Kontakthäufigkeit zur Tochter

Hier wollen wir zusammen nach Lösungen suchen, die sich bei der Erziehung von Kindern oder der Suche nach Richtlinien für Teenager ergeben

Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Bolz 17. September 2012 10:43

Hallo Ihr Lieben,

ich wollte heute mal eine Frage in die Runde stellen und wäre gespannt über Eure Meinung.

Wir haben ja wie Ihr vielleicht wisst eine sehr problematische Beziehung zu Mutter der Tochter meines Mannes. Nach nunmehr 7 Jahren nun hört der Ärger mit ihr leider nie wirklich auf, immer gibt es irgendeinen Querschläger, mit dem sie versucht uns zu ärgern. Dies aber nur zur „normalen“ Situation, die Tochter bekommt davon zumindest von unserer Seite nichts mit und zeigt auch so kaum Anzeichen davon, als dass sie das registriert.

Was meinen Mann seit Jahren immer wieder sehr traurig macht ist, dass die Tochter sich fast nie einmal von sich aus bei ihm meldet. Selbst wenn die Mutter sie im Sommer fĂĽr 6 Wochen zur Familie in den Urlaub ins Ausland schickt kommt fast kein Lebenszeichen von ihr, immer nur dann, wenn mein Mann bei ihr anruft. Die Tochter ist 10 und geht inzwischen auf die Realschule.

Ist sie bei uns ( alle 14 Tage/Wochenende wenn die Mutter nicht querschießt ), dann erzählt die Tochter ständig wie schön sie es bei uns findet, wie gern sie länger bliebe, betont in Zeichnungen oder Erzählungen immer sich mit uns zusammen als „die ganze Familie“ etc. aber sie schafft es weder an seinen Geburtstag oder Vatertatg zu denken ( bei der Mutter schafft sie das ), sie meldet sich z.B. auch nicht wenn sie in Urlaub fährt und mein Mann sie bittet sich zu melden wenn sie gelandet ist / wieder zurück ist und so weiter. Er hat sie wirklich schon öfter drauf angesprochen, ob sie nicht Lust hätte ihn auch mal anzurufen oder ihm mal eine SMS zu schicken ( mit ihren Freundinnen kann sie das ständig ), aber wenn er eine Weile selbst nicht anruft, dann hört er nichts von ihr. Sie sagt dann nur sie hätte es vergessen, sie hätte immer so viel vor. Allerdings kann sie sich schon melden, wenn sie etwas will z.B. am WE eine Freundin mitbringen oder wenn sie eine Wunschliste zu Weihnachten schreibt, dann kann sie plötzlich von selbst anrufen.

Wie sehr ihr das? Ist es zuviel erwartet von einer 10-jährigen, dass mein Mann sich wünscht, dass sie ihn auch mal anruft ( sie hat seit 4 Jahren ein eigenes Handy immer bei sich ) und ist sein Wunsch unrealistisch ? Und was würdet Ihr als Lösung ansehen ? Einfach weiter immer selbst anrufen ? Mal warten ob sie sich meldet wenn er mal nicht anruft ? Sie drauf ansprechen oder sie nicht drauf ansprechen ?

Lg
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon sonnenschein2 17. September 2012 12:12

Liebe Bolz,
ich kann eure Gefühle gut nachvollziehen. In unserer Familie sind ja insgesammt auch 6 Kinder unterschiedlichen Alters. Lass dir sagen, wir haben und hatten die gleichen Schwierigkeiten. Kinder denken einfach in dem Alter noch nicht daran sich zu melden. Von meinen Kindern ist der Jüngste nun 12 Jahre alt und er meldet sich immer noch nicht regelmäßig wenn er bei seinem Vater ist. Vondaher kann man es, so habe ich die Erfahrung gemacht, von einem 1ojährigen Kind nicht erwarten.
Wir haben damals einfach feste Zeiten zum Telefonieren oder Simsen ausgemacht. Und ja auch ich habe häufiger angerufen als sie mich. Oder wir haben ausgemacht, dass sie sich direkt melden wenn sie angekommen sind. Aber auch das hat in dem Alter noch nicht immer funktioniert. Die Kinder sind so sehr abgelenkt mit den Dingen, die sie erleben oder sehen. Bei dem jüngsten Sohn meines Partners beobachte ich immer noch, er ist 14, das mein Liebster mit daran denken muss, dass er seine Mutter anruft und mitteilt, dass wir gut zb im Urlaub angekommen sind.
Habt Geduld mit der Kleinen. Wie gesagt, vielleicht helfen klare Absprachen. Jeden Mittwoch um 18 Uhr simsen oder telefonieren...z.B.

Liebe GrĂĽĂźe
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Bolz 17. September 2012 12:57

Liebe Sonnenschein2,

wie die Formulierung meiner Frage schon zeigt bin ich ja auch unsicher, ob das nicht zu viel verlangt ist, dass sie mal dran denkt anzurufen.

Allerdings wenn sie etwas will, dann kann sie sehr strategisch vorgehen, sich Sachen ĂĽber Wochen merken und uns auch immer wieder dran erinnern. Evtl. ist es auch das fehlen einer Folge, wenn sie sich gar nicht meldet, er ruft sie ja dann doch immer wieder an. Und wieso kann sie an den Geburtstag der Mutter denken, an seinen aber nicht ? Ich wĂĽrde ja sagen, dass klappt noch nicht von selbst mit dem auf den Kalender gucken, aber ich hatte sie extra dran erinnert und wenn sie z.B. einen Ausflug am xy. macht, wo sie sich drauf freut, dann kann sie auch auf dem Kalender gucken wie lange das noch ist.

Ich hab immer den Eindruck mein Mann läuft ihr dermaßen hinterher, dass sie sich nicht drum schert, die Mutter, die sie bei jedem Fehler zur Schnecke macht, die kann sie anrufen auch wenn sie nur ein WE irgendwo ist. Das macht sie dann zwar mit mauliger Stimme, aber sie vergisst es nie.

Ich bin es nur so leid, dass mein Mann immer so enttäuscht ist.

Lg
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Ansa 17. September 2012 18:52

Liebe Bolz,

ich habe auch die Erfahrung gemacht, das die Kinder so gut wie nie daran denken, den abwesenden Elternteil anzurufen.... das hat mehrere GrĂĽnde.

Zum einen, Kinder kommen nach Hause und erzählen übersprudelnd, was passiert ist, wie der Tag war, sie erzählen, woran sie so denken und wenn das erzählt ist - ist es auch irgendwie weg..... sprich, sie erzählen es Mama und dann ist es "vergessen". Wenn sie bei Papa sind, erzählen sie die täglichen Dinge dort und nicht zu Hause. Von daher glauben immer beide Eltern, das ihnen etwas entgeht, was auch wirklich so ist.... selbst wenn Oma da ist, erzählen sie ihr das, was ihnen durch den Kopf geht und wenn Mama kommt, ist nichts mehr zum erzählen da, es sei denn, sie weiß gut Bescheid und fragt dann explizit nach.

Und dann kommt der "unbewusste" Faktor dazu, und der ist den Kindern wirklich nicht klar - Papa soll zeigen, das er an das Kind denkt...... und anrufen, Briefe schreiben oder sich melden. In den Augen des Kindes ist er gegangen..... das könnten sie nicht in Worte fassen, geschweige denn klar denken, aber es spielt eine Rolle.

Geburtstage - daran denken Kinder, weil sie erinnert werden..... ich gehe einfach davon aus, das Mama schon auf ihren Geburtstag hinweist und es nie dulden würde, das Töchterchen den vergisst? Und Papa? Du schreibst, sie macht Ärger...... könnte da was dran sein? Grad gestern haben wir mit meinen Kindern gesprochen, Papa hat bald Geburtstag - und mir fiel auf - sie haben diesen Tag einfach nicht in ihrem Kopf gespeichert, würde ich sie nicht daran erinnern..... und meine Mädchen sind schon groß. Das ist vermutlich wirklich keine böse Absicht.

Kannst Du ihr da helfen?

Liebe GrĂĽĂźe
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Girl-Soccer 17. September 2012 23:55

Hallo!

Ich glaube, ich kann mal wieder zum Verständnis der Situation die andere Seite aus eigener Erfahrung einbringen.
Selber bin ich Scheidungskind und kenne das Thema "Wer meldet sich?".
Meine Eltern haben sich getrennt als ich 7 war und mein Vater hat sich bei mir nie gemeldet, aber immer erwartet, dass ich mich melde.
Doch von einem Kind sollte man so etwas nicht erwarten. Das Kind erwartet, dass sich die Eltern um es kĂĽmmern, da es schon immer so war.
Wenn ein Elternteil sich nicht meldet, hat es Angst, es mag es nicht mehr, gerade in der Situation, wenn das Elternteil ausgezogen ist, also rate ich dringend davon ab, dass sich dein Mann bei deiner Tochter nicht meldet, um darauf zu warten, dass sie sich meldet!
Außerdem kann man ein Kind nicht gleichsetzen mit einem Freund. Von einem Freund kann man erwarten, dass die Kontaktaufnahme nicht einseitig läuft, da die Beziehung auf einer ganz anderen Basis läuft. Eltern-Kind-Beziehungen sind zwar auch nicht einseitig, doch die Kinder tragen ihren Teil auf ganz andere Weise bei.
Als Beispiel: Sitzen Eltern und Kinder gemeinsam beim Abendessen, fragen immer die Eltern die Kinder, wie der Tag war, aber - je nach Alter - fast nie andersherum.
Kinder sind kleine Egoisten, könnte man sagen. Aber sie meinen es nicht böse, sie verarbeiten einfach noch viel zu viele neue Eindrücke, wollen die Welt um sie herum verstehen und sehen noch nicht viel außerhalb dessen.
Und so ist es für Kinder schwierig an Dinge zu denken, die sie nicht direkt vor der Nase haben. An das Treffen mit Freunden denken sie, weil sie die meistens jeden Tag in der Schule sehen oder sie die Eltern daran erinnern. Ich könnte mir vorstellen, dass die Mutter der Tochter deines Mannes sie einfach nicht daran erinnert, sich bei ihrem Vater zu melden.
Zudem stimmt es auch, was Ansa geschrieben hat: Sobald Kinder etwas erzählt haben, haben sie es schon wieder vergessen.
Das geht mir ja heute mit 19 Jahren noch so! Früher habe ich immer alles meiner Mutter erzählt. Doch seit ich meinen Freund habe und mich mit ihm über alles austausche, habe ich viel weniger das Bedürfnis, alles mit meiner Mutter zu besprechen.
Auch wenn ich früher meinen Vater getroffen habe, hat er mir immer alles aus der Nase ziehen müssen, ich habe es nicht böse gemeint, dass ich nichts von selbst erzählt habe, mir ist einfach nichts eingefallen.

Fazit:
Macht euch keine Gedanken und nehmt es nicht persönlich, dass sie sich nicht meldet.
Dein Mann sollte sich weiterhin regelmäßig melden, vereinbarte Termine sind auch eine gute Idee, vielleicht verselbstständigt sich das dann irgendwann.
Eventuell könntet ihr auch mit der Mutter reden, ob sie nicht versuchen möchte, mit der Tochter gemeinsam in den Alltag zu integrieren, dass sie sich ab und zu meldet. Macht ihr dabei aber auf keinen Fall Vorwürfe oder Druck, denn es ist nicht ihre Aufgabe!

Ich finde es aber schön, dass dein Mann sich bei seiner Tochter regelmäßig meldet, das ist sehr wichtig für sie.

Liebe GrĂĽĂźe
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Bolz 18. September 2012 09:58

Guten Morgen und danke fĂĽr Eure Meinungen.

@ Ansa, hatte ich ja auch schon geschrieben, ich erinnere die Tochter auch immer an solche Termine wie Vatertag oder Geburtstag, aber es klappt leider nicht. Dass die Mutter sie nicht erinnert und sich freut, wenn sie dem Vater keine Freude macht ist mir schon klar. Witzigerweise hat sie mit dem Grablicht-Geschenk letztes Jahr aber an meinen Geburtstag gedacht…ein Schelm, wer böses dabei denkt ;-)

@ Girl Soccer
Es ist mir schon klar, dass man keine lückenlose Terminkoordination erwarten kann, aber wenn die Tochter über 6 Wochen im Ausland ist und dort die Verwandten auch nicht ans Telefon gehen wenn er die Tochter auf einer anderen Leitung als ihrem eigenen Handy anruft, was soll er dann machen ? Ich schätze man kann schon erwarten, dass sie mal zurückruft, wenn sie sieht, dass er x-mal angerufen hat. Wenn ich das hier so schreibe hab ich schon fast den Gedanken ich beschreibe einen Stalker der 2x die Woche seine Nachbarin belästigt weil er immer versucht sie anzurufen…
Wisst Ihr, ich sehe das auch so, dass man sich um sein Kind kümmern muss, sich anbieten muss, selbst aus Interesse nachfragen, alles das mag richtig sein. Aber mein Mann ist auch nur ein Mensch und er hat glaube ich auch ein Recht auf ein glückliches Leben. Wie lange kann ein Mensch sich herumschubsen und demütigen lassen und geht immer wieder hin und versucht es erneut? Ich habe manchmal das Gefühl ich kann es nicht mehr mit ansehen wie er immer uns immer wieder versucht alles richtig zu machen und immer nur Enttäuschungen und Tritte erntet.
Du sagst, es ist wichtig für die Kinder, dass die Eltern immer von sich aus wieder Interesse zeigen. Im Moment sieht es für mich so aus als bringt er ihr damit genau das Gegenteil bei. Nämlich „mach was Du willst, ich lauf Dir eh hinterher“.

Im Moment geht es um die Herbstferien. Die letzten 4x Ferien gab es ständigen Kampf mit der Mutter, so dass aller Urlaub den wir uns frei gehalten hatten für die Tonne war. Immer hat sie die Termine wieder so gedreht und die Tochter dann doch woanders hin gegeben, dass es nicht oder nur mit totalem Umschmeißen aller unserer Planungen doch noch geklappt hat.
Am 8.9. meinte die Tochter dann am Wochenende bei uns, dass sie in den Herbstferien gern zu uns kommen würde. Wir haben ihr gesagt, dass sie das gern machen kann, aber uns mal sagen soll, wann die Termine bei der Herbstbetreuung sind wo Ausflüge gemacht werden. Sie hat da wohl ein Merkblatt und ist von der Mutter da schon angemeldet. Seit dem wieder keine Reaktion, Mail an die Mutter kommt keine Antwort, Anrufe bei der Tochter kommt kein Rückruf/geht keiner dran. Und nun ? Weiter anrufen und versuchen zu fragen ? Nicht mehr anrufen ? Dann kommt wieder 1 Tag vorher eine Nachricht, mein Mann kann so schnell nicht reagieren ( er ist viel im Ausland ) und die Mutter kann der Tochter wieder sagen: siehst Du, der Papa will Dich ja nicht…

Manchmal ist es so frustrierend, da möchte ich auf den Mond ziehen.

Danke fürs zuhören und gern natürlich noch weitere Meinungen
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon sonnenschein2 18. September 2012 13:01

Liebe Bolz,
für mich sieht es so aus, als ob sich da Dinge vermischen. Das eine ist der Kampf der Erwachsenen. Sprich die Mutter, die das Umgangsrecht torpediert. Bei einem 10jährigen Kind würde ich das Jugendamt involvieren und/oder das Gericht um die Ferientermine festzulegen. Am besten schon für das ganze Jahr. Somit ist es schriftlich festgehalten und man kann sich dann daran orientieren. Dieses hin und her könnte ich auch nicht gut aushalten. Das ist auch für die Kleine furchbar, stelle ich mir vor. Ich bin da immer für klare Verhältnisse.
Die andere Sache ist das Erreichen und Melden der Tochter. Wenn Vater sie auf dem Handy anruft und kein Rückruf kommt, könnte er z.B. beim nächsten Besuch fragen warum sie nicht zurückgerufen hat. Vielleicht ist es aus dem Ausland zu teuer? Ein 10jähriges Mädchen hat aus meiner Erfahrung her noch nicht so viel Eigenverantwortung. Sie ist noch ein Kind. Da sind schon noch die Erwachsenen gefragt, so wie Girl-Soccer es schon beschrieben hat.
Vielleicht kann dein Mann die Tochter ja auch einfach mal fragen, wie sie sich den Kontakt wünscht und was er sich wünscht. Alles aber einem 10jährigen Mädchen angepasst und ohne Vorwürfe. Auch da helfen vielleicht klare Absprachen...
Und ja, ich würde am Ball bleiben, immer wieder. Es ist kein erwachsener Freund, sondern das Kind um das ich mich sorge und bekümmere. Als Eltern ist es halt so. Das hat für mich nichts mit hinterherlaufen zu tun. Ich würde auch aufschreiben wann ich angerufen habe, ihr einen Brief geschickt habe oder sonstwie den Kontakt gesucht habe. So kann man später zeigen, dass man den Kontakt gesucht hat.
Ich kann dich gut verstehen, aber es ist noch ein kleines Mädchen, das solltet ihr vielleicht nicht vergessen.
Liebe GrĂĽĂźe
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Bolz 18. September 2012 13:19

Hallo Sonnenschein,

da hast Du vollkommen recht, es vermischen sich viele Dinge, aber es liegt nicht an meinem Mann diese zu entwirren. Glaub mir, er hat in den letzten 7 Jahren alle Wangen hingehalten die er hatte, aber eine verlassene Ex die die Rache an ihm zum Lebensinhalt hat, was soll man da denn noch machen? Kein einziges Gespräch geht länger als 2 Sätze ohne Schreierei oder Auflegen, dieses Verhalten ist unter anderem ein Trennungsgrund gewesen. Sie wird das nie ändern. Und zu jemandem der einen körperlich angreift wenn er die Gelegenheit dazu hat, geht man auch nicht mehr ohne Rückendeckung. Zum Glück passieren die schlimmen Attacken wenigstens immer nur dann, wenn die Tochter es nicht mitbekommt.

Gespräche mit der Tochter über den Kontakt wurden schon mehrere Geführt, sie hört sich das auch an, aber es ändert nichts. Auch der Preis für die Handygespräche kann es nicht sein, die Karte wird von meinem Mann bezahlt. Fragt man sie nach vorschlägen kommt nichts, keine Antwort. Man könnte den Eindruck gewinnen, es interessiert sie nicht ob er anruft oder nach ihrem Tag fragt. Vielleicht kümmert sich die Mutter ja auch so ausreichend, dass sie keinen weiteren Gesprächspartner braucht oder möchte.

Mein Mann ist von diesen Problemen nach so vielen Jahren inzwischen so verletzt, dass ich befürchte dieses Mal lässt er es drauf ankommen und ruft nicht mehr an und ich befürchte, dass er darüber hinterher noch trauriger ist. Aber ich will ihm aber auch nicht immer und immer wieder zusprechen und bestärken und es kommen immer nur weitere Enttäuschungen und Ärger für ihn dabei herum. Fast fühle ich mich als würde ich ihn verraten, wenn ich immer wieder zustimme und ihn ermuntere es wieder und wieder zu versuchen und das Resutat ist so enttäuschend. Letztens kam von ihm der Satz, die Kleine würde genau so wie ihre Mutter, immer nur da wenn es was zu holen gibt und für sich selbst der einzige Mensch auf Erden. Das war schon ein heftiger Satz, aber wenn man nicht immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt, dass sie noch ein Kind ist könnte man fast sagen, dass er Recht hat. Natürlich habe ich das nicht gesagt.

Habe ich eben den Mond erwähnt ? Vielleicht ziehe ich doch besser in eine andere Galaxie...
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon sonnenschein2 18. September 2012 13:31

Liebe Bolz,
ja die ganze Situation ist frustrierend. Aber immer noch, nicht vergessen, dass es sich um ein 10jähriges Mädchen handelt. Was die Mutter macht ist eine Sache, aber das Kind kann nichts dafür.
Vondaher eben auch der Vorschlag das Jugendamt einzuschalten. Ich habe das damals auch gemacht, weil eben keinerlei Gespräche mit dem Vater meiner Kinder möglich waren. Das Amt hat die Gespräche geführt und wir haben uns in regelmäßigen Abständen dort getroffen. Alle Vereinbarungen sind schriftlich festgehalten worden und beim nächsten Treffen praktisch auf ihre Erfüllung überprüft worden.
Habt ihr das schon versucht? Ist ĂĽberhaupt etwas zum Umgang schriftlich festgehalten worden?

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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Bolz 18. September 2012 13:38

Nein, da gibt es keinerlei Vereinbarungen, aber das weiĂź ich ganz sicher, noch eine Auseinandersetzung um den Umgang mit der Tochter wird mein Mann nicht mehr mitmachen.

Es gab mal einen Versuch über eine Familienberatung, danach war die Ex monatelang wie von Sinnen, er hat seine Tochter viele Wochen gar nicht gesehen und Telefonkontakte waren fast unmöglich. So schlimm, dass er ihr einen Geburtstagkuchen in die Ganztagsschule gebracht hat um sie wenigstens am Geburtstag zu sehen. Die Info an die Tochter war, der Papa ist beruflich unterwegs ( was auch mal vorkommt, aber nur ein paar Tage am Stück ), die Tochter hat es aber geglaubt.

Auch die Scheidungszeit mit den Anwälten war furchtbar ( 4 Jahre ) und wie ich schon schrieb mit Verleumdungen und teilweise körperlichen Angriffen gespickt, mein Mann hat dazu dadurch den Kontakt zu sämtlichen Mitgliedern seiner Familie verloren, erst weil sie der Mutter glaubten und als sie die Lügen durchschaut hatten wollte er nicht mehr...

Das wird fĂĽr uns keine Option mehr sein...
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon sonnenschein2 18. September 2012 15:19

Hallo Du Liebe,
ja solche Auseinandersetzungen kosten ganz viel Kraft. Im Grunde genommen sind die ganzen Aktionen eine Demonstration ihrer Macht. Sie glaubt durch ihre Machtkämpfe schadet sie ihrem Ex. Schade, dass sie nicht versteht, dass sie nur ihrem Kind schadet.
Vielleicht hat dein Liebster die Kraft Briefe zu schreiben. Weißt du, die Kleine wird älter. Es kann sein, dass sie irgendwann mal fragt, warum Papa sich nicht bei ihr gemeldet hat und sich so wenig gekümmert hat. Dann hat er etwas das er vorzeigen kann. Vielleicht auch regelmäßig an einem bestimmten Wochentag anrufen. Ihr könntet ja mit ihr absprechen, wann sie keine Termine hat. Ich meine damit immer zu einer festgesetzten Zeit an einem festen Wochentag anrufen. Dann könnte z.B. Papa auch von sich und seiner Woche erzählen und es artet nicht in Ausfragerei aus.
Es ist schade, dass der Umgang nirgendwo schriftlich festgehalten ist. Denn es ist ein einklagbares Recht für den Vater. Bei uns war es auch so, dass ich anfangs nicht mit meinem Exmann gemeinsag in einem Raum sein konnte. Also sind wir immer einzeln hingegangen. Es klappt auch nicht alles rund, aber das Gericht und das Jugendamt haben doch schon Grenzen und Vereinbarungen aufzeigen können.
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Bolz 19. September 2012 08:16

Kleines Update,

gestern hat sie ihm auf die Mailbox gesprochen, dass sie eine gute Note in der Schule bekommen hat und gleich gefragt, ob sie dafür etwas bekommt ( wie mein Mann es schon öfter gemacht hat, weil gute Noten sehr selten sind)

Natürlich hat er sich gefreut, dass sie angerufen hat, aber ein fader Beigeschmack bleibt, weil es wie schon erwähnt immer nur dann passiert, wenn sie etwas will oder bekommen kann.

Er wir sie heute zurĂĽckrufen, mal sehen wie es weiter geht.

Lg
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon sonnenschein2 19. September 2012 08:31

Guten morgen liebe Bolz,
sie hat sich gemeldet und das ist doch schon etwas. Für mich ist es das typische Bild eines 10jährigen Kindes... :D "Ich habe etwas geleistet und jetzt möchte ich meine Belohnung dafür.." Vielleicht gibt es auch da eine klare Absprache, was es bei einer guten Note gibt? Bei meinem Patchworksohn ist es auch so, dass er sich nur meldet wenn er eine gute Note hat. Schlechte Noten erfährt mein Liebster nur über die Kindsmutter ,)
Bei uns ist es so, dass es während der Schulzeit keine Belohnung für Noten gibt. Wir gehen alle zusammen am Zeugnistag mittags in ein Fast Food Restaurant. Dies machen wir nur am Zeugnistag...so ist dieser Tag für die kids immer etwas Besonderes und ein kleines Bonbon für die Anstrengungen in der Schule.
Ich finde es schön, dass die Maus an Papa gedacht hat und angerufen hat. Das ist doch schon etwas.
Einen schönen Tag für dich
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Ansa 19. September 2012 09:46

Guten Morgen,

ich sehe es ähnlich, hier vermischen sich die Dinge und das gewaltig...... man kann mit einer 10jährigen natürlich darüber reden, aber im Alltag wird sie sich ihrer Mutter unterordnen, denn deren, ich nenn es mal Repressalien, kann sie sich einfach nicht entziehen.

Wir wissen nicht wie sie reagiert, wenn die Tochter Sehnsucht nach Papa erkennen lässt..... vielleicht schmollt sie, sagt etwas was das Kind verletzt, vielleicht lässt sie einfach nur Unmut erkennen und eine 10jährige ist komplett damit überfordert sich dagegen zur Wehr zu setzen und ihre eigenen Interressen zu verfolgen. Sie wird "aufgeben" um des lieben Friedens willen und eben tun, was ihre Mutter da mehr oder weniger einfordert.

Und, es ist durchaus möglich, das Mama, wenn es um Belohnung für gute Noten geht, wohlwollender ist.....?

Ein so junges Kind, kann das nicht, sich gegen Pläne zur Wehr setzen und mit dem Fuß aufstampfen und sagen "ich will aber nicht in die Ferienbetreuung sondern zu Papa!" Denn sie muss mit den Reaktionen ihrer Mama leben und es scheint so, als seien die nicht wohlwollend oder verständnisvoll.

Ehrlich gesagt würde ich in solchen Fällen einfahc zu geregeltem Umgang raten und das, notfalls gerichtlich, einfordern. Festgesetzt klären, wie das läuft. Ich erinnere mich an die LG meines Ex, sie hatte da mit ihrem Ex auch Probleme mit dem Umgang, weil sie das nicht wollte..... und dort hat die Richterin das dann sehr ausführlich geregelt, das Kind habe am 1. Weihnachtstag um 12°° beim Vater zu sein. Punkt, anderenfalls käme auf die Mutter folgendes zu.......... ich fand`s total albern, das Kind war 15! Aber manchmal geht es leider nicht anders.....

Und ansonsten, selbst anrufen und daran denken, das es andernfalls vielleicht einfach für die Tochter schwierig ist? Solche Dinge sind mitunter einfach nur zermürbend. aber ich erlebe es auch in unserem Alltag, Papa wird nicht angerufen, nun ist es bei uns noch etwas anders, aber die Mädchen haben nicht mehr das Bedürfnis ihn an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Ich bedaure das tatsächlich..... und bei uns war es Papa, der aufgehört hat, sie anzurufen. Obgleich man die Verhältnisse nicht vergleichen kann, da bin ich mir sicher, sind doch Ähnlichkeiten zu sehen.

Und der Druck unter dem das Mädel steht, der scheint ganz schon hoch zu sein.

Liebe GrĂĽĂźe an Dich
Ansa

P.S. als Partnerin ist es doppelt schwer, da zuzusehen, denn es ist nie einfach, den Schmerz zu sehen und die Folgen auszuhalten, ich beneide Dich da nicht, fĂĽhl Dich gedrĂĽckt.
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Kontakthäufigkeit zur Tochter

Beitragvon Bolz 19. September 2012 12:52

Ihr LIeben,

ich werde mir Eure Antworten alle noch einmal durch den Kopf gehen lassen, aber in der Tendenz seht Ihr es ja wie ich, es ist so wie es ist und man kann vieles von einer 10jährigen natürlich nicht erwarten. Ich werde wohl damit weiter machen meinen Mann immer wieder zu unterstützen es immer wieder zuversuchen, was sollen wir auch sonst tun. Ich muss mir auch noch mehr ins Hirn hämmern, dass man nicht von sich auf andere schließen kann. Mir konnte man nämlich mit 10 nichts mehr einreden was ich mir in den Kopf gesetzt hatte, da konnten meine Eltern auch ruhig sauer werden, das konnte ich schon früh ab :D

Du hast recht ansa, es ist als Partnerin schwer das alles immer wieder mit anzusehen, aber ich habs ja so gewollt ,)

Trotzdem tut es gut drĂĽber zu sprechen/schreiben und zu wissen, dass man nicht die einzige Pflanze auf der Welt ist die so nen Sch... mitmacht ( ich zweifle manchmal an meinem Verstand )

FĂĽhlt Euch alle zurĂĽckgedrĂĽckt
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