Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

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röschen
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von röschen »

Liebe Maxi,

„Daraus habe ich für mich die Erkenntnis gezogen: Desto weniger Aufhebens und desto weniger Sonderrolle dem Scheidungskind "aufgenötigt wird" desto besser läuft es und desto normaler entwickelt sich auch das Kind.“

Diesen Satz kann ich voll und ganz unterschreiben. Sowohl nach der Geburt unseres „gemeinsamen Kindes“, als auch sonst in vielen Erziehungsangelegenheiten, hat meines Erachtens dieser Punkt unsere Patchworkfamilie vor viele Schwierigkeiten gestellt, die wir so nie sahen.

Bei uns gab es ja mehrere Seiten – die Seite meines Stiefsohnes, dessen Umfeld seltenst bei Problemen die Ursache in seinem Scheidungskinddasein suchte und die meiner Tochter, deren Papafamilie sämtliche Erziehungsprobleme auf dieser Schiene ausgetragen hat...bis heute.
Unser Stiefsohn lebt in beiden Familien vollwertig akzeptiert und hat keinerlei Probleme in dieser Hinsicht.
Bei meiner Tochter hingegen haben sich die Fronten in den vielen Jahren nach der Trennung mehr und mehr verhärtet. In der neuen Familie bei Papa war sie und ist sie nie als „vollwertiges“ Familienmitglied akzeptiert worden und ihr gutes Verhältnis mit mir und ihrem „Stiefvater“ hat man versucht zu untergraben.

Du hast geschrieben, dass du von deiner Stieftochter mehr Aufmerksamkeit erwartest, es dir wehtut, dass sie sich nicht mehr für euren Nachwuchs interessiert. Du es nicht zulässt, dass dein Kind in seinem Zuhause ignoriert wird.
Aus diesem Verhalten heraus überlegst, sie deshalb nicht mit in den Urlaub zu nehmen, oder gar deinen Mann mit ihr alleine zu schicken.
Ich persönlich finde, dass du sie aber genau damit auch in gewisser Weise in die Sonderrolle „Scheidungskind“ steckst.
Die Überlegung eines deiner Kinder zuhause zu lassen, weil es sich gerade nicht so verhält wie es menschlich richtig oder charakterlich in Ordnung wäre, gäbe es sicher nicht, wären es beide eure Kinder.
Da schließt sich für mich der Kreis eben wieder und auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, ist es meiner Meinung dennoch so, dass es dieses „Stief/Scheidungs/kinddasein“ meist doch gibt.

Außerdem sind die eigenen Empfindlichkeiten da oft unterschiedlich. Glaube mir, ich weiß wovon ich spreche. Ich habe und führe mit meinem Mann heute noch Diskussionen.
In der Familie meines Mannes begrüßen sich zum Beispiel alle mit einem Küsschen auf die Backe. Als sein Sohn klein war, hat man akzeptiert, dass er das bei mir nicht machen möchte...auch ich, denn ich kannte eine solche Begrüßungsart aus meiner Familie sowieso nicht. All die Jahre hat mein Stiefsohn alle zur Begrüßung geküsst...außer mich. Mein Mann, da bin ich mir sicher, wäre verletzt gewesen....ich hingegen habe es als „Gewohnheit“ und nicht als „Ignoranz“ oder „Mißachtung“ gesehen und es so hingenommen.
Ganze 14 Jahre (!) später hat er mich dann doch tatsächlich am Geburtstag auf die Wange geküsst – von sich aus.
Wenn meine Tochter mir mal aufmerksamer „hallo“ sagt als meinem Mann, kann es schon passieren, dass er an empfindlichen Tagen beleidigt überlegt was er ihr jetzt wieder getan hat....
sicherlich nicht ohne Hintergrund, es gab in den letzten Jahren sehr viele Verletzungen...womit wir wieder bei der Sonderrolle angekommen wären, die sich, wenn auch ungewollt doch durchzieht wie ein roter Faden.

Um diese Empfindlichkeiten nicht weiter zu nähren, habe ich auch oft reagiert wie dein Mann es tut:
„Aber genau so wie es jetzt läuft hatte ich es befürchtet. Mein Mann berichtet mir auch kaum von den Telefonaten mit seiner Tochter und verlässt auch schon mal den Raum zum Telefonieren, beides machte er vorher nie.“

Yvaine hat das meines Erachtens auf den Punkt gebracht, indem sie eher zum Herstellen einer Kommunikationsebene schrieb, ohne jedoch den anderen unter Druck zu setzen.

Vielleicht ignoriert deine Stieftochter auch deshalb die Kleine, weil sie sich unter Druck fühlt. Angst hat, deine Erwartungen die du (wenn auch nur innerlich, aber dafür haben die Kids ja oftmals ein gutes Gespür) an sie stellst, nicht erfüllen kann.
Laß ihr Zeit und lass ihr die Zeit, die SIE braucht, auch wenn dir das vielleicht zu lange erscheint.
Würdest du bei einem „richtigen“ Geschwisterchen sicher auch, dass ist meine Hauptbotschaft ;-)

Ich habe bei den kleinsten Streitigkeiten meiner Kids (insbesondere meiner Tochter und unserem gemeinsamen Sohn, die ja hier bei uns lebten) überlegt, ob es da Eifersucht gibt die es in einer intakten Familie so nicht gäbe, bis mir eine gute Freundin mal sagte, „Quatsch....meine beiden Kids konnten sich nie riechen, streiten ständig, weil sie völlig unterschiedliche Charaktere haben“. An diesen Satz habe ich all die Jahre immer wieder denken müssen.
Im übrigen waren auch meine Schwester und ich uns Spinnefeind. Mein Vater wollte nicht akzeptieren, dass wir oftmals wochenlang keinen Ton miteinander gewechselt haben. Hat uns nicht interessiert....analysiert wurde das nicht weiter.

Liebe Grüße
Röschen
Yvaine
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Yvaine »

Liebe Maxi,

lass dir Zeit!

Liebe Grüße,
Yvaine
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Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Ansa »

Liebe Maxi,

ja, ich glaube auch es ist für Dich an der Zeit, Dir Zeit zu nehmen - es ist halt schon so, das man allein nicht alles ändern kann und verändern auch nicht.

Manchmal denke ich an meinen Opa, der sagte oft "da schlafen wir erst mal ne Nacht drüber" als ich jung war, brach man so durchaus Diskussionen und Auseinandersetzungen ab, ich habe es gehasst - wie die Pest. Heute höre ich mich selbst sagen "da schlafen wir erst mal ne Nacht drüber" und denke, "eigentlich war das klug" - Zeit ist ein sehr wirksames Mittel und mir fällt ein Spruch ein, der über meinem Schreibtisch hing, viele Jahre lang:

"Gesagt bedeutet noch nicht Gehört.
Gehört bedeutet noch nicht Zugehört.
Zugehört bedeutet noch nicht Verstanden.
Verstanden bedeutet noch nicht Einverstanden.
Einverstanden bedeutet noch nicht Angewandt.
Angewandt bedeutet noch nicht Beibehalten."
(nach Konrad Lorenz)

Und für mich beinhaltet dieses Zitat einfach auch, wie lang manche Entwicklungen dauern und wieviel Zeit sie brauchen und ohne diese Zeit wird sich nichts ändern. Nimm sie Dir, für Dich und für Euch.

Liebe Grüße
Ansa
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
Titania
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Titania »

Ich muss auch sagen, dass ich die besagte Tochter sehr gut verstehen kann!
Die Arme fühlt sich ausgestoßen! Und indem du sagst, dass DEIN Kind in DEINEM Zuhause nicht ignoriert werden darf, fühlt sie sich sicherlich noch schlechter.
Sie hat den Eindruck, dass sie "Geschichte" ist.
Sie hatte sicherlich auch mal eine heile Familie, mit Mama, Papa, Kind.... Ihr tut es weh zu sehen, dass das vorbei ist!
Ihr Vater gründet eine neue Familie und sie wird wohl nie wieder eine heile Familie haben....
Mir tut es sehr leid für sie.....ich kann sie gut verstehen!
Vllt nimmst du ein bisschen Rücksicht? :)

LG Titania
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Titania »

Es freut mich zu hören, dass sich bei euch alle wieder wohler fühlen.
Mir tat es nur leid, als ich las, wie sich die Tochter deines Mannes verhielt.
Es machte auf mich den Eindruck, sie kommt damit überhaupt nicht klar, doch jetzt sieht es ja wieder besser aus.
Ich wünsche euch alles Gute ,)
LG Titania
Schaluppe
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Schaluppe »

Hallo allerseits,

zwei Sachen fallen mir zu diesem Thema ein.

Unsere Mädchen waren bei Trennung ungefähr in diesem Alter. Um ihren Schmerz so gering als möglich zu halten, haben mein Ex und ich beschlossen, keine weiteren Kinder in die Welt zu setzen. Wir haben uns beide daran gehalten, für uns und unser Gewissen, nichts, dass ich meine Kindern vorhalten würde. Unsere Entscheidung funktioniert sicher nicht für jeden. Kam ein neuer Partner mit Kinderwunsch, wurde mit offnen Karten gespielt.

Eine weitere Sache, die mich beschäftigt. Das Mädchen tut der kleinen Schwester nichts, das wäre nicht tolerieren, aber das Nichtstun ist meiner Meinung nach unangenehm, aber zu tolerieren. Und das, das Mädel auf Treffen allein mit seinem Vater besteht, find ich in Ordnung! Die kleine Tochter hat ihren Vater sehr oft exklusiv....

Mir tut die ganze Familie leid....es muß schrecklich sein, wenn keine Erwartung erfüllt wird...ein trostloser Ort... Vielleicht wird die Zeit ein klärendes Gespräch und Entspannung bringen, ich hoffe es für euch!

LG Schaluppe
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Schaluppe »

Hallo Maxi,
ich habe schon darauf geachtet, dass mein älteres Kind nach der Geburt des kleinen, Zeit auch mit mir exklusiv hatte. So vermeidet man nämlich Eifersüchteleien. Und die Tochter deines Mannes hat ihren Vater ja nicht rund um die Uhr, da er nicht mehr bei ihr wohnt. Natürlich hat euer gemeinsames Kind deinen Mann auch nicht rund um die Uhr, dass ist schon klar. Aber es hat eine komplette Familie, dieses Gefühl ist damit gemeint. Das ist einfach besser. Ist es wirklich so schwer, der Tochter mal einen Nachmittag alleine mit dem Vater zu gönnen?
Kann es sein, dass du einfach enttäuscht bist, doch nicht einen so hohen Stellenwert bei der Tochter zu haben, wie du gedacht hast? Am besten höher als den der Mutter. Es hört sich manchmal ein wenig so an. Ich will dir nichts unterstellen, aber überprüfe das mal für dich.
Und später wird es, meiner Meinung nach, ein leichtes sein deinem Kind zu erklären, warum die Stiefschwester komisch reagiert. Sie ist einfach traurig darüber, keine heile Familie mit ihrem Vater mehr zu haben. Das versteht vielleicht gerade ein Kind.

LG
Schaluppe
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Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Ansa »

Guten Morgen Maxi,

hmpf.... alles wie immer, oder? Andererseits denke ich aber auch, das sie vielleicht einfach nicht weiß, wie mit einem so kleinen Kind umgehen? Ich erinnere mich an mich selbst, als ich so 15 war - all meine Freundinnen gerieten bei Babies und kleinen Kindern voll in Verzückung - ich fand sie einfach schrecklich. Ich hatte keinen Plan, was ich mit einem kleinen Kind hätte anfangen sollen..... meine Interessen lagen ganz woanders.

Kann es so etwas sein? Oder mag sie es denn manchmal, mit der kleinen Schwester spielen oder knuddeln?

Das sie Nachmittage mit Papa für sich möchte verstehe ich hingegen gut, das haben wir hier bei uns in der Familie auch, jede meiner Töchter unternimmt hin und wieder etwas allein mit dem Liebsten (okay, sie sind auch alle älter) und auch Papa hat heraus gefunden, das Zeit mit einer Tochter allein, eine sehr viel andere Qualität hat, als Zeit mit mehreren und ich muss mich dem anschließen, erst neulich habe ich beschlossen, wenn ich nach Schweden fahre, dann jeweils nur noch mit einem meiner Kinder - es tut uns allein gut, allein miteinander sein zu dürfen. Wie ist das für Dich.... vielleicht ein klein bisschen friedlicher? Selbst früher war das so, einer ging mit Töchterchen a zum Turnen, der andere mit Töchterchen c zur Krabbelgruppe, es gibt immer alleinige Zeit innerhalb von Familien.

Zu einem Punkt bin ich anderer Meinung :( Du schreibst, "sie muss die zweite Familie auch wollen" - das aber kann sie nicht, nichts davon lag in ihrer Entscheidung und nichts davon hätte sie, wenn sie gewollt hätte, ändern können. Sie darf ihre kleine Schwester lieb haben und gern mit ihr zusammen sein, aber sie muss nicht.... wenn der Altersunterschied so groß ist, gibt es das, was Du beschreibst aber auch in intakten Familien, das ist nicht so ungewöhnlich, das Große die Kleinen einfach kaum wahr nehmen. Wobei Du natürlich andererseits Recht hast, sie muss dazu gehören wollen und ihren Platz, den sie bei Euch hat, ausfüllen wollen. Familie und Zugehörigkeit hat immer mehrere Komponenten und die gehören zusammen.

Und, das wird sich auch wieder verändern, da bin ich mir sicher. :umarmen:

Liebe Grüße erst einmal
Ansa

P.S. keine weiteren Kinder haben zu wollen ist eine Möglichkeit, aber eine, wie ich finde, sehr schwierige - man weiß nie was das Leben so bringt und was passiert, ein schöner Wunsch und mit Glück auch haltbar, aber bei uns etwa - hatte die jeweilige Partnerin unseres Vaters immer Kinder - das war nicht sehr viel besser oder anders, derweil unser Papa diese auch immer gleich quasi "adoptierte" und mit ihnen so umging wie mit eigenen Kindern. Eigentlich war das viel schlimmer, denn da kamen große Kinder über Nacht. Ach je..... und für Dich und Euch wäre das eh keine Alternative gewesen, da bin ich mir sicher. :bussi:
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Schaluppe
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Schaluppe »

Ansa hat geschrieben:P.S. keine weiteren Kinder haben zu wollen ist eine Möglichkeit, aber eine, wie ich finde, sehr schwierige - man weiß nie was das Leben so bringt und was passiert, ein schöner Wunsch und mit Glück auch haltbar, aber bei uns etwa - hatte die jeweilige Partnerin unseres Vaters immer Kinder - das war nicht sehr viel besser oder anders, derweil unser Papa diese auch immer gleich quasi "adoptierte" und mit ihnen so umging wie mit eigenen Kindern. Eigentlich war das viel schlimmer, denn da kamen große Kinder über Nacht. Ach je..... und für Dich und Euch wäre das eh keine Alternative gewesen, da bin ich mir sicher.
Hallo Ansa,
mein Partner hat Kinder, die fast im selben Alter wie meine sind. Wir sind allerdings erst zusammengezogen, als unsere Kinder groß waren. Das hat fast ein Jahrzehnt gedauert, mir war es die Mühe wert.
Aber das kann ich nur aus meiner Situation sagen. Andere Menschen, andere Prioritäten, andere Zwänge und Probleme.

Für uns war es optimal. Heute sind meine Kinder groß und bestätigen mir, dass sie verhältnismäßig wenig Probleme mit der Trennung hatten, weil wir zusätzliche Kränkungen bewusst vermieden haben. Sei es finanzielle Streitigkeiten, dauerhafte Kontakte mit neuen Partnern oder deren Kindern, mit den sie hätten klarkommen müssten. Noch die Notwendigkeit von Entscheidungen mit welchem Elternteil sie ihren Geburtstag oder Festtage feiern müssen/können/dürfen.

Der Preis ist hoch, oftmals, dafür, hat sich aber gelohnt, meines Erachtens.

LG SChaluppe
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Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Ansa »

@ Schaluppe,

so ist am Ende das Leben, jeder findet für sich den richtigen Weg - ich hätte keine vielen Jahre warten mögen, bis ich mit meinem Partner zusammen ziehe und wir ein neuesLeben beginnen, es waren am Ende meine Mädchen, die sich wünschten, wir würden heiraten und sie haben sich auch ein Geschwisterchen gewünscht "das hat dann etwas von uns allen zusammen" haben sie gesagt und ich bin immer noch sehr gerührt darüber, aber wir haben uns dagegen entschieden, wir Großen, aus vielen Gründen. Meine Mädchen hatten noch einmal die Chance zu erleben wie eine gute Beziehung zwischen Eltern aussehen kann, wie man sich streitet und versöhnt, füreinander da ist - ich glaube, das war für sie sehr wichtig. Aber das war eben unser Weg.

Ich kenne aber durchaus auch andere Lebensentwürfe und finde, sie müssen einfach nur für allemiteinander passen, dann geht das auch gut.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Ansa »

Liebe Maxi,

so eine Aussage ist hart und tief verletzend, Du gehörst nicht dazu und Euer Kind auch nicht, das ist schwer auszuhalten und vielleicht, ich hoffe das sehr, nur ein Satz aus einer Wut heraus, über den sie nicht wirklich nachgedacht hat. Ich wäre darüber auch sehr verletzt, vor allem, da Du über all die Jahre immer für sie dagewesen bist und sie sicher wissen müsste, das es SO nicht ist.

Dabei fällt mir ein, das es möglich ist, das sie sich sicher ist und daher beginnt so zu sein? Weil sie weiß das sie zu Euch gehört? Manchmal sind Teenies da sehr widersprüchlich, leider. Ob das eine Möglichkeit ist, wirst Du sicher besser beurteilen können, weil Du sie kennst, all die kleinen Momente in denen sie sich vielleicht auch mal unbeobachtet fühlt, wahr nimmst. Das kann ich von hier nicht. Vielleicht ist sie einfach nur Eifersüchtig? Trotz alle Deiner Mühe? Ich erinnere mich durchaus, das sie schon sehr eigenbezogen ist.

Und ja, ich kann Deinen Unmut verstehen, wie geht denn Dein Liebster mit der Situation um? Natürlich hat sie ihren Teil, den sie beiträgt, sie ist ja kein kleines Kind mehr und dem ganzen hilfos ausgeliefert, sie entscheidet sehr wohl, wie sie damit umgeht und wie sie handelt. Aber es kann auch sein, das sie Unsicher ist und durch die Forderung "Papa soll mit mir allein etwas tun" für sich überprüft, ob sie ihm noch wichtig ist?

Möglicherweise mischen sich da die Dinge in ihr und um sie herum?

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Ansa »

Liebe Maxi,

neinneinnein, mit "das hat sie doch nicht so gemeint" oder schlimmer "sie weiß ja nicht, was sie sagt" kann man dem nicht mehr begegnen, mit Nachsicht für pubertäre Hintergründe (da gehören eben auch Provokationen zu) durchaus - aber und das ist groß gemeint, das Wichtigste in dieser Zeit ist eben auch, die Jugendlichen lernen lassen, was sie mit ihren Äußerungen anrichten.

Sie ernst nehmen und jemand, der sagt "och, sie weiß ja nicht was sie tut" der nimmt einen Heranwachsenden nicht ernst und das spüren die Jugenldichen und legen immer noch mal eines drauf - sie testen wie die kleinen Dickköpfchen mit 2/3 Jahren alles noch einmal aus. Gelten die Regeln die wir getroffen haben, was passiert wenn ich drüber bin, wie reagieren meine Eltern wenn ich etwas mache, von dem ich sicher weiß, es ist inakzeptabel (Stichwort Jugenddelinquenz)....

Das ist natürlich in Deiner Situation sehr belastend, aber das Vertrauen eben auch unbequem zu reagieren udn zu sagen, wie Du das empfindest, das sollte sie haben.... auch wenn sie es versteckt. Ihr habt einen langen Weg zusammen gehabt und da sollte schon was vorhanden sein, das es ermöglicht eben mal nicht die Klappe zu halten. Punktum, da will sie hin und da muss sie vielleicht wirklich durch.

Eben mal nicht nachsichtig sein, sondern Tacheles reden und so wie ich Dich kenne, lenkst Du sowieso ein und bist bereit für eine ausgestreckte Hand, auch diese Zeit ist eine Zeit des Lernens, in einigen Jahren wird man sehen - was übrig geblieben ist. Nur nicht nachtragend sein, das ist das Wichtigste.

Liebe Grüße und fühl Dich gedrückt - ich kann Deine Müdigkeit so gut verstehen
Ansa

P.S. Vieles von ihrem Verhalten ist ganz normales Verhalten in dieser Zeit, das zeigen alle Jungedlichen und am Ende ist es sogar etwas Positives - wäre nämlich alles gestört - würde sie das nicht probieren. Paradox - aber so fühlen sie sich auch mitunter.
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Hexe666 »

Hallo Maxi !
So nun möchte ich einmal Stellung zu dem Ganzen nehmen ! Habe Dein Thema "Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz? " lange mit verfolgt !
Zu mir: Ich bin auch ein (25jähriges ) Scheidungskind und kann mich deshalb SEHR GUT in deine Stieftochter hineinversetzen. Bei meinen Eltern lief es so ähnlich ab wie bei Euch.
Sie waren fast 22 Jahre verheiratet. Dann kam plötzlich eine jüngere Frau in unser Leben. Für mich hat diese Frau alles kaputt gemacht. Für mein Vater war sie aber die neue
Lebensgefährtin.
Von Anfang an wurde von mir verlangt, dass ich nun diese Situation zu akzeptieren hatte. Viel geredet hat mein Papa mit mir darüber nie.
So hart sich die Aussage von deiner Stieftochter auch anhört "zu ihrer Familie gehöre ich nicht und meine Tochter also ihre Halbschwester auch nicht" ich kann sie jedoch nachvollziehen. Und ich verstehe auch nicht warum dich das so sehr belastet da du ja jetzt deine eigene Familie (mit eigenem Kind) hast, sie ist ja immerhin NUR die Tochter deines Mannes und somit nicht deine Leibliche Tochter. Vielleicht willst du sie ja gar nicht als deine "leibliche Tochter "ansehen aber so wie du hier schreibst was du für Anforderungen stellst, wie sie zum Beispiel mit deinem Kind umgehen soll, könnte man meinen du möchtest das.
Im Grunde genommen hat sie auch mit der Aussage recht. Da ihre biologische Familie aus leiblicher Mutter, leiblicher Vater und Geschwister besteht. Genau diese Einstellung hatte UND habe ich heute auch zu meiner Familie. Die neue Frau meines Vaters war das dann auch ,nachdem ich das klar gestellt hatte, egal. Es ist ihr einfach klar geworden das es für mich bei meinem Vater keine Normale Familie ist. Zudem fühlte ich mich auch bei meinem Vater nie so richtig wohl weil das einfach NICHT MEIN zuhause war.
Außerdem wurde von mir von Anfang an verlangt das ich meinen Halbbruder (der geboren wurde als ich 17 war)"auf Händen trage". Ich habe mich noch nie sonderlich für Kinder interessiert und das wusste mein Vater auch, trotzdem wurde dieses Normale Verhalten gegenüber meiner Stiefmutter und meinem Stiefbruder von mir verlangt. Ich habe es auch probiert , mich anzupassen, aber ich wollte diese "neue Familie" nicht. Und hatte das dann endlich 2 Jahre später klargestellt.
Wenn ich das lese was du über deine Stieftochter schreibst könnte ich meinen du erzählst gerade etwas über mich. Du musst auch bedenken, dass Deine Stieftochter nicht in einer intakten Familie aufgewachsen ist.

L.G. Hexe666
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Hexe666 »

Hallo,
Das tut mir leid das jetzt kein kontakt mehr besteht. Hat deine Stieftochter auch keinen kontakt mehr mit ihrem Vater ?
L.g hexe666
:trost:
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Re: Halbgeschwisterchen mögen? Konkurrenz?

Beitrag von Ansa »

Liebe Maxi,

wir glauben immer an das Gute.... am Ende ist es das, was eine Mutter ausmacht, der Glaube an das Gute und auch daran, das sich wieder alles zum Besten wendet. Je älter ich werde, desto gelassener kann ich solche "Phasen" nehmen - die Dinge bleiben nicht statisch.

Was daraus wird, wie und warum - auch das ist ein Prozess..... aber erst einmal schmerzt es und ich kann mir gut vorstellen, wie tief getroffen Du bist. Diese Entwicklung tut mir wirklich leid. Du hast so sher gekämpft - vielleicht, vielleicht ist da ein Hauch von Sicherheit, das von Seiten der Tochter auch probieren zu können? Klingt blöd - aber so sind Kinder..... komm Du erst mal zur Ruhe und bleib bei Dir und Deinen Lieben.

Fühl Dich gedrückt
Ansa
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