ESK- Trennung als Muster???

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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa 17. Juli 2012 09:51

Guten Morgen Tami und all,

was bedeutet f├╝r mich der Begriff Ehe? Nat├╝rlich hab ich f├╝r mich dar├╝ber nachgedacht, ich bin in zweiter Ehe verheiratet, ich bin einmal gescheitert, mein Liebster auch, das hat vieles in Rollen gebracht, gedanklich und mental.

Ich bin gern verheiratet, f├╝r mich bedeutet das die unbedingte Zugeh├Ârigkeit zu meinem Mann. Das Bekenntnis f├╝r alle Welt, "Wir geh├Âren zusammen" und wir sind so mutig, das auch ausschlie├člich zu bezeugen. Wir wollen das, beide, gemeinsam, unser Leben miteinander teilen. Wir wollen uns keine M├Âglichkeiten offen halten, Fluchten zu suchen, weil wir uns f├╝reinander entschieden haben. Wir wissen beide, dass das Arbeit bedeutet, miteinander aneinander. Und wir wollen miteinander alt werden, immer noch, immer wieder.

Wir haben unsere gegenteiligen Hobbies, Dinge die sich nicht ber├╝hren, genug um einander voneinander erz├Ąhlen zu k├Ânnen. Meine jagdlichen Ambitionen machen meinem Mann eher Angst, nein, sie sind ihm unheimlich..... aber er respektiert sie. Sieht nicht auf sie herab. Wir achten einander, in unserer Unterschiedlichkeit.

Unsere Werte, Ethik und Moral ist allerdings die Gleiche und, vielleicht putzig, f├╝r mich aber wichtig, wie haben ein ├Ąhnliches Sauberkeitsempfinden.... ich hab hier Hunde, bei mir ist es nie geleckt. Ich hab Kinder, da liegt immer was rum..... ein stylisches, steriles Zuhause w├Ąre mein Ende..... Miau schrieb, sie und ihr Mann seien so unterschiedlich, das hat sie angezogen. Ich kenne solche Beziehungen, ich k├Ânnte das nicht aushalten, zuviel Spannung, zuviel Gegeneinander, ich kenne welche, die seit Jahren funktionieren, ich bewundere das zutiefst. Aber f├╝r mich, ist es nicht aushaltbar. Ich will mich zuhause einfach fallen lassen k├Ânnen.

Und "wollen" das bedeutet f├╝r mich auch ein aktives Leben, ein hinterfragen dessen was ist. Und das Gef├╝hl, das es bei jedem Hinterfragen die richtige Entscheidung war und ist. Ich w├╝rde meinen Liebsten sofort nochmal nehmen..... ohne dr├╝ber nachzudenken. Heute noch lieber, als damals. Solange sich das so anf├╝hlt, muss ich ├╝ber nichts nachdenken. Und, mein Liebster soll bitte noch bei mir sein, wenn meine Kinder eigene Wege gehen, von daher hat er f├╝r mich auch einen besonderen Stellenwert. Und die Ehe ist f├╝r mich das Zeichen daf├╝r, nach au├čen und f├╝r mich. Dazu geh├Ârt auch ein gutes Mass Loyalit├Ąt, aber - niemals etwas ├╝ber meine pes├Ânlichen Grenzen hinweg.

Unser Eheversprechen bringt das im Grunde auf den Punkt:

Wie ich Dir begegnen m├Âchte....

Ich m├Âchte
Dich lieben, ohne Dich einzuengen,
Dich wertsch├Ątzen, ohne Dich zu bewerten,
Dich ernst nehmen, ohne Dich auf etwas festzulegen,
zu Dir kommen, ohne mich Dir aufzudr├Ąngen,
Dich einladen, ohne Forderungen an Dich zu stellen,
Dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu kn├╝pfen,
mich von Dir verabschieden,
ohne Wesentliches vers├Ąumt zu haben,
Dir meine Gef├╝hle mitteilen,
ohne Dich daf├╝r verantwortlich zu machen,
Dich informieren, ohne Dich zu belehren,
Dir helfen, ohne Dich zu beleidigen,
mich um Dich k├╝mmern, ohne Dich ver├Ąndern zu wollen,
mich an Dir freuen - SO wie Du bist,
einzig aus dem Grund, weil ich Dich liebe

(irischer Wandspruch)

Ich hab geh├Ârt, das einzuhalten sei unglaublich schwer..... aber irendwie geht das beinahe von allein.....

@ Tami, mangelnde Synchronit├Ąt ist schwer auszuhalten. Das glaube ich Dir sofort, ich kenne solche Momente auch, vielleicht kannst Du sie als Entwicklung sehen, als Chance? Niemand sagt, das man immer im Einklang sein muss - wir stellen uns das oft so vor..... aber ich glaube, das ist eher selten.

Das althergebrachte an der Ehe hat sich in den letzten Jahren ja auch sehr gewandelt. War es fr├╝her eher ein Versorgungspakt, er versorgt die Familie und sie erzieht seine Kinder, hatten fr├╝her beide einen Freundeskreis, mit dem sie ihre Interessen teilten, soll heute der Lebenspartner der one and only f├╝r alles sein. Ich glaub ja, das ist zuviel verlangt..... mein Liebster kann nicht meine Freundin sein oder so.... Meine Eltern h├Ątten nie die Erwartungshaltung an ihren Partner gehabt, alles miteinander zu teilen. Meine Mutter h├Ątte niemals mit meinem Vater ├╝ber Regelschmerzen gesprochen, w├Ąhrend das meine Tochter als selbstverst├Ąndlich sieht - nie h├Ątte mein Vater Binden gekauft.....heute ist das doch beinahe normal. Ich denke, wir m├╝ssen unseren genz eigenen pers├Ânlichen Weg dazu finden. Zwang sehe ich da f├╝r mich nicht, denn die Erwartungen Dritter - sie sind mir, nach allem was ich erlebt hab, echt mal schnuppe. Und da ist wieder dir Frage "f├╝r wen tut man das?"

Liebe Gr├╝├če
Ansa


P.S. Ich kenne ├╝brigens auch ein P├Ąrchen, sie lernten sich kennen als sie 17 war und er 19, auf Fronturlaub. Er tanzte drei T├Ąnze mit ihr und sagte "Ich will Dich heiraten!" und sie sagte "Ja", ihr Vater gab tats├Ąchlich das okay und heute sind sie 69 Jahre verheiratet, gl├╝cklich...... und sie sagt "ich w├╝rde immer wieder ja sagen....." Ihr Leben war nicht einfach, keine Frage, aber sch├Ân. Und, das ist die Ausnahme, die mich aber glauben l├Ąsst, das es solche Wunder gibt.
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 17. Juli 2012 14:27

Hey Ihr,

nach einem Vormittag f├╝r mich mit erledigungen, die anstanden und Kaffetrinken mit meiner Mutter und Musik machen bin ich nun wieder daheim.
Merke zwar dass mir das gut getan hat, merke aber auch, dass hier soviel liegen geblieben ist, dass ich jetzt gleich erstmal hier f├╝r Ordnung sorgen muss, damit die Ruhe nicht gleich wieder futsch ist.

Habe heute morgen so gedacht, dass ich vieles f├╝r andere tue. Klar f├╝r die Kids, auch gern und auch f├╝r meinen Mann und jetzt seit leider erst kurzem auch f├╝r mich. Wobei da der Knackpunkt liegt, es f├Ąllt mir schwer, mir "die freiheit herauszunehmen", wenn es anderen nicht gef├Ąllt. Und genau an dieser Stelle gerate ich dann in altes Fahrwasser und es ist gut, dass mir das nun so bewu├čt wird. Bewu├čt, dass ich heute keine Erlaubnis mehr brauche und dass ich kein ok brauche um mit mir ok zu sein. Find das unglaublich schwer und das ist Wasse voller Untiefen, da geh ich auch schnell mal unter. Ok, ich kann schwimmer, von daher kann nicht wirklich schlimmes passieren, aber ich werd halt nass immer wieder und wieder und manchmal nervt das.

Die Ehe als ein zeichen nach aussen wir geh├Âren zusammen, hm...wenn wir beide das wissen ist es doch ausreichend, oder nicht?
Sich keine Fluchwege freihalten, auch damit tu ich mich schwer. Ich finde es auch keine tolle Vorstellung, wenn sich ein Partner (bildlich) immer ein Hintert├╝rchen offenl├Ą├čt, aber tut er/sie das dann nicht soundso, innerlich, sich nciht auf Beziehung einlassen?
Bei mir ist das so, dass ich dann innerlich zu mache, mich nicht f├╝r in Beziehung gehen ├Âffne und damit verschliesse ich eine T├╝r. ich wei├č aber von mir auch, dass wenn ich das Gef├╝hl habe, ich kann diese T├╝r einfach einen Moment anlehnen, bis ich bereit bin sie wieder zu ├Âffnen, ohne dass st├Ąndig einer klopft und fragt und ruft und klopft, dann tue ich das gern und es ist soviel einfach diesen schritt dadurch dann wieder zu tun.
Und irgendwie ist das auf Abstand gehen und sich wieder ann├Ąhern ja auch lebendig, es geh├Ârt dazu, das wei├č ich oder sehe ich so.
Aber und hier kommt das, klingt ja ganz gut, das aushalten ist aber eben schwer und tut weh und macht Angst und da h├Ątte ich gern Wege f├╝r mich, da etwas zu tun...
Langsam werden da M├Âglichkeiten sichtbar, ich habe Ideen....leise noch, unscharf und noch nicht so deutlich, aber ich habe das Gef├╝hl, dass es da etwas geben kann mit dem nicht zynchron sein mit der Distanz und den angelehnten T├╝ren in Beziehung zu sein.

Hm...ob das nun auf eure Posts antwortet wei├č ich grade nicht, das war das was eben aufkam, nachdem ich alles nochmal gelesen hatte...

Wenn einer Symbiose will, sich danach sehnt und der andere Freiheit...dann ist da sehr viel Raum dazwischen, der einl├Ąd misszuverstehen, ├ängste zu sch├╝ren, Verlust zu bef├╝rchten, sich getrennt zu f├╝hlen oder nicht mehr zu f├╝hlen, Bef├╝rchtungen zu haben...das volle Programm erleben wir da grade - miteinander und das wird mir eben bwu├čt, es ist eben doch ein das miteinander erleben ├╝ber das wir Kontakt kriegen k├Ânnen, das hoffe und w├╝nsche ich mir.

Lieben Gru├č f├╝r den Moment
Tami
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon MarliJo 17. Juli 2012 18:57

Hallo Tami und ihr Alle !

Finde euren Austausch spannend und finde dabei auch noch ein paar Gedanken in meinem Kopf =)

Um mal ganz an den Anfang zu gehen, ja, ich glaube schon, dass Trennungen innerhalb eines Familienkreises aus einer Art Muster heraus entstehen k├Ânnen (nicht muss!), dass sich wiederholt. Wobei ich dabei denke, dass Trennung eine in einer bestimmten Richtung pr├Ągende Wirkung haben kann, die dann eine Trennung oder Trennungsgedanken befl├╝gelt. Es kann aber ebenso sein, dass sich die Trennung der eigenen Eltern gegenteilig auswirkt, und man sich besonders stark an eine feste Beziehung klammert, die ein Gef├╝hl der Sicherheit gibt, die die Eltern nicht (mehr) geben konnten.
Ich finde es schon lohnend da einmal genau hinzuschauen, wodurch bestimmte Verhaltensweisen gepr├Ągt wurde...bei dir selbst, und auch bei deinem Mann.
M├Âglicherweise hast du aus dem, was deine Eltern dir (unbewusst) vorgelebt haben,├╝bernommen, dass es Entwicklung braucht, damit es dem einzelnen Partner gut geht - auch wenn diese Entwicklung auf ein sich Auseinander entwickeln hinausl├Ąuft ? Hast daraus "gelernt", dass du diese Freiheit brauchst.
Dein Mann hat vielleicht etwas Gegenteiliges aus seinen (Kindheits)erfahrungen gelernt,...dass er Sicherheit und Halt braucht, damit es ihm gut geht und weiter nichts ?
Wenn unterschiedliche Pr├Ągungen sehr unterschiedliche Bed├╝rfnisse hervorrufen, k├Ânnen da sicher Spannunen auftreten und vielleicht k├Ânnt ihr da mal ├╝berlegen, wo dies begr├╝ndet sein k├Ânnte ? (Fand ├╝brigens tarsshafts Thread vor einiger Zeit zum Thema Pr├Ągung da sehr spannend)
Ja und dann deke ich auch, dass du das was sich und deinen Mann gepr├Ągt hat und ihr davon mit in eure Beziehung hineinnehmt, auch annehmen darfst, wenn du es denn willst. Es mag dabei auch DInge geben, die dir an dir nicht gefallen...die kannst nur du ├Ąndern (durchbrechen, wie es Micha nannte)...oder auch "nur" annehmen im Sinne von hinnehmen, das, was die kleine Tami vielleicht damals brauchte als kindliches Verahltensmuster...
Sind nur Ideen, ich kann daneben liegen.

Zur praktischen Seite (Ehe und so =) ) f├Ąllt mir auch noch einiges ein. ABer das schaff ich grad nicht mehr.

Liebe Gr├╝├če erst einmal
MarliJo
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa 17. Juli 2012 18:59

Liebe Tami,

solche Dinge "unheimlich viel f├╝r andere tun" und "keine Erlaubnis f├╝r mich brauchen" sind irgendwelche Sozialisationswunden aus unserer Kindheit. Das war damals so, M├Ądchen hatten lieb, hilfsbereit und freundlich zu sein, das wurde gelobt und gef├Ârdert. Ich verdeutliche das immer gen so, "das klein M├Ądchen kommt zu seinem Vater und sagt "ich will ein Eis haben" und der vater sch├╝ttelt den Kopd und sagt "Du willst gar nichts, Du m├Âchtest und wenn Du lieb fragst, dann kaufe ich Dir vielleicht ein Eis....." w├Ąhrend der kleine Junge genaus das Gleiche sagt "ich will ein Eis haben" und es daraufhin bekommt, w├Ąhrend der Vater denkt "Oh, der wird sich sp├Ąter mal durchsetzen....." Das pr├Ągt aber ungeheuerlich und verursacht bei so mancher Frau Schuldgef├╝hle und schlechte Gedanken.

Es ist gut, wenn Du dahinter blickst. Du sollst die Dinge f├╝r Dich machen. Nat├╝rlich auch f├╝r die Kinder, immerhin wollte man welche haben und hat nun auch die Verantwortung f├╝r sie und ihren Werdegang, soweit das m├Âglich ist und f├╝r Deinen Mann auch, denn da sollte schon ein Geben und nehmen im Gleichklang sein. Aber niemand steinigt Dich, wenn Du z.B. sagst "ich schaffe es nicht einen Kuchen f├╝r das Schulfest zu backen" oder mal einen fertig gekauften auf den Tisch stellst. In meiner Exfamilie schlicht undenkbar..... au├čer mal unter der Woche nebenbei, aber eine fertige Torte w├Ąre dort nie nie auf den Tisch gekommen, ebenso gro├č war auch die Forderung an die Schwiegertochter..... was hab ich mich da verbogen, um dem gerecht zu werden, und am Ende war es nie genug.

So ein Thema ist es immer wert, neu bedacht und ├╝berdacht zu werden.

Die Ehe nach au├čen, ja, weil ich empfinde mich als Teil einer Gemeinschaft und so ist eine Ehe ein Statement. Ich geh├Âre auch zu denen, die den Namen ihres Mannes annehmen und das gern, ich will auch keinen Doppelnamen, oder gebe mich auf, wenn ich den Namen ├Ąndere. F├╝r mich hat das nur etwas mit Ausschlie├člichkeit zu tun. Und fr├╝her, als ich noch solo war, nach meiner Trennung, da kamen verheiratete M├Ąnner absolut gar nicht in Frage - singles only - so ist das f├╝r mich, das muss f├╝r Dich nicht gelten, eben ein Zeichen und wichtig.

Und, auch ein Grund, aber eher ein unwichtiger, ich liebe es einfach wenn der Liebste sagt "das ist meine Frau" das f├╝hlt sich sch├Ân an, all die anderen Worte Freundin, Partnerin, Lebensabschnittsgef├Ąhrtin (gaaaanz schlimm f├╝r mich) oder sonst ein herum gedruckse - ne m├Âchte ich nicht haben.

Symbiose - interessant das Du so ein Wort w├Ąhlst..... denn eine Symbiose bedeutet ja, das einer ohne den anderen nicht leben k├Ânnte und man sehr ineinander verwoben ist? N├Ąhe ist f├╝r mich noch etwas anderes.... symbiotisch k├Ânnte ich eher nicht leben. Der Liebste und ich, wir wissen beide, das wir ohne einander leben k├Ânnten und klar k├Ąmen, aber - DAS wollen wir nicht. Vielleicht ist das der Unterschied? Symbiose, so w├╝rde ich die Ehe meiner Schwiegereltern beschreiben, da war kein Platz f├╝r anderen Menschen..... ich empfand das als ganz schrecklich.

Andererseits, die Liebe ist ein Kind der Freiheit....

Liebe Gr├╝├če an Dich
Ansa
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon miau 17. Juli 2012 19:56

Hallo Tami,

kennst du dieses kurze Video ├╝ber Symbiose?
www.youtube.com/watch?v=-dqIZsavSL0&feature=player_embedded

viele Gr├╝├če Micha
miau
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa 17. Juli 2012 20:10

Hej Micha,

das ist sch├Ân gemacht, Eigenst├Ąndig und anziehend sein, f├╝r mich ist das Authentizit├Ąt. Ich kann nur authentisch sein, wenn ich in mir ruhe....

Liebe Gr├╝├če
Ansa
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 17. Juli 2012 23:59

Hey Ihr,

lieber MarliJo, hi, sch├Ân dich zu lesen!!!
Ja das mit den Mustern hat mich besch├Ąftigt, weil ich da mittlerweile immer mal wieder bewu├čt in Kontakt komme, also dass ich ne Strategie, die ich in einer bestimmten Situation habe bewu├čt wahrnehme, daf├╝r tu ich viel...und dar├╝ber kam irgendwie das Thema auf, dass ja diese Muster auch in Systemen vorhanden sind und ich mich frage ob es da Wege gibt, das schneller spitz zu kriegen und vielleicht bevor es knirscht *g*.

Wir hatten ein gutes Gespr├Ąch heute Abend aus dem ich mit dem Gef├╝hl rausgehe, dass wir uns vielleicht in manchen Momenten grade damit ein Geschenk machen, dass wir unsere Muster so "bedienen", dass sie sichtbar werden, dann knirscht es gewaltig und das tut nicht unbedingt gut, aber es ist eine Chance und die hab' ich da wahr-nehmen k├Ânnen und ich denke er auch.

Liebe Ansa, ich verstehe was du meinst damit dass es ein zeichen ist. Da sp├╝re ich schon, dass ich das Gewicht da rausnehmen mag, also f├╝r mich mein ich,weil ich eben erlebt habe (und das ist jetzt eine ganz kindliche deutung und schon alt), dass dieses verheiratet sein garnichts bedeutet, also keine verl├Ąssliche Gr├Â├če ist, keine sicherheit.
Und trotzdem habe ich heute als Erwachsene eine Idee davon, dass man sich mit diese Zeichen etwas zu-sichern oder ver-sichern kann und das ist ein wesentlicher Schritt f├╝r mich z.B mit Zweifeln umzugehen.

Zur Symbiose, danke Micha, f├╝r den Link :-)
Was ich mit Symbiose meinte r├╝hrt aus einer meiner Ausbildungen her, das war ein Modell, das mir sehr eingeleuchtet hat und das verschiedene Phasen beschreibt, dir man in seinem Leben durchl├Ąuft und die sich wiederholen, besagtes Modell geht davon aus, dass es bei allen Menschen so ist und das wird dann spannend, wenn eben in einer Beziehung die beiden Partner in verschiedenen Phasen sind. Und da sehe ich eben, dass mein Mann nach seinem Verlust und Schmerz im letzten Jahr N├Ąhe und Sicherheit und Geborgenheit sucht (im Modell entspricht das der Symbiosephase, R├╝ckzug ins sichere Nest, ankommen, sich geborgen f├╝hlen, umsorgt sein, verbindung haben...) und mich zieht es grade aus einer langen Phase des k├╝mmerns um die Kinder, in Symbiose gehen, mich zur Verf├╝gung stellen, Nestw├Ąrme geben, dasein, zu mir, am liebsten mit reichlich Luft drumherum und viel Zeit f├╝r mich und das ist auf Basis von Verlust├Ąngsten irgendwie f├╝r ne Beziehung dann eine riesen Herausforderung.
Also es ist ein Modell, da geht's irgendwie um W├╝nsche an Beziehung, die im jetzt sind und nicht um die Beziehung als Gesamtbild.
Wir haben nat├╝rlich keine symbiotische Beziehung, die gibt in reinform nur zwischen Mutter und ganz kleinem S├Ąugling, so sich die Mama darauf einl├Ą├čt.
Aber es gibt Phasen, die wiederkehren, in denen diese sehr gro├če N├Ąhe sp├╝rbar ist und es gut ist in den Scho├č von Familie zur├╝ckzukehren f├╝r einen Moment und dort aufzutanken.
Ich sehe halt, dass ich das grade nicht anbieten kann, der Wunsch aber da ist und das macht mich traurig.

So und Authetisch ist dann eben diese Trauer dar├╝ber, dass ich den wunsch wahrnehme ihn aber nicht erf├╝llen kann (hier im Sinne von wollen, denn ich will ja grade was anderes).

Hm...bin beeindruckt von diesem Kaleidoskop an Lebenswahrnehmungen...hat was ;-)

Liebe Gr├╝├če und gute Nacht
Tami
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa 18. Juli 2012 10:26

Guten Morgen Tami,

Du hast gelernt, schreibst Du, das verheiratet sein, nichts bedeutet..... aus Deinen kindlichen Erfahrungen heraus mag das sogar so gewesen sein, aber ob es f├╝r Deine Eltern auch so war? Oder ob es ihnen passiert ist, das die Dinge einfach schief liefen, sie sich auseinander entwickelt haben und dass das etwas war, was sie beide nicht gewollt haben, wei├čt Du das auch? Abgesehen davon, nimm den Druck heraus, Du darfst das f├╝r Dich ja auch anders entscheiden, im hier und jetzt, und, das ist gut so.

Das was Du beschreibst, zwischen Deinem Mann und Dir, also die unterschiedlichen W├╝nsche, das ist schwierig. Beide W├╝nsche sind legitim und sie passen, so scheint es nicht zueinander. Wenn Beide das als Chance begreifen und lernen, das sie diese Sicherheit unabh├Ąngig von ihrem Gegen├╝ber erreichen und finden, dann n├Ąhern sie sich wieder einander. So auseinander zielende W├╝nsche brauchen Kompromisse, das schon, aber kein Aufgeben seitens eines einzelnen Partners.

Ihr seid im Gespr├Ąch und das ist das Beste was passieren kann, sich austauschen und sehen, wie sich das anf├╝hlt und h├Âren, wie man miteinander spricht. Austausch ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Und Trauer darfst Du auch empfinden, das ist okay..... Du musst nur abw├Ągen ob und wie sehr Dich das am Ende belastet.

Liebe Gr├╝├če
Ansa
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 18. Juli 2012 18:16

Liebe Ansa,
ja ich wei├č dass meinen Eltern ihre Ehe etwas bedeutet hat, das kann ich bis heute sp├╝ren und dass dieser Schritt schmerzhaft war. Wovon ich gesprochen habe, war wirklich nur die nat├╝rlich falsche Deutung des Kindes die da entstanden ist und diese Anteile kann ich auch in mir wahrnehmen, genauso wie die Entscheidungsf├Ąhigkeit die ich heute habe, was mich davon dann wieder unanh├Ąngiger machen kann.

Ja unterschiedliche W├╝nsche sind es und sie sind nun endlich mal ausgesprochen.
Mein Mann hat das hier alles gelesen und ich habe dazu einen 6-seitigen Brief gekommen ├╝ber den wir uns dann letzlich auseinandergesetzt haben und der dazu beigetragen hat, dass wir endlich mal zum Kern des Themas gekommen sind, das ist gut.
Ich war mir dem Weg nicht sehr gl├╝cklich, den er gew├Ąhlt hat, habe da viel Wut gehabt und Entt├Ąuschung, die aber Platz gefunden haben und die irgendwie den letzten Schubser in die richtige Richtung gegeben haben. Vielleicht auch weil es wirklich ein authentischer Moment bei uns beiden war.
Wie es weitergeht...hm...bewu├čter, klarer ist es auch, bischen unsicher f├╝hlt es sich an, oder ungewohnt und es beinhaltet momentan noch keine L├Âsung, aber eben das Wissen worum es geht...das war ein schmerzhafter, be├Ąngstigender Schritt, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Samstag fahren wir nun in Urlaub. Da ist dann der Alltag erstmal weit weg und dann werden wir sehen :-)

Liebe Gr├╝├če f├╝r heute
Tami
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa 18. Juli 2012 19:33

Liebe Tami,

ich bin ber├╝hrt, das Du Deinem Mann so viel Vertrauen schenkst und ihn all unsere und Deine Worte lesen l├Ąsst, und ber├╝hrt, das es f├╝r Euch etwas in Bewegung gebracht hat. Bewegung ist ein erster Schritt und ich w├╝nsche Euch und Dir von Herzen, das er in die richtige Richtung geht.... Emotionen, egal welche sind legitim, Deine wie auch seine und gleichrangig. Was es nicht leichter macht, aber fair.

Vielleicht k├Ânnt Ihr im Urlaub ein wenig still halten, die Tage genie├čen, flie├čen lassen, N├Ąhe sp├╝ren? Oder aber, wenn Ihr das k├Ânnt, miteinander etwas ausprobieren? W├Ąre es Euch m├Âglich, das jeder einmal, einen ganzenTag allein verbringt? Du f├╝r Dich allein und er f├╝r sich allein? Und dann dar├╝ber reden, wie das war? Wie hat es sich angef├╝hlt? Was w├╝nscht Ihr Euch? Jeder f├╝r sich und f├╝r einander?

Ansonsten w├╝nsche ich Euch von Herzen alles Gute und Du wei├čt ja, wir sind auch f├╝r kommende Gedanken f├╝r Dich da.
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 19. Juli 2012 14:22

Liebe Ansa,
ja klar ist da Vertrauen meinem Mann gegen├╝ber, dennoch hatte ich ihn gebeten hier nicht zu lesen. Ich war sehr w├╝tend und entt├Ąuscht, dass er es dennoch getan hat.
Im Gespr├Ąch dann konnte ich mitbekommen, was dahintersteckt und da kann ich mit umgehen. Letzlich hat es uns ja weitergebracht, auch wenn ich wie gesagt, den Weg nicht gut fand.
Ansonsten bin ich ersch├Âpft von tage- und vor allem n├Ąchtelangem Reden und viel dadurch gebundener Energie, die dann beim Rest fehlt.
Also so wirklich urlaubsreif... und da habe ich auch schon angemeldet, wonach mir ist und denke da werden wir schon f├╝r uns sorgen. Ich freu mich einfach erstmal aufs Meer, das tut mir soundso gut und das lockt, egal wie das Wetter wird :-)

Heute ist noch arbeiten angesagt und aufr├Ąumen und und und...deswegen noch einen sch├Ânen Tag
und liebe Gr├╝├če
Tami
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa 20. Juli 2012 09:06

Liebe Tami,

da kann ich Deine Entt├Ąuschung auch nachvollziehen, aber Du scheibst auch, es hat Euch weiter gebracht und am Ende war es vielleicht auch gut so? Manchmal wissen wir und nicht mehr zu helfen und greifen auch auf nicht so tolle M├Âglichkeiten zur├╝ck. Gut, das Du das so sehen kannst, ich glaub, ich w├╝rde es auch verstehen.

Ich w├╝nsche Dir und Euch einen wunderbaren Urlaub, erholt Euch gut und fangt, wenn m├Âglich, den Sommer ein, w├Ąre an der Zeit

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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 20. Juli 2012 11:28

Hi Ihr Lieben, liebe Ansa,

wir sind nun am Packen, wenn man doch einfach losfahren k├Ânnte und m├╝sste nix mitnehmen, das w├Ąre toll ;-)
Stimmung ist grade ganz gut und das Wetter soll auch gut werden...
Ich w├╝nsche euch eine wunderbare Zeit und viel Sonne, von aussen und innen.
Alles Liebe und lieben Dank!
Tami
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