Ist es nicht das Leben

Hier ist Platz fĂĽr Gedichte und Gedanken.

Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 29. April 2013 08:04

...das da so schmerzt,
dir die Tränen in die Augen treibt,
dein Herz vor Freude höher schlagen lässt...?
Ist es nicht das Leben,
das dich niederdrĂĽckt und
emporhebt,
grade so wie es sich dir zeigen will?
Ist es nicht das Leben,
das dir Begegnungen
und Abschiede schenkt,
das dich lieben läßt,
mit jeder Faser...?
Ist es nicht das Leben,
das erblĂĽht und
verblĂĽht,
das wächst
und still steht
in diesen besonderen Momenten?
Ist es nicht das Leben
das dich meint und
mich
uns alle?

(C) Tami
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 29. April 2013 08:13

Schön!!
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 29. April 2013 18:59

Am liebsten mag ich den dritten Vers. Das berĂĽhrt mich sehr.

Es ist das Leben!
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 29. April 2013 19:08

Liebe Yvaine,
danke dir...das war heute so bei mir, der Gedanke, dass das alles eben Teil davon ist
ich das annehmen mag, damit ich wirklich teilhaben kann, am Leben, mittendrin bin, bei mir...
Schön, wenn es ankommen durfte, das freut mich irgendwie :-)
Tami
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 30. April 2013 07:56

Liebe Tami,

Ich bedanke mich, dass du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt.
Ich finde den Ansatz absolut richtig.

Dennoch gehört es für mich im Moment leider hauptsächlich dazu, dass es auch das Leben ist, das an mir vorbei zieht.
Alles gehört dazu und irgendwo schließt sich ein Kreis.

LG,
Yvaine
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 30. April 2013 19:40

Liebe Yvaine,

danke fürs Komplettieren...ja das vorbeiziehen und vielleicht auch mal vorbeiziehen lassen gehört wohl auch dazu.
Dennoch lese ich eine gewisse Wehmut in deinen Zeilen, ist das so?

LG Tami
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 1. Mai 2013 14:28

Liebe Tami,

ich möchte deinen Poesie-Thread nicht sprengen (oder mir zu eigen machen...) - also vielleicht sollte ich einen neuen Thread aufmachen!?

Aber, um deine Frage hier zu beantworten, bevor ich den neuen Thread eröffne:
Ja! Da ist viel Wehmut dabei. Du hast recht, dass das vorbeiziehen lassen auch dazu gehört - aber ich bin damit im Moment nicht glücklich. Es macht mich sogar geradezu unglücklich, so viel ungenutzte Zeit verstreichen zu lassen und so viel wertvolles Leben nicht zu leben. Aber wie gesagt, das gehört wohl in einen extra Thread. Und es gehört zum Leben. Es ist das Leben. Aber gut finden, muss ich das nicht.

Liebe Grüße und einen schönen ersten Mai,
Yvaine
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 1. Mai 2013 14:50

Hey schreib ruhig hier wenn du magst ...
Mir ist das leider nur allzu gut bekannt.
Und nein das muss dir nicht gefallen!
Freu mich ĂĽber den Austausch :-)
Lg Tami
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 1. Mai 2013 22:18

Nicht gelebtes Leben.....wir kennen uns gut, das Nicht- gelebte und die ungenutzte Zeit...gerade auch mein Thema :(
An dem Tag, an dem
die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
möge die Erde tanzen,
dir das Gleichgewicht wiederzugeben.
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 1. Mai 2013 23:00

Das andere Leben
in dem mein ja
ein nein ist
in dem ich nicht an einem anderen Ort bin
sondern hier

Weil der Wind geweht hat
weil ich Angst hatte
weil andere es so wollten
weil ich mich entschieden habe.
Das andere Leben
gibt es ohne mich nicht.
Nur manchmal
wird es von meiner Sehnsucht berĂĽhrt
von meinen Träumen umarmt
auf nicht Erinnertem gebettet
von meiner Hoffnung erfĂĽllt
und von mir geliebt...

(c) Tami
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 2. Mai 2013 08:33

Liebe Tami und TT,

here we roll.
Gut, wenn wir schon mal auf dem gleichen Ausgangspunkt sind, wir kennen alle, wie es ist, wenn das Leben ungelebt vorbei zieht.
Was mich so sehr frustriert ist, dass das Leben eh schon so kurz ist. Ich habe brutale Angst vorm Tod, auch davor, dass geliebte Menschen sterben. In dem Zusammenhang kenne ich dann auch Panikzustände (mild, aber damit muss man erst Mal umgehen, wenn es einem die Luft abschnürt). Ich nehme mir viele Dinge vor, wie ich mein Leben ausfüllen kann und meine Zeit nutzen - und was mache ich? Nichts. Die Wand anschauen, im Internet surfen, schlafen.
Eigentlich sollte man sich eine Liste machen. Eine kleine, für "jeden Tag", mit Dingen, die man erledigen möchte. Eine gute Mischung aus unschönen Dingen, die aber sein müssen (Haushalt, ...) und schönen Dingen (Briefe schreiben, Musik hören, Bücher lesen, ... die Zeit eben nutzen).
Ich frage mich nur: Warum bin ich so anders? Warum brauche ich fĂĽr Dinge, die fĂĽr "normale Menschen" normal sind, eine Liste? Warum kann ich nicht normal sein?
Was ist falsch mit mir und wie kann ich es ändern? Ich will doch auch normal sein, für alle anderen, den Liebsten, die Familie, die Freunde und am allermeisten für mich. Aber was ist das und wie komme ich da hin? Und warum ist mir mein Kopf so sehr im Weg? Und warum ist mein Ja so oft ein Nein???

Ratlose GrĂĽĂźe von Yvaine :?
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 2. Mai 2013 10:34

Hallo Yvaine,

warum wir eine Liste fĂĽr normale Dinge brauchen? Ich weiĂź es nicht, ist vielleicht auch gar nicht so wichtig.....

Für mich persönlich habe ich festgestellt: wenn ich mich rausjage ins Leben, wenn ich es anpacke ohne viel hin und her überlegen, dann gibt mir das soviel mehr Kraft und eine innere Befriedigung wie nichts anderes. Das regelmäßig hinzubekommen, einfach loslegen das ist mein Plan und ich gebe mir alle Zeit das zur Regelmäßigkeit werden zu lassen. Auch habe ich beobachtet das ich im Grunde sehr ängstlich bin vor allem möglichen, manchmal sogar vorm Klingeln an der Türe oder ans Telefon zu gehen...ja, ich lasse es manchmal klingeln weil ich es nicht über mich bekommen abzuheben...


"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im Nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.

Ich wĂĽrde nicht so perfekt sein wollen,
ich wĂĽrde mich mehr Entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich wĂĽrde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich wĂĽrde nicht so gesund leben.
Ich wĂĽrde mehr riskieren,
wĂĽrde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr Bergsteigen,
mehr in FlĂĽssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
wĂĽrde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls du es noch nicht weiĂźt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken;
vergiĂź nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte,
wĂĽrde ich von FrĂĽhlingsbeginn an
bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich wĂĽrde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

(http://www.orbit9.de/wissen/borges_noch_einmal_leben.php)

LG TT
An dem Tag, an dem
die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 2. Mai 2013 13:38

Hey Ihr Beiden,

warum kann ich nicht normal sein...liebe Yvaine, das Kind in mir reagiert darauf sofort, weinend mag es diesen Satz rausschreien.
Ich, erwachsen, jetzt pfeif darauf, auf dieses Kopfkino, bin ich normal oder bin ichs nicht. Ich bin eben so...
Ich brauche mehr Kontakt, ich bin manchmal gefĂĽhlt raus aus meinem Leben, ich suche immer wieder. Ich erlebe das mit mir genauso, also ist es "normal" - fĂĽr mich!
Normal bedeutet doch nur, dass du passend fĂĽr andere bist. Bist du passend fĂĽr dich, so ok wie du bist...fĂĽr dich. Das ist in meinen Augen die entscheidende Frage.
Und da spür ich, dass du es grade gerne anders hättest und das ist dann ein guter Grund um es anders zu machen und wenn du dafür eine Liste machen magst, weil es dir gut tut, wunderbar, geniale Idee, bin dabei.
Ich mache mir heute eine Liste, was ich morgen machen mag mit MEINEM TAG.

Unsere ganzen Selbstzweifel sind dich eingeimpft, da hat doch irgendwann jemand im Aussen, was Falschen transportiert und wir haben mit kindliche offenen Augen und Ohren zugehört und hingeschaut und angenommen, weil Kinder annehmend sind, liebe-voll und sich da nicht schützen können.
Du kannst das, dich schĂĽtzen vor den falschen Gedanken, dem was andere von dir wollen und erwarten und schauen was du brauchst, du, der Mensch Yvaine, jetzt, damit es dir gut geht.
Und wenn dir das schwer fällt, das rauszufinden, dann ist das auch ein Teil von dir, dann ist das eben so, fühlt sich vielleicht nicht gut an, aber es ist eben so, eine klitzekleine Information über einen klitzekleinen Teil in deinem Leben, es macht dich nicht unnormal, sondern es zeigt etwas von dir, das dich komplettiert, als die, die du bist.


Tja, alles leicht gesagt, ich weiĂź...und weil ich das weiĂź, heiĂźt das noch lange nicht, dass ich es umsetzen kann, aber dann ist das eben so, ein Anfang, ein Schritt, ein StĂĽck vom Weg, etwas das bei mir grade so ist, ich, das Leben...


Liebe TT,
der vers macht mich irgendwie traurig, dieses endgültige, die verpassten Möglichkeiten, das wachwerden...oder reicht das wach zu werden, wach zu sein...auch wenn es schon spät ist, wenn die Uhr tickt, reicht das? Reinspringen und schwimmen, endlich einfach loslegen, und schon wieder ist ein Moment rum, in dem ich darüber nachdenke es zu tun, anstatt dabei zu sein, mitten drin, oder bin ich das jetzt auch, hier am tippen, allein vor meinem Rechner, während draussen das Leben ist?

Manchmal bin ich mit mir allein und manchmal mag ich mich nicht, aber ich kann ja nicht einfach aufstehen und gehen, heut mal nicht, tschö machs gut...
Also versuch ich klarzukommen, auch wenn ich eigentlich nicht will, fĂĽr immer, verbunden...

Tami

PS: keine Ahnung ob da heut irgendwas brauchbares aus mir rauswollte...keine Ahnung.
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 2. Mai 2013 13:51

Liebe Tami,

ich glaube zu verstehen, was du meinst...für mich ist es auch der Moment in dem ich hier tippe, in dem ich meiner verworrenen oder geordneten Gedanken aufschreibe und neue Blickwinkel/ Anregungen und und und bekommen, Austausch und Kommunikation ist leben und auch wenn ich nicht immer alles hören mag oder annehmen kann. Und für mich fängt es an damit das ich es anpacke, es wage und springe......in dem ich mir selber Mut zu spreche, mich selber erinnere liebenswert zu sein.

Natürlich kann ich nicht immer dann gehen,wenn ich es gerade gerne wollte....ich kann sagen "ich möchte darüber nachdenken, ich gehe jetzt umd dieses oder jenes!" Und dann gibt es Situationen die können wir nur aushalten, weil das Leben einfach so ist? Ich weiß es nicht, wirklich nicht.....ich versuche nur eine Orientierung zu finden!

LG TT
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 2. Mai 2013 15:24

Liebe Traum- Tänzerin,

das mit dem Aushalten...ja geht mir auch so, dass es sich so anfühlt und ich habe die leise Ahnung, dass das nicht stimmt, dass es ein Irrglaube ist, dass ich sehr wohl die Fäden in der Hand halte, nur manchmal so tue als wäre es nicht so.
Letzlich ist das aber auch nur ein Gedanke und es fĂĽhlt sich ja anders an.
Da suche ich dann Orientierung.
Eben fiel mir ein guter Gedanke in die Hände:


"Liebe ist eine Art, die Dinge so anzuschauen, dass sie nicht sogleich geordnet und geteilt werden, sondern zuerst und vor allem empfunden werden." (W. Bergmann)

FĂĽr mich heiĂźt das, dass ich mich da ernstnehme in meinem FĂĽhlen, mag auch der Kopf etwas anderes sagen. Ist das dann Selbstliebe, in sich spĂĽren, zuerst und vorallem?

Und ist das dann aushalten oder annehmen?

Heute ist in mir Trauer darüber, dass mir das mich annehmen so schwer fällt, dass mich lieben heißt ich bleibe allein mit meinem Fühlen, dass ich mich erinnere, dass ich aufgegeben habe auf mein Fühlen zu "hören", sondern im Aussen angefangen habe zu suchen, ob da jemand ist, der mich liebt, wo ich es doch nicht kann. Und darf ich den dann auch lieben?
Warum fĂĽhle ich mich so allein mit mir, fragt der Kopf und mein FĂĽhlen ist, dass ich so weit weg bin, dass ich es nicht mitbekomme, wenn da jemand ist, weil ich BerĂĽhrung nicht spĂĽren kann, weil ich innerlich weg bin, mal wieder.

Ich geh jetzt in die Sonne
bis dann
Tami
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