Ist es nicht das Leben

Hier ist Platz fĂĽr Gedichte und Gedanken.

Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 2. Mai 2013 15:36

Liebe Tami,

ja, sich selber nehmen wie man ist jetzt gerade/heute und morgen ist es vielleicht wieder ganz anders und wir haben die Fäden oft in der Hand das glaube ich auch! Und doch bleibt da ein Funke in mir der seine Zerstörungskraft wahrscheinlich nie ganz verlieren wird, der Teil von mir der besser mit den kaputten und nicht heilen Teilen klarkommt, als mit dem was heil ist in meinem Leben. Das nicht Dasein, weg sein und das draufschauen von außen das sind Überbleibsel des Traumas aus der Kindheit. Das Wegsein hat uns am Leben gehalten..... :umarmen:

FĂĽhl' dich umarmt!

TT
An dem Tag, an dem
die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
möge die Erde tanzen,
dir das Gleichgewicht wiederzugeben.
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 2. Mai 2013 16:00

Das wegsein hat uns am Leben erhalten ...
Danke fĂĽr diese Wahrheit!!!

FĂĽhl dich umarmt wenn du magst
Tami
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 2. Mai 2013 16:24

Ja, ich mag :umarmen: :)
An dem Tag, an dem
die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 2. Mai 2013 20:06

Hallo ihr Lieben,

ja. Das wegsein hat uns am Leben gehalten, ich stimme zu.

Aber was von euren Worten mich heute am meisten berĂĽhrt hat, ist:
Manchmal bin ich mit mir allein und manchmal mag ich mich nicht, aber ich kann ja nicht einfach aufstehen und gehen, heut mal nicht, tschö machs gut...

Genau das ist es. Ich bin allein mit mir und meinen Ängsten und Neurosen und Fehlern und Unzulänglichkeiten. Und ich mag es nicht, ich mag mich nicht, ich hasse es.
Aber ich kann ja nicht aufstehen und gehen. Ich warte noch drauf, dass dieses ringen in meinem Kopf irgendwann mal die Lichter ausmacht. Bevorzugt bei der Arbeit, so dass es dann auch wirklich alle mitkriegen, vor denen ich täglich die perfekte Farce abzieh. Oh man. "Das hält man doch im Kopf nicht aus" - tolle Redensart...

Wie du, Tami, erzählst, mir fehlt der Kontakt. Aber ich bekomme es nicht hin. Aber ich muss. Dann muss es eben über eine Liste sein. Ich überlege auch, ob ich Freundschaften, die so nicht mehr existieren und eingeschlafen sind einfach beende. Vielleicht brauche ich das, einen Schlussstrich, auch wenn man sowas ja eigentlich so schön dümpeln lassen kann, ohne Schmerz und ohne Verpflichtung, aber auch ohne guten Gefühle. Neutral. Der schweizer Weg quasi.

Diese Selbstzweifel, diese Unsicherheit, diese Gierde (milder kann ich das nicht ausdrücken) nach Sicherheit, nach Plänen, nach der Kontrolle, das macht mich gerade wahnsinnig. Und deswegen schalte ich mich aus. Ich funktioniere nicht (da sind wir doch wieder beim Thema). Ich funktioniere nicht, obwohl ich es müsste. Ich müsste es können, ich müsste es schaffen. Es wäre besser für mich und für alle. Aber es geht nicht.
Ich halt es im Kopf nicht aus - und mach mir eine Flasche Wein auf. Einfach so. Weil ich es kann.

Liebe TT,

das Gedicht ist toll. Wehmütig, Schmerzhaft. Inspirierend, anstoßend (wenn ich nur nicht so bewegungsunfähig wäre).
Ich wĂĽrde so gerne jeden einzelnen Moment einsaugen, auskosten, leben, Leben, LEBEN!!!

Ich kann es nicht. Das lässt mich so leer fühlen, so nutzlos. So blöd und leichtsinnig.
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Falls du es noch nicht weiĂźt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken;
vergiĂź nicht den jetzigen.


Liebe GrĂĽĂźe,
Yvaine
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 3. Mai 2013 00:24

Ach yvaine ich kann mich heute nur still zu dir setzen...
Ja das ist eigentlich nicht auszuhalten!
Ich hatte heute Abend ein langes Gespräch mit
meinem Mann.
Boah ich hab echt einen knacks weg.
Und ich hab mir aus lauter Angst ein Konstrukt gebaut
das mich selbst jetzt fast erstickt.
Jetzt grade ist es ruhiger weil es ausgesprochen ist.
Und in mir bleibt leise die Frage was findet er eigentlich an mir...
Unzumutbar und kaputt und ständig auf der Suche.
Er hat was besseres verdient....

Tami
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 3. Mai 2013 08:42

Liebe Tami,

du hast es so sehr treffend beschrieben und doch lese ich auch den groĂźen Schmerz...ja, ich kenne den Gedanken "Warum in aller Welt hat er eine Frau wie mich geheiratet..." Vielleicht weil jedes Erleben auch einen einizigartigen Menschen formt und Menschen die individuell sind, die sind interessant und anziehend.

Yvaine, du hast auch so recht in dem was du schreibst und ich glaube die Lösung könnte im "umschalten" liegen, wir müssen raus aus dem "Wegsein"- Modus und zurück zum Leben-Fühlen-Modus. Leichter geschrieben als umgesetzt ich weiß es ganz genau, nur ich mag nicht aufgeben...ich mag das Gras unter meinen Füßen spüren und ich möchte mein Herz tanzen fühlen!

Immer wieder drĂĽckt dieser Spruch fĂĽr mich es ganz genau aus, darum geht's mir- wir sind hier zusammen:

"Lange saĂźen sie dort und hatten es schwer, doch sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost. Leicht war es trotzdem nicht."

Astrid Lindgren

LG TT
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 3. Mai 2013 11:14

Ihr Lieben,

Ich bin da. Ich sehe schon, da gibt es sehr viele gleiche Muster, die wir 3 bedienen.

Ich setz mich einfach still dazu

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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 3. Mai 2013 11:16

Achja, liebe TT:

An dem Tag, an dem
die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
möge die Erde tanzen,
dir das Gleichgewicht wiederzugeben.

Ich liebe diesen Satz. Er ist so wunderschön, die Vorstellung, dass die Erde für dich, Tami, mich oder jede Andere tanzt, um sie zu schützen und zu stützen gefällt mir so sehr.

Und sie dreht sich doch
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 3. Mai 2013 12:46

Hey Ihr...
da sind wir also.
Und wir sind und ja die Erde dreht sich und das ist gut so, sie ist verlässlich da, bleibt nur die Füße auf den Boden zu stellen und das Gras zu spüren.
FĂĽr den Moment sitz ich hier einfach und auch das ist ok.
Ein Teil von Euch, von uns sein, das fĂĽhlt sich grade sehr sehr gut an, danke!

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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 3. Mai 2013 12:49

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei FuĂźspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorĂĽber gezogen war,
blickte ich zurĂĽck.
Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen
meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn: "Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich
und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."

Margaret Fishback


Das ist der Text, der mir dann immer einfällt, wenn ich nicht weiterkann...einmal getragen werden, das berührt mich so sehr.
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 4. Mai 2013 19:37

Ihr Lieben,

so sehr nah mir gerade die Endlichkeit ist: sie sitzt vor mir grinst mich an, zeigt ihre Zahnlücke und lacht hämisch. Sie ist klein, wenn man wollte könnte man ihre knochige Gestalt übersehen. Ich kann sie nicht übersehen, also sitzt sie vor mir und glotzt mich gierig an, als wollte sie mit kratziger Stimme flüstern "Siehst du, siehst du meine Liebe hier bin ich!" Ich wehre mich nicht, ich betrachte sie genau und ich lasse sie dort sitzen...ich weiß irgendwann wird sie wieder zurückkehren in ihre Höhle. Und auch dann werden wir uns wiedersehen, früher oder später...manchmal ganz manchmal, da bleibt eben doch nur es auszuhalten.

Ich weiß es sehr genau, ich brauche einen Platz im Leben und einen Ort der mein zu Hause ist: ich bin bereit ihn zu suchen, ich bin bereit geduldig auf ihn zu warten und ich bin voller Tatendrang ihn dann schön werden zu lassen!

Ich umarme euch, es ist alles in Ordnung mit mir- ganz sicher!

:bussi:
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Tamara22 4. Mai 2013 19:55

Ja es ist alles in Ordnung mit dir...
Den Ort der deiner ist schön machen. Ja das hört sich gut und richtig an.
Heut ist Stille bei mir, die Gedanken waren so wirr und laut und durcheinander, dass sie sich zu einem undurchhörbaren Einerlei vermischt haben und ich hör einfach grade nicht mehr hin.
Ich wünsche mir jemand, der mich wieder in meinen Körper zurückbringt und mich dann mitnimmt, was Schönes machen, Spaß haben, sich spüren, tanzen, lachen, singen, rumhüpfen, lebendig sein.
Ich bin unbewohnt heute.
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 5. Mai 2013 01:35

Ihr lieben,

Heute setze ich mich still neben dran.

Ich glaube, etwas in mir hat endlich aufgegeben. Wenn das stimmt, fände ich das nicht schlecht.
Muss eine Nacht drĂĽber schlafen.

Apropos, Musiktipp: Christina Stürmer "Was machst du wenn die Stadt schläft" vom neuen Album. Ich fühle mich verstanden.
Schlaft schön,
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Traum-Tänzerin 5. Mai 2013 10:32

"Die Grenze ist ĂĽberschritten. Der Spiegel ist zerbrochen. Aber es reflektieren die Scherben."

(Edgar Allan Poe)
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Re: Ist es nicht das Leben

Beitragvon Yvaine 5. Mai 2013 21:13

Ich mag Edgar Allen Poe - und dieses Zitat ist besonders schön...

Meine Scherben reflektieren und ich bin mir noch nicht so sicher, was ich sehe.
Ich finde es aber wichtig, was du gestern geschrieben hast. Bereit sein zu suchen, aber auch darauf warten.

Geduld hab ich eigentlich nicht, aber ich denke, man muss die Sachen auch auf sich zu kommen lassen.
Ich versuche das jetzt. Vielleicht ist das auch das Aufgeben, oder das weiter kommen oder was auch immer.
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