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Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 8. Januar 2012 22:13
von KleenerEngel
Hallo ihr Lieben,

nach langer Zeit melde ich mich hier mal wieder... ich hoffe, ihr habt mich nicht ganz vergessen :)

Bei mir hat sich viel geändert...
im März 2011 bin ich nach 6 Monaten Indien wieder nach Deutschland gekommen, was für mich sehr schwer war.
Meine emotionale Bindung zu Indien ist einfach viel stärker, zumal dort mein fester Freund sowie auch meine anderen engen Freunde leben.
Alles dort ist anders, die gesamte Lebenseinstellung.
Nun musste ich mich erneut umgewöhnen... Ich begann Bewerbungen zu schreiben, vorallem weil es der Wunsch meiner Mutter war und sie mit einem Rauswurf drohte. Anfangs sah es schlecht aus.. Ich bekam keine Antworten oder Absagen, also begann ich mit den Bewerbungen für das Jahr 2012.
Durch Zufall sah ich im April eine Anzeige im Internet, in München würden sie Azubis suchen. Ich bewarb mich und wurde kurze Zeit später zum Vorstellungsgespräch nach Köln geladen... Dann sollte ich in Berlin zur Probe arbeiten... Ich wartete also auf Rückruf aus Berlin.
Als mein Handy klingelte, war der Stationsleiter aus Düsseldorf dran. In Berlin hätte man mir wohl abgesagt, aber er würde mich in Düsseldorf einstellen.
Der Geschäftsführer und der Stationsleiter aus Berlin hätten nur positiv über mich gesprochen und er möchte mich eine Woche später in einem Berliner Café treffen. So kam es dann auch und er gab mir den Ausbildungsvertrag.
Nun arbeite ich bei einer Handlings-Firma am Düsseldorfer Flughafen und mache dort eine Ausbildung zur Servicekauffrau im Luftverkehr mit dem Schwerpunkt Privatjet-handling.
D.h. ich bin von Zuhause ausgezogen, 650 km entfernt von meiner Familie.
Ich lebe hier alleine, auch meinen Kater durfte ich leider nicht mitnehmen... :( Das Gefühl des allein seins macht mich manchmal wirklich fertig....
Dass keiner Zuhause auf einen wartet, wenn man abends von der Arbeit kommt.. dass man nicht mehr umarmt wird (obwohl das ja auch vorher nie so war)
Komisch ist es, aber ich komme gut zurecht und meine Arbeit macht mir Spaß.

Ende des Jahres möchte ich nach Marokko und dort Bekannte besuchen. Indien kann ich mir momentan leider nicht leisten, habe es mir aber fest für 2013 vorgenommen... außerdem habe ich wieder angefangen Hindi zu lernen, da ich nach meiner Ausbildung an einem indischen Flughafen arbeiten möchte... Eventuell geh ich aber auch nach Dubai... das muss ich mir noch überlegen...

Soviel erstmal von mir... damit ihr wisst, wie es mir in der zwischenzeit ergangen ist.

Liebe Grüße,
Karo

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 8. Januar 2012 23:38
von Tamara22
Hey Du,
schön von dir zu lesen.
Das sind ja eine Menge Veränderungen bei dir...und dass du damit dich allein fühlst kann ich verstehen. Dennoch höre ich auch, dass du Ziele hast, die du selbst steckst und an denen du festhalten willst, dich festhalten kannst. Das ist gut und wichtig, dass es dir gibt.
Ich wünsch dir, dass du da ankommst, wo du hin willst und glaube du schaffst das auch!!!

Meld dich wenn du magst, alles Liebe
Tami

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 9. Januar 2012 09:54
von Ansa
Hej,

wie schön, wieder von Dir zu hören - mein Liebster hat mal einige Zeit in Indien gearbeitet und war sehr beeindruckt von dem Land und sehr Betroffen von der Armut und der Gleichgültigkeit den Menschen gegenüber.... es muss eine unvorstellbare Welt für uns sein? Magst Du ein wenig mehr erzählen?

Ansonsten finde ich, Du gehst einen guten Weg, für Dich und für Deine Zukunft, es klingt spannend, was Du schreibst und ja, ich kann mir vorstellen, dass das Allein sein manchmal sehr belastend ist. Aber es dauert eine Weile und dann lebt man sich ein, an dem Ort, an dem mal lebt, findet Freunde und Bekannte? Oder einen eigenen Rythmus.

Ich wünsche Dir alles Liebe und vielleicht, bist Du ja öfter mal wieder hier?

Ansa

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 10. Januar 2012 16:19
von KleenerEngel
Hey ihr Zwei...

Ich finde es schwer, Indien zu beschreiben... Die Menschen sind sehr herzlig und offen. Es gibt andere Prioritäten als bei uns...
Manchmal hat man das Gefühl, dass die Inder mit bestimten Sachen gleichgültig umgehen... dabei haben sie nur eine enooorme Ruhe, mit der ich mich erst anfreunden musste...Habe aber selber diese Ruhe schnell übernommen, wodurch man sich selber viel weniger Druck macht.
Mit den (ehemaligen) Straßenkindern mit denen ich gearbeitet habe, bin ich super klar gekommen... jeden morgen kamen sie angerannt und haben einen überschwänglich begrüßt... am Nachmittag waren sie traurig und man musste ihnen 10 mal versichern, dass man morgen wiederkommt....
Ich persönlich liebe dieses Land... Trotz der enormen Unterschiede. Ich habe nur gut gelaunte Menschen kennen gelernt, die alle eine solche Ruhe ausstrahlen...
Lange habe ich diese Ruhe auch in Deutschland gehabt, musste sie aber schnell ablegen... es passt einfach nicht in die deutsche Gesellschaft...

Mit meiner Arbeit bin ich sehr zufrieden. Ich bekomme einen Einblick in alle Bereiche des Flughafens mit dem Privileg, Privatjets handlen zu dürfen... was sonst nicht in der Ausbildung mit enthalten ist. Montag hat die Berufsschule begonnen, für 6 Wochen. Die Lehrer meinen, dass wir den anspruchvollsten Kurs der gesamten Berufsschule haben, enorm viele Klausuren schreiben werden und dass generell sehr viel von uns gefördert werden wird. Ansonsten ist es eine qualitativ sehr hochwertige Ausbildung. Ich hoffe, dass ich dem Stress bzw den Anforderungen standhalten kann....
Hier Anschluss zu finden ist schwer, auch aufgrund der Arbeitszeiten. Ich arbeite teilweise 7 Tage die Woche, davon häufig 2 bis 3 mal ab 3.30 früh ... Einen Schlafrhythmus habe ich dementsprechend auch nicht, oftmals mache ich die Nächte durch (weil ich am Tag davor Spätdienst habe)... Ich hoffe, dass ich nun durch die Berufsschule wenigstens einen halbwegs strukturierten Tagesablauf bekommen werde... obwohl ich morgen von 18 bis 20 Uhr wieder am Flughafen eingesetzt sein werden, wegen Lost and Found (Gepäckermittlung)...

Es hat sich vieles geändert....

Liebe Grüße,
Karo

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 7. März 2012 08:56
von sonnenschein2
Liebe Karo,
hej du bist ja ganz in meiner Nähe... :D Wow wie interessant und ich freue mich so sehr für dich. Das ist eine starke Leistung von dir. Du bist sehr mutig in die Zukunft gegangen. Bewundernswert. Wie geht es dir heute? Magst du dich mal melden?
Ich freue mich sehr über Nachricht von dir.
Ganz liebe Grüße
Sonnenschein2

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 14. März 2012 00:02
von KleenerEngel
Hallo Sonnenschein,

wohnst du auch hier in der Gegend? Wusste ich gar nicht....
Ich wohne und arbeite jetzt seit fast 6 Monaten hier, aber irgendwie kann ich mich immernoch nicht dran gewöhnen...
Meine Arbeit ist verdammt stressig und im Moment steh ich unter einem hohen Druck...
Es wurden im Büro 2 festangestellte Kollegen entlassen, wodurch nun ein Personalmangel herrscht... und plötzlich muss alles ganz schnell werden...
Nun werden meine Kollegin und ich "schnell schnell" eingearbeitet und ich soll auf Anhieb alle gängigen Hotels kennen, damit ich Crewfahrten machen kann.
Bin heute 3 Stunden durch Düsseldorf gefahren, konnte mir aber nur 4 von 8 Hotels merken... sorry, aber von 1 mal langfahren merk ich mir das nicht...
Mein Chef meinte heute, dass das evtl. nicht der richtige Beruf für mich ist, wenn ich nicht fahren will... ich will ja, wenn ich die Wege kenne!
Ich hasse Leistungsdruck...
Ansonsten hab ich hier immernoch keinen Anschluss gefunden... ich sitze an meinen freien Tagen Zuhause rum und putze... Ich hasse es, wenn ich einkaufen gehen muss, weil es ohne Auto einfach blöd ist Getränke zu schleppen...
Gott sei Dank hab ich ab dem 24. für eine Woche Urlaub, dann fahr ich in mein richtiges Zuhause! Wenn auch nur für eine Woche....
So ist mein Leben im Moment... Ich weiß, dass es richtig war auszuziehen... aber es fühlt sich trotzdem irgendwie falsch an....

Liebe Grüße,
Karo

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 15. Oktober 2013 16:22
von KleenerEngel
Hallo ihr Lieben,

ich möchte mich nach einer langen Pause mal wieder bei euch melden.

Mitlerweile bin ich im 3. Lehrjahr und Ende November findet die schriftliche Abschlussprüfung der IHK statt.
Sollte ich im Januar auch die mündliche bestehen, bin ich ausgelernt. Wie die Zeit vergeht.
Ich bin eine sehr gute Schülerin, schreibe fast nur gute Noten und auch mein Abschlusszeugnis wird sehr gut. Leider sieht der praktische Teil meiner Ausbildung ganz anders aus. Es scheint sich niemand für mich zuständig zu fühlen. Ich bin immer nur am Check-in und Lost&Found eingesetzt, dementsprechend konnte ich meine Fertigkeiten perfektionieren und werde von Kollegen oft um Hilfe gebeten.
Dennoch ist auch ein wesentlicher Bestandteil meiner Ausbildung das Abfertigen von Großflugzeugen. Ich bettel seit Jahren meine Kollegen und Chefs an, dass man mich dort bitte mal einarbeitet... Zumal ich so auch wichtiges lernen muss, was prüfungsrelevant ist. Bis heute ist nichts passiert.
Wir haben noch eine Azubine im 2. und eine im 1. Lehrjahr. Beide können mehr als ich in dem Bereich, dafür sind sie in Sachen Check-in und L&F nicht geschult.
Aber das kann doch nicht sein, dass ich eine halbherzige Ausbildung genießen darf...
Ich stecke in der Zwickmühle. Eigentlich müsste ich mich langsam bewerben, aber als was? Check-in und L&F wird heutzutage von Studenten besetzt auf 400€ Basis, das kann ich mir nicht leisten. Als Ramp-Agent kann ich mich nicht bewerben, weil ich keine Erfahrung habe. Bzw. wenn ich mich bewerbe und die entsprechenden Schulungen erhalte, bekomme ich relativ wenig Geld. Das ist der Nachteil... Ich verdiene in der jetzigen Firma ca 2€/h mehr als bei der Konkurrenz. Sollte man mich übernehmen wollen, hätte ich also keine andere Wahl, als den Vertrag zu unterschreiben. Auch wenn ich schnellstmöglich aus dieser Firma raus möchte.

Der Wunsch des Auswanderns besteht immernoch. Nur kann ich es mir nicht leisten und die praktische Erfahrung fehlt mir auch.

Das Verhältnis zu meiner Familie ist weiterhin sehr angespannt. Bisher war ich immer über Weihnachten und Neujahr in Berlin. Dieses Jahr hieß es, sie wollen nicht, dass ich zu Besuch komme. Nun darf ich doch für 5 Tage nach Berlin kommen. Na wahnsinn - vielen Dank.
Anschluss habe ich hier auch noch nicht gefunden. Ich empfinde es als schwierig in Kontakt zu anderen Personen kommen. Irgendwie sind alle so engstirnig.
Und nur weil man mir auf Arbeit hinterher pfeift, weil ich Uniform trage, gehe ich sicher kein Gespräch ein.

Ich habe das Gefühl, dass ich auf der Stelle trete. Ich lebe um zu arbeiten - ich arbeite um zu leben. :(
Dazu dann noch die Einsamkeit... irgendwie ist es schwierig momentan....


Soviel erstmal zu mir.

Ich hoffe es geht euch allen gut!


Liebe Grüße,
Karo :winken:

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 19. Oktober 2013 06:24
von sonnenschein2
Hallo liebe Karo,
wie schön von dir zu lesen :winken: Ich habe oft an dich gedacht.
Das Bild ist übrigens auch sehr nett. Du bist eine sehr hübsche junge Dame geworden.. :D
Es ist schön zu lesen, dass du so fleißig arbeitest und gute Noten in der Schule schreibst. Was ich nicht so toll finde ist, dass deine Ausbildung wohl nicht in allen Bereichen gut läuft. Führst du Gespräche im Rahmen der Ausbildung mit deinen Ausbildern? Gibt es eine verschriftlichte Übersicht in welche Bereich du während deiner Ausbildung musst und wo du noch nicht warst? Bis Januar ist nicht mehr so viel Zeit, da musst du dich ja schon ganz schön ranhalten um noch alles zu schaffen. Vielleicht magst du mir zu den Fragen mal schreiben.
Es tut mir leid, dass du dich noch immer alleine fühlst. Es ist in dieser oftmals schnell lebigen Zeit schwierig Kontakte zu knüpfen. Dies wird durch deine Arbeitszeiten sicherlich nicht gerade erleichtert, so kann ich es mir vorstellen. Hast du es schon einmal über sog.Kontaktbörsen versucht? Nicht lachen..Ich habe eine langjährige Freundin von mir über eine Zeitungsannonce kennengelernt... ,)
Ich freue mich sehr, wenn du mir zurückschreibst.
Alles Liebe für dich
Sonnenschein2

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 21. Oktober 2013 19:41
von KleenerEngel
Hallo liebe Sonnenschein,

Danke für das liebe Kompliment... keiner wird jünger :D

Ach, mein Ausbilder... der sitzt in Köln und den habe ich bisher nur 3 oder 4 mal gesehen, meist auf den Weihnachtsfeiern. Er weiß, dass ich unzufrieden bin. Nur ist er mit meinem Chef eng befreundet. Ich glaube vertraglich ist es nicht geregelt, wo ich arbeiten muss... Aber "Ramp-Agent" ist der wichtigste Teil meiner Ausbildung. Die Woche wäre ich im Spätdienst. Gestern der Anruf "Karo, die Woche bitte 04:30. Deine Prüfung ist bald, du lernst diese Woche Rampe".
Tja, von wegen. Heute war ich mal wieder Mädchen für Alles. Könnte kotzen...
Vor allem ist das wichtig für meine schriftliche Prüfung, und die ist schon am 27.11. :( Theoretisch weiß ich ja vieles..aber besser ist es, auch einen praktischen Bezug dazu zu haben. Mal schauen, vielleicht kann ich morgen früh ja mal mitlaufen... Haben ja um 6 Uhr einen Abflug.

Ich bin in einigen Communities angemeldet, habe auch hier und da mal jemanden getroffen. Aber irgendwie verflüchtigt sich alles wieder.
Klar, mein Schichtdienst macht das Ganze nicht leichter..


Ich hoffe, dir geht's gut?

LG
Karo, die nun in's Bett muss, weil um 2 der Wecker klingelt... :schlafen:

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 21. Oktober 2013 21:47
von MarliJo
Hallo Karo !

Das ist schade, dass manches nicht so läuft wie du es dir wünschst. Da wünsch ich dir, dass sich die DInge im Laufe der Zeit noch zum positiven verändern.
Mit Geduld und Spucke, wie man so schön sagt, sollte da doch was gehen!?

Was deine Ausbildung angeht, wird es ja einen Ausbildungsvertrag geben, in dem steht, welche Fertigkeiten du im Laufe der Jahre lernen, oder wenigstens kennenlernen sollst. Klar ist Papier geduldig und ich weiß aus unserer Firma, dass Auszubildenden natürlich nicht das ganze Programm vermittelt werden kann, ganz einfach weil ein Betrieb nicht das ganze Spektrum einer bestimmten Branche abdeckt. Dennoch gibt es einfach Dinde die wichtig sind und zu einer Ausbildung dazugehören,
Nun weiß ich nicht, was das bei dir beinhalten würde, aber du weißt es sicher und kannst beurteilen, ob es nötig ist, da bei den entsprechenden Stellen in deiner Firma etwas deutlicher nachzuhaken - vielleicht auch öfter.
Könntest du dir vorstellen, dass dich das weiterbringen könnte?

Was deine Arbeitsstelle nach deiner Ausbildung angeht, versuch einmal abzuwägen, was dir wichtiger erscheint. Ein Job, der dich annähernd erfüllt und Spaß macht oder eine Arbeitsstelle, bei der du zwar mehr verdienst, aber unzufrieden sein würdest. Klar, ich weiß, es gibt einfach oftmals Sachzwänge, die einem das verleiden, was man eigentlich viel lieber täte. Aber andererseits bist du ja erst am Anfang deiner Berufslaufbahn und kannst dich veilleicht doch ein wenig ausprobieren? Oder erstmal ein halbes Jahr in der alten vertrauten Firma arbeiten und dann wechseln ? Ich wünsche dir eine glückliche Hand bei deiner Entscheidung, wenn es denn soweit ist!
Wie sind denn überhaupt so die Perspektiven in deiner Branche?

Alles Gute für dich von
MarliJo

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 1. Dezember 2013 23:02
von KleenerEngel
Hallo MarliJo,

sorry für die späte Antwort, ich war in der letzten Zeit zeitlich ziemlich eingeschränkt.

Nachdem nun meine Berufsschule vorbei ist, fiel den Chefs auf, dass ich ja noch keine Rampe kann.
Also wurde prompt der Dienstplan umgeändert und seitdem bin ich im OPS. Das ist nun ca 6 Wochen her.
Seitdem bin ich 5 mal bei einer Rampe mitgelaufen, seit 3 Wochen bin ich wieder am Check-in / Lost&Found und kann dementsprechend keine Maschine annehmen oder rauslassen. Ist halt kostensparender, einen Azubi hinzusetzen als eine Aushilfskraft. :dampf:

Letzte Woche Dienstag hatte ich Geburtstag und froh, dass ein Freund aus Dresden zu Besuch kam. Er hat sich extra für mich Urlaub genommen, da ich sonst alleine gewesen wäre. Am Mittwoch hab ich dann meine schriftliche Abschlussprüfung geschrieben. Das Ergebnis kann ich am 19.12. online einsehen... Dann fehlt nur noch die mündliche Prüfung.

Am Donnerstag kam mein Chef zu mir und meinte, dass ich vermutlich nicht übernommen werde, weil die Geschäftsführer sich davor drücken, eine entgültige Entscheidung zu treffen. Und mein Chef, der ja "nur" Abteilungsleiter ist, ist nicht berechtigt, dies zu entscheiden. Tja, nun muss ich bis Ende Januar einen neuen Job suchen.

An sich ist es für mich nicht schwer, einen neuen Job zu bekommen. Meine Ausbildung ist sehr umfassend und anspruchsvoll, wodurch ich in fast allen Bereichen eingesetzt werden kann. Check-in, Lost&Found, Ticketing... Das Problem ist nur, dass das meist schlecht bezahlt ist. Ich weiß, dass in Stuttgart viele Stellen frei sind... aber ich kann mir keinen umzug von Düsseldorf nach Stuttgart leisten. Sprich, ich muss nun hier irgendwo schnell einen Job finden. Und der wird zu 100% schlechter bezahlt.. Nur mir bleibt keine andere Wahl. Ich muss hoffen, dass die Geschäftsführer bald mal den A**** in der Hose haben, Verantwortung zu tragen und eine Entscheidung treffen.

So sieht's also momentan bei mir aus. Ziemlich kompliziert alles.. weshalb es mir momentan auch psychisch nicht unbedingt gut geht. Ich hoffe nur, dass der Albtraum bald vorbei ist ...


LG

Karo

Re: Mein neues Leben

BeitragVerfasst: 4. August 2017 02:13
von KleenerEngel
Hallo an Alle :winken:

Lange war ich nicht mehr hier, aber vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere noch an mich.


Bei mir hat sich vieles verändert, sowohl positiv als auch negativ.
Positiv: Nach meiner Ausbildung wurde ich übernommen. Dennoch habe ich ab dem 1. November 2015 einen Job als Catering Supervisor für Emirates, Etihad und Air Seychelles. Mein Vertrag ist unbefristet und finanziell geht es mir gut.

Mein Liebesleben ging immer hoch und runter.
Ich wurde belogen, betrogen, mishandelt, verlassen, habe verlassen... volles Programm.
Seit fast 6 Jahren lebe ich nun hier. Ich hatte einen sehr guten Freund hier, welcher sich Ende letzten Jahres in mich verliebte.
Er ist 20 Jahre älter als ich, kennt mich in und auswendig, weiß alles von mir. Ich versuchte mich gegen diese Beziehung zu wehren, weil ich den Freund den ich seit
3 Jahren hatte, nicht verlieren wollte. Dennoch verliebte ich mich Hals über Kopf in ihn. Zum ersten Mal in meinem Leben dachte ich an eine gemeinsame Wohnung, an Hochzeit, an Kinder... wann immer es mein Dienstplan erlaubte, sind wir verreist. Nach Holland, Belgien, Mallorca... oder einfach nur in die Nachbarschaft, welche ich alleine ja auch nicht erkundet habe. Wir waren viel mit dem Motorrad unterwegs, sind damit nach Frankfurt gefahren. Haben eine Mosel-Tour gemacht bis nach Trier. Wir waren glücklich, liebten uns... dennoch war ich ihm nie genug. Ungeschminkt sehe ich aus wie ein Kind, welches er nicht anziehend findet... also begann ich mich ständig zu schminken, ging nie ungeschminkt aus dem Haus wenn ich wusste, dass wir uns sehen. Ich war im Durchschnitt 3 Tage in der Woche bei ihm, weil er es so wollte. Im Nachhinein wirft er mir vor, ich hätte mich bedienen lassen und mich nicht um seinen Haushalt gekümmert. Ich hätte nie geputzt oder Wäsche gewaschen - was auch stimmt, denn ich würde soetwas von meinem Partner nie verlangen! Der Haushalt muss so oder so gemacht werden und jeder hatte seinen eigenen. Wir haben uns über nonsense Sachen gezofft, wie zB über meine Konfektionsgröße. Ist ja lieb wenn er meint, eine Hose in 40 passt mir, obwohl ich Größe 44 trug... aber wehe ich sage ihm das, denn dann lüge ich und kenne meine eigene Konfektionsgröße nicht. Er sagt ich sei respektlos, würde nur diskutieren und nichts in unsere Beziehung investieren. Ich ging Auseinandersetzungen immer aus dem Weg, denn sobald ich etwas gesagt hätte, würde ich lügen bzw er würde mir den Mund verbieten, sodass ich mich nicht rechtfertigen kann. Zweisamkeit gab es kaum. Ich konnte in Dessous vor ihm stehen, es interessierte ihn nicht... entweder, weil ich nicht geschminkt war. Oder weil meine Haare zusammengebunden waren, oder weil ich keine schwarzen Highheels an hatte. Spontane Zweisamkeit gab es nie, obwohl ich zB immer nackt neben ihm im Bett schlief. Ich hätte mich nie bemüht, sei nie auf seine Wünsche eingegangen... Dabei habe ich mich so sehr verändert, dass es die ursprüngliche Karo nicht mehr gab. Ich hatte gehofft er würde all meine Bemühungen sehen. Sehen, dass ich mich schminke, dass sich mein Kleidungsstil verändert hat, dass ich ruhiger bin und bloß nie widerspreche... nichts davon merkte er. Im Gegenteil... für ihn war das alles normal. Jede erwachsene Frau schminkt sich täglich und macht sich zurecht, trägt hohe Schuhe.... ständig verglich er mich mit seiner Ex-Frau oder seinen Ex-Freundinnen. "Du bist die erste Frau die .... nicht macht" - "Ich hatte noch nie eine Frau die .....nicht gemacht hat, wie dich!".... immer waren alle Unschuldsengel und ich war die Böse. À pros pros Engel: lange nannte er mich "mein bezaubernder Engel" .... bis es irgendwann hieß "Nein, du bist mit Sicherheit kein Engel" ... und seitdem nannte er mich auch nicht mehr so.
Vor 8 Wochen verließ er mich, während einem Trip nach Holland. Warum wir uns gestritten haben? Weil ich mich am Abend zuvor nicht rasiert habe. Zuvor bat er mich, mich umzuziehen.. er wollte, dass ich ein Kleid trage. Genervt aber ohne ein Wort zu sagen ging ich ins Hotelzimmer, rasierte mich, zog mich um... aber es war falsch. "Hättest du dich gestern Abend rasiert, hättest du es jetzt nicht machen müssen. Ich kenne keine Frau die sich nicht rasiert, wenn sie duschen geht" ... Ich entgegnete, dass selbst wenn ich mich rasiert hätte, ich die Rasur aufgefrischt hätte wegen der Stoppel.. man mag sie nicht sehen, spürt sie aber.. und ich fühle mich dann wohler. Er brüllte mich an, wurde agressiv. Mitten in der Hotellobby. Er verbot mir den Mund. Ich zitterte vor Wut, weil ich mich nicht rechtfertigen durfte und weil er mich so misversteht. Am Tag danach dann verließ er mich.
Im Nachhinein hatten wir Kontakt. Mal liebevollen, dann erniedrigenden. Ich hätte mich gegen die Beziehung entschieden, weil ich mein Verhalten nicht geändert hätte.
Er zeigte mir ständig meine "Fehler", schrieb mir was ich alles falsch gemacht habe...

Ende vom Lied ist nun, dass ich in Psychotherapie bin. Ich bin suizidgefähredet. Denke ständig darüber nach, wie, wann, wo ich am besten mein Leben beenden kann. Träume sogar davon. Zuletzt wurde mir empfohlen, einen Psychiater zu suchen und Antidepressiva zu nehmen....
Um den Kontakt zu meinem Ex-Freund zu vermeiden, habe ich Facebook, Whatsapp etc deinstalliert und mein Handy seit 2 Wochen aus.
Ich bin nicht erreichbar... dennoch scheint es keiner zu merken. Niemand ruft über Festnetz an, niemand schreibt E-mails, niemand kommt vorbei um nach mir zu schauen.... wer sollte auch? Ich hab doch niemanden... aber auch meine Freunde aus Indien merken nicht, dass ich "weg" bin.
Ich könnte seit Wochen tot Zuhause liegen, keiner würde es merken.
Ich bin alleine. Habe keine Hoffnungen mehr, keine Ziele, keine Kraft... arbeiten gehe ich noch... ansonsten vergrabe ich mich Zuhause und weine.
Alles erinnert mich an "uns" ... und alleine raus gehen mag ich nicht - müsste ich aber.
Mama lacht mich aus, weil ich in Therapie bin...Fragt aber auch nie, warum ich es bin.
Meine Oma macht sich Sorgen und versteht mich... dabei hatte sie selber erst vor 3 Wochen einen Schlaganfall, woraufhin ich hier alles stehen und liegen gelassen habe und mitten in der Nacht nach Berlin fuhr. Sie ist der Grund warum ich noch lebe. Ihr geht es schlecht genug... sie könnte es nicht ertragen zu erfahren, dass ich tot bin. Aber ansonsten hält mich nichts und niemand mehr hier.

Ich bin ein Mädchen das misbraucht wurde, bis zur Ohnmächtigkeit geschlagen wurde, vergewaltigt, erniedrigt. Ein Mädchen das dennoch geliebt hat, gehofft hat, Ziele hatte im Leben. Das sich immer wieder neu öffnete und zu vertrauen versuchte. Ein Mädchen das sich verändert hat, um irgendjemandem zu gefallen. Dass das Gefühl hat, nicht genug zu sein, einsam, allein. Von den Hoffnungen und Zielen ist nichts mehr übrig. Ich bin leer. Ich bin gebrochen. Ich bin nicht liebenswert, nur gut genug benutzt und verletzt zu werden.

Das bin ich ....



Liebe Grüße,
Karo