nicht nur in ihrer Entwicklung oder ihrer Persönlichkeit, sondern auch wie das Umfeld (KIGa, Schule) mit ihnen umgeht. :/:

Soweit erstmal liebe GrĂŒĂŸe
röschen
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Re: Kindergartenwechsel, ja oder nein?

Beitragvon Muckelmaus 9. November 2010 18:31

Hallo alle zusammen :)

Noch mal ein Danke fĂŒr eure Gedanken. Sie helfen mir, mich zu reflektieren.

Wenn ich mein Söhnchen anschaue, sehe ich ein ganz normales, lebhaftes, neugieriges, 3jĂ€hriges Menschenkind, das nichts weiter möchte, als die Welt entdecken. Das ist es auch, was mir mein BauchgefĂŒhl sagt und eigentlich halte ich viel von meinem BauchgefĂŒhl, weil es mich eigentlich noch nie getĂ€uscht hat.
Wenn ich nur daran denke, was ich habe kĂ€mpfen mĂŒssen, um eine logopĂ€dische Behandlung fĂŒr ihn zu bekommen, weil ich einfach gefĂŒhlt habe, da stimmt was nicht und ich hatte recht damit.
Aber im Moment scheint es mir so, als habe ich kein BauchgefĂŒhl - als wĂŒrde das GefĂŒhl schweigen und stattdessen findet alles im Kopf statt.
Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht, warum ich so verwirrt bin und erkenne mich selbst kaum wieder.

Ich sehe auch den Unterschied zwischen Kindergarten und hier daheim. Hier daheim ist er allein mit uns Großen (seine Schwester eingeschlossen). Er bekommt hier jede Menge Aufmerksamkeit und Zuwendung.
Im Kindergarten ist er eines von 24 Kindern. Da ist es nur logisch, dass er nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommen kann und das muss er erst mal begreifen und lernen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Muckel

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