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Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 16. Juli 2012 18:29
von Ansa
Hej Hej,

nicht das wir uns da missverstehen, seinen Schlüssel hat mein Kind noch, ich war das, die ihn damals abgegeben musste und der Freund meiner Schwester hat ihn bekommen, das tat schon weh.

Sie weiß, das sie jederzeit kommen kann, bedienen am Kühlschrank allerdings nicht, derweil das würde sie für zwei tun und da sehe ich dann doch eine Grenze. Das versucht sie zwar, mit Kleinigkeiten immer mal wieder, weil man ja nicht fünf Päckchen Backpulver für einen Kuchen braucht oder so, aber da bin ich vorsichtig, sonst sind meine Vorräate irgendwann weg und ich stehe da - denn leider klappt es mit dem wieder mitbringen so gar nicht. Abgesehen davon, wenn sie zu mir kommt, kommt sie auch zum Einkaufsladen.

Und ja, Erfahrungen machen muss auch sie für sich, wissen wie sich das anfühlt, wenn am Monatsende das Geld kanpp ist, weil man sich vertan hat, ist das Einzige was dabei hilft, besser zu planen. Aushelfen z.B. würde dann nur dazu führen, das sie es nicht lernt und weiterhin in einer Abhängigkeit von uns stecken würde.

Immerhin ist sie noch jedesn Samstag zum Frühstück da und mehr als einmal auch am Sonntag zum Essen, immer mit Wünschen, denn ihr Freund isst so gut wie nix.....außer Maggifix. *ups* das reimt sich und trifft es doch ganz gut, nur das er da bei mir Pech hat, ich koche eben ohne so`n Zeuch...

So, habt`s einen schönen Abend
Ansa

Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 16. Juli 2012 18:56
von miau
Hallo Ansa,

so wie ich deine zeilen bis jetzt verstehe, dann sind deine zwei Jüngsten auch so verschieden wie du und deine schwester. Ich merke gerade, dass ich an meine Grenzen komme noch etwas zu schreiben. Ich weiß nur, dass mir Familienaufstellungen dabei geholfen haben vieles was nicht zu mir gehört bei denen zu belassen zu denen es gehört. Heute kann ich nachvollziehen, warum meine Tochter diesen Mann an diesem Ort gefunden hat und mit ihm ein Kind zusammen hat. Es lag mitunter an ungelösten Familienthemen. Selbst zu meinen Brüdern hat sich etwas verändert. Jedoch haben all diese Aufstellungen, die auch zu wirkungsvollen Änderungen führten, meine Tochter und ich durchgeführt.

Mit meiner Tochter habe ich immer wieder das Gespräch gesucht und ihr erklärt, warum manches so läuft, wie es ist und um ihre Meinung gebeten. In der Zeit Anfang 20 bin ich immer weniger zu ihr durchgedrungen. Meine Mutter hatte so ihren Anteil daran gehabt. Mein Mann auch. ABER ich habe mich nie unterkriegen lassen, wusste dass es sich lohnt für die Beziehung zu kämpfen. Denn auch als Mutter hätte es mir sehr weh getan, wenn sie sich ganz abgewandt hätte.

Vielleicht liegt es einfach an der Zeit, an ihrem Alter:

Erwachsen werden heißt nicht erwachsen spielen.


Ich denke, dass es ganz normal ist, erstmal erwachsen zu spielen. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, den ich auch einst durchgemacht habe, ebenso meine Tochter. ABER das hätte nie einer zu mir sagen dürfen, denn ich war überzeugt davon erwachsen zu sein. Erst aus dem Rückblick habe ich gelernt zuzugeben, dass ich damals noch fast ein Kind war, als ich mit 18 auszog und heiratete. Vielleicht liegt es auch daran, dass deine Tochter merkt, dass ihr "keiner" zutraut erwachsen zu sein? Und sie sich deshalb auch nur noch um ihr neues Leben kümmern möchte, weil das alte (Pferde etc.) sie an das Kindsein erinnern?

@Muckel,
deine Tochter ist nochmal ein anderer Typ. Ein Glück, dass wir verschieden sind.

viele Grüße Micha

Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 16. Juli 2012 19:09
von Ansa
Liebe Micha,

das ich ihr nicht zutraue, das allein zu schaffen - da könnte etwas dran sein. Ich bin ganz überrascht, wie gut sie das am Ende hinbekommt, vielleicht sollte ich ihr das noch einmal sagen....

Wir sind eine Familie mit klaren Worten und ich sag lieber, was ich denke, als das ich drum herum rede. Das kennen meine Kinder auch, und sie wissen, das es in keinem Fall bedeutet, das ich sie nicht lieb habe. Dies "ich liebe Dich, aber ich mag nicht was Du tust" ist eben auch sehr klar formuliert. Nein, es war mir nicht recht, das sie ausgezogen ist, weil ich befürchte, das sie das Ganze nicht schafft. Nun bekommt sie es aber im Allgemeinen doch ganz gut hin.

Und das sie sich um ihr neues Leben kümmern möchte - glaube ich sofort - geht aber nicht, das Pferd ist da. Das ist ein Fakt und ich kenne sie dann doch so gut, das ich weiß, wenn ich ihr vorschlage, sie das raus zu nehmen, wird sie einen Anfall bekommen, das muss von ihr selbst ausgehen und das ist ein Prozess..... sie möchte Verlässlichkeit von uns haben und im Gegenzug fordere ich die auch ein. Und, erkennen, das man überfordert ist, muss man vielleicht auch lernen.

Fehler in dem Sinne gibt es bei uns ja nicht, aber wenn einer feststellt, das er sich verrannt hat, steht im Vordergrund "wie machen wir es besser" anstatt "ja aber Du bist schuld" Schuldfragen gibt es zumindest bei mir nicht. Bei den Kindern aufgrund der anderen Hälfte der Familie schon, ansonsten sehe ich das eher als Lernprozess. Auch durchaus noch für mich selbst.

Und mit ihr reden - gestaltet sich eben auch schwierig, weil sie, wenn ihr Freund dabei ist, nicht reden will oder kann..... das sehe ich noch sehr differenziert, wenn sie wütend auf ihn ist, will sie reden (aber ich nicht, es fällt mir sehr schwer neutral zu bleiben) und wenn alles gut läuft, besteht von ihrer Seite aus eher kein Bedarf. Mal sehen, auch das gehört irgendwie dazu.

So kann es gut sein, das meine Frage "wie geht es Dir" bei ihr ein "oh, sie traut mir nicht" auslöst. Muss ich mal überdenken.

Danke Ansa

Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:49
von miau
Hallo Ansa,

würdest du dies, was du geschrieben hast, nochmal durchlesen. Mir ist da etwas aufgefallen. (Wahrscheinlich hast du den Unterschied schon selbst bemerkt.)

vielleicht sollte ich ihr das noch einmal sagen....

Wir sind eine Familie mit klaren Worten und ich sag lieber, was ich denke, als das ich drum herum rede.


Noch etwas zum Erwachsen sein:
Ein junger Erwachsener (wie deine Tochter) möchte sich ein eigenes Leben aufbauen. (mit Freund zusammenziehen etc.) Kommen dann die Eltern daher und wünschen sich von diesem jungen Erwachsenen etwas, fühlen sie sich (leicht, schnell??) bevormundet und gehen auf Widerstand. - Irgendwie scheint mir, dass darin, in den unterschiedlichen Sichtweisen, was z.B. erwachsen ist, der Konflikt liegt. Habt ihr euch schon mal über Erwachsen und Kind-sein unterhalten? wie jeder das sieht, aus seiner Perspektive, und wie ihr zueinander finden könnt?

viele Grüße Micha

Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 18. Juli 2012 06:27
von Ansa
Liebe Micha,

ich glaub, wir driften jetzt ein wenig ab, wir kommen ja nicht daher und wünschen uns etwas, sondern wir bestehen auf etwas, das vor allem anderen da war und das, wie ich meine, zu Recht. Nicht nur, das es ihr Herzenswunsch war, der da auf der Weide steht, uns kostet er jeden Monat einiges an Geld. Und dafür ist sie verantwortlich oder sie klärt das mit uns. Und, ihre Schwester ist da abhängig von ihr. Sie handelt also nicht für sich allein. Und das muss ihr bewusst sein.

Und, nein, sie will wohl selbstständig sein und ihr Leben leben, aber sie ist es nicht. Sein Leben kann klären wer das will, wenn er für sich aufkommt und unabhängig ist. Solange sie das von unserem Unterhalt tut, ist sie uns verpflichtet - ihrer Ausbildung zeitnah und zügig nach zu gehen, z.B. Sie kann allein leben, aber nicht alles tun, was sie mag.

Ich sehe in meinem Satz keinen Widerspruch, etwas nicht zu sagen, heißt ja nicht, das ich es tun werde, wenn es an der Zeit ist oder dasich ihr etwas anderes sage.... ich hab auch nicht gesagt "Du packst das nicht" wohl aber "ich habe Angst, dass das alles zuviel wird für Dich." Und das darf ich, weil es ist meine Angst. Eine Ich-Botschaft ist kein Angriff oder eine Bankrotterklärung, sondern Sorge.

Na ja und die Konflikte, die gehören, da bin ich mir sicher, dazu..... egal was ich anstellen werde, es wird sie geben, weil sie notwendig sind, das sie sich von uns lösen kann.

Dir liebe Grüße
Ansa

Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 19. Juli 2012 23:09
von röschen
Hallo Ihr Lieben,

da ich aktuell mit ähnlichen Problemen zu kämpfen habe könnte ich soooo viel dazu sagen. Hab aber leider so wenig Zeit.... ( Was einen entscheidenten Teil dazu beiträgt)

Ich versuchs am Wochenende. Bis dahin: Ich kann deine Sorgen/Ärger/Meinung...so gut verstehen liebe Ansa.

LG Röschen

Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 20. Juli 2012 09:09
von Ansa
Liebes Röschen,

ich hab mich schon gefragt, wie es Dir wohl gehen mag? Ja schreib mal am Wochenende, was bei Euch so los ist, mir tut es immer gut, wenn ich hier meine Gedanken los werde......

Ich hoffe, die ganze Angelegenheit am Wochenende zu klären und ich werde einfach auch sagen, wie es mir damit geht. Noch weiß mein Mittelchen nichts von der zweiten Reitbeteiligung, aber ich glaube, auch hinsichtlich dessen, was meine beiden Töchter nächstes Jahr in der Schule leisten müssen und erreichen wollen, ist es eine gute Idee.

Bis dahin, liebe Grüße
Ansa

Re: Was tun.........

BeitragVerfasst: 22. Juli 2012 18:21
von Ansa
So Ihr Lieben,

ihr wollt bestimmt wissen, wie es war? Mein Mittelchen fühlte sich durch unsere Kritik voll angegriffen und schrie und tobte.... und wollte durch die Tür auf und davon. Wir haben sie dann aufgehalten und gemerkt, das sie Vorwürfe in Sätzen hört, die gar nicht da sind. Der Liebste sagte ihr auf den Kopf zu, das wäre wohl ihr schlechtes Gewissen, das da schreien würde, dafür könne aber er nichts, ich nichts und das Pferd auch nichts.

Da begann sie zuzuhören. Natürlich gefiel ihr die zweite Reitbeteiligung gar nicht und sie brachte viele Argumente, das sie ja nicht zuverlässig gewesen sei und so oft abgesagt hätte und überhaupt. Mein Einwand, das es da grade zu diesem Zeitpunkt eine Trennung gegeben hätte und eine Scheidung bevor stünde, verwarf sie und sagte doch glatt "persönliche Krisen sind kein Grund für Unzuverlässigkeit" Na ja, den Satz griff der Liebste natürlich auf und da war sie widerlegt....

Und meinem Argument, das es doch gut wäre und sie und ihre Schwester auch entlasten würde, in der Schule und so.... brauchte einige Zeit, aber heute sagte sie, sie könne ja dann im Winter vielleicht mal reiten, ohne sich um den Stall zu kümmern....

Es gab keine Ankündigung, sie aus dem Reiten ganz zu entlassen, das war nicht nötig. Und am Ende war sie froh, das sie die Sommerferientage ihrer Schwester gar nicht hatte.

Also, wir allen haben etwas gelernt, und nun warte ich mal ganz gelassen. Auch ihr Freund hat ein Wort von mir dazu bekommen, denn natürlich ist auch er beteiligt, wenn er eben murrt, das sie zum Pferd will, wenn er doch chillen möchte.

Mal sehen, Euch Danke für die vielen Gedanken und Worte
Ansa

P.S. und ich hab ihr angeboten, wenn es mir passt, würde ich sie gern das ein oder andere Mal auf dem Fahrrad begleiten wollen.... mal sehen, die Idee hat ihr jedenfalls gut gefallen.

Was tun

BeitragVerfasst: 16. Mai 2017 04:27
von drarce
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