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Erwachsener

Verfasst: 8. November 2007 21:06
von Kerstin75
Hallo, :winken:
ich habe mal ein etwas älteres Gedicht gefunden,was ich so toll fand,ein wenig zum Nachdenken anregt und da dachte ich,das ich das mal hier veröffentlichen könnte.

Erwachsener

Du sprichst über den Frieden und machst nur Krieg.
Du sprichst von Liebe und erzeugst nur Hass.
Du sprichst von Revolution und Du änderst dich nicht.
Du sprichst über den Universal-Menschen,
doch Du schaffst die Grenzen.
Du sprichst über Umweltverschmutzung,
aber Du machst die Welt dreckig.
Höre-wenigstes heute -auf die Stimme des Kindes.
Des Kindes,dem Du Blumen schenkst
und Spielsachen
und Süßigkeiten
und Küsse.
Das Du so gerne Singen hörst,dem Du so gerne Lauscht
wenn es Gedichte von Liebe und
Leben aufsagt.
Höre auf die Stimme des Kindes,das die Tiere liebt
und die Natur
und alles,was lebt.
Nimm mein Herz,gib mir Deine Hand
und lass Dich auf den Weg führen,den Du suchst
und den ich vielleicht kenne.
Weil ich einfach und rein bin,ich hasse nicht
ich empfinde keinen Neid,
ich töte nicht,
ich zerstöre nicht.
Ich bin ein Kind und deshalb sehe ich weiter.

Julio Roberto


So,ich hoffe das es Euch gefällt. :D

Gruß Kerstin

Re: Erwachsener

Verfasst: 8. November 2007 21:18
von Volker
Hallo Kerstin,

sehr schön ist dieses Gedicht! Was "erwachsen" und was "kindisch" ist, das ist wirklich nicht leicht zu erkennen. Den "Erwachsenen", den du beschreibst, das ist in meinen Augen der von sich selbst innerlich getrennte Mensch, dem es eben am Kontakt zum inneren Kind mangelt. Und der deshalb alles andere als erwachsen sich verhält.

Re: Erwachsener

Verfasst: 11. November 2007 08:38
von Tamara22
Hallo Kerstin,

ich finde das Gedicht auch sehr schön.
Mir kamen folgende Gedanken.

Der Erwachsene, der hier beschrieben ist spricht von der "guten" Seite, von dem was es noch gibt, vom Schönen und Lebendigen, also hat er eine innere Repräsentation davon, das heißt er kennt es oder erinnert es. Heißt für mich, das reine Kindliche ist in jedem enthalten. Es freizulassen braucht Mut, der manchmal keinen Platz hat, kindliches Heldentum nenne ich es mal.
Trotzdem zeigt es mir, dass immer beides da ist und es vielleicht nur einen braucht der erinnert.
Dieses Gedicht kann das, das finde ich das Schöne daran. Was der erwachsene glaube ich nicht braucht ist der erhobene Zeigefinger, sondern tatsächlich eine Hand, die ihm gereicht wird, die so verlockend ist, dass die Neugier der Kindes wiedererwacht....


Tami