Vom eigenen Vater entf├╝hrt

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Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon kiwi1 21. Februar 2009 14:43

Hallo liebe Leute :winken:

ich und meine drei Br├╝der sind von meinem Vater ( Deutscher) 1977 von New Zealand nach Deutschland entf├╝hrt worden.
Das habe ich aber erst jetzt ,nach 30 Jahren herausgefunden.Er hat immer gesagt das unsere Mum nichts mehr von uns will .Er hat uns unsere Kindheit geklaut,ich hab sie jeden Tag vermisst.Besonders f├╝r mich als Tochter war das sehr schwer.Jetzt hat mir ein Zufall geholfen meine Mum wieder zufinden,und da is die ganze Geschichte ans Licht gekommen.
Ich kann garnicht tiefer ins Detail gehen ,geht zu nahe.
W├╝rde mich freuen wenn ich mich mit betroffenen austauschen k├Ânnte.

LG Kiwi1
:)
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon Ansa 21. Februar 2009 15:04

Liebe Kiwi,

das ist sicher eine schwere Last, die Dich da begleitet? Allein festzustellen, das man jahrelang von einem vertrauten Menschen belogen worden ist und all die eigenen Gef├╝hle, die damit verbunden sind, gleich ob Sehnsucht, Ablehnung oder Wut einen durch die Kindheit begleiteth aben, das stelle ich mir nicht einfach vor.

Wie geht es Deinen Br├╝dern denn mit diesen Dingen? K├Ânnt Ihr gemeinsam dar├╝ber reden?

Und doch, auch wenn es weh tut, ja er hat Euch um einen Teil Eures Lebens betrogen, Ihr habt etwas verloren - aber, Eure Kindheit die ihr hattet, hatte sie nicht auch ihre sch├Ânen Seiten? Man kann die Dinge im Nachhinein nicht mehr ├Ąndern, nur einen eigenen Umgang damit suchen. Ich selbst wei├č gut, dass das nicht einfach ist und das es einen mitunter an die eigenen Grenzen bringt, kannst Du einen gro├čen Zusammenhang erkennen?

Ich finde es so sch├Ân, das Du, auch nach so langer Zeit, Deine Mutter wieder gefunden hast, wie geht es ihr und Dir damit?

Auch wenn Du niemanden hier treffen solltest, der betroffen ist, sind wir doch gern f├╝r Dich da, zum zuh├Âren, zum nachdenken und zum aushalten.

Liebe Gr├╝├če erst einmal
Niana
Sei z├Ąrtlich mit den Kindern, mitf├╝hlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftm├╝tig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon kiwi1 21. Februar 2009 18:02

Hi Niana

Leider war meine Kindheit nicht so pralle.Mein Vater hat sich kaum um uns Kinder gek├╝mmert ,mein Opa der im selben Haus wohnte hat uns aufgezogen und uns Deutsch beigebracht.
2 Jahre nachdem wir hier waren hat er eine neue Frau geheiratet (20 Jahre j├╝nger als er)und dann gings erst richtig los,eine Stiefmutter wie aus dem Bilderbuch.Echt Gruselig.Wir hatten echt nix zu melden.
Nur wenn wir unter uns Kindern waren hatten wir mal spass.Mit meinen Br├╝dern war das auch so komisch erst verschwand der zweit├Ąlteste und dann der ├Ąlteste.Mein kleiner bruder damals 8 und ich damals 10 konnten uns keinen Reim drausmachen.
Jetzt wei├č ich das er die ganze Zeit wu├čte wo meine Mum wohnte und erhat sie einfach von zuhaus rausgeschmissen als sie meiner Stiefmutter zu aufm├╝pfig geworden waren.Er hat sie nen Flieger gesetzt nach NZ.Die beiden waren damals 14 und 16 Jahre alt.Wir kleinen wurden dann ein paar Jahre sp├Ąter in ein Heim gesteckt und wir durften nie mehr nach Hause kommen.

Es ist schon komisch wenn man manche Situationen der vergangenheit ├╝berdenkt und dann den Sinn erkennt.

Ich hab mir immer gedacht na ja jeder macht einen Fehler,meine Mum hat uns unserem Vater ├╝berlassen sie war jung und ich hab Ihr verziehen.Aber als ich sie dann wiedergefunden habe und ich die Wahrheit erfahren habe war ich ,keine Ahnung ich f├╝hlte mich hier Heinmatlos ,verloren,alles brach auf einmal auf mich ein,Am schlimmsten war der Gedanke was meine Mum durchgemacht haben mu├č .
Sie hat uns gesucht ,und erst Monate danach erfahren wo wir sind,da war mein Vater aber schneller gewesen und hat uns alle mal eben Adoptiert ( 1977 ) ich versteh immer noch nicht warum dat geklappt hat mit den richtigen freunden beim Jugendamt wohl kein Problem.Na ja und dann konnte sie gar nix mehr machen.
Und das alles weil sie nicht so wollte wie er.Das hat doch keiner verdient .Und wir konnten erst recht nix daf├╝r.
Ich hab jetzt wieder kontakt zu meiner Mum und meinen Br├╝dern .Mit meinen Br├╝dern ist es einwenig schwerer zu reden sie haben geglaubt meinem kleinen Bruder und mir w├╝rde es dann richtig gut gehen wenn sie weg sind.Die machen sich jetzt m├Ąchtige Vorw├╝rfe nicht irgendwas unternommen zu haben.
Das wird ein hartes st├╝ck arbeit alles aufzuarbeiten.
Und mein Vater hat nicht gewonnen ich geh zur├╝ck zu meiner Familie und freu mich drauf meine Mum wiederzuhaben.

Vielen dank f├╝r Deine tr├Âstenden worte.
LG Kiwi1
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon Gerda 21. Februar 2009 20:52

Liebe Kiwi1,
├╝ber deine Geschichte bin ich richtig ersch├╝ttert. Was hast du alles mitgemacht! und was haben alle aus der Familie mitgemacht mit diesem Vater bzw. Ehemann! Er hat allen so viel Unrecht zugef├╝gt, das ist unfassbar! Ja, ihr habt jetzt alle jede Menge aufzuarbeiten, jede/r f├╝r sich und auch gemeinsam mit Br├╝dern und Mutter Aber Ihr habt auch die M├Âglichkeit, die andere H├Ąlfte der Familie, die sich noch gar nicht finden konnte, zu bilden. Und es w├Ąre sehr sch├Ân, wenn Ihr da etwas nachholen k├Ânntet an Gemeinschaft, an Liebe, an Trauer ├╝ber die verlorene Zeit und die verlorenen Jahre. Ich w├╝nsche Euch ganz viel Gl├╝ck und Lebendigkeit dazu. Alles Gute! und schreib ruhig noch mehr, wenn du magst.

Liebe gr├╝├če
Gerda
"Unser wahres Zuhause ist der gegenw├Ąrtige Augenblick. Wenn wir wirklich im gegenw├Ąrtigen Augenblick leben, verschwinden unsere Sorgen und N├Âte, und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern.ÔÇť

Sei selbst die Ver├Ąnderung, die du dir w├╝nschst.
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon Ansa 21. Februar 2009 23:03

Liebe Kiwi,

das haut mich um, was habt Ihr erleben und erdulden m├╝ssen? Wieviel Ungerechtigkeit habt Ihr aushalten m├╝ssen, hilflos und fremd bestimmt. Ich kann mich da nur Gerdas Worten anschlie├čen, das ist und wird eine langwierige Zeit und Arbeit. Und doch ist es sch├Ân, das Ihr Euch wieder gefunden habt. Wie kommst Du mit Deine Mama aus? Hast Du Deine Br├╝der auch wieder gefunden?

Schreib ruhig mehr bei uns.

Liebe Gr├╝├če
Niana
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon kiwi1 22. Februar 2009 15:04

:) hallo Niana
Mit meiner Mum versteh ich mich prima. Ich glaub sie ist wirklich gl├╝cklich das ich,auch nach so vielen Jahren der Wahrheitsfindung hinterher wahr.Ich hab mir meine Adoptionsakte und das Phsychlogische Gutachten aus dem Heim kommen lassen .Und was ich da zu lesen bekam,entsetzlich.So viele unwahrheiten ├╝ber mich ,meine Mum,meine Br├╝der.
Meine Mutter w├╝rde anschaffen gehen,ich total verwahrlost w├╝rde nur mit Drogis und Alkis abh├Ąngen ( war aber eigentlich nur st├Ąndig bei uns in der Baptistenkirche weil es dort wat zu futtern gab,bei meiner Stiefmutter gabs meistens nix) meine gro├čen Br├╝der w├╝rden uns kleine st├Ąndig so richtig zusammenschlagen.Ich konnte das ganze gar nicht aufeinmal lesen mu├čte es erst immer wieder ein paar Tage weglegen so sehr hat es mich mitgenommen,wozu ein mensch doch f├Ąhig ist wenn er die st├Ârenden Objekte vom hals haben will.Und den Man hab ich als Vater geliebt und dann erf├Ąhrt man das das einseitig war und wir nur mittel zum Zweck waren.
Ich glaub meine Mum hats echt zerbr├Âselt sie hat seit mein Vater wegwar keinen festen partner gehabt.
Aber wir werden uns die Zeit die wir noch gemeinsam haben so sch├Ân wie m├Âglich machen.Sie hat schon so viel verpasst.
Ich habe vier Kinder und einen lieben Mann die mit mir gehen (der gro├če 20 bleibt hier) besonders meinem Mann rechne ich das hoch an das er mir die m├Âglichkeit gibt bei meiner Familie zu sein.
Mit meiner Mutter hatte ich auch meine Br├╝der wiedergefunden
Meine Br├╝der haben sich vor Entschuldigungen ├╝berschlagen die haben gedacht wenn sie in New Zealand sind dann gehts mir und meinem kleinen Bruder so richtig gut.
Was sie dann alles erfahren haben hat sie fertiggemacht mein gro├čer hat geheult und wu├čte gar was er machen sollte.Er macht sich so gro├če vorw├╝rfe das er nicht versucht hat kontakt aufzunehmen ,und zu helfen,aber woher sollte er denn wissen wies uns geht.
Aber wir verstehn uns als w├Ąren wir nie getrennt gewesen.Ich telefoniere oft mit Ihm und wir haben den gleichen einwenig schr├Ągen Humor .
Ich frag mich warum ich mich erst jetzt um meine vergangenheit k├╝mmere und mich das jetzt erst zum gr├╝beln bringt.
Ist es das alter? Habe ich jetzt die Reife erreicht?Vor 5 jahren hab ich mir noch nich so`n kopp gemacht.
Desto ├Ąlter ich werd desto mehr besch├Ąftigt mich meine vergangenheit,es wird einem sehr schmerzhaft bewu├čt was die versaute kindheit mit meinem sp├Ątern ich zu tun hat.
mehr geht nu nich mehr
Es hat gut getan einwenig dr├╝ber zu schreiben aber es ist auch sehr emotional man immer diesen riesenklo├č wegkriegen.
Vielen Dank an Dich liebe Niana und an Dich liebe Gerda das ich mein herz aussch├╝tten durfte :umarmen:

Liebe Gr├╝├če :winken:
Kiwi 1
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon Ansa 23. Februar 2009 12:48

Liebe Kiwi,

Verarbeitung beginnt, wenn man dar├╝ber sprechen kann oder eben auch schreiben. Wenn man erz├Ąhlt, was einem passiert ist und auch wenn das bedeutet, es immer wieder zu erz├Ąhlen. Jedes Mal, wenn derartige Dinge ausgesprochen wurden, verlieren sie ein wenig von ihrem Schrecken, wandeln sich die Gedanken und Dinge, die dazu geh├Âren.

Das was Du, nein, was Ihr erlebt habt, muss sehr schlimm gewesen sein. F├╝r alle Beteiligten, f├╝r Deine Br├╝der, f├╝r Deine Mama und auch f├╝r Dich. Es l├Ąsst sich nicht mehr r├╝ckg├Ąngig machen und Ihr alle m├╝sst einen Weg finden, damit umzugehen. Ich finde es sehr sch├Ân, das Ihr Euer Leben ├Ąndern k├Ânnt und das Du eine Familie hast, die das mit Dir mittr├Ągt, so dass Euch Zeit bleibt. Keine, um etwas nachzuholen, sondern solche, die vor Euch liegt und die Ihr gestaltet, so, wie es Euch am Besten gef├Ąllt.

Vergangenheit kommt immer mal wieder aus dem Keller gekrochen, wenn man, nach vielen Jahren zur Ruhe kommt, kommen die Dinge wieder und erinnern einen, das vielleicht noch etwas unverarbeitet ist, etwas f├Ąllig, ausgesprochen zu werden. Vielleicht, weil man seine Sicht auf die Dinge ver├Ąndern kann oder muss? Vielleicht auch, um zu erkennen, das auch solche Dinge etwas Gutes gehabt haben? Das ist mitunter schwer einzusehen, aber als mir einmal eine alte Dame sagte, "sei nicht traurig, das Du Dich von Deinen Eltern immer unverstanden gef├╝hlt hast, freue Dich das Du das so erleben durftest, denn sonst k├Ânntest Du es nicht an Deine Kinder und damit an alle die, die nach ihnen kommen, weiter geben. Wo Licht ist muss vorher Schatten gewesen sein, sonst mag man mitunter die sch├Ânen Dinge nicht erkennen." Mich hat das zum Nachdenken gebracht, ja, vielleicht w├Ąre es mir in meiner eigenen Familie nicht soooo ein Bed├╝fnis gewesen, h├Ątte ich nicht erfahren, wie bl├Âd sich das anf├╝hlt? Insoweit war es vielleicht doch zu irgendetwas gut?

Vielleicht, wenn Du nicht h├Ąttest so leiden m├╝ssen, vielleicht w├Ąren Dir dann manche Dinge nie so wichtig geworden, wie sie es sind? Das wird vermutlich nie jemand genau sagen k├Ânnen, aber vieles l├Ąsst sich dadurch anders wahr nehmen?

Und Dein Vater? Wie stellt er sich heute dazu? Habt Ihr Kontakt zu ihm? Hmh, mein Gro├čvater hat immer gesagt, "alles, was man anderen antut, bekommt man eines Tages wieder, achte darauf....." Was ich als kleines Kind nicht verstanden habe, verstehe ich heute und manchmal finde ich derartige Gedanken doch recht tr├Âstlich.

Ansonsten, eben zum zuh├Âren sind wir hier....

Liebe Gr├╝├če
Niana
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon Gerda 23. Februar 2009 13:15

Hallo Kiwi,

ich glaube, dass es auch eine Zeit braucht, in der wir Kraft haben, um diese schwierigen Dinge aus der Vergangenheit anzuschauen. Vielleicht ist es erst jetzt, wo du in einer intakten eigenen Familie lebst und du viele stabile S├Ąulen in deinem Leben hast, m├Âglich, dir die schwierige und schmerzliche Vergangenheit und den ungeheuren Mi├čbrauch deines Vaters anzuschauen. Ich w├╝nsche dir viel Kraft dazu!

Liebe Gr├╝├če
Gerda
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Re: Vom eigenen Vater entf├╝hrt

Beitragvon Britta 7. Juli 2009 11:05

Guten Morgen,

es gibt eine Abmachung, das Anfragen von TV Sendern und anderen nicht gew├╝nscht sind. Wenn einer unserer User nicht auf seine Mail antwortet, w├╝rde ich davon ausgehen, das kein Kontakt gew├╝nscht wird. Anfragen ansonsten gern per PN, aber nicht ├Âffentlich.

- Text gel├Âscht -

Viele Gr├╝├če
Ansa
Britta
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